Schlagwort: Mathras

  • Drei Cons nach dem „Memente Mortis 2“ besuchte ich das Con „Moriat“, das mein weiteres Larpleben stark verändert hat. Denn dort am Lagerfeuer gesellten sich zu meiner Gruppe Lord Nurbicon ika Rastan, Ritter Wotan von Herrnhein und der Kundschafter Martog Eldos – und nach netten Gesprächen und epischen Abenteuern (wie die legendäre Schlacht um das Lagerfeuer) habe ich mich mit Mathras ihnen und damit dem Reich Dorlónien angeschlossen. Der Rest ist Legende.

    Ursprünglich war ich mit Lihannon (Jutta), Gregor und einem Gnom (Jan von der Pahia-Orga) dorthin gereist. Wir waren es auch, welche die Gruft geschändet und damit wohl auch die ganzen Untotenangriffe zu verantworten hatten. Was bis heute aber IT Niemand herausgefunden hat und auch die Dorlónier nur irgendwann OT mitbekommen haben. Ich glaube sie waren etwas überrascht, waren wir doch gemeinssam den ganzen Tag zuvor durch den Wald gelaufen, um die gestohlenen Sachen aus der Gruft zu suchen, während Wotan die ganze Zeit beteuerte er wäre der Erste in der Gruft gewesen und da hätte es keine Grabbeigaben gegeben. 😀

    Ich war übrigens nicht die einzige dorlónische Eroberung auf diesem Con. Während Lihannon erst einige Jahre später im Amte der Kanzlerin von Orktrutz Dorlónierin wurde, musste in Moriat auch Sevana (Claudia) daran glauben. Die Schmiedin wurde direkt mitgenommen und bekleidet heute das Amt der Junkerin von Dunkelforst.

    Für mich wird das Con aus diesen Gründen immer einen besonderen Stellenwert einnehmen. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass ich den Eintritt zu den Dorlóniern, bei denen ich jetzt auch schon viele Jahre zur LandesOrga zählen darf, jemals bereut habe. Seitdem ist die Spielergruppe stark gewachsen und immer wieder kommen neue, tolle Leute und Charaktere dazu. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste interne Con im Oktober.

    Bis dahin viel Spaß bei den Fotos und bei Einigen auch verbunden mit den Erinnerungen an ein legendäres Con:

    Leider lässt sich für mich heute nicht mehr der Urheber aller Fotos nachverfolgen. Wenn diese oder dieser seine Fotos wiedererkennt würde ich mich gerne – auch zwecks Urhebernennung – um eine Nachricht freuen. 😉

  • Ein Ritter geht auf Reisen und packt ein …

    Früher hatte ich ein paar Dorlónier dabei, ein Zelt, meinen Stuhl und Kleidung sowie Ausrüstung. Und damit zog man in fremde Länder, um dort für das Gute zu streiten. Aber geht das heute noch?

    Die Zeiten, in denen man als Ritter noch alleine gereist ist, sind sicher vorbei, aber wie groß muss das mitreisende „Gefolge“ sein? Was für ein Aufwand muss getrieben werden? Reicht bei einem Ritter auf Reisen leichtes Gepäck oder muss es (übertrieben gesagt) ein Zweimastzelt mit herrschaftlicher Tafel auf einem Abenteurer-Zeltcon sein?

    Was denkst Du, was die Minimalausstattung eines Ritters auf einem Abenteurer-Zeltcon sein sollte? Und wie viel „Gefolge“ sollte er mindestens dabei haben?

    Diese Frage habe ich gestern auf meiner Facebookseite gestellt, denn wenn ich wieder öfter Mathras spiele muss ich mir auch Gedanken machen, wie ich seinen Rang als Ritter darstellen möchte. Auch durch meine vielen Besuche im Silbernen Lager auf dem Drachenfest mit seinen großen und eindrucksvollen Rittergruppen habe ich ein Bild vom derzeitigen Standard bekommen. Ich denke da zum Beispiel an die Eichentempler (mit denen meine Frau reist) und die Yddländer.

    Da die Kommentatoren auf Facebook sich recht einig waren versuche ich das Resultat kurz zusammen zu fassen (und korrigiert mich ruhig, wenn ich etwas falsch verstanden habe): Abhängig vom Hintergrund ist ein fahrender Ritter bzw. „Heckenritter“ auch mit geringer Ausstattung und lediglich ein oder zwei Personen Gefolge spielbar (läuft aber Gefahr nicht ernst genommen zu werden), während ein Ritter mit Lehen (und damit Land und mehr Geld) nicht nur ein größeres Gefolge haben sollte, sondern auch mindestens eine Möglichkeit Gäste zu bewirten. Im kleinsten Fall ein Zelt, in dem neben einem Bett auch Tisch und Stühle stehen. Optimalerweise aber eine Tafel mit Sitzgelegenheiten unter Sonnensegel und Pavillion für die eigenen Leute und für Gäste.

    Das ist auch das, an das ich erstmal denke, wenn ich dem heutigen Anspruch an Ritterlager gerecht werden will. Und da ich mit Mathras ja ernst genommen werden möchte, ist das der erste Impuls.

    Aber fangen wir mit dem ersten Punkt an: Einen allein reisenden Ritter würde ich nicht mehr spielen und ich glaube, dass ich das auch seit dem Ritterschlag von Mathras nicht mehr gemacht habe. Je nach Zusammensetzung und Hintergrund reichen mir aber 4-5 Personen (inkl. Ritter), wobei das weniger dienende als unterstützende Gefolgsleute wären. Ein dorlónischer Ritter bricht sich keinen Zacken aus der Krone, wenn er sich selber eine neue Flasche Orktrutzer Beerenwein holt – vor allem nicht, wenn er dafür einen fähigen Waffenarm mehr in der Schlacht neben sich weiß.

    Wie die Zusammensetzung und Größe einer Lanze eines zum Krieg gerufenen Ritters im frühen und hohen Mittelalter ausgesehen hat habe ich mal auf eine gute Grafik gesehen (das ich natürlich jetzt gerade nicht finde): Es war der Ritter, ein Knappe, zwei Schützen (Armbrust oder Bogen), zwei Waffenknechte (die zu Fuß stritten) und ein Knecht. Alle waren beritten, während der Knappe das Streitross des Ritters am Zügel hinter sich her führte (damit es im Kampf ausgeruht war trug es weder Reiter noch Gepäck) und der Knecht ein Packpferd zusätzlich dabei hatte. Eine kleine, schlagkräftige Einheit, die auf Effizienz im Krieg und Kampf ausgelegt war.

    Die Dorlónier sind ein hartes und zuweilen derbes Volk aus dem Norden der bekannten Welt, deren Land fast die Hälfte des Jahres von Eis bedeckt ist. Ständig stehen sie im Kampf gegen die Mächte des Zwielichts, besonders in der Rittermark Orktrutz, die abgeschnitten vom Reich von Feinden umgeben ist. Klar, dass man von dort nicht mit einer großen Streitmacht auf eine Reise geht, sondern mit einer kleinen, aber schlagkräftigen Einheit. Berufe wie ein Mundschenk oder Page sind hier nicht so gefragt wie ein Frontsoldat. Nicht nur an der Front und den Burgen an den Grenzen des Reiches, sondern besonders auf Reisen. Da ist ein fähiger Waffenarm mehr wert als ein dienender Höfling.

    Die oben schon beschriebene Grafik hat bei mir die Frage aufkommen lassen, wie realistisch es eigentlich ist, dass auf dem besagten Packpferd für alle Mitglieder der Lanze ein feudales Zelt mit kompletter Möblierung und Tafel mit Stühlen sowie Geschirr (inkl. das Geschirr für Gäste), etc. transportiert wurde. Mit Sicherheit wäre das Pferd vom Büttel angehalten und wegen Überschreitung des zulässigen Zuladegewichts aus dem Verkehr gezogen worden. Wenn es überhaupt so lange durchgehalten hätte. Demnach ist der genannte Standard an Ausstattung für Rittergruppen für eine reisende Kampfeinheit an sich logisch nur erklärbar, wenn sich diese Kampfeinheit mit einem Wagen belastet.

    Sicher hatte man Wechselwäsche dabei (die aber sicher nicht die Reinlichkeit und Sauberkeit, die wir heute haben, aufwies) und ganz sicher seine Kampfausstattung (was auch Rüstungsteile einschließt). Verpflegung und Zeug für ein provisorisches Lager. Wappen und Banner, um sich in einem großen Heerlager und in der Schlacht kenntlich zu machen. Aber viel mehr wird es realistisch betrachtet nicht gewesen sein. In diesem Zusammenhang fiel mir dann auch die Darstellung des Lagers eines kreuzfahrenden und damit kämpfenden Ritters auf Reisen im Film „Königreich der Himmel“ ein:

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    Man saß auf dem Boden oder auf Baumstämmen und größeren Ästen – was mich an das erste Treffen von Mathras mit seiner Lordschaft erinnerte, als wir auf Baumstämmen um ein Lagerfeuer in Moriat herum saßen. Früher war sicher nicht Alles besser, aber auch nicht Alles schlechter, glaube ich. Ich bin weiterhin ein Fan davon, dass man den Ritter als Ritter erkennt und er nicht aussieht wie ein einfacher Soldat oder gar Heckenpenner – aber er muss nicht immer geschniegelt sein, denn sowohl auf der Reise als auch im Kampf macht man sich halt dreckig und man kann nicht in jedem Dorf halt machen, um sich deshalb neue Kleidung nähen zu lassen.

