Ein Ritter geht auf Reisen und packt ein …

Früher hatte ich ein paar Dorlónier dabei, ein Zelt, meinen Stuhl und Kleidung sowie Ausrüstung. Und damit zog man in fremde Länder, um dort für das Gute zu streiten. Aber geht das heute noch?

Die Zeiten, in denen man als Ritter noch alleine gereist ist, sind sicher vorbei, aber wie groß muss das mitreisende „Gefolge“ sein? Was für ein Aufwand muss getrieben werden? Reicht bei einem Ritter auf Reisen leichtes Gepäck oder muss es (übertrieben gesagt) ein Zweimastzelt mit herrschaftlicher Tafel auf einem Abenteurer-Zeltcon sein?

Was denkst Du, was die Minimalausstattung eines Ritters auf einem Abenteurer-Zeltcon sein sollte? Und wie viel „Gefolge“ sollte er mindestens dabei haben?

Diese Frage habe ich gestern auf meiner Facebookseite gestellt, denn wenn ich wieder öfter Mathras spiele muss ich mir auch Gedanken machen, wie ich seinen Rang als Ritter darstellen möchte. Auch durch meine vielen Besuche im Silbernen Lager auf dem Drachenfest mit seinen großen und eindrucksvollen Rittergruppen habe ich ein Bild vom derzeitigen Standard bekommen. Ich denke da zum Beispiel an die Eichentempler (mit denen meine Frau reist) und die Yddländer.

Da die Kommentatoren auf Facebook sich recht einig waren versuche ich das Resultat kurz zusammen zu fassen (und korrigiert mich ruhig, wenn ich etwas falsch verstanden habe): Abhängig vom Hintergrund ist ein fahrender Ritter bzw. „Heckenritter“ auch mit geringer Ausstattung und lediglich ein oder zwei Personen Gefolge spielbar (läuft aber Gefahr nicht ernst genommen zu werden), während ein Ritter mit Lehen (und damit Land und mehr Geld) nicht nur ein größeres Gefolge haben sollte, sondern auch mindestens eine Möglichkeit Gäste zu bewirten. Im kleinsten Fall ein Zelt, in dem neben einem Bett auch Tisch und Stühle stehen. Optimalerweise aber eine Tafel mit Sitzgelegenheiten unter Sonnensegel und Pavillion für die eigenen Leute und für Gäste.

Das ist auch das, an das ich erstmal denke, wenn ich dem heutigen Anspruch an Ritterlager gerecht werden will. Und da ich mit Mathras ja ernst genommen werden möchte, ist das der erste Impuls.

Aber fangen wir mit dem ersten Punkt an: Einen allein reisenden Ritter würde ich nicht mehr spielen und ich glaube, dass ich das auch seit dem Ritterschlag von Mathras nicht mehr gemacht habe. Je nach Zusammensetzung und Hintergrund reichen mir aber 4-5 Personen (inkl. Ritter), wobei das weniger dienende als unterstützende Gefolgsleute wären. Ein dorlónischer Ritter bricht sich keinen Zacken aus der Krone, wenn er sich selber eine neue Flasche Orktrutzer Beerenwein holt – vor allem nicht, wenn er dafür einen fähigen Waffenarm mehr in der Schlacht neben sich weiß.

Wie die Zusammensetzung und Größe einer Lanze eines zum Krieg gerufenen Ritters im frühen und hohen Mittelalter ausgesehen hat habe ich mal auf eine gute Grafik gesehen (das ich natürlich jetzt gerade nicht finde): Es war der Ritter, ein Knappe, zwei Schützen (Armbrust oder Bogen), zwei Waffenknechte (die zu Fuß stritten) und ein Knecht. Alle waren beritten, während der Knappe das Streitross des Ritters am Zügel hinter sich her führte (damit es im Kampf ausgeruht war trug es weder Reiter noch Gepäck) und der Knecht ein Packpferd zusätzlich dabei hatte. Eine kleine, schlagkräftige Einheit, die auf Effizienz im Krieg und Kampf ausgelegt war.

Die Dorlónier sind ein hartes und zuweilen derbes Volk aus dem Norden der bekannten Welt, deren Land fast die Hälfte des Jahres von Eis bedeckt ist. Ständig stehen sie im Kampf gegen die Mächte des Zwielichts, besonders in der Rittermark Orktrutz, die abgeschnitten vom Reich von Feinden umgeben ist. Klar, dass man von dort nicht mit einer großen Streitmacht auf eine Reise geht, sondern mit einer kleinen, aber schlagkräftigen Einheit. Berufe wie ein Mundschenk oder Page sind hier nicht so gefragt wie ein Frontsoldat. Nicht nur an der Front und den Burgen an den Grenzen des Reiches, sondern besonders auf Reisen. Da ist ein fähiger Waffenarm mehr wert als ein dienender Höfling.

