Schlagwort: Larp

  • Wieder ein Drachenfest rum. Dieses Mal mit bei mir sehr gemischten Gefühlen.

    Organisation und Lagerplatz

    Das beherrschende Thema, vor allem für das Blaue Lager, war dieses Jahr der Wechsel des Lagerplatzes. Nach über zehn Jahren am gleichen Platz, der auch auf der Webseite nahe der Stadt lokalisiert wurde, war das eine Umstellung. Sowohl für die Blaulageristen, primär die mit körperlichen Einschränkungen oder dem Bedarf von Kühlung der Medikamente, als auch für das LBK. Wäre die Ankündigung des Lagerplatzes erst auf dem Quast bekannt geworden, hätte das zu viel Unmut geführt und Blau wäre dieses Jahr nicht ins Spiel gekommen.

    Wyvern und Kommunikation ist leider ein Widerspruch in sich. Gut, dass der Plan mit den Lagerplätzen zumindest etwa zwei Wochen vor der Veranstaltung raus kam, so dass man etwas Zeit zur Organisation hatte. Generell fände ich es aber zu Vermeidung von Stress wünschenswert, wenn der Plan generell frühzeitig veröffentlicht wird. Die Gefahr von OT Absprachen für Bündnisse halte ich persönlich für gering.

    Nach dem ersten Schock über den Lagerplatzwechsel, der auch durch meine Probleme mit spontanen Veränderungen verursacht wurde, habe ich mich – wie viele Blaulageristen – auf den neuen Lagerplatz gefreut. Weil es manchmal gut ist, wenn man seine Komfortzone verlässt und sich so neue Möglichkeiten und Chancen eröffnet. Das Fest hat diese Annahme bestätigt: die Barrikade kommt auf dem Hügel wunderschön zur Geltung, das Lager ist kompakter und hat nicht mehr den langen Schlauch und beim Regen haben wir festgestellt, dass das Wasser hier schön versickert bzw. abfließt.

    Die Trennung vom Dolch hat dazu geführt, dass der Dolch viel stärker Blau bespielt wurde als die letzten Jahre. Ich glaube manchmal muss man etwas verlieren, um es zu vermissen – weil man es nicht mehr als von den Göttern gegeben ansieht. Viele Aktionen, die sowohl vom Dolch als auch vom Blauen Lager ausgingen, haben die Verbundenheit gezeigt. Auch wenn dadurch oftmals Blaulageristen außerhalb des eigentlichen Lagers gebunden waren. Ich selber habe sechs Stunden als Hüter des Blauen Tisches im Dolch gesessen und möchte mich an dieser Stelle beim Dolch und seiner Crew für die Gastfreundschaft bedanken.

    Der Wechsel des Lagerplatzes mit Grün hat nicht nur für uns eine neue Sicht und eine neue Herangehensweise an das Fest der Drachen ergeben, sondern auch alte, offenbar zementierte Machtblöcke, welche durch die Lage entstanden waren, aufgebrochen. Für uns war von Anfang an (auch am Captains Table) klar, dass wir nicht denselben Machtblock mit den großen benachbarten Lagern machen wollten, was auch gut funktioniert hat.

    Der Weg in die Stadt ist gar nicht so weit, wie ich befürchtet hatte, wenngleich sich der Weg über die Wiese echt ziehen kann. Auf Grund des doch eher regnerischen und kühlen Wetters hat mich die Entfernung zu den Duschen jetzt auch weniger tangiert, als es das bei heißen Temperaturen getan hätte. Die sanitären Anlagen bei uns habe ich als gut und ausreichend empfunden, aber die Verfügbarkeit von Desinfektionsmitteln (in Ermangelung von Seife und fließendem Wasser) an den Toiletten ist ebenso zu verbessern wie die Anzahl der Wasserstellen.

    Was ich aber mal wieder feststellen musste ist, dass die Länge des Drachenfestes nicht ausreicht, um die vielen tollen Menschen und interessanten Angebote zu sehen, die man oft nur einmal im Jahr dort sieht. Wie letztes Jahr votiere ich dafür, dass das Drachenfest gerne einen Tag länger dauern dürfte.

    Bis auf den doch vor allem Morgens demotivierenden Regen und die vorgenannten Kleinigkeiten war Alles gut.

    Die Barrikade des Blauen Lagers auf dem Hügel und eine Teilansicht, unter anderem mit der Flagge der „Kraken“

    Das Blaue Lager

    Anders als letztes Jahr hatte ich nicht das Gefühl, dass ich nach Hause gekommen bin. Erschrocken habe ich festgestellt, dass ich mich zuweilen gefragt habe, ob ich im Blauen Lager noch richtig bin. Es hat sich einfach falsch angefühlt und über mehrere Tage habe ich nicht genau greifen können, wieso. Doch in etlichen Gesprächen habe ich gemerkt, dass es nicht nur mir so ging. Es lief nicht rund, wir als Lager haben nicht harmonisiert, aber primär habe ich das Gefühl, dass das Blaue Lager seinen Ursprung vergessen und seine Seele verloren hat.

    Am letzten Abend habe ich darüber (IT) noch einige Gespräche geführt mit anderen Käptn’s, die offenbar ähnlich denken wie ich (bzw. Askir). Was daraus erwächst wird sich noch zeigen, aber es ist etwas in Bewegung. An verschiedenen Stellen.

    Aber auch eine Entfremdung zwischen Avatar und Libertania sowie dem Lager habe ich in einem Ausmaß festgestellt, wie nie zuvor. Zum Einen war meines Erachtens die Lage des Avatarthrones ungünstig, denn er war vom Tor aus nicht zu sehen und auch nicht an der Lonja (die ich für eine gute Idee erachte, die wir aber noch mehr mit Leben füllen sollten). An sich gehören Lonja, Hafenmeisterei und Avatar zusammen, dahinter anschließend der Kraftplatz. Das nur manchmal genutzt CT-Zelt kann durchaus etwas abseits stehen.

    Askir hat sich auch gefragt, warum er noch dem Ruf des Blauen folgt, wenn dieser dann verlangt, dass acht Captains ihre Hintern entblößen, damit ein Octopus Oktoprologe werden kann. Indessen weiß ich, dass das wohl auf einer Witzidee basiert, aber so kam es via CT bei mir IT an. Warum soll ich für einen Drachen streiten, der mich nicht respektiert, mich sogar lächerlich macht? Leider bin ich nicht mehr dazu gekommen den Avatar oder Libertania direkt darauf anzusprechen.

    Es ist, wie es auch unser Heerführer es in seiner letzten Ansprache formulierte, Zeit für eine Veränderung.