    Das heutige Standardlager von Rittergruppen, aber auch von den meisten anderen größeren Gruppen, ist meiner Erfahrung und subjektiven Meinung nach indessen auch zu einer Festung geworden, in der man sich zurück zieht und unter sich bleibt. Früher war ein Zeltlager ein Lager aus Zelten und man traf sich an den wenigen Feuerstellen oder in der Taverne (wäre das anders gewesen hätte ich die Dorlónier wohl nie kennen gelernt). Indessen haben viele Gruppen (man wird schließlich größer und die Leute werden älter, wobei sie meist auch mehr Geld haben und sich bessere Ausrüstung leisten können) neben ihren Schlafzelten noch Pavillions, eigene Sitzgelegenheiten und feudale Feuerstellen. Aus einem großen Lager werden so viele kleine Lager.

    Eine Entwicklung, die mir besonders auf dem Chaos 8 (Bericht hier) aufgefallen ist, wo diese „Dekadenz“ dazu geführt hat, dass viele Spieler auf einem Abenteurercon mit Aktion um 11 Uhr noch beim Frühstück saßen. Schließlich muss es sich ja lohnen das ganze Zeug zu transportieren und aufzubauen – außerdem ist das Rührei mit Speck noch nicht fertig. Auch ich esse gerne Rührei mit Speck, aber ich fahre auf Con, um was zu erleben und mit anderen Spielern (auch außerhalb meiner eigenen Gruppe) zu agieren – und dafür finde ich die derzeitige Entwicklung mit den vielen Lagern (am Besten noch mit Fähnchen abgetrennt vom Rest) kontraproduktiv.

    Mein erster Impuls war den Standard, den ich bei vielen Rittergruppen sehe, auch machen zu müssen, um anerkannt und ernst genommen zu werden. Ein Grund, warum ich Mathras jetzt über viele Jahre nicht gespielt habe. Auch, weil ich mich immer gefragt habe, ob sich der finanzielle und logistische Aufwand gegenüber dem Spielspaß wirklich lohnt. In den letzten Tagen habe ich jedoch angefangen über diesen Punkt nochmal nachzudenken, woraus meine oben geäußerten Überlegungen mit dem Hang zur Minimierung resultieren.

    Als Anregung und Grundlage für eine Diskussion. Hier unter dem Beitrag in den Kommentaren oder auf Facebook. Ich freue mich darauf Deine Meinung zu hören.

  • Von meinen Vorhaben für 2015, die ich hier mal aufgelistet habe, ist bisher nicht viel geworden. Irgendwie ist das reale Leben etwas dazwischen gekommen. Aber deshalb lasse ich mich nicht unter Stress setzen. Denn die Auswahl an geeigneten und in Frage kommenden Cons ist nicht besonders hoch und in der zweiten Jahreshälfte stehen mehrere Einladungscon auf dem Plan, bei denen ich aber mit Askir eingeladen bin. Bis auf ein Dorlónien-Con in zwei Wochen ist mit dem Reichsritter für dieses Jahr (leider) noch Nichts fest eingeplant. Trotzdem war ich natürlich nicht ganz untätig:

    1. Ich sollte mal wieder mehr Freihand-Zeichnen. Unter dem Vorsatz ist bisher zwar nur dieses eine Bild entstanden, aber ich hoffe das wird in Zukunft noch mehr mehr. Denn auch für Dorlónien kann man sicher einige Illustrationen gebrauchen.

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    2. So viele Informationen und Texte über Dorlónien – und keiner kennt sie. Irgendwie schade. Daher habe ich mich entschieden jetzt das DorlónienWiki einzurichten, auf dem jetzt alle Informationen über das Reich Dorlónien eingepflegt werden. Es ist schon eine Menge drauf, wir  – besonders Stefan, der Lord und ich – arbeiten aber auch weiterhin dran. Und es macht richtig Spaß.

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    3. Natürlich mussten auch endlich die neuen Keiler auf die Gugeln, den Wappenrock und den Garde-Corps. Ebenfalls erledigt:

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    4. Schon länger habe ich darüber nachgedacht, die an das Hochmittelalter orientierte Kleidung durch passende Fantasy-Elemente (in diesem Fall: Fell) auf zu pimpen. Es war eher Zufall, dass wir heute in Neuwied (beim OT-Shoppen) über ein tolles Heidschnuckenfell in genau der richtigen Farbe gestolpert sind, das auch zu einem fairen Preis zu haben war.  Die Auswahl war auch toll und ich werde mir die Anbieterin mal merken. Und so sieht es über den Mantel gelegt jetzt aus (hat etwas von „Game of Thrones“) – muss es jetzt nur noch schön drannähen und endlich eine schöne Lösung für den Mantelverschluss finden.

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  • Dieses Wochenende ging es weiter mit der Ausstattung meines Reichsritters, denn das nächste Dorlónien-Con kommt immer näher. Dank dem unermüdlichen Einsatz meiner Frau ist der Wappenrock des Ritters entstanden. Er ist aus zweifarbiger Wolle, wobei wir uns auf Grund dessen, dass er schon so recht warm ist und wir Schwierigkeiten durch unterschiedliche Ausdehungsarten der Stoffe beim Einsetzen des Leinenfutters entrinnen wollten, gegen eine Fütterung entschieden haben. Was auf dem Wappenrock (kein Wappenlappen!) noch fehlt ist der Keiler als Wappentier meines Ritters. Und (nach Lust, Zeit und Laune) auch noch ein Reichslöwe auf einem der unteren Teile.

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    Später (vermutlich aber aus finanziellen Gründen erst nächstes Jahr) wird der sichtbare Gambeson noch durch ein Kettenhemd, eine Kettenhaube, Kettenfäustlinge und einen Helm ergänzt. Auch ein oder zwei neue Langgürtel werden das Bild sicher noch abrunden. Zum Dorlónien-Con muss es aber noch ohne gehen. Bis dahin braucht es „nur“ noch eine Gugel und vielleicht eine neue Bundhaube (beide aus Wolle, mit Leinen gefüttert). Auch der Schild (als Provisorium das günstige Produkt von Mytholon, das aber bisher einen guten Eindruck macht) erhält auf dem grauen Überzug natürlich noch einen Keilerkopf.

    Deine Meinung ist mir – wie immer – wichtig und ich freue mich über jede Äußerung (Lob, Kritik, Ideen, Anregungen, Tipps, …). Hier auf dem Blog oder (für Alle, die bei Facebook aktiv sind) auf meiner eigenen Larp-Seite „Der unvergleichliche Askir„. 🙂

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  • Da geht man mal wieder bei der „Ritters Ruh“ vorbei, verbringt den Tag als Untoten-NSC und den Abend als Ritter in der Taverne – und plötzlich denkt man doch drüber nach auf das dorlónische Abschlusscon zu gehen. Auch wenn es das einzige noch nicht mit Terminen belegtes Wochenende im November ist und man dann drei Cons in Folge hätte. Zumal man dann vom Lord gesagt bekommt, dass auf Grund des Hintergrundes vom Con in der Nähe von Fornbôr der Reichsritter von Orktrutz eigentlich super passen würde und dahin gehört.

    Ergo denke ich doch darüber nach und werde das in den nächsten Tagen entscheiden müssen. Jedoch gehöre ich zu den Leuten, die einen Charakter nicht entspannt spielen können, wenn sie mit der Ausrüstung nicht zufrieden sind. Ohne richtige Kleidung kann ich mich einfach nicht in einen Charakter hinein fühlen. Und da es sich bei dem Jahresabschlusscon und ein kampflastiges Con handeln wird (zumindest gehe ich vom Hintergrund davon aus) ist die bestehende Reise- und Tavernenkleidung von Mathras definitiv nicht ausreichend.