Die oben schon beschriebene Grafik hat bei mir die Frage aufkommen lassen, wie realistisch es eigentlich ist, dass auf dem besagten Packpferd für alle Mitglieder der Lanze ein feudales Zelt mit kompletter Möblierung und Tafel mit Stühlen sowie Geschirr (inkl. das Geschirr für Gäste), etc. transportiert wurde. Mit Sicherheit wäre das Pferd vom Büttel angehalten und wegen Überschreitung des zulässigen Zuladegewichts aus dem Verkehr gezogen worden. Wenn es überhaupt so lange durchgehalten hätte. Demnach ist der genannte Standard an Ausstattung für Rittergruppen für eine reisende Kampfeinheit an sich logisch nur erklärbar, wenn sich diese Kampfeinheit mit einem Wagen belastet.

Sicher hatte man Wechselwäsche dabei (die aber sicher nicht die Reinlichkeit und Sauberkeit, die wir heute haben, aufwies) und ganz sicher seine Kampfausstattung (was auch Rüstungsteile einschließt). Verpflegung und Zeug für ein provisorisches Lager. Wappen und Banner, um sich in einem großen Heerlager und in der Schlacht kenntlich zu machen. Aber viel mehr wird es realistisch betrachtet nicht gewesen sein. In diesem Zusammenhang fiel mir dann auch die Darstellung des Lagers eines kreuzfahrenden und damit kämpfenden Ritters auf Reisen im Film „Königreich der Himmel“ ein:

2016-08-22_ritter_reise_01

Man saß auf dem Boden oder auf Baumstämmen und größeren Ästen – was mich an das erste Treffen von Mathras mit seiner Lordschaft erinnerte, als wir auf Baumstämmen um ein Lagerfeuer in Moriat herum saßen. Früher war sicher nicht Alles besser, aber auch nicht Alles schlechter, glaube ich. Ich bin weiterhin ein Fan davon, dass man den Ritter als Ritter erkennt und er nicht aussieht wie ein einfacher Soldat oder gar Heckenpenner – aber er muss nicht immer geschniegelt sein, denn sowohl auf der Reise als auch im Kampf macht man sich halt dreckig und man kann nicht in jedem Dorf halt machen, um sich deshalb neue Kleidung nähen zu lassen.

Das heutige Standardlager von Rittergruppen, aber auch von den meisten anderen größeren Gruppen, ist meiner Erfahrung und subjektiven Meinung nach indessen auch zu einer Festung geworden, in der man sich zurück zieht und unter sich bleibt. Früher war ein Zeltlager ein Lager aus Zelten und man traf sich an den wenigen Feuerstellen oder in der Taverne (wäre das anders gewesen hätte ich die Dorlónier wohl nie kennen gelernt). Indessen haben viele Gruppen (man wird schließlich größer und die Leute werden älter, wobei sie meist auch mehr Geld haben und sich bessere Ausrüstung leisten können) neben ihren Schlafzelten noch Pavillions, eigene Sitzgelegenheiten und feudale Feuerstellen. Aus einem großen Lager werden so viele kleine Lager.

Eine Entwicklung, die mir besonders auf dem Chaos 8 (Bericht hier) aufgefallen ist, wo diese „Dekadenz“ dazu geführt hat, dass viele Spieler auf einem Abenteurercon mit Aktion um 11 Uhr noch beim Frühstück saßen. Schließlich muss es sich ja lohnen das ganze Zeug zu transportieren und aufzubauen – außerdem ist das Rührei mit Speck noch nicht fertig. Auch ich esse gerne Rührei mit Speck, aber ich fahre auf Con, um was zu erleben und mit anderen Spielern (auch außerhalb meiner eigenen Gruppe) zu agieren – und dafür finde ich die derzeitige Entwicklung mit den vielen Lagern (am Besten noch mit Fähnchen abgetrennt vom Rest) kontraproduktiv.