    Der Blaue Avatar und Libertania bei der Ansprache ans Lager vor der großen Schlacht. Photo by me: https://hagenhoppe.com/

    Die Kraken-Crew und unser Lager

    Dieses Mal waren wir nur ein kleiner Besetzung vertreten, was schade war. Für nächstes Jahr hoffe ich, dass die KrakenCrew mit größerer Crewstärke auf dem Drachenfest und im Blauen Lager vertreten sein wird. Durch den Regen war das gemeinsame Kochen auch eingeschränkt, wobei wir generell an der Verteilung der Arbeiten im Lager untereinander noch arbeiten müssen.

    Die „Muräne“, eine von der KrakenCrew 2019 erschaffene Initiative, kam gefühlt gar nicht ans Laufen, obwohl die Voraussetzungen durch die Lage an der großen Wiese optimal gewesen wären. Etliche erfragten täglich das Passwort, aber die Wiese gehörte in der Nacht nicht den Blauen, obwohl es sinnvoll gewesen wäre den Weg zwischen Dolch und Lager zu sichern. Auch hierüber muss ich mir noch mal Gedanken machen.

    Auch bei uns innerhalb lief nicht immer Alles rund, aber es war meine Crew, die mir – gemeinsam mit Spielenden Crews – wenigstens etwas Heimatgefühl gegeben haben. Vielen Dank für die vielen schönen Momente, die wir gemeinsam hatten, und auch für den Support an dem einen Abend, an dem bei mir die Depression zugeschlagen hat.

    Das Kraken-Lager vor dem Regen (danach sah es etwas unordentlicher aus, da wir Sachen unters Segel räumen mussten) und das Symbol der „Muräne“.

    Meine Highlights und besonderen Erlebnisse

    • Die Gesangsrunde während meiner Schicht im Durstigen Dolch mit wundervollen und traditionellen Shanties.
    • Mein Gespräch mit Ava Oddmir – übrigens das erste Mal, das wir miteinander gesprochen haben.

    Zugegeben: eine echt kurze Liste. Auch wenn ich einige schöne Momente hatte mit der Caida-Crew, dem Kapitän der Rotdornen, der Kumpanja, der La Vierge-Crew und Anderen, so blieben die großen Momente doch rar. Was sicher auch an mir und meiner Verfassung und Gefühlslage lag. Whatever: Dieses Jahr haben wir viel vom Sturm gesungen, aber waren nur ein laues Lüftchen.

    Fazit

    Auch wenn ich hinsichtlich meiner Gefühle gegenüber dem Drachenfest und im Besonderen des Blauen Lagers noch immer etwas gedrückt und unbestimmt bin: Ich habe Pläne. Zum einen den Plan zum Drachenfest zurück zu kehren (das Ticket habe ich schon vor Ort gekauft) und auch wieder in das Blaue Lager. Aber auch Pläne im und für das Blaue Lager. Noch unausgereift, aber bis zum nächsten DF haben wir ja noch ein paar Tage Zeit. Ich freue mich aber jetzt schon darauf, dann hoffentlich auch mit einer stärker vertretenen Kraken-Crew.

    Foto von Phil : https://www.philippresch.de/

    Fotos

    Zwischendurch, im speziellen am Samstag zur Endschlacht, habe ich wie üblich meine Kamera heraus geholt und einige Fotos gemacht. Diese Bilder findet man hier.

  • Drei Jahre gab es seuchenbedingt kein Drachenfest. Dafür war es dieses Mal eine Woche lang. Samstags Anreise, Sonntags IT bis zum darauffolgenden Samstag und dann Sonntags wieder Abreise. Also eine Dauer Larp, wie ich sie bisher noch nie hatte.

    Und das nach drei Jahren, in denen ich irgendwann konstatierte, dass ich an sich das Larpen nicht vermisse – nur die vielen tollen Menschen in diesem Hobby. Ich war mir unsicher, ob ich nicht wirklich so langsam zu alt für den Scheiß bin. Für die Organisation und das Basteln im Vorfeld, das Beladen des Autos, der Aufbau, mehrere Tage mit Toiletten- und Duschwagen sowie dem Wetter ausgesetzt Zelten, danach der Abbau, das Ausladen und dann noch das Reinigen und Räumen der Ausrüstung. Uff.

    Auch wenn ich Donnerstags auf dem Drachenfest einen kleinen Hänger hatte und mich nach Hause gewünscht habe, so kann ich nach dieser Woche voller Überzeugung sagen: Ich bin nicht zu alt für den Scheiß! Das Ticket für das Drachenfest 2023 habe ich noch vor Ort gekauft und freue mich schon drauf.

    Das sagt vermutlich schon eine Menge darüber aus, wie ich das Drachenfest 2022 gefunden habe. Aber natürlich geht es auch noch etwas ausführlicher.


    Organisation + Spielleitung, Corona + Sicherheit, Toiletten + Duschen

    Als ich am Samstag gegen 11 Uhr auf dem Quast ankam war ich positiv überraschend, wie schnell der CheckIn ablief. Dafür ein großes Lob, denn ich war schnell am Lagerplatz, konnte Ausladen und das Auto zum Parkplatz fahren, wo engagierte Einweisende darauf achteten, dass kein Platz verschwendet wurde. Der Kontakt, den ich mit der SL, vor allem Lila und Daniel, hatte, war immer nett und freundlich.

    Allen Teilnehmenden war klar, dass in der aktuellen Seuchenlage auch auf dem Drachenfest Infektionen auftreten werden. Selbst mit einer Testung vor dem Con, den Viele eigenverantwortlich gemacht haben, lässt sich das nicht verhindern. Den Umgang durch die SL mit solchen positiven Fällen fand ich der Situation angemessen. Nach einem Fall im Captain’s Table (CT) ist Lila mit mir durchs Lager und wir haben alle Captains informiert, garniert mit Sicherheitshinweisen. Am Freitag gab es dann auch noch für alle einen kostenlosen Test am Orgaplex. Ich fühlte mich in der Sache immer gut betreut und informiert.

    Auf dem Quast im Sommer bedeutet fast immer auch eine Brandgefahr. Dieses Jahr ist es wirklich zu einem Brand gekommen, der aber glücklicherweise „nur“ Sachschäden nach sich zog. Ich hoffe die betroffenen Sturmbrecher haben es gut überstanden. Toll war aber zu sehen, wie nach dem Alarmruf alle Blaulageristen los liefen – entweder Feuerlöscher oder mit Wasser gefüllte Eimer in der Hand -, um zu helfen. In den anderen Lagern war es wohl ebenso. In dem Moment zeigte sich gut, wie Zusammenhalt in Notsituationen funktioniert.

    Als Blaulagerist hat man ja durch die Lage des Lagers den Vorteil nicht nur auf Dixies angewiesen zu sein, sondern Toilettenkabinen zu haben. Leider sind bei der Normung der Kabinengröße offenbar keine Larper mit Geraffel gefragt worden, aber sie waren die meiste Zeit sauber und mit Toilettenpapier bestückt. Und wenn nicht, dann lag das meist daran, dass wohl über Nacht menschliche Schweine in die Toiletten eingefallen sind. Etwas, was man leider wohl nie ändern wird.