    Aber bis zu diesem Zeitpunkt die komplette Kleidung und Ausrüstung zu haben, die ich für meinen Reichsritter im Kampf geplant habe (Klick!), ist allein aus finanzieller Sicht unter keinen Umständen realisierbar. Daher habe ich mir heute mal Gedanken gemacht, was es an Ausrüstung und Kleidung bedarf, damit ich damit zufrieden bin und damit leben und spielen kann. Und das ist das Ergebnis der heutigen Überlegungen:

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    Im Einzelnen handelt es sich um:

    • Zwei Cotten aus Leinen, weiß, ungefüttert (oben rechts)
    • Gugel aus Wolle, dunkelgrau/anthrazit, gefüttert mit Leinen, mit Keilerkopf (oben links)
    • Tunika aus Wolle, dunkelgrau/anthrazit, gefüttert mit Leinen, mit Keilerkopf und Schneelöwen (oben mitte)
    • Wappenrock aus Baumwolle, Wappenfarben, gefüttert, mit Keilerkopf und Schneelöwe (unten links)
    • Gambeson (lang), dunkelgrau, mit Keilerkopf
    • Topfhelm – als Möglichkeit, die aber nicht zwingend sein muss (über alternative Kopfbedeckungen denke ich noch nach)

    Primär habe ich auf das ganze Hauwerk bzw. Kettenzeug verzichtet, da das mehrere hundert Euro kosten wird. Und wie immer freue ich mich über konstruktive Kritik und Vorschläge 😉

  • Auch wenn ich immer wieder auf Plattenteile schiele habe ich mich entschlossen mich mit Kleidung, Ausrüstung und Rüstung möglichst und etwa an der Zeit von 1050 bis 1250, dem Hochmittelalter, zu orientieren. In dieser Epoche eroberte Wilhelm II. England (1066), Heinrich IV. ging nach Canossa (1077), Papst Urban II. rief zum Kreuzzug auf (1095) und 1099 eroberte der erste Kreuzzug Jerusalem. Das Königreich Jerusalem wurde (als einer von vier Kreuzfahrerstaaten) gegründet, es bestand bis 1291.

    Anfang des 12. Jahrhunderts wurden in Deutschland erstmals den Vornamen Familiennamen beigefügt, während auf Grundlage von Handel und Handwerk das Bürgertum und die Zünfte entstanden. Im Heiligen Land gründete sich 1118 der Templerorden und nach dem Verlust der Grafschaft Edessa im Jahr 1144 begann 1147 der zweite Kreuzzug, der 1149 mit einer Niederlage endete. Nach der Niederlage in der Schlacht bei Hattin 1187, nach der selbst Jerusalem wieder in muslimische Hand fiel, begann 1189 unter der Führung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa (+1190) der dritte Kreuzzug, der 1192 mit einem Friedensvertrag zwischen Richard Löwenherz und Sultan Saladin beendet wurde.

    Der vierte Kreuzzug eroberte und plünderte 1204 Konstantinopel, die damals mit über einer halben Millionen Einwohner größte christliche Stadt der Welt. Wenig später (1209 bis 1229) zog ein Heer in Südfrankreich gegen die als Ketzer verurteilten Katharer. Doch nicht nur Ritter nahmen das Kreuz, wie der Kinderkreuzzug 1212 beweist. Im selben Jahr fand bei Las Navas de Tolosa die entscheidende Schlacht zwischen den Christen und Muslimen in Spanien statt. Mit den Franziskanern und Dominikanern gründen sich die ersten Bettelorden. Im ausgehenden Hochmittelalter hielt der Mongolensturm Osteuropa in Atem und konnte auch bei der Schlacht bei Liegnitz (1241) nicht aufgehalten werden.

    Eine bewegte Zeit (und dabei habe ich sogar Sachen wie z.B. die Anarchie in England gar nicht aufgeführt), die aber in ihrer Kleidung gegenüber den späteren Zeiten noch recht simpel und einfach war. Was mir, der ja (fast) alles selber näht, entgegen kommt. Auch wenn ich befürchte, dass das auch nur auf den ersten Blick einfach aussieht und für einen Ritter dadurch gerade in den Details aufwendiger wird. Aber daran möchte ich jetzt noch nicht denken.

    Ein großer (und wohl teuerer) Punkt auf meiner Liste ist die Rüstung, was in der damaligen Zeit auf Kette hinaus lief. Aus Platte ist eigentlich nur der Helm. Das wird wohl einer von diesen Beiden werden: : Kreuzritterhelm | Kreuzritterhelm. Ich muss nur noch überlegen, ob eine normale Bundhaube unter der Kettenhaube und dem Helm ausreicht, oder ob es eine gefütterte Haube wie diese hier sein sollte.

    Weil ich nicht jünger werde und nicht schon auf dem Weg zum Schlachtfeld zusammen brechen möchte, habe ich mich soweit machbar für eine Kette aus Aluminium entschieden (und werde daher auch mein altes Kettenhemd verkaufen). Da ich ebenfall ein bequemer Mensch bin und nicht nach jedem Con die Kette flicken möchte ist es mir auch die Mehrkosten wert für Kettenzeug aus vernieteten Flachringen. Ergo habe ich mal im Netz gestöbert – mit diesen Ergebnissen: Kettenhemd | Kettenhaube | Kettenfäustlinge (wobei es mir lieber wäre, wenn auch diese aus Flachringen bestehen würden). Auf Kettenbeinlinge werde ich erst mal verzichten.

    Über Meinungen und konstruktive Kritik freue ich mich übrigens 😉

  • Jedes Jahr in den Wintermonaten kribbelt es bei mir und Mathras erhebt sein Haupt. Würde es ja jetzt gerne an dem Schnee als Sinnbild Dorlóniens, des Reiches im hohen Norden, festmachen, aber bei dem zurückliegenden milden Winter fällt das wohl flach.

    Vielleicht liegt es aber daran, dass ich (mit Askir) nach Jahren wieder einmal auf einem Khumaritenmanöver gewesen bin, zu dem ich früher immer als Dorlónier gereist bin. Ein Hauch Nostalgie, die aus dem Hauch der Erinnerung vergangener, heroischer Zeiten entspringt. Oder es rührt daher, dass einige Menschen, mit denen ich gerne spiele, ihren Wunsch nach einer Truppe aus Orktrutz bekräftigt haben. Die Chance, dass der Ritter von Orktrutz (wie in alten Zeiten) mit einer Einheit die Welt bereist, um sich dem Zwielicht entgegen zu stellen.

    Auch mit der neuen Entwicklung meines Charakters Askir, der sich vom „Tavernenplotaussitzer“ zu einer aktiveren Person wandelt, wird dieser nie ein „Held“ im eigentlichen Sinne werden. Vielleicht hat Mathras eine zeitlang meinen Wunsch nach einem Charakter entsprochen, einen echten Helden zu spielen. Der im Namen der (dorlónischen) Götter mutig voran schreitet, wo Andere verzagen. Der die Initiative ergreift, wo andere noch zögern. Der handelt, wenn Andere noch disskutieren. Der sein Leben in den Dienst für das Licht stellt. Und vielleicht ist ein Funke dieses Wunsches noch immer tief in mir drin.

    Was es auch sein mag: Nachdem Askir genug neuer Kleidung hat, um ein sechstägiges Con ohne Notstand zu überstehen, widme ich mich mit meinen Gedanken wieder meinem Reichsritter. Und wenn ich Jemandem die Schuld daran geben wollen würde, dann wären das Andreas und Dirk.

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    Als Erstes muss ich mich fragen, was mich aktuell daran hindert, den Reichsritter aus Dorlónien öfters zu spielen. Denn das sind die Punkte, die ich zuerst angehen und lösen muss, wenn Mathras eine Chance haben soll wieder zu einem meiner Hauptcharaktere zu werden.

    Sicher hängt es stark damit zusammen, welche Ansprüche ich an mich und mein gemeinsames Spiel mit Anderen stelle. Die Ansprüche an mich (und damit meine ich das Spiel, nicht die Kleidung) muss ich noch mal etwas überdenken, denn das dorlónische Con „Tag der Helden“ war für mich ein anstrengendes Wochenende. Die Rolle ist mir nicht so leicht gefallen wie noch zu früheren Zeiten. Es liegt sicher daran, dass ich mich verändert habe. Aber ich hatte auch das Gefühl, dass sich das Spielumfeld geändert hat.

    Um wieder an den alten Zeiten anknüpfen zu können (die Zeit der „Firnluchse“) braucht der Ritter wohl eine Einheit, die loyal hinter ihm steht und nicht alle Entscheidungen des Ritters und damit seine Authorität in der göttergefälligen Ordnung in Frage stellt. Auch, weil ein Ritter meiner Meinung nach nie alleine unterwegs ist. Spieler, die Spaß daran haben altgediente Frontsoldaten in einer militärischen Einheit zu spielen. Veteranen, die gemeinsam mit ihrem Ritter überall auf der Welt dem Zwielicht entgegen und seinen Kreaturen in den Arsch treten. Ich bin froh, dass es schon einige Spieler gibt, die von sich aus auf mich zugekommen sind, um eine solche Truppe aufzubauen.