Mein erster Impuls war den Standard, den ich bei vielen Rittergruppen sehe, auch machen zu müssen, um anerkannt und ernst genommen zu werden. Ein Grund, warum ich Mathras jetzt über viele Jahre nicht gespielt habe. Auch, weil ich mich immer gefragt habe, ob sich der finanzielle und logistische Aufwand gegenüber dem Spielspaß wirklich lohnt. In den letzten Tagen habe ich jedoch angefangen über diesen Punkt nochmal nachzudenken, woraus meine oben geäußerten Überlegungen mit dem Hang zur Minimierung resultieren.

Als Anregung und Grundlage für eine Diskussion. Hier unter dem Beitrag in den Kommentaren oder auf Facebook. Ich freue mich darauf Deine Meinung zu hören.

7 thoughts on “Ritter auf Reisen”

  1. Finde ich einen sehr guten Ansatz!
    Ähnliche Gedankengänge hatten wir bei den Bornländern nämlich auch. Das Lager der Magonier empfinde ich mittlerweile als sehr ordentlich. Da taucht eben alles so auf was du oben beschrieben hast. Das artet aber auch immer in Arbeit aus und ist mit 2 Personen nicht sinnvoll zu stemmen ohne das man am folgenden Montag total fertig ist. Da braucht es einfach eine größere Gruppe dahinter.

    Entsprechend haben wir uns für Gerwulf und Ulfried als Ziel gesteckt, dass alles was wir haben und nicht am Mann ist auf zwei Packtiere passen muss (Das Zeltgestänge mal ausgenommen, das würde man sich sonst wohl vor Ort suchen und auch im ot-Bereich des Zeltes gibt es den ein oder anderen Luxus auf den ich nicht verzichten möchte). Wir fahren also auch eher ein Minimalkonzept, dass mit zwei Personen und einem Kombi zu bewältigen ist. Ich liste hier einfach mal auf was wir so an großem Zeug dabei haben und wie das in unseren Köpfen verteilt ist:

    Sachsenzelt (Maultier 1)
    Sonnensegel (Maultier 1)
    2 Pack und Sitzkisten (Maultier 2)
    2 Packsäcke (je Maultier einer)
    1 Kiepe mit leichten Dingen (am Mann)
    Rüstung und Waffen (am Mann)

    Problematisch wird es dann beim Steckstisch. Der passt zwar in Einzelteilen wunderbar in das Auto ohne das er viel Platz braucht ist aber it nicht sinnvoll zu erklären, es sei denn man würde eben auf einen kleinen Wagen umsteigen. Zudem gibt es mittlerweile auch einfach ein paar kleine Teile wie zwei Lampen die auf dem Maultier keinen Platz mehr finden würden.

    Insgesamt ist die Thematik für mich eben aus einem Wechselspiel von it- und ot-Logik geprägt. Klar würde man it gesehen wahrscheinlich das Zelt weglassen und direkt unter der Lagerplanen schlafen. Aber möchte ich das ot?
    Ich werde das wohl mit meinem Kelten demnächst mal ausprobieren, aber das ist ja nochmal eine ganz andere Baustelle und kommt für den Ritter bei mir ot nicht in die Tüte. Tatsächlich liegt die Lösung glaube ich in einem gesunden Mittelweg. Der Hang zur Minimierung regt nämlich zur Kreativität an und bringt viele schöne Idee hervor, wie z.B. eine Sitzkiste, die zugleich auch Packkiste ist. Und da gibt es nen Haufen schöne historische Inspirationen denn, vor 500 Jahre bestimmt genau die gleiche Thematik das tägliche Leben ;). Auf der anderen Seite möchte ich aber auf einen gewissen Luxus auch einfach nicht verzichten.

    Ich danke dir für deine tollen Texte und Anstöße und hoffe dir ebenfalls ein paar weitere Ideen geliefert zu haben. Auf deine Meinung bin ich wie immer gespannt.