    Die Duschen mit ihren Einzelkabinen waren dieses Mal nicht in einem Zelt untergebracht, was ich total begrüßt habe. Denn in dem Zelt war letztes Mal ein drückendes tropisches Klima, das ich nach dem Duschen nicht haben muss. Aber einen Kritikpunkt gibt es: Die Bauzäune zwischen den Duschbereichen waren nicht hoch genug, denn wenn man in der Duschkabine stand konnte man über diese Hinweg sehen in die Kabinen des benachbarten Bereiches. Sonst war ich mit den Duschen trotz der üblichen Abstriche (wenig Druck bei hoher Auslastung) zufrieden.

    Blick von dem Toiletten- und Duschbereich über Aldrach in die Landschaft

    Larp ist bunt!

    Schon vor einigen Jahren hat McOnis dieses Motto ausgegeben und ich finde es toll, dass dieser inklusive Ansatz auch beim Drachenfest immer stärker gelebt wird.

    Schon 2019 gab es einen Duschbereich für Menschen, die nicht dem binären Spektrum angehören. Leider war dieser Duschbereich dieses Jahr mit „Unisex“ ausgezeichnet, was zu Irritationen führte. Bei den OT-Ansprachen wurde zwar darauf hingewiesen, wie das zu verstehen ist, aber ich frage mich, warum es nicht einfach möglich war den Begriff zu überschreiben, um hier für Alle Klarheit zu verschaffen.

    Bei der OT-Ansprache wurde (zumindest im Blauen Lager) auch ganz klar darauf hingewiesen, dass Wyvern eine Null-Toleranz-Politik betreibt, was Rassismus, Sexismus, sexuelle Übergriffe, Homo- und Transfeindlichkeit angeht. Wer sich diesbezüglich daneben benimmt fährt ohne weitere Diskussion heim. Vielen Dank für diese klare Ansage.

    Darüber hinaus gab es im Blauen Lager noch die SafeSpace-Initiative (siehe Foto). Wenn dafür nächstes Jahr noch Hilfe benötigt wird bin ich aus Gründen gerne mit dabei und ich bin sicher auch andere Crewmitglieder der Kraken-Crew. Für diese Initiative habe ich verdammt viel Liebe.

    Auszug aus dem OT-Informationsblatt des Blauen Lagers, das man beim Lager-CheckIn erhielt

    Die neuen Regeln des Wettkampfes

    Dieses Jahr gab es auch neue Wettkampfregeln: kein Eierschieben mehr, je nach Lagergröße bekam man für die Eroberung von Bannern eine unterschiedliche Anzahl von Eiern, jeden Morgen um 9 Uhr erschienen die Banner wieder in ihrem Lager, (zumindest gefühlt) mehr Wettbewerbe, bei denen man zudem mehr Eier gewinnen konnte als bisher – und noch ein paar Kleinigkeiten.

    Als die neuen Regeln eine Woche vor dem DF bekannt gegeben wurden habe ich sie begrüßt, vor allem das Ende des Eierschiebens. So werden über Jahre abgesprochene Großbündnisse vermieden. Auch die Kritik über den Tod der Diplomatie habe ich nicht gesehen und hat sich meiner Einschätzung nach nicht bewahrheitet. Die Diplomatie ist jetzt nur anders. Generell vesprachen für mich die neuen Regeln neue Herausforderungen und Chancen. Eine neue Dynamik, die sich auch daraus ergibt, dass man aus dem Komfortbereich, den man sich mit den alten Regeln und daraus abgeleiteten Abläufen und Strukturen selbst geschaffen hatte.

    Es gibt jedoch zwei Kritikpunkte, die sich auch während des Spiels bewahrheitet haben:

    • Es gab drei kleine Lager (Weiß, Kupfer und Wandel), deren Banner zwar nur je ein Ei wert war, die aber einfach zu erobern waren. Wir Blauen hatten nach dem traditionellen Angriff auf Kupfer schnell entschieden, dass wir die kleinen Lager nur noch bei Provokation (z.B. Diebstahl unserer Belagerungskanone oder Entführung unseres Heerführers) angreifen. IT weil das Drauftreten auf kleine Lager eine Form der Tyrannei ist, OT weil das einfach Niemandem Spaß macht. Stattdessen haben wir eher Feldschlachten mit begrenzter Teilnehmerzahl ausgemacht. Doch grundsätzlich provoziert das Regelwerk etwas das „Farmen“ der kleinen Lager – aber man muss sich vom Regelwerk nicht zwingend dazu provozieren lassen.
    • Die Lagergröße bestimmte, wie viele Eier die Eroberung eines Banners brachte. Von kleinen Lagern ein Ei, von mittleren Lagern zwei Eier und für die Eroberung von Bannern, die in einem großen Lager (Blau und Grün) standen, jeweils drei Eier. Damit soll abgebildet werden, wie schwer oder einfach es ist ein Banner zu erobern. Jedoch ist das weniger von der Lagergröße als von der Anzahl der Kämpfenden und ihrer Ausrüstung abhängig. So war das mittlere Rote Lager diesbezüglich besser aufgestellt als das große Blaue Lager, erst recht aber als das mittlere Graue Lager. An sich sollten sich daher gerechterweise die Belohungseier für Eroberungen eher an die Kampfkraft eines Lagers orientieren, auch wenn mir bewusst ist, dass das im Vorfeld schwierig festzustellen ist.

    Durch viele Wettbewerbe, die zu Eiern führen, und dass bei diesen nun mehr Eier als bisher zu gewinnen sind, ist ein Sieg aber nicht nur vom Schlachtenglück abhängig. Letztendlich ist die Motivation eines Lagers und seiner Spieler:innen viel entscheidender für einen Sieg geworden, über Jahre anhaltende Großbündnisse werden weitgehend verhindert und in der Diplomatie erfordert es auch mal neue Wege zu gehen – ich finde im Großen und Ganzen haben die neuen Regeln das erreicht. Ich begrüße das.

    Die Korallen im Blauen Lager, welche die verdienten Dracheneier aufnehmen (Foto während des Aufbaus)

    Die Kraken-Crew und unser Lager

    Beim DF 2019 hat das Crewspiel aus verschiedenen Gründen, zu dem auch mein Arbeitspensum als CT-Sprecher und das Wetter zählten, nicht funktioniert. Im Vorfeld hatte ich daher entschieden keinen Posten mehr zu übernehmen, um mehr Zeit für die Crew zu haben – aber bekanntermaßen kommt es erstens anders und zweiten als man denkt. Und Beides zusammen hat dieses Jahr überraschend gut funktioniert.