    Darüber hinaus reicht die Reisekleidung, die Mathras besitzt, nicht aus, um den Ritter auf allen Conarten und in allen Lebenssituationen darzustellen und mit Leben zu wecken. Was nur mittelfristig zu lösen sein wird, da dies zum einen eine Frage von Zeit (zum Basteln und Nähen) und eine Frage der finanziellen Mittel (Vieles kann ich einfach nicht selber machen) ist.

    Eine Reisegewandung ist für innerhalb Dorlóniens sicher ausreichend und auch, wenn es zu einem „friedlichen“ Con geht. Aber spätestens, wenn man in einen Landstrich reist, um dem Zwielicht im Kampfe engegen zu treten, braucht ein Ritter (und möglichst nicht nur er) eine Rüstung. In meinem Fall ein Kettenhemd (aus Alu und vernietet) und eine Kettenhaube sowie Kettenhandschuhe und einen Helm (siehe Zeichnung).

    Dazu natürlich noch passend ein Gambeson und ein Wappenrock. Eine Brigantine in der Art der Zeit des ersten Kreuzzugs ist optional. Ein Ritter braucht zudem ein Schild (es wird wohl, passend zur historischen Vorbild-Epoche, ein Drachenschild werden), während die Mordaxt erst später kommen kann. Dann wäre der Reichsritter zumindest für den Kampf gerüstet.

    Das Con in Yddland hat mir ebenfalls gezeigt, dass Mathras unbedingt auch eine Sommergewandung benötigt. Die langen Cotten, teilweise aus Wolle, sehen zwar gut aus und passen zum dorlónischen Wetter, aber für einen normalen Sommer sind sie nicht geeignet. Außer man will den Ritter schwitzend an die schattige Taverne binden. Aber da gehört er ja eigentlich nicht hin. Was ich als Sommergewandung nähen werde, muss ich mir aber noch überlegen.

    In gewisser Weise ist es gut, dass ich noch kein Con mit Mathras geplant habe (außer eine dorlónische Taverne, in der die Reisekleidung ausreichen wird) und meine bisherigen Contermine auch frühestens im Herbst wieder zeitlich eine weitere Liverollenspielveranstaltung erlauben. Ich hoffe, dass das genug Zeit ist, um die Zeit und das Geld zu finden bzw. aufzutreiben, um die Kleidung und Ausrüstung von Mathras zu ergänzen. Und dass es auch genug Zeit ist, dass sich meine Truppe bilden kann.

    Letztendlich hoffe ich, dass wir dann gemeinsam viel Spaß haben werden.

  • Gestern habe ich mir (hier) ja noch mal Gedanken über die Kleidung und Ausrüstung meines Reichsritters gemacht. Und im Zuge der Überlegungen zur Rüstung bin ich grundsätzlich wieder zu den ersten Ideen (und diesen Inspirationen) und damit ins Hochmittelalter zurück gekehrt.

    Ich spiele Fantasy, aber zumindest für menschliche Charaktere braucht man das Rad nicht neu erfinden, da man in der Modehistorie genug praktische und gut aussehende Kleidungsstücke findet, die als Grundlage sehr gute Dienste leisten. Entweder 1:1 übernommen oder „aufgepimpt“ mit Fantasy-Versatzstücken. Auch, um einen Wiedererkennungswert eines Charakters zu gewährleisten, ist es sinnvoll (und für die eigene Umsetzung einfacher), wenn man eine historische Epoche als Vorlage verwendet. Für Mathras wird es die Epoche sein, die sich von Mitte des 11. Jahrhunderts (also etwa der Eroberung Britanniens durch Wilhelm 1066) bis Mitte des 13. Jahrhunderts (als die Zeit der meisten Kreuzzüge) erstreckt.

    Im Grunde eine Epoche, mit der ich es echt gut getroffen habe, da die Kleidungststücke nicht so schwer selbst zu nähen sind, wie beispielsweise in der Renaissance (Beispiel), aber auch wie schon im Spätmittelalter (Beispiel + Beispiel). Nachteil der relativ einfachen Schnitte (Klick!) ist aber, dass man zur Darstellung eines Adligen eher ein Augenmerk auf die Stoffe und vor allem auf die Details, wie die Verzierungen, zu legen ist. Wobei ich schon versprechen kann: So toll eine Tunika wie diese hier auch aussehen mögen – ich habe noch ein Leben, auch ohne jahrelange Stickarbeiten nicht langweilig wird 😉

    _DSC4504Bei den meisten Cons (zumindest wenn es nicht bekanntlich in eine Schlacht bzw. in den Krieg geht) wird der Ritter in Reisekleidung auflaufen. Ich halte es nämlich für unrealistisch, wenn ein Ritter stundenlang in Ketten- oder Plattenrüstung unterwegs ist. Wenn nach einer siebenstündigen Reise einige Räuber aus dem Busch hüpfen dürfte er auch nicht mehr sonderlich fit sein, um diese abzuwehren. Außerdem erscheint es mir etwas unfreundlich in voller Rüstung als Gast einzukehren. Also liegt das Hauptaugenmerk derzeit auf der Reisekleidung, zumal die in diesem Jahr bisher noch gebuchten Cons keine großen Schlachten erwarten lassen.

    Also habe ich mich heute noch mal hingesetzt und als Alternative zu der Reisekleidung, die ich schon habe, zwei Alternativen zu zeichnen. Links eine einfache und schlichte Reisekleidung mit Cotte aus weißem Leinen und einer Surcotte aus grauer Wolle, die am Halsausschnitt und am Saum mit goldgelbem Stoff abgesetzt ist. Die rechte Variante ist etwas edler und fast schon zu etwas höfischeren Anlässen tragbar: Cotte aus weißem oder schwarzem Leinen mit leichtem Stehkragen sowie Surcotte aus dunkelgrauem Wollstoff mit Borten oder Applikationen. Wie genau man ohne Stickereien ähnliche Effekte wie hier hinbekommt muss ich noch überlegen (für Vorschläge wäre ich übrigens dankbar).

  • 2012-01-02_larp_mathras_grafik_01_200x200px…, die urplötzlich Motivationen ändern können. Dieses Mal war es ein einzelne Anfrage eines Dorlóniers, wie es 2013 mit Mathras stehen würde, da er immer noch Interesse hat einen Soldaten aus Orktrutz zu spielen. Ein Gedanke, der vor gut zwölf Monaten geboren worden zu sein, um das Soldatenspiel alter Haudegen und Veteranen am Rande der dorlónischen Interessensphäre, an den schwer umkämpften Grenzen der Mark Orktrutz östlich des eigentlichen Reichsgebietes, in der Tradition des Freien Banners der dorlónischen Reichstruppen neu aufleben zu lassen.

    Nach dem doch in Bezug auf Larp recht inaktiven Jahr meinerseits war diese Anfrage überraschend. Das Ergebnis war, dass ich das vor wenigen Tagen gelieferte Ritterschwert mit anderen Augen betrachte, dass ich gestern anhand alter Fotos in Erinnerungen geschwelgt und neue Ideen und Inspirationen gesammelt habe (Klick!) …

    Die Ikea-Tüte mit den Stoffen und begonnen Kleidungsstücken von Mathras befinden sich seit heute nicht mehr im Keller. Mal sehen, was ich über die Tage noch schaffe, bis ich Anfang nächsten Jahres für etwa sechs Wochen erst mal eine Nähpause einlegen werden muss.  Jetzt werde ich aber erst mal sichten, was ich schon fertig habe, was noch zu tun ist – und ob ich den verdammten Mantel wieder auftrennen muss, damit er nicht diese verflixte Falte wirft *grummel*

    Edit: Ja, ich muss den Mantel wieder auftrennen. *hmpf*

  • Viel im Büro zu tun, es geht mit meiner Selbstständigkeit in der Fotografie voran – und ergo bleibt wenig Zeit fürs Larp und damit auch fürs Nähen. Auf Grund der vielen Arbeit habe ich leider schon ein Con absagen müssen, aber auf das Dargaras-Con am übernächsten Wochenende werde ich gehen, selbst wenn die Welt untergeht. Also heißt es jetzt noch mal frisch ans Werk, damit zumindest die Grund-Reise-Kleidung bis dahin fertig wird.

    Wie ist denn der aktuelle Stand?