  2. Guten Morgen,

    Ich lass dir hier mal meine Meinung da. Der heutige Stand vieler Ritterlager wie du Ihn beschreibst habe ich auch so erlebt, sei es auf Turniercons oder auf langen Veranstaltungen wie dem Epic, dem ZDL oder dem Drachenfest. Und ich persönlich kann verstehen, warum man sich diese Dekadenz leistet- wie du es auch beschrieben hast. Auf der anderen Seite sind mir auch klassische Abenteuercons bekannt, wo der Hauptfokus auf Plot liegt und man viel unterwegs ist. Wenn dort große Gruppen spielen neigen viele Spieler in diesen Gruppen dazu, wenig aktiv am Plot teilzunehmen, da man viel internes Spiel im Lager betreibt. Ich habe im Gegensatz aber auch Spieler kennen gelernt, die sehr aktiv rumrennen und plotten, trotz Ritterstand und großzügigem Lager. Und ich finde beide Ansätze nachvollziehbar und selbst ganz nett. Jeder soll seine LARP-Freizeit genießen wie er mag.
    Zu deinem Vorschlag bzgl einer Ritterlanze: kann ich so unterschreiben und finde Ihn sehr durchdacht. Auch dank Rückbezug auf historische Vorbilder und Filmbeispiele. Nur stellt sich mir da die Frage: passt die komplette Rüstung plus Reisegewandung, Waffen etc. von Ritter, Knappe und Soldaten auf ein Packpferd? Oder hat das Fußvolk Marschgepäck inklusive Zeltplane auf dem Rücken, das Packpferd trägt ein einfaches Schlafzelt für Ritter plus Knappen und Proviant und eventuell einfaches Geschirr. Diese Vorstellung passt für mich persönlich besser, auch aufgrund eigener Wandererfahrungen, wo ich neben Zelt, Schlafsack und Klamotten auch Proviant am Mann hatte und bei ca. 36 Kilo Gepäck lag. Das man auf so ner Tour oder IT-Reise keine Möbel mitnimmt, ist durchaus sinnig. Nur stellt sich mir die Frage nach dem OT-Pragmatismus. Wenn ich den ganzen Tag zu Fuß unterwegs bin freue ich mich auf ne Sitzgelegenheit mit Rückenlehne. Ob in der Taverne oder am Lager. Genauso stellt sich mir die Frage nach Sonnen- und Regenschutz, wenn man sich morgens oder abends im Lager aufhält. Daher ist meine „Idealvorstellung“ eines Ritterlanzenlagers eine Mischung aus OT-Pragmatismus und IT-Sinn: Sonnensegel gegen Regen und Sonne, einfaches Ritterschlafzelt, einfache Soldatenzelte. Gerne normale Dackelgaragen. Dazu eine Feuerstelle zum Kochen, inklusive Topf etc. Da reicht ne Feuerschale mit Dreibein, wenn die Feuerstelle erhöht sein muss. Je nach Situation vor Ort Stämme aus dem Wald oder einfache Bänke. Ein Tisch ist nett, macht aber auf langen Reisen wenig Sinn. Dementsprechend muss auch die Versorgung geplant sein: Festessen sind nicht drin, Eintopf bietet sich an. Oder eine externe Versorgung über die Taverne.
    Ansonsten: ein Banner als Erkennungszeichen, sei es am Lager oder in der Schlacht. Schlafkram in den Zelten, restliches OT-Gepäck im Zelt.
    Das ist in meinen Augen die Minimalausstatung eines reisenden Ritters mit seiner Lanze. Vom Hintergrund und seinem Entwicklungsweg macht das in meinen Augen Sinn für Mathras, da er als Soldat begann und dementsprechend möglicherweise kein Problem mit spartanischen Ausstattung hat. Auch passend in das Setting eines Abenteuercons.
    Für Turnierspiel ist das in meinen Augen zu spartanisch, da hier der Ritter etwas repräsentiert. Sein Lehen, seine Familie oder nur seine Person, um evtl Anstellung zu finden. Da verweise ich auf meinen Facebookkommentar, den du auch schon in deinem Text aufgegriffen hast.
    So, das wars eigentlich soweit von mir. Danke übrigens, das du diese Konversation angestoßen hast! Ich finde das Thema sehr spannend, auch für die mögliche Entwicklung meines Knappen, der bald mit zukünftigen Rittervater unterwegs sein wird.
    Viele Grüße
    Martin

  3. Schön zu lesen, dass ich doch nicht der einzige Ritter bin, der sich um eine Minimalisierung Gedanken macht. 😉

    Ich empfinde ein vernünftiges Bett in einem geschlossenen Zelt nicht als Luxus, sondern als Erfordernis eines Menschen, der Schlafen auf dem Boden unter freien Himmel, einen Donnerbalken und (hoffentlich weiche) Blätter im Wald, eine Katzenwäsche im kalten Bachlauf und ähnliche Dinge nicht gewohnt ist. Darüber hinaus muss ich sogar am Montag wieder im Büro sitzen.

    Grundsätzlich die gleiche Argumentation, wegen der ich mich mit angeknacksten Knien noch nicht für eine Art von Rüstung entscheiden konnte. Aber das ist ein anderes Thema.