    Meine Crew auf dem Drachenfest 2022 bestand aus der Zahlmeisterin Azinah und der Matrosin Nihal sowie – nur für das DF angeheuert – die Smutje Nia und der Efferd-Geweihte Adario. Gemeinsam haben wir uns am Samstagabend zusammen gesetzt und OT besprochen, wer was vorhat, was man alleine und was wir gemeinsam umsetzen möchten. Vor allem waren wir uns einig, dass alle Vorhaben nur Möglichkeiten und keine Muss-Termine sein werden. Ein gutes und sinnvolles Gespräch, dass wir in der Form auch zukünftig beibehalten werden.

    Nach diesem Gespräch habe ich mich entschieden als Sprecher des CT zu kandidieren und wurde auch zu diesem gewählt. Da ich aber mit Nessa eine gute Stellvertreterin hatte und mich nicht für Aufgaben, die über die eigentlichen Aufgaben hinaus gingen, einspannen ließ, hatte ich daneben noch genug Zeit für Aktionen mit der Crew und entspannte Stunden im Lager unserer Crew.

    Ein Lager, was wir so ausgelegt haben, dass es ein offenes Lager wird, in dem wir gerne Gäste empfangen. Wir hatten Gästebecher dabei und alle Besuchenden haben von uns direkt ungefragt einen Becher Wasser bekommen. Zumindest waren wir bemüht das so zu halten. Schließlich wollen wir mit möglichst vielen Charakteren interagieren, eine schöne Zeit mit alten Freunden haben und neue Freunde kennen lernen.

    Dabei hat uns sehr unsere tolle Lage im Blauen Lager geholfen. An der Hafenmeile mittig zwischen dem Kampfplatz und dem Durstigen Dolch kamen viele Spielende ganz automatisch bei uns vorbei und Viele blieben bei uns, teilweise über Stunden, hängen. Dazu zählten u.a. Konrad Traggut (sowohl mit als auch ohne Sarg), Callisira (die Priesterin des Wandels mit der umwerfenden Singstimme), die Crew der „Aurora“ aus dem Grauen Lager, Kapitänin Viola (unsere stellvertretende Heerführung), Leandra (seit dem Sieg der Orks das erste Mal wieder auf dem DF), Herr Springer von der Presse (Chefredakteur des „Herold“), Briga (auch wenn sie nur einen Tag da war), Brego (mit seinen tollen Geschichten) und viele Andere. Aber Memo an mich: nächstes Jahr mehr von meinem guten weißen Portwein mitnehmen.

    Dass ich eine so schöne Zeit hatte lag natürlich auch an den wundervollen, kommunikativen und empathischen Menschen, die bei diesem DF die KrakenCrew bespielt haben. Vielen Dank für Alles. Mit Euch jedes Mal wieder gerne. <3

    Das Lager der „Kraken“ Crew
    Das Lager der „Kraken“ Crew bei Nacht

    Das Blaue Lager

    Der Hauptgrund trotz all meiner vorherigen Zweifel zum Drachenfest zu fahren waren die vielen tollen Menschen, die ich nur dort sehe. Vor Ort hat es sich auch nach der Rückkehr in eine Art Heimat angefühlt. Erst da habe ich gemerkt, wie sehr mit der Blaue Lager und die wundervollen Mitspielenden gefehlt haben. Euch verdanke ich die wundervolle Zeit, besonders wie ihr mich als Sprecher des CT getragen und zur Verzweiflung getrieben habt.

    Aye, Verzweiflung. Askir war irgendwann zornig und hat dann begonnen im CT auch klare Ansagen zu machen. Auch da ich die Vargberg-Ottajasko wegen des Heerführerpostens angesprochen haben und damit eine Mitschuld hatte, dass Khemri Heerführer wurde, und mich für seinen Frust verantwortlich fühlte.

    Wir hätten gute Chancen auf einen Sieg gehabt. Wir haben unter anderem nicht gesiegt, weil unsere Nachtaktionen gut, aber bannertechnisch nicht erfolgreich waren. Aber vor allem, weil wir insgesamt den Arsch nicht hochbekommen haben. Es sind 250 Kämpfende im Lager, aber Khemir rückte teilweise nur mit fünfzig Leuten aus. Es werden Teilnehmer für den Bogenschützenwettbewerb in einem Turnier ermittelt und ein Teil von ihnen erscheint dann nicht zum Wettbewerb, bei dem Dracheneier zu gewinnen sind. Da kann ich mir IT und OT nur an den Kopf packen.

    Auch die Erwartungshaltung, dass der CT verantwortlich ist die weiter hinten lagernden Crew zu informieren – in ein einem Lager mit Leuten, die sonst immer darauf bestehen frei denken und handeln zu wollen, etwas inkonsequent. Ich frage mich warum die Captains dieser Crew nicht zum CT kommen oder wenn sie dabei sind die Informationen nicht weitergeben können, aber auch, wieso es nicht möglich ist mal bei der Hafenmeisterei die Infos zu erfragen, wenn sie nicht sowieso auf den Tafeln öffentlich einsehbar waren.

    Da mich dies aber trotz zeitweiligem Unverständnis nur Intime geärgert hat war und ist es ein Spielansatz, aber hat die Freude an meiner Zeit im Blauen Lager nicht getrübt.

    Mein großer Respekt geht aber an das Riff und dort besonders an Wick, der mit viel Engagement das Riff geführt hat – bis zur vollständigen Erschöpfung. Aber auch das Spiel mit Kapitänen, mit denen ich bisher weniger zu tun hatte, von denen ich hier stellvertretend Flynn (Polaris) und Dragotor (Rotdornen) nennen möchte, war toll.

    Die ersten Tage war auch wenig Musik im Lager und meistens ist unser Heer ohne Musik ausgerückt. Das war ungewohnt und schade, aber ich hoffe dass die Gründung des Blauen Musikkorps hier Abhilfe schafft.

    Besonders gefreut hat mich, dass die beim letzten DF von der Kraken-Crew gegründete „Muräne“ weiterhin lebt und so viele Crews und einzelne Spielende diese weiterhin mit Leben füllen. Jeden Abend wurde bei uns das Passwort für die nächste Nacht erfragt – und für nächstes Jahr werden wir für die „Muräne“ da etwas mehr organisatorisch vorbereitet haben.

    Es war wieder eine tolle Zeit im Blauen Lager, das mit seinen Menschen zu einer Art Heimat geworden ist. Entsprechend freue ich mich schon auf nächstes Jahr.

    Der Thron des Avatars und Liberatania des Blauen Lager (während des Aufbaus)

    Das Fest der Drachen

    Auch wenn ich mich während der Pandemie über die schlechte Kommunikation von Wyvern geärgert habe und zweifelte, ob ich noch mal aufs Drachenfest fahre, habe ich es nicht bereut. Auch wenn ich mich wiederhole: Die tollen Menschen und die von ihnen geschaffene Atmosphäre machen so viel wett und den Besuch auch dieses Mal zu einem neuen, wundervollen Erlebnis.