    • Bundhaube? Wollte ich sie mir erst bestellen werde ich mich wohl doch erst mal selber dran versuchen. Grauer Wollstoff außen und goldgelber Futterstoff sind vorgesehen und auf der Seite ein kleiner, weißer Keilerkopf. Zumindest werde ich das mal versuchen und hoffe, dass ich die Zeit dafür habe.
    • Gugel? Wie schon hier gezeigt ist sie fertig – auch wenn sie um die Schultern herum etwas spack sitzt. Aber ob das so schlimm ist wird sich erst im Praxistest zeigen müssen.
    • Cotte? Bis auf das Abnähen am unteren Saum ist sie fertig.
    • Surcotte? Da der bestellte graue und gelbe Stoff doch als Oberstoff nicht meinen Ansprüchen genügen und daher nur als Futterstoff Verwendung finden werden, war meine Frau so nett mich noch auf einige Meter grauen, dünnen Wollstoffs aufmerksam zu machen, der noch bei uns im Regal lag. Da wird ergo noch eine Surcotte draus gezaubert werden müssen. Wenn ich weiß, wie genau die aussehen soll …
    • Garde-Corps? Der ist so weit wie schon vor ein paar Wochen. Also alles ist zurecht geschnitten und liegt hier bereit weiterbearbeitet zu werden.
    • Schuhe? Die IT-Stiefel sind schon vor Wochen bestellt worden, aber auf die Auslieferung warte ich noch. Hoffentlich kommen die noch rechtzeitig vor dem Con.
    • 3/4-Mantel? Nachdem ich lange überlegt habe, ob ich den erst später realisiere, habe ich das Geld einfach investiert und den Wollstoff gekauft. Bis auf das Umnähen des unteren Saumes ist er fertig und auf dem dunklen Wollstoff prangt auch schon ein schön großer Keilerkopf. Aber das kann man ja auch auf dem Foto sehen. Er ist mit goldgelbem Stoff gefüttert und am gesamten Rand werde ich auch noch eine Handnaht anbringen. Am Halsausschnitt soll dann noch Pelz dran.

    • Schwert? Das ist noch in Arbeit, wurde mir aber pünktlich zum Con versprochen (wo der Schwertbauer auch NSC ist).
    • Gürtel? Ich werde erst mal den Langgürtel von Askir nehmen und als Schwertgurt den Gürtel von Anselm. Also ganz einfach gelöst.
    • Gürteltasche? Werde ich wohl morgen noch bestellen. Die Nierentasche, die ich schon länger im Blick habe.
    • Schwertscheide? Das wird aus finanziellen Gründen bis zum Herbst warten müssen. Da werde ich wohl erst mal den Waffenhalter nehmen, den ich sonst mit Anselm genutzt habe.
    • Almosenbeutel? Ist ja schon fertig, wie hier zu sehen ist. Der bestickte Beutel folgt irgendwann, wenn ich fürs Weitersticken die Zeit und die Muße habe.

    Ich glaube das war es erstmal an aktuellem Zwischenstand. Es gibt noch Einiges zu tun, aber ich sehe Licht am Ende des Tunnels.

  • Ausstattungsstand Reichsritter

    Der graue Wollstoff und der goldfarbene Stoff für den Gardecorps sind indessen angekommen und ich bin von beiden Stoffen begeistert. Schöne Qualität und schöne Farbe. Heute sind sie schon in der Wäsche gelandet und ich hoffe mich morgen Abend endlich an den Zuschnitt geben zu können. Wenn alles gut geht bleibt davon noch genug Stoff übrig, um daraus noch die Gugel zu nähen. Und wenn es ganz perfekt läuft noch die Kappe, wobei ich da etwas skeptisch bin.

    Ebenso sind die Stoffproben vom Baumwollköper von Kurzwarenland angekommen und das Gelb und das Grau werden sich sicher auch in der zukünftigen Kleidung wiederfinden – sie sind fast identisch mit unseren alten Gürtelbannern des Freien Banners. Jetzt muss ich also nur noch den Stoffbedarf für diese Stoffe errechnen und sie bestellen. Ebenso brauche ich noch den Wollstoff für den Mantel als auch schönen Pelz dafür. Dann wäre die Reisekleidung zumindest von der Anschaffung her (fast) komplett.

    Morgen werde ich noch sehen, dass ich den Keilerkopf bzw. das Orktrutzer Wappen in der richtigen Größe ausdrucke, damit ich auch dafür mit dem Zuschneiden und Vornähen anfangen kann. Da meine Frau indessen die verrückte Idee geäußert hat, mir auf ein Kleidungsstück den Keilerkopf aufzusticken, könnte das natürlich noch ein kleines Highlight werden – auch wenn ich bisher nicht weiß, ob ich das eher auf der Surcotte oder auf dem Gardecorps hätte, tendiere aber zu Ersterem.

    Mein Ritterschwert, das ich beim Handelshaus Rabenbanner bestellt habe, ist wohl schon nächste Woche fertig. Bin ja gespannt wie es aussieht, wenn ich es das erste Mal in den Händen halte. Und dann muss ich mal Enrico fragen, wie es zeitlich bei ihm aussieht, um die passende Schwertscheide zu machen. Da er derzeit stark mit dem Studium beschäftigt ist vermute ich, dass das bis zur Zeitmeistertaverne nicht mehr klappt, aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

    Zeit der Legenden

    Vor etwas über einen Monat habe ich mir hier schon Gedanken über meine Teilnahme am „Zeit der Legenden“ gemacht und bin seitdem an sich keinen Schritt weiter gekommen. Nachdem ich das Con aber in die dorlónische Expeditionsplanung auf unserem Forum reingestellt habe kann ich zumindest sagen, dass es mit Gefolge ganz mies aussieht. Sowohl für Mathras als auch Crew für Myron. Die Frage, mit welchem Charakter ich hin fahre und in welchen Stadtteil ist damit also nicht einfacher geworden.

    Diese Woche haben Freunde von uns angekündigt gerne mit uns zum ZdL zu fahren. Das freut mich, denn die Beiden sieht man eh viel zu wenig (auch kein Wunder, wenn die fast in der Schweiz wohnen). Ihn (Söldner) und eine Freundin von den Beiden (Sarwürkerin) kann man mit ihren feststehenden Charakteren fast überall unterbringen. Doch Sie würde gerne ihre Elbe spielen, die in Nebelstadt auf jeden Fall nicht richtig aufgehoben wäre. Alternativ gäbe es noch ihre Händlerin (Zahlmeisterin), die sie aber noch ausstatten müsste. Das macht die ausstehenden Fragen natürlich nicht einfacher – zumal ich mich echt auf sie freue und gerne mit ihnen gemeinsam lagern würde.

    Die Möglichkeiten sind ergo:

    • Le Capitaine Myron Louis Armand du Paix d’Auras wäre natürlich ein Charakter, der nur in der Nebelstadt passen würde. Ohne Crew etwas schwierig, wenn noch andere Kapitäne da sind (was der Fall sein wird), aber wenn die Zahlmeisterin (s.o.) der „Morgenstern“ mitkommen würde, wäre das theoretisch denkbarer als bisher.
    • Askir war letztes Jahr in der Nebelstadt, folgt auf dem Fest der Drachen dem Weg des Blauen und wäre daher nur in der Nebelstadt denkbar. Ist also immer möglich, zumal ich mich in der Nebelstadt mit den netten Leuten wirklich gut aufgehoben gefühlt habe. Auch der IT-Kontakt mit den Magoniern in der Eisenstadt (wo meine Frau auf jeden Fall lagern wird) wäre gesichert. Doch habe ich, wie schon erwähnt, derzeit keine Lust auf  den Charakter Askir. Auch wenn es mit ihm sicher ein echt gemütliches ZdL werden würde.
    • Reichsritter Mathras von Orktrutz würde nur in der Sturm- oder der Eisenstadt passen, wobei er keinen Magonier kennt (aber er kennt Alanis, die wiederrum …). Und er kennt da generell fast Niemanden auf dem ZdL. Was aber viel schwerer wiegt: Er hat keine Gefährten, die ihn begleiten und damit seinen Rang bezeugen können. Auch wenn der Hintergrund des Cons einen alleine auftauchenden Ritter IT logisch erscheinen lassen, frage ich mich, wie weit ein allein rumstehender Ritter überhaupt ernst genommen wird.

    Irgendwie drehe ich mich im Kreis, oder!? Und je öfter ich mir die Argumente vorsage, drüber nachdenke oder – wie hier – niederschreibe: Es wird nicht besser bzw. ich komme einer Lösung nicht näher. Was denkst Du? Mache ich mir über gewisse Sachen zu sehr einen Kopf?

  • Auch wenn das Jahr im Büro gerade sehr stressig anfängt (und ich schon etliche Überstunden habe und sogar das Wochenende auf der Arbeit verbringen werde) finde ich doch noch etwas Zeit mir weitere Gedanken über die Ausstattung von Mathras zu machen. Das bedeutet auch, dass ich den ersten Schock beim Aufstellen der Liste von dem Zeug, was ich benötigte, nach Bepreisung der Sachen bekommen habe. Eins ist mir dabei aber auf jeden Fall klar geworden: Die Entscheidung erst „nur“ die Reisekleidung zu machen und das Zeug für den Kampf bzw. Krieg auf die zweite Jahreshälfte zu verschieben ist eine verdammt gute Idee.