    Daher sollte man zwischen OT-Erfordernissen und den IT-Ansprüchen unterscheiden. Zu Ersterem zählt mein Zelt, mein Bett mit Decken, etc., meine Zahnbürste und frische Unterwäsche. Halt Dinge, die meinen OT-Standard definieren, den ich mindestens benötige, um mich nicht die ganze Zeit Scheisse zu fühlen.

    Die IT-Ansprüche kann man dann mit der Logik abdecken, wobei ich hier wirklich noch schöne Ideen suche. Und da danke ich direkt mal für die Reisekiste, die man auch zum Sitzen nutzen kann. Ohne Lehne ist sie sicher nicht so bequem wie ein Thron, aber immer noch besser als auf dem Boden zu sitzen. Dann ein Lagerfeuer (bzw. Feuerschale) mit Rost oder Topf, um das man herum sitzt. Super, mehr braucht es an sich nicht.

    Ein Sonnen- und Regenschutz ist natürlich eine tolle Sache, aber wenn es ein Con mit einer Taverne ist kann ich mich auch einfach dort hinein setzen. Es mag höfische Ritter geben, die sich nicht mit dem Pöbel in eine Taverne setzen würden, aber dazu zählt mein Mathras auf jeden Fall nicht. 😉

    Grundsätzlich stelle ich mir die Frage, ob ein Turnier überhaupt zu Mathras passen würde. Er hat keinen Ahnenstammbaum und Turniere sind in Dorlónien auch nicht verbreitet. Buhurt bis der Letzte steht oder weint, aber außerhalb von taphanorgefälligen Duellen halte ich das für wenig passend. Und aus Orktrutz wird er sicher auch nicht einen Wagen mit Möbeln transportieren, so dass ich mir noch nicht sicher bin, ob auch bei einem Turnier ein solcher Aufwand IT logisch wäre. Aber ich möchte eh erstmal auf Abenteurercons mit ihm.

    Ein Banner bzw. eine Standarte werde ich ihm aber auf jeden Fall noch bauen bzw. nähen, denn das gehört schon zu einem Ritterlager dazu, finde ich.

  4. Ich bin stets beeindruckt, wenn Larper_innen einen großen simulationistischen Ansatz in Sachen Ausrüstungs- und Lagerausmaße haben, aber für mich trumpfen zwei bereits angeschnittene Dinge:

    1. Bequemlichkeit: Macht mehr Zeug die Con angenehmer ohne den OT-Transportaufwand exzessiv zu erhöhen?
    2. Ist das Zeug plausibel genug, dass es mit notfalls gedungenen Pferden, Karren oder Kutschen transportiert werden kann?

    Solange beides auf „ja“ steht, werde ich was auch immer mitnehmen. 😉
    Der Unsinn völlig abwesender ambientiger Transportmittel ist eines der fundamentalen Larpphänome, die einfach allgemein ignoriert werden müssen

    Als Mitspieler_innenskeptiker ist für mich ein ambientiger und trockener Rückzugsort essentiell, da ich viele Tavernenmischungen unbesehen meiner Rolle OT nicht mag.

    Hagen, dich verstehe ich gut, dass dir die abgesperrten Lager isolationistisch vorkommen, denn so wirken sie einfach.
    Steffen, du vereinst beeindruckend bodenständig zumutbare Lagerbedingungen mit Anreiselogik.
    Martin, deine Minimalansprüche klingen materiell plausibel, sind personell schon anspruchsvoll. Ich freue mich selbst wie bolle über alle Unterstützung, aber in der Regel habe genau gar kein Gefolge und bis zuletzt kein eigenes Zelt und behaupte, trotzdem eine ganz passable Ritterfigur abzugeben. 😀

    Liebe Grüße

    1. Danke, Uli. Ich schätze Deine Meinung und freue mich, dass auch Du einen Ritter nicht von einem dekadenten Lager mit Tafel abhängig machst, sondern von der Darstellung – auch wenn wir sicher einer Meinung sind, dass es in Auftreten und Kleidung Mindeststandards gibt.

      Wie schon gesagt sehe auch ich, dass ein Lager die OT-Mindeststandards zur persönlichen Hygiene (körperlich wie seelisch), die ja persönlich sehr unterschiedlich sind, erfüllen muss. Aber ich versuche halt darüber hinaus zu ergründen, was IT der Mindeststandard – ergo im Spiel ist. Danke für Deine diesbezügliche Einschätzung.

  5. Noch kurz zum Thema Sitzkiste. Auch da gibt es Varianten mit Rückenlehne. Ich schick dir bei Gelegenheit mal ein Bild von meiner. Sara hat da aber auch eine tolle Lösung.

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