    Meine Highlights, besonderen Erlebnisse und einige Erwähnungen

    • Der Überfall auf zwei Crewmitglieder, die daraus resultierende Entführung eines Crewmitglieds, was mich dann auch endlich mal in den wunderschön gestalteten Phextempel geführt hat.
    • Das Ritual der Aventurier, bei dem man mal wieder gesehen hat, wie viele es von uns gibt und dass wir in der Lage sind in zwölfgöttlichen Belangen lagerübergreifend zusammen zu arbeiten.
    • Das Spiel mit den Blutwulfen (im Besonderen Wulfgrimm und Thorgar), das mit einer grundlegenden Bedrohung einherging, ohne aber in einen offenen Konflikt auszuarten, mit dem ich aus psychisch OT-Gründen derzeit schwierig hätte umgehen können. Auch wenn wir vermutlich nie dicke Freunde werden war es schön, wie man trotz Differenzen zum gegenseitigen Nutzen zusammen arbeiten kann.
    • Der Besuch der Wandelpriesterin Callisira, die mir die Aspekte des Wandels erklärt hat, bevor sie an unserem Tisch gesungen und dann mit auf die Suche nach unserem entführten Crewmitglied gegangen ist. Innerhalb weniger Stunden hat sie es auf die Liste der „Geschwister der Kraken“ geschafft.
    • Konrad Traggut, ein blaues Original. „Keine Särge, keine Probleme“ und „Lasst uns einfach mal machen, was auf dem Sarg steht“. Vielen Dank für die vielen schönen Geschichten, den gemeinsamen, traditionellen „Einbruch“ in die Hafenmeisterei (wenn es auch enttäuschend einfach war), die Informationen aus dem „Buchclub“, besonders aber das viele gemeinsam Lachen. Du bist an unserem Tisch jederzeit willkommen.
    • Dass ich als Blauer zur Teestunde der schwarzen Avatarin eingeladen war, war mir eine Ehre. Hatte dort unter anderem ein nettes Gespräch mit einem Barden aus dem schwarzen Lager. Weiß gar nicht, ob er sein Lied noch mal im Durstigen Dolch wiedergegeben hat, denn ich glaube da hätte es für Begeisterung gesorgt.
    • Libertanias Besuch in unserem Lager und ihre interessanten Anmerkungen hinsichtlich der Bündnisse. Ich würde mir wünschen, dass sie öfter zum Reden und Trinken in unserem Lager zu Gast ist. Sie redet, ich höre zu und trinke.
    • Das Spiel mit Leandra und ihre Lieder, die ich so lange vermisst habe. Eine sehr alte Weggefährtin und liebe Freundin von Askir – und von mir OT.
    • Die Vargberg-Ottajasko – mit Euch immer gerne. OT wie IT. Und Aye, ich habe wirklich seltsame Gäste, die am letzten Abend selbst den widerlichen „Weltenbeender“ leer getrunken haben.
    • Ach, es war so viel, dass ich gar nicht Alles aufzählen kann …
    Das Blaue Archiv und die Hafenmeisterei des Blauen Lagers

    Fazit

    Es hat sich gelohnt zum Drachenfest gefahren – trotz vorheriger Bedenken und der Länge. Tatsächlich hat die Dauer sogar zu einer Entschleunigung geführt und zu Zeit, um mal andere Dinge zu erledigen. Daher schließe ich mich den schon vielfach geäußerten Wunsch an, dass das Drachenfest in Zukunft zumindest einen Tag länger dauern möge als bisher.

    Ich freue mich schon auf jeden Fall schon auf das nächste Jahr in meiner blauen Heimat mit meiner Crew und vielen großartigen Menschen.


    Fotos

    Am Sonntag habe ich zur Ansprache des Avatars, des Blauen Aufmarsches und während der Endschlacht einige Fotos gemacht. Diese findest Du hier: Klick!

  • Gestern waren meine Tochter und ihr Freund bei uns und wir haben begonnen die Westen für ihre neuen Charaktere zuzuschneiden und zu nähen. Dabei habe ich gemerkt, dass mir das Nähen und vor allem die Handarbeit vor dem Fernseher beim Setzen der Handnähte fehlt. Schlagartig ist es mir klar geworden, dass ich das als Ausgleich lange nicht mehr gemacht habe und entsprechend habe ich mir überlegt, dass ich heute nähe – und dann habe ich begonnen über meine Konzepte nachzudenken.

    Seit heute morgen ist klar, dass ich zumindest keinen Zeitdruck habe, denn auf Grund der Bestimmungen und Auflagen von behördlicher Seite war das Silvestercon trotz von Anfang an geplantem 2G+ nicht mehr durchführbar und musste abgesagt werden. Ich bin traurig und enttäuscht, dass dieser verfickte Virus (und das Gesocks, dass die Pandemie leugnet, Verschwörungsmythen hinterherläuft und sich nicht impfen lässt) schon wieder einen Lichtblick in dieser trostlosen und gerade auch grauen Zeit zerstört. Es tut mir leid, weil ich mich auf tolle Menschen gefreut habe und im Spiel Dinge vorhatte, die jetzt vermutlich wieder lange dauern, bis sich eine Gelegenheit ergibt. Und es tut mir leid für die Orga, die schon so viel Arbeit in das Con gesteckt hat.

    Ergo wird meine Planung für „Askir 2022“ wirklich eine Planung für 2022. Aber vielleicht kann ich es ja in den nächsten Wochen, vielleicht sogar in den nun sogar freieren Tagen zwischen den Tagen, forcieren.

    • 01 Ein neuer Wollmantel. Als Grundlage habe ich mir das Schnittmuster eines Frock Coat der 1760er bestellt, der dann den in der Skizze gezeigten Kragen erhalten wird. Ich werde mich dann wohl auch mal daran versuchen die Knopflöcher farbig einzufassen. Dabei habe ich mich für eine goldgelbe Einfassung sowie goldene Knöpfe entschieden, auch damit es zu den Epauletten passt.
    • 02 Die Epauletten. Sie sollen austauschbar sein, also sowohl am Mantel als auch an der Weste getragen werden können. Die Form orientiert sich an die Epauletten um 1760, was auch ungefähr die Zeit ist, in der sie im Militär europäischer Staaten eingeführt wurden. Ich muss mir nur noch überlegen, wie ich sie anfertige.
    • 03 Das leidige Thema Brille. Wir sind immer noch nicht dazu gekommen zum Optiker zu gehen – auch weil wir ja neue OT-Brillen brauchen. Sobald wir das geschafft haben, werde ich auch die Frage der IT-Brille angehen.
    • 04 Schon mehrfach angesprochen: ein Lederholster für die Pistole(n) und eine Lederscheide für den Säbel. Wenn noch ein Enterbeil dazu kommt, muss ich mir natürlich auch überlegen, wie ich das unterbringe.
    • 05 Da ein Siegel etwa 80 € kostet habe ich mich dazu entschieden erstmal nur ein Siegel zu bestellen und habe mich für das persönliche Siegel entschieden.
    • 06 + 07 Entermesser und Enterbeil: In den nächsten Tagen werde ich mal eine Anfrage starten und dann schauen wir mal, was das kostet.