    Außerdem bin ich bei einer anderen Frage, die ich hier mal gestellt hatte, näher an eine Entscheidung gekommen. Es ist zumindest eine Tendenz spürbar. Auch wenn sich die meisten Kommentare für die Beibehaltung der Ohrprothese aussprechen, tendiere ich derzeit dazu IT mit Mathras einen Leylindatempel aufzusuchen, um es mir nachwachsen zu lassen. Auch wenn ich damit ein Mahnmal und ein Markenzeichen verlieren sollte sind es drei Gründe, die mich zu diesem Schritt bewegen: 1. Die blöden Kommentare zum „Einohrritter“, die ich auch schon IT gehört habe, würden wohl aufhören. 2. Ich muss mich nicht noch mit der Herstellung eines adäquaten Latex-oderwasauchimmer-Teil herumschlagen (habe auch so noch genug zu tun). 3. Es ist einfach unbequem auf Con das Ohr an- und abmachen zu müssen und spätestens mit dem Anziehen eines Helmes könnte es problematisch werden.

    Auch über die Kleidung von Mathras von Orktrutz habe ich mir weitere Gedanken gemacht. Mit den bisherigen Entwürfen (Klickst Du hier!?) war ich hinsichtlich der Tunika nicht sonderlich zufrieden. Für einen Ritter ist sie zu schlicht. Ein Bauer würde sie vielleicht nicht in weiß tragen, aber den Schnitt hat echt jeder Abenteurer. Wie man in der Skizze unten erkennen kann ist im Laufe der Überlegungen aus der Tunika eine Cotte geworden, die vorne komplett geknöpft wird. Ebenso an den eng zusammenlaufenden Ärmeln, wie es im Hochmittelalter durchaus üblich war (Kuckst Du hier!?). Außerdem wird sie unten um einiges weiter, so dass sie in Falten fällt. Schließlich kann man sich mehr Stoff leisten, wenn man Ritter ist. Oder sollte man zumindest. Daher ist die Cotte auch länger, als es die zuerst entworfene Tunika war. Die Cotte wird weißen Oberstoff und einen kontrastrierendes Futter (wahrscheinlich Gelb) erhalten.

    Unter der Cotte wird eine einfache, weiße Surcotte getragen, die zur Beweglichkeit auch einen Reiterschlitz aufweisen wird. Ob ich sie aber füttere weiß ich noch nicht (aber ich befürchte es fast, weil es einfach besser aussieht). Ebenfalls ist für mich noch zu klären, wie ich das mit dem Wappen mache, aber ich vermute es wird auf ein Gürtelbanner hinaus laufen. Darüber kommt grundsätzlich erstmal der Gardecorps, der ja schon auf meinen ersten Kleidungsskizzen zu sehen war.

    Als oberste Lage dann ein 3/4-Mantel, der vorne oder auf der Schulter (ja, das wurde im Mittelalter meist dort geschlossen getragen – wohl um den Schwertarm frei zu haben) mit Knöpfen geschlossen wird. Derzeit geht die Tendenz dazu ihn aus schwarzer oder dunkelgrauer Wolle zu fertigen, das mit gelben Leinenstoff gefüttert ist. Auf dem Mantel prangt natürlich das Banner von Orktrutz. Als Kopfbedeckung bleibt die Bundhaube.

    Wie ich schon mal geschrieben habe (mindestens einmal zumindest) machen die Details viel aus. Daher kommt an den Langgürtel auf Dauer neben einer Nierentasche noch Messer und Pfriem sowie, wie auf den Skizzen zu sehen, ein Almosenbeutel für die Münzen und Kleinkram. Für die größeren Sachen, die man mal mitschleppen möchte, werde ich mir dann noch eine Pilgertasche nähen. Mehr will ich gar nicht zum mitschleppen, denn ehrlich gesagt nervt mich zuviel Gebamsel – vor allem am Gürtel*.

    Da meine Frau indessen angefangen hat auch ihren Charakter Gilda Rothaar, die Waffenmeisterin der Mark Orktrutz, neu auszustatten stehe ich übrigens gerade vor der Frage: War und ist Gilda der Sidekick von Mathras oder ist es andersherum? Wer ihre Arbeit an ihrem ältesten Charakter, der Halb-ZwerginDraschim Gilda, verfolgen möchte kann das übrigens hier in ihrem Blog im LarpeR-Ning machen.

    *Was bin ich froh keinen Magier zu spielen, der haufenweise Zeug mit rum schleppen muss. Da ist Mathras als regeltechnisch reiner Kämpfer echt einfacher.

  • Der Kleidungsstandard hat sich im Larp in den vergangenen Jahren erhöht und meiner Ansicht nach auch verbessert. Natürlich gibt es immer einige Larper, die es übertreiben, aber zu einer schönen Charakterdarstellung zählt einfach nicht nur schönes Spiel, sondern auch eine Kleidung, die dieses unterstreicht. Ein guter Rollenspieler wird durch schöne Gewandung aufgewertet, während ein schlechter Rollenspieler durch gute Kleidung zumindest zum Ambiente beiträgt. Gerade, wenn man einen Adligen spielt, gehört für mich eine Kleidung dazu, die diese Rolle unterstreicht und auch für andere Spieler sichtbar macht, welchem Stand man angehört. Auch ein Grund, warum ich vor einigen Jahren entschieden habe Reichsritter Mathras von Orktrutz nicht mehr zu spielen, denn meine Kleidung hat diesen Anforderungen und damit meinen eigenen Ansprüchen nicht mehr genügt.

    Das bedeutet, dass Mathras komplett neu ausgestattet werden muss, wenn ich ihn wieder spielen möchte (wie gestern hier erwähnt). Sehr höfische Gewandung mit Brokat und Seide fällt dabei raus, da es weder zum Hintergrund und Werdegang des Charakters noch zur dorlónischen Mentalität passen würde. Es bleibt eine Reisekleidung, die man aber auch in diplomatischer Mission tragen kann, sowie eine Kleidung für den Krieg übrig. Da aber selbst ein Dorlónier nicht überall mit der Intention hinreist einen Krieg anzufangen (sofern kein gefährliches Wirken böser Mächte gemeldet sind) und ich es auch irgendwie unlogisch (und unbequem) finde überall gerüstet hinzureisen lege ich meine Priorität bei der Erstausstattung auf die Reisekleidung.

    Die Kriegskleidung soll dann bis August/September 2012 folgen, wobei ich mich dabei an die Kleidung und Rüstung um 1300 und damit der ersten Kreuzzüge orientieren werde. Das bedeutet Kettenhemd mit Kettenhaube, Topfhelm (in der Form wie dieser hier, der dann noch bemalt wird) und Wappenrock über dem Plattenrock (so in der Art – nicht identisch – wie hier). Natürlich mit Gambeson, aber halt keine Plattenteile bzw. Plattenrüstung.

    Nach diesem kurzen Exkurs hier die geplante Reisekleidung des Reichsritters:

    1. Beinkleider
    Anfänglich habe ich über Bruche und Beinlinge nachgedacht, aber das fürs Erste wieder verworfen. Vielleicht kommt das in einem späteren Schritt noch, aber vorerst wird bzw. muss eine Hose reichen, wobei ich die Hose hier (mit der ich mit Askir schon gute Erfahrungen gemacht habe) im Auge habe, jedoch in Weiß bzw. Natur. Wo die alten Knobelbecher für Askir noch angehen, sind sie für Mathras einfach zu klobig, so dass ich mich dazu entschieden habe in vernünftige Stiefel, nämlich diese hier, zu investieren. Natürlich werden sie, wie es einem Ritter gebührt, um Sporen ergänzt (bei denen ich aber die Spitzen irgendwie rund schleifen muss).

    2. Oberkörperkleidung
    Sowas wie in Unterhemd oder T-Shirt wird die Funktion der untersten Ebene der Kleidung, die ich am Oberkörper tragen werde. Es handelt sich dabei um eine bis auf die Mitte des Oberschenkels reichende schlichte Cotte in Weiß und ungefüttert, die auch nur kurze Ärmel aufweist und oben am Halsausschnitt wohl mit Nestelbändern geschlossen wird. Bin mir übrigens bewusst, dass das nicht zum Zeitraum um 1300 passt, wo die Cotte knöchellang getragen wurde (klick), aber das ignoriere ich schlicht und ergreifend. Daher wird auch die darüber getragene Tunika aus weißem Leinenstoff „nur“ bis knapp oberhalb der Knie reichen. Damit diese etwas edler wirkt, soll der Halsausschnitt mit Knöpfen geschlossen werden, sie wird gefüttert und mit Borten verziert sein. Eine gute Anleitung zum Selbermachen findet man übrigens hier auf dem Larp-Wiki.