    Die Wollweste werde ich wohl doch nicht nähen, da ich ja den Mantel jetzt früher angehen werde. Aber ich überlege mir eine neue Leinenweste zu nähen in einem dunklen Blau, mit goldenen Knöpfen, der Option zur Anbringung von Epauletten und einem etwas kleineren Stehkragen als die letzten Westen.

    Ergo warte ich jetzt auf die Lieferung des Schnittmusters und widme mich der Bestellung von weiterem Stoff und der Auswahl von Knöpfen. Vor allem aber schaue ich mal, wie ich die Epauletten herstelle.

  • Die Pandemie ist noch immer nicht vorbei und gerade kämpfen wir uns durch die vierte Welle. Entsprechend wenig Larpveranstaltungen habe ich dieses Jahr besucht, wenngleich in den letzten Wochen noch einige möglich waren. Auch, weil ich erfreulicherweise verantwortungsvolle Larp-Orgas in meinem Freundeskreis habe, die die Teilnahme auf 3G bis 2G+ begrenzen. So war ich auf der Taverne „Zur Ruine Reichenstein“, als Spieler auf dem „Hexenpfade“, als NSC und Fotograf auf dem „Yddland 16“ und als Spieler und Fotograf auf dem „Yddland 17“.

    Da man zwar durch die Pandemie an sich eine Menge Zeit hätte, um Dinge zu nähen und Sachen zu basteln, aber auf Grund der schlechten Auftragslage die finanziellen MIttel begrenzt waren und mir irgendwie die Motivation fehlt aktiv zu werden, wenn nicht ein Larp zumindest in greifbarer Nähe ist, hat sich dieses Jahr hinsichtlich meiner Pläne für Askir recht wenig getan. Daher wechselt die Planung direkt zur Version „Askir 2022“, auch wenn ich über den Jahreswechsel noch ein Con mit dem Kapitän habe.

    Hier also der derzeitige Planungsstand, den ich teilweise schon bis zum Silvestercon umsetzen möchte:

    • 01 Entermesser: Dieses Entermesser habe ich mir für Fotoshoots gekauft und genau ein solches Gebrauchswerkzeugs möchte ich mir als Larpwaffe bauen lassen. Ergänzend dazu noch eine passende kürzere Klinge für die linke Hand.
    • 02-04 Schwarzpulverwaffen: diese drei Schwarzpulverwaffen habe ich neu – jetzt muss ich nur noch eine Möglichkeit finden, um sie so umzubauen, dass die Knallhütchen drauf passen und beim Auslösen auch ein Knall ausgelöst wird.
    • 05 Da ich in Zukunft auch wieder verstärkt im Handelsbereich unterwegs sein werde und auch schon einige diesbezügliche Gespräche anstehen ist es an der Zeit, dass Askir für sich und die Kraken als auch für die Handels-Compagnie Haven jeweils ein eigenes Siegel erhält. Das sind die aktuellen Entwürfe dafür. Jetzt muss ich nur noch einen Anbieter finden, der das preiswert graviert.
    • 06 Brille: Wie schon mehrfach erwähnt brauche ich dringend eine neue IT-Brille, denn das alte Gestell gibt seinen Geist auf und die Glasstärke ist auch nicht mehr aktuell. Nach langer Suche hat meine Frau tatsächlich hier ein Brillengestell gefunden, dass optisch und preislich gut aussieht. Jetzt nur noch klären, was für eine Brillenstärke ich aktuell habe.
    • 07+08 Mantel: Für die erste Hälfte des nächsten Jahres steht dann ein neuer Mantel an. Als Wollmantel (Gaby Dunkelmarine) mit Leinenfutter (Faro Natur), wie ich ihn schon länger plane. Er wird aber keinen Stehkragen erhalten, sondern eine Kragenform wie in Skizze 08 zu sehen ist – also mit (fast) übertrieben weitem Kragen.
    • 09 Epauletten: Ich weiß zwar noch nicht genau wie, aber irgendwie sollte man ja wohl hinbekommen die „Schwabber“ selber zu machen, die dann auf den Mantel kommen. Vielleicht kann man die sogar so konstruieren, dass man die auch auf die Westen machen kann – sie also abnehmbar sind. Damit die Kleidung noch mehr „Kapitän“ schreit.
    • 10 Weste: Nachdem ich mir auf dem „Yddland 17“ gefühlt alle wichtigen Körperteile abgefroren habe (es war kalt und nass) ist mir klar geworden, dass Leinenwesten für den Winter nicht die optimalste Form der Bekleidung ist. Daher braucht es, möglichst noch bis Silvester, eine Wollweste. Diese in der Form meiner bisherigen Westen aus dem selben Stoff wie der geplante Mantel und auch mit Stehkragen, wobei dieser bei den zukünftigen Westen kleiner ausfallen soll, als bei den bisherigen Leinenwesten. Apropos Leinenwesten: da sich die Hitze hinter dem Stehkragen staut wird es zum Sommer auch noch neue Leinenwesten mit niedrigerem Stehkragen geben, wobei dort der Oberstoff aus blauem Leinen (Holmar Marine) sein wird.
    • 11 Lederzeug: Ein Lederholster für Pistole 02 möchte ich weiterhin haben, ebenso braucht es (wenn das neue Entermesser dann mal da ist) eine Lederscheide für das Cutlass in Verbindung mit dem existenten Crossbelt.

    Wenn Du Vorschläge, Komplimente, weitere Ideen (was noch fehlt) und so hast, dann freue ich mich über Dein Kommentar hier unter dem Beitrag.

  • Mein erste richtige Larp-Veranstaltung über ein ganzes Wochenende als Spieler seit dem Winterfeuer zu Silvester 2019/2020.

    Organisation + Spielleitung

    Organisiert von Jessi, Markus und Andreas vom Chaos-Larp e.V., dem ich ja auch als Mitglied angehöre, handelte es sich bei der Orga um ein Team, das sowohl als SL als auch als Spieler:in langjährige Erfahrung vorweisen kann. Entsprechend routiniert lief auch das Anmeldeverfahren und die Vorabinformationen sowie der Check-In.

    Der Coronasituation geschuldet hat sich die Orga für einen sicheren Kurs entschieden: Alle Teilnehmer:innen musste nicht nur genesen oder geimpft sein, sondern zusätzlich noch einen aktuellen negativen Test vorweisen, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Eine meines Erachtens nach gute Maßnahme, die dazu führte, dass es im Spiel keine Auflagen oder Einschränkungen gab und man sich dennoch sicher fühlen konnte.

    Als Spielleitung routiniert war sie schnell zu finden, wenn es erforderlich war und immer entspannt und schnell mit Antworten. Nur bei der Abreise wäre es gut gewesen, wenn auch eine SL bei der Gruppe der Nicht-Hexen dabei gewesen wäre, denn so entwickelte sich hier eine Entscheidung hinsichtlich des nächsten Zieles, die dann zurück an der Location zu Irritationen und einer Störung im Spielfluss führte. Was aber keinen besonderen Einfluss auf den weiteren Abend hatte.

    Location + Verpflegung

    Nach zwanzig Jahren Larp war ich jetzt das erste Mal auf Schloss Veldenz. Eine wunderschöne historische Anlage in traumhafter Lage.

    Dieser Historizität und Lage sind natürlich auch einige Einschränkungen geschuldet. Wie ein Anfahrtsweg, der noch mal sehr deutlich macht, warum man als Larper auf ein tiefergelegtes Auto verzichten sollte. Lange Wege und verdammt viele Treppen (ich habe tatsächlich Muskelkater in den Waden), wobei keine Treppenstufe identisch ist mit der Vorherigen oder Nächsten. Besonders der Weg zwischen den Unterkünften und den Toiletten ist verdammt lang – besonders wenn man Nachts mal dringend ein gewisses Bedürfnis verspürt. Der Untergrund aus und auf dem alten Fels ist besonders bei Regen zuweilen tückisch und die alte Rinne vor dem Tisch in der Nische hat der Teufel angelegt.

    Die Anlage bot die perfekte Kulisse für eine alte, aufgegebene Magierakademie und einem vom Wald und seinen Kreaturen umzingelten und letztendlich belagerten Stützpunkt. Dabei wurde sie mit ihren vielen Möglichkeiten von der Orga perfekt genutzt – inklusive eines Ganges mit etlichen Fallen und Rätseln, der zu den hinteren Räumen führte.

    Ein besonderer Dank geht an Sascha und Steffi, die die Aufgabe übernommen haben die hungrigen Mäuler zu stopfen. Sowohl die Suppe am ersten Abend als auch das großartige Chilli con Carne am Samstag haben das hervorragend erfüllt. Dabei haben sie auch sowohl vegetarische Optionen geboten als auch auf Allergien und Unverträglichkeiten Rücksicht genommen. Erschwert wurde ihre Arbeit auch sicher dadurch, dass sich durch die Örtlichkeit die Küche in einem anderen Geschoss als der Rittersaal befindet und es auch keine direkte Verbindung gibt.

    Plot + Story

    Auf einer alten, verlassenen Magierakademie westlich von Donnerbach in Aventurien soll es etwas geben, das ein Hexenzirkel sucht. Da man einige dieser Hexen kennt und erst recht, weil einige Freunde diese Hexen kennen hat sich auch Askir dieser Unternehmung angeschlossen. Kann man machen, hätte er aber auch sein lassen können. Denn die Ausbeute in Form von erhofften Akademie-Schätzen war extremst übersichtlich.

    Die Anreise durch den Wald war schon etwas unheimlich mit warnenden Stimmen aus dem Wald. Aber was wahre Helden sind, die lassen sich von warnenden Geister-Stimmen aus der Dunkelheit nicht beirren, obwohl es Alle durch ihre Reiseerfahrungen besser wissen sollten. Ein Geist vor dem Tor musste durch die Ritterin bezwungen werden, was letztendlich einfacher war als die ganzen Geister, die uns in der weiteren Zeit bedrängten und auch Askir mit einem Pfeil in den Bauch beglückten.

    Ein Labor, das mal wieder zeigte, dass man nicht jedes Glas anfassen und nicht jeden Stirnreif ohne Neben- und Nachwirkungen aufsetzen kann. Einige Schriften zum Übersetzen (etwas, was ich ja total gerne mache und endlich mal wieder machen konnte) und Rätsel zu lösen. Ein besessener Tisch (Aye, genau das!) wurde zerstört und verbrannt. Einige Fallen, die u.a. Askir entschärfen durfte. Ein Gang mit etlichen Fallen musste überwunden werden (hier ein Lob an Hora für seinen auf Phexens Glück vertrauenden Einsatz). Eine Kiste musst geöffnet und der Inhalt (das von den Hexen gesuchte Objekt) geborgen werden. Geister mussten erlöst und die Waldbewohner besänftigt werden. Und dann gab es noch einige Nebenkriegsschauplätze.

    Es war nach langer Zeit (und das meine ich auch in Hinblick auf die Zeit vor der Pandemie) endlich mal wieder ein klassischer Abenteuerer-Plot, der für alle Charakterklassen genug zu tun bot. Die Kämpfer:innen kämpften, die Hexen hexten, die Magier:innen woben Magie, die Heiler:innen heilten, die Glücksritter hatten Glück (oft mehr als Verstand) – also Alles, wie es sich gehört. Ein klassisches Con, möchte ich sagen, das es meinem Empfinden nach gerade als „offenes Con“ heute nur noch selten gibt. Danke, liebe Orga, dafür.

    Mitspieler:innen + NSCs

    Es hatte was von einem Familientreffen, denn mit vielen Mitspieler:innen und NSCs spiele ich schon seit vielen Jahren, mit Einigen schon seit meinen Larp-Anfängen vor zwanzig Jahren. Menschen, die ich unheimlich mag und nun seit vielen Monaten nicht mehr gesehen habe. Auch hatte ich dieses Mal mit Charakteren Spiel, die ich zwar schon auf Con gesehen hatte, mit denen ich jedoch bisher wenig zu tun hatte. Aber es waren auch einige neue Bekanntschaften dabei, die ich an diesem Wochenende machen durfte. Bekanntschaften, die ich hoffentlich bald mal wieder sehen werde. Also eine tolle Mischung als alten Haudegen und Abenteurern:innen und neue Gefährten:innen.

    Askir auf dem Hexenpfade 3

    Ich war mit Askir aktiver, als bei vielen anderen Cons der letzten Jahre (das Drachenfest mal ausgenommen). Er hat nicht nur irgendwo mit einem Port rumgesessen, sondern mit gerätselt, seine Expertise und seine Talente einbringen können und hat sich mit der Waffe in der Hand dem Feind entgegen gestellt (oder eher: ist dem von Sinnen gegen den Feind vorstürmenden Enrico hinterher gelaufen, damit der nicht alleine eine Dummheit macht).

    Nachdem ich in den letzten Jahren vermehrt das Gefühl hatte, dass Askir im Kreis der Gefährten aus seinen ersten Jahren nur als der feierfreudige Tavernencharakter wahrgenommen und entsprechend wenig in den Plot integriert wird, habe ich dieses Gefühl auf dem Hexenpfade 3 nicht einen Moment gehabt. Was mich sehr freut, denn mit diesem alten Bild Anderer von Askir (was in seinen ersten Jahren sicher durchaus berechtigt war) habe ich vor der Pandemie schon länger gehadert.