    3. Mantel und Umhang
    Schon vor Jahren habe ich von einem Gardecorps geschwärmt und jetzt werde ich es endlich in die Realität umsetzen. Miparti in Grau und Gelb (den dorlónischen Reichsfarben) gehalten, mit Wolle als Oberstoff und weißem Leinen als Innenfutter sowie Kapuze und Knöpfen. Im Endeffekt soll er so aussehen, wie auf diesem Foto hier und bis knapp unterhalb der Knie reichen. Darüber braucht es dann, für ganz kalte Tage oder Nächte, noch einen Mantel, wobei ich derzeit noch zwischen Halbkreis-, Dreiviertelkreis- und Vollkreismantel schwanke. Auch dieser Mantel soll gefüttert werden (weil es einfach etwas edler aussieht) und über einen Pelzkragen sowie das Wappen von Orktrutz verfügen. Über die Farben für den Mantel und dem Verschluss bin ich mir auch noch unschlüssig. Eine tolle Anleitung für die geplanten und andere Manteltypen findet man übrigens hier auf dem Larp-Wiki. Weitere Schnittmuster für den Gardecorps finden sich hier und hier.

    4. Kopfbedeckung
    Fest steht bisher nur, dass der Ritter eine Bundhaube tragen wird, vielleicht sogar mit Stickerei, wie diese hier. Im Hochmittelalter ist interessanterweise gar nicht viel Hut getragen worden, so dass viele Kopfbedeckungen, die von Adligen im Larp getragen werden (wie z.B. die Chaperon), einfach nicht passen. Ich denke aber ergänzend auch über einen „Jagdhut“ nach, der dann mit einem Zinnabzeichen und Federn aufgepimpt werden könnte.

    5. Ausstattung
    Dann braucht es natürlich einen schönen Langgürtel, wie diesen hier, an dem sich eine Nierentasche für das Zeug befindet, was man halt ständig mit rum schleppt. Außerdem gehört ein Paar brauner Stulpenhandschuhe zur Ausstattung. Da die Kleinteile und Details wichtig sind, soll noch ein Messer mit Pfriem an den Gürtel – sowas kann man ja immer gebrauchen. Außerdem braucht es noch einen Geld- bzw. Almosenbeutel, der am Gürtel hängt, sowie eine etwas aufwendiger verzierte Pilgertasche (Schnittmuster), wenn man mal mehr Zeug mitschleppen muss.

    6. Waffen
    Ein Ritter braucht ein Schwert. Da führt kein Weg dran vorbei, weshalb ich bald zu meinem bevorzugten Larp-Waffenbauer Kontakt aufnehmen werde. Gerade für einen Ritter ist es schön, wenn er das Schwert in einer schönen Scheide hat, die man auch mit eigenem Gürtel befestigt. Daher werde ich mir in der Art des Naumburger Typs eine Schwertscheide machen lassen. Ein Dolch ist ebenfalls schön, steht aber weiter unten auf der Liste unter „Nice to have“. Auch ein Schild in Tropfen- bzw. Dreiecksform (klick) soll spätestens mit der Kriegskleidung zu seiner Ausrüstung gehören – aber das werde ich wohl mit einem Teil einer Regentonne als Konstruktionsgrundlage selber bauen.

    Vermutlich merkt man, dass ich Einiges vor habe und mich auch damit abgefunden habe gewisse finanzielle Aufwendungen auf mich zu nehmen, um meinen Reichsritter endlich so auszustatten, dass er meinen Anforderungen entspricht. Jetzt geht es erst mal an weiteren Skizzen und die Ermittlung des Stoffbedarf, bevor ich dann die richtigen Stoffe aussuche und bestelle, um spätestens Mitte Januar mit dem Nähen zu beginnen.

    Wie immer bin ich in der aktuellen Phase natürlich an Eurer Meinung und etwaige Tipps und weitere Vorschläge interessiert …

  • Neue Pläne, da im Larpbereich einige Dinge eingetroffen bzw. passiert sind, die eine Änderung meiner Pläne und Prioritäten nach sich ziehen:

    1. Mein aktueller Hauptcharakter ist irgendwie an einem toten Punkt angekommen. Askir war konzipiert als Streuner, der vielleicht einen Anteil an einer Taverne hält, aber weiter versucht sein großes Glück (primär in klingender Münze) zu machen. An sich sollte es lange dauern, bis er das schafft. Jetzt sind nicht mal zwei Jahre vergangen und er hat mit den „Humpen-Baronen“ Anteile an 3 Tavernen, ist mit Enrico als stillen Teilhaber noch Eigentümer weiterer Tavernen, die sich im Jahr 2012 wahrscheinlich noch vermehren werden. Und soeben hat er das Angebot bekommen ein Schiff gestellt zu bekommen, womit er nicht nur Kapitän würde, sondern auch noch einen großen Schritt zu einem wohlhabenden Händler weitergekommen ist. Anders gesagt: Er ist jetzt schon weiter von dem verlotterten Herumtreiber und Glücksritter entfernt, als er jemals sein sollte. Ergo weiß ich gerade gar nicht mehr, warum Askir überhaupt noch rumreisen soll und nicht einfach in einer seiner Tavernen (vorzugsweise in Dargaras) bleibt.

    2. Ich bin nicht mehr so jung, wie früher. Ebenfalls körperlich nicht mehr so fit und agil. Ob ich noch stundenlang im Wald hinter dem Plot herhüpfen und ihn jagen könnte bezweifle ich etwas. Das schöne Ambientespiel mit der Möglichkeit tagesformabhängig entscheiden zu können, ob man den Plot jagt, war auch ein Grund dafür im Mai 2008 den Charakter Askir zu beginnen. Letzendlich führt es aber meist dazu, dass ich den Plot nicht jage, weil ich einfach zu bequem dazu bin. Das Ambientespiel ist zwar schön, aber auf Dauer auch nicht erfüllend, wie ich langsam erkennen muss. Eine Erkenntnis, die ja schon zu den Überlegungen zu Dr. Ruben van Tessel geführt hat, der mehr plot- und actionorientiert ausgerichtet wäre. Aber als Gelehrter noch moderat. Nur: Wenn nicht was ändern, warum dann nicht konsequent?

    3.  Wer mich kennt weiß, dass ich schon seit ein paar Jahren ein Freund von schöner Larp-Kleidung bin und soweit möglich auch alles selber mache. Ein neuer Charakter bedeutet nicht nur ein neuer Hintergrund, sondern auch eine passende Kleidung. Es ist sicher übertrieben, dass mir das Einkleiden eines Charakters mehr Freude macht als ihn zu spielen, aber es gehört für mich indessen mit dazu, denn es hilft auch in den Charakter hinein zu finden. Nachdem ich neulich einige Fotos von einem Con gesehen habe, hat es mich in den Fingern gekribbelt einen Charakter auszustatten. Ich sehe ihn jetzt, nach den ersten (noch nicht digitalisierten) Skizzen schon vor mir. Und es gefällt mir, was ich sehe.

    4. Über Silvester war ich auf Con mit vielen Freunden und Bekannten. Darunter viele Charaktere, mit denen ich schon seit Jahren – lange vor Askir – zusammen spiele. Einige, mit denen ich seit Jahren nur wenig gespielt hatte. Auch, weil mit Askir einfach der Anknüpfpunkt fehlt. Einer dieser Charaktere, Magister Dijarion Patharis, stellt dann schon am Freitag beim Ausladen die entscheidende Frage: „Wann trifft man eigentlich Mathras mal wieder?“ In der Silvesternacht erzählte dann Thalion, Freiritter zu Mittenwald, dass Mathras sein Schwertpate gewesen ist, und bewies damit, dass er sich daran erinnert und es für ihn einen gewissen Wert hat. An beiden Abenden war es Jaridaê Vela, die ihre Gitarre nahm und Lieder spielte, die ich teilweise seit Jahren nicht mehr vernommen hatte. Lieder, die ich mit Mathras das letzte Mal gehört hatte, zu meinen Lieblingsliedern zählen und mich in die Vergangenheit zurückversetzten.

    5. Es hat seine Vorzüge als Charakter, der ein ungebundener Einzelgänger ist, zu reisen. Es bieten sich viele Möglichkeiten, aber das Gefühl zu einer Gemeinschaft zu gehören, die füreinander einsteht und gemeinsam nach Außen auftritt; einer Gemeinschaft, die trotz aller etwaiger Differenzen im Inneren, die zuweilen auftreten können, für die selben Ziele und Ideale und Tugenden einstehteht fehlt auf Dauer irgendwie. Ein Gemeinschaftsgefühl, dass ich IT wie OT in meinem bisherigen Larp-Leben nur bei einer Gruppe verspürt habe: Dem Reich Dorlónien, bei dem ich auch in der Landes-Orga aktiv bin und viele Hintergrundtexte geschrieben habe und schreibe. Meine Heimat. Und wenn ich bedenke, wie mich andere Spieler immer anschauen, wenn sie von Dorlónien reden, auch wenn mein aktueller Charakter mit dem Land gar nichts zu tun hat (wie Askir), weiß ich, dass man mich immer als Dorlónier sieht und sehen wird. Der dorlónische Wappenrock scheint nichts zu sein, was man einfach ablegen kann – er bleibt, auch wenn man ihn gar nicht trägt.