    Mein Plan auch außerhalb der Drachenfest-Bubble aktiver zu werden – sowohl sichtbar als auch auf eher verborgenen Pfaden – habe ich umsetzen können, was auch ein Grund dafür ist, dass es für mich ein so gelungenes Wochenende war. Wobei diese stärkere Aktivität nicht ausschließt, dass er auch weiterhin gerne auf ein Gläschen und ein gutes Lied sowie interessanten Geschichten mit Freunden zusammen sitzt und feiert.

    Fazit

    Nach der langen Zeit, in der ich auf Larp verzichtet habe und mir in der ganzen Zeit weniger das Spiel selbst als die vielen großartigen Menschen vermisst habe, war dieses Wochenende ein perfekter Neustart. Sowohl was meine Freude am Larp-Spiel als auch das Wiedersehen mit liebgewonnenen Menschen angeht. Vielen Dank an Jessi, Markus und Andreas, dass ihr das mit diesem gelungenen Con möglich gemacht habt, und an alle Mitspieler:innen auf SC- und NSC-Seite, die an diesem so schönen Start in die Larp-Zeit nach der Pandemie beteiligt waren. Bei dem nächsten Hexenpfade-Con bin ich auf jeden Fall gerne wieder mit dabei.

    Fotos von Jessi Jüngel + mir

  • Meine Überlegungen zum Lager der „Kraken“ Crew und von Askir (wenn ich mit dem Charakter alleine oder in kleiner Besetzung unterwegs bin) werden konkreter:

    01 Der Waffenständer für Schwarzpulverwaffen : Eine Weiterentwicklung der sehr groben Skizze vom letzten Lager-Beitrag (hier). Ein einfaches System, das man einfach zusammen klappen kann. Auf jeder Seite finden sich zwei Halterungen für lange Schwarzpulverwaffen (wie Askirs Karabiner und Askirs Plunderbuss) sowie jeweils vier Haken für Pistolen, damit das Zeug nicht irgendwo im Lager (meist auf den Tischen) rum liegt und schnell greifbar ist. In der Skizze fehlen die Ketten unten, damit der Ständer nicht unkontrolliert zu weit aufklappt. Für die Haken der Langwaffen muss ich mir noch überlegen, ob man die abnehmbar gestalten kann, da zu vermuten ist, dass sonst beim Laden im Auto ständig Zeug darin hängen bleibt.

    02 Askirs Kapitänsstuhl : Als Kapitän möchte ich schon einen etwas dekadenteren Stuhl haben. Die meisten Vorlagen, die man im Netz findet, sind jedoch im Stil des Mittelalters oder der Wikingerzeit gestaltet, was zu Askir und zur „Kraken“-Crew nicht passt. In späteren Zeiten scheint man weniger Bedarf an aufwendigeren, zerlegbaren Möbeln gehabt zu haben (die Auswahl ist sehr dürftig) oder man hatte – wenn man es sich leisten konnte – genug Kutschen, um dekadente Stühle zu transportieren. Bei meinem Entwurf habe ich daher das Bausystem der mittelalterlichen Steckstühle übernommen, aber besonders mit der Ausgestaltung der Lehne versucht mich etwas an die Optik späterer Jahrhunderte zu orientieren. Die beiden seitlichen Holme oben an der Lehne haben dabei auch praktische Gründe: da kann ich meinen Hut und meinen Crossbelt aufhängen. Da mir das Design so gefällt ist der nächste Schritt das mal in einem Bauplan richtig zu zeichnen (als gelernter Bauzeichner sollte das auch klappen) und dann zu überlegen, wie ich das realisieren kann.

    04 Lagerkiste : Das Design kann man meiner Ansicht nach nicht verbessern und da sie aus alten Paletten gebaut wird ist es auch relativ günstig umzusetzen. Davon möchte ich zwei Stück bauen. Zum Einen, um darin Kleinzeug zu lagern, das nicht ins Zelt muss und öfter am Tisch oder draußen benötigt wird; zum Anderen aber auch als Sitzplatz. Daher soll die Kiste die Maße von 45 x 45 x 45 cm haben und ein Kissen erhalten, das man über die Grifföffnungen fixieren kann. Vielleicht werde ich eine Kiste davon sogar so ausbauen, dass man darin einige Flaschen Portwein transport – also auch als Transportkiste dienen kann.

    04 Kleinzeug und Deko : Das Foto ist ein Beispielbild für diesen Punkt, denn auch über die Deko habe ich mir weiter Gedanken gemacht, während ich bei Pinterest hier weiter Inspirationen sammle. So schön ein Steuerrad ist, werden wir das wohl nicht im Lager haben, denn ich verstehe noch nicht, wieso man bei jedem Landgang das Steuerrad demontieren sollte (außer man sieht es als eine Art Diebstahlsicherung, wobei die Erklärung nicht besser wird, wenn man bedenkt, dass ein Teil der Besatzung als Wache auf dem Schiff bleibt). Auch auf Fischernetze, die man sonst gerne und oft in den Lagern von Seeleuten sieht, werden wir vermutlich verzichten, denn wir sind halt keine Fischer. Einen Klappkloben werde ich mir aber sicher via Ebay an Land ziehen und ein paar Taue gehen auch immer. Ebenso: Steckbriefe, Schrumpfköpfe, ein Skelett am Strick, gepimpte Flaschen und Buddelschiffe, der Babykraken in der Kiste, „Voodoo“ Dolls und …

    05 „I angered …“ : In der Serie „Black Sails“, die ich mit Begeisterung indessen zum zweiten Mal schaue, ist Captain Vane auf den Captain Low nicht sonderlich gut zu sprechen. Er tötet ihn und schneidet ihm den Kopf ab, der sich dann am Ufer auf einem Stab wiederfindet, da drunter ein Pergament mit dem Schriftzug „I angered Charles Vane“. Sofort, als ich das gesehen habe, wusste ich: Das brauche ich fürs Lager – mit dem Satz „I angered Captain Askir“ natürlich. Indessen ist klar, dass wir (mindestens) zwei Köpfe brauchen, denn in der WhatsApp-Gruppe der „Kraken“-Crew kam irgendwann der Pergamenttext „I tickled the Kraken“ auf. Er ist irgendwie so schräg, dass man nur schlecht an einem Kopf mit Tentakel-Saugnapf-Spuren herum kommt, oder!?

    Ergänzend ist zu sagen, dass ein Tisch vorhanden ist (sofern meine Frau ihn nicht benötigt) und nur eine Tischdecke braucht, um die Bemalung abzudecken. Mit diesem und den obigen Möbeln wäre ein Lager schon mal möglich. Ein Sonnensegel 4×4 m ist auch vorhanden, nur müssen wir uns noch etwas für die Stützen überlegen, denn die vorhandenen Holzstützen sind etwas lang für einen vernünftigen Transport. Aber das lösen wir sicher auch noch …