    Ich glaube ich werde gerade sentimental und bin überzeugt, dass auch alles nicht so rosarot (oder eher grau-gelb) ist, wie ich es hier schreibe. Doch ich vermute man kann klar herauslesen, was seit dem Heiligen Abend 2011 in meinem Kopf vorgeht und in den letzten Tagen nur verstärkt worden ist: Es ist an der Zeit, dass der dorlónische Reichsritter Mathras von Orktrutz wieder in die Welt hinaus zieht, um alte Freunde zu treffen, neue Leute kennen zu lernen, wider das Zwielicht zu kämpfen und zu tun, was man als dorlónischer Ritter halt sonst so macht.

    Um es mit weniger Worten zu sagen: „Dorlóniz da viken viken!“

    Also: Charkaterbogen wurde an den Weihnachtstagen überarbeitet, die ersten Skizzen für die Kleidung und eine Liste mit allem Zeug, was ich auf Dauer so brauche, ist zwischen den Tagen erstellt worden. Ich bin schon auf der Suche nach den richtigen Stoffen (wobei mir der goldgelbe Wollstoff arge Probleme bereitet und ich befürchte, dass ich selber färben muss) und im Januar werde ich wohl schon die ersten Bestellungen für Sachen wie Stiefel, Gürtel und Gürteltasche rausjagen. Dabei werde ich im Endeffekt zwei Ausstattungen für Mathras benötigen: Eine Reise- und eine Kriegskleidung, wobei zweitere natürlich auch aus Rüstungsteilen (keine Platte übrigens, da ich mich an der Zeit der Kreuzzüge im 13. Jhd. orientieren werde) bestehen wird. Aber da ein Ritter ja nicht überall erst mal in Rüstung hinläuft werde ich erstmal nur die Reisekleidung machen, der Rest folgt dann nach Möglichkeit bald darauf.

    Dann gibt es bei Rittern ja noch eine kleine Vorbehaltsklausel: Alleine geht ein Ritter nicht auf Reisen, sofern er ein Lehen und eine Truppe hat. Und das hat Mathras ja bekannterweise. Also mindestens zwei weitere dorlónische Charaktere (egal welcher Einheit, nur halt keine Ritter natürlich) bräuchte es schon, wenn es auf Con geht. Aber damit werde ich mich beschäftigen, wenn es soweit ist oder es ergibt sich einfach oder ich muss mir was einfallen lassen. Denn was bringt es auch in einer Gemeinschaft zu spielen, wenn von der Gemeinschaft niemand da ist, oder!?

    Letztendlich geht es jetzt zur Conwahl. Und da beginne ich darüber nachzudenken einige Cons, die ich mit Askir geplant hatte, jetzt mit Mathras zu besuchen. Eine Entscheidung, die in den nächsten Wochen fallen wird …

  • Ein neuer Charakter ist in Planung. Aber warum eigentlich?

    An einer bisher zu geringen Anzahl kann es nicht liegen. Schließlich habe ich den götterfürchtigen Reichsritter Mathras von Orktrutz, den glaubensfesten Bruder Anselm, den selbstsüchtigen Kapitän Myron d’Auras, den alten Magie(theoretike)r Professor Dr. Dr. Bram van de Watervallen und den aventurische Herumtreiber Askir.

    Ein wenig habe ich manchmal die Befürchtung, dass ich die Tendenz entwickle einen neuen Charakter nur deshalb zu kreieren, um den mit neuen Klamotten austatten zu können. Schließlich hat man so viele Ideen, was man nähen könnte und was gut aussehen würde, dass man nur noch den passenden Charakter dafür benötigt. Ich bin bemüht diese Tendenz im Griff zu behalten, wobei mir die doch begrenzten finanziellen Mittel helfen. Aber es juckt doch manchmal in den Fingern. Ich frage mich, ob es nur mir so geht …

    Der Grund liegt aber derzeit woanders. Auch wenn ich verschiedene Charaktere habe decken sie doch nicht alle Spielmöglichkeiten ab:

      • Mathras ist ein Reichsritter und würde nie ohne Gefolge reisen. Und das muss man erst mal haben. Abgesehen davon, dass er standesgemäß ausgestattet werden müsste, was entsprechend aufwendig ist. Er übernimmt die Führungsrolle, geht auf Grund seiner Gesinnung und seinen Glauben gegen das Böse vor und kann sich nie gemütlich zurück lehnen. Ritter zu sein ist ein Fulltime-Job.
      • Anselm kann zwar alleine reisen, ist aber auf Grund seines „Berufes“ als Kleriker auch Jemand, der einfach aufstehen und kämpfen muss, wenn die Widersacher der Götter tätig sind (was bei den meisten Abenteurercons der Fall ist). Er ist ein ernster Charakter, der sich dem Kampf wider dem Zwielicht verschrieben hat – und dieser Kampf ruht nie.
      • Myron ist als Kapitän darauf angewiesen, dass zumindest einige Leuter seiner Crew mitreisen, was nur selten gegeben ist. Auch wenn er als Händler theoretisch überall agieren kann, ist er doch als Seefahrer an Cons gebunden, die in der Nähe der See stattfinden.
      • Bram ist ein Magietheoretiker und ein alter Mann – also ein Charakter, den man an sich nur auf Akademiecons spielen kann.
      • Askir ist ein Herumtreiber. Jemand, dem nur die Wenigsten (wenn überhaupt) vertrauen und der immer eher in der Taverne bleibt, während andere sich aufmachen und die Welt oder sonstwas zu retten. In gewisser Weise ein Anti-Held. Er kann von allem etwas, aber an sich Nichts richtig. Ein sehr freiheitsliebender Charakter, der sich Niemandem und Nichts verpflichtet fühlt und sich daher auch nie einer Gruppe anschließen würde.

    Keinen dieser Charaktere möchte ich missen, denn mir stehen mit ihnen viele Möglichkeiten offen. Mein erster Hauptcharakter war Mathras, weil ich zu der Zeit ein „Plotjäger“ war. Tavernen fand ich langweilig und war ständig Vorne mit dabei – mit der Zeit auch immer öfter als Anführer. Mit der Zeit wurde ich nicht nur älter und breiter, sondern auch bequemer, woraus letztendlich mein jetziger Hauptcharakter, der Herumtreiber Askir, resultierte. Primär in der Taverne zu finden und mit der Tendenz zu Ambientecons ist er fast der Letzte, der sich an irgendeinem Plot beteiligt (auch wenn er es theoretisch könnte). Zwei grundverschiedene Charaktere, zwei Extreme – aber dazwischen muss es doch auch was geben.

    Da gibt es noch Anselm (Bram und Myron sind so speziell, dass man sie eigentlich gar nicht zählen kann). Er reist alleine. Er kann in der Taverne feiern. Er beteiligt sich am Plot. Er ist ergo nicht so ernst wie Mathras, aber auch nicht so „bequem“ wie Askir. Doch er hat nicht die Wahl. Mathras muss am Plot teilnehmen. Askir kann (macht es aber meist nicht, weil es ja genug andere machen). Anselm muss aber auch am Plot teilnehmen, wenn es mit seinem göttlichen Auftrag zusammen hängt – und das macht ein Plot meistens. Es bleibt die Lücke eines Charakters, der stärker interessiert ist als Askir und sich auch Gruppen anschließen würde, aber nicht durch seine Gesinnung und seinen Glauben gezwungen ist jederzeit aufzuspringen – egal wie es mir in dem Augenblick OT geht.

    Ich möchte einen aktiveren Charakter, der aber nicht überall mit muss. Ich möchte einen vertrauenswürdigen Charakter, der sich auch einer Gruppe (auf Zeit) anschließen kann. Ich möchte einen Charakter, der den Plot jagt und auch gerne mal in einer Taverne einkehrt. Ich möchte einen Charakter, der sowohl auf ein Abenteuercon passt, als auch auf ein Ambientecon.

    Auch wenn es etwas nach der eierlegenden Wollmilchsau klingt soll es ein bodenständiger Charakter werden, der mehr mit DKWDDK (Du kannst, was Du darstellen kannst) agiert, als er irgendwelche Kämpfer- oder Magierfähigkeiten sein Eigen nennt. Es geht nicht um die Fertigkeiten des Charakters, sondern um die Möglichkeiten im Spiel. Das ich nach meinem OT-Empfinden entscheiden kann, wie aktiv ich auf dem Con bin – aber ebenso möchte ich „gezwungen“ sein aktiver zu werden, als ich es mit Askir bin. Ein interessierter Charakter sozusagen.

    Also ran an die Buletten!