Schlagwort: Habit

  • Am 28. Dezember 2007 habe ich das erste Mal meinen Vashanka-Kleriker Anselm gespielt – und dafür ist er bisher sehr gering hier im Blog vertreten. Daher habe ich mal seine Entwicklung anhand seiner Kleidung hier in diesem Blogbeitrag zusammen gefasst:


    Jahreswechsel 2007 / 2008

    Auf seinem ersten Con (und auch auf den folgenden Veranstaltungen bis zum Februar 2009) sah man Anselm den Priester noch nicht an. Eher ein nordisch angehauchter Krieger, aber diese Kleidung waren die ersten Gewandungsstücke, an denen ich aktiv selber dran beteiligt war. Die Weste ist – indessen ohne Fell – für Bernulf auch wieder im Einsatz, ebenso wie die echt tolle Gugel auch heute noch gerne (z.B. für dorlónische Soldaten) eingesetzt wird. Nur fünf Monate nach seinem ersten Con hatte mein Charakter Askir seinen ersten Auftritt – und da Askir mein neuer Hauptcharakter wurde wurde Anselm entsprechend immer seltener gespielt.

    2007-12-28_Anselm_Foto


    Kleidungsskizzen 03. Januar 2009

    Wie man sehen kann war ich mit der Kleidung von Anselm nach etwas über einem Jahr nicht mehr zufrieden. Er sollte als Kleriker klarer erkennbar sein, weshalb ich mich eher in Richtung der historischen Vorlagen bewegt habe. Eine Tendenz, die über die nächsten Jahre weiter bestehen und sogar noch zunehmen sollte, wie man im Laufe der folgenden Skizzen sehen kann.

    2009-01-03_Anselm_Skizze


    Kleidungsskizzen 24. und 25. Januar 2009

    2009-01-25_Anselm_Skizze


    Kleidungsskizzen 25. März 2009

    2009-03-25_Anselm_Skizze


    Kleidungsskizze und neuer Habit im ersten Einsatz, Mai 2009

    Zum Con „Drachenkrieger 1“ ist dann der neue Habit fertig geworden und hat seine Premiere gefeiert. Da ich mich im Stoff verschätzt hatte sind die Ärmel etwas zu kurz geraten und warm war das Teil durch die gute Wolle natürlich auch (was im Sommer nicht sooo toll ist). Aber es hat seinen Dienst erfüllt – auf dem besagten Con im Mai 2009 und auf dem „Silvercrow 13.1“ im selben Monat. Danach hat es jedoch zweieinhalb Jahre gedauert, bis ich Anselm ein weiteres (und bis heute letztes) Mal gespielt habe. Ergo hat der Habit nur drei Conauftritte gehabt, bevor er viele Jahre im Keller gelagert hat, bevor er Anfang des Jahres verkauft wurde.

    2009-05_Anselm_Skizze


    Wie gesagt habe ich nach längerer Pause im Dezember 2010 auf einem Dorlónien-internen Con wieder meinen Blutvogt gespielt. Es hat mir viel Freude gemacht und so war ich wieder voller Elan den Charakter auch kleidungstechnisch auf die nächste Ebene zu schubsen. Zum Einen, weil ich Entwicklungspotential gesehen habe, da er nach einer guten Unterhalten mit einem Ritter diesen in einem IT-Brief gebeten hat in seine Dienste zu treten. Zum Anderen, weil ich gerne Charaktere neu ausstatte und ich mich durch eine Ausgabe der Miroque zum Thema Mönche im Mittelalter inspiriert sah noch stärker in die historische Richtung zu gehen.

    Kleidungsskizze 23. Dezember 2010

    2010-12-23_Anselm_Skizze

    Sowohl die weitere Ausstattung als auch das öftere Spiel des Charakters ist jedoch nicht zustande gekommen. Auch, weil der Ritter leider nie geantwortet hat, so dass diese mögliche Weiterentwicklung des Charakters nicht erfolgen konnte. Doch auch meine Spielpriorität lag 2011 auch hinsichtlich der Conauswahl stärker auf Askir.


    Kleidungsskizze 22. Dezember 2011

    2012-01-03_larp_anselm_skizzen_01

    Im Laufe des Jahres 2011 verminderte sich meine Freude am Larp. Ich fragte mich, ob es an Askir liegt und dachte nochmal – auch mit einer weiteren Skizze – über Anselm nach. Doch 2012 war ich nur noch als Confotograf unterwegs und kam gar nicht mehr ins Spiel. Woran es wirklich lag zeigte sich dann Ende 2012, als ich mir meinen (ersten) Burnout eingestehen musste. Erst im Rahmen der Behandlung meiner Krankheit fand ich auch zu meiner Freude am Larp und auch (in Form von Mathras) nach Dorlónien zurück.


    Kleidungsskizze 01. Januar 2015

    Anfang 2015 habe ich über neue Charaktere nachgedacht und in diesem Rahmen auch einige Skizzen für einen Ceome-Geweihten gefertigt. Diese waren historisch orientiert und in diesem Rahmen sind auch diese Skizzen für eine Kleidung von Anselm entstanden. Ganz ohne die Überlegung dies irgendwann wirklich in die Realität umzusetzen. Denn im Grunde war Anselm für mich damals schon ein Charakter, der aus guten Gründen zu den inaktiven Helden Dorlóniens zählt und bei dem ich mich damit abgefunden hatte, dass ich ihn nie mehr spielen werde. Nur von meinem Richtschwert – eine Sonderanfertigung für den Charakter – habe ich mich bis heute nicht trennen können.

    2015-01-01_Anselm_Skizze


    Bis heute. Indessen habe ich das Richtschwert rausgekramt, damit ich es am Wochenende fotografieren kann, um es zu verkaufen. Auch wenn es ein wirklich schönes Stück ist, das nach meinem eigenen Entwurf – basierend auf historische Richtschwerter – gefertigt wurde, muss ich doch einsehen, dass ich es nie mehr nutzen werde. Selbst wenn ich Anselm wieder reaktiviere: Es ist zu unhandlich und schwer zu transportieren, besonders für Jemanden von meiner Körperlänge. Und um hier in der Ecke Staub anzusetzen ist es einfach zu schade.

    Der andere Grund für den Verkauf des Richtschwerts ist eine Änderung in der Vashanka-Kirche, die besonders meinen Anselm betrifft. Nach langer und immer wiederkehrender Diskussion in der dorlónischen LandesOrga hinsichtlich dem Wunsch eines radikaleren Vashankaglaubens und der daraus resultierenden Unvereinbarkeit mit den Tugenden des Rechts und des Schutzes wollte ich diesem Verlangen letztes Jahr nicht mehr weiter im Wege stehen. Bis dahin hatte ich argumentiert, dass mein Anselm ja genau auf diese Tugenden aufgebaut ist – wie der Weg des Blutvogtes. Dass dieser Weg schon aktiv gespielt wurde und man das ja nicht ändern kann und sollte, denn Gespielt ist Gespielt …

    Zu Letzterem stehe ich weiterhin. Doch auf Grund meines Charakters, der seit Jahren nicht mehr gespielt wird und der vielleicht nie mehr gespielt werden wird eine Entwicklung, die mehrheitlich gewollt wird und man an sich auch für sinnvoll erachtet zu blockieren ist irgendwie auch doof. Dann kam noch eine Idee hinzu, die den Bruch im Vashankaglauben in einen IT-logischen Kontext setzt – und daraus resultierend kam der Wechsel an der Spitze der Kirche im Rahmen des Dunkeltanner Blutkonvents. Die bisherigen Aspekte Schutz und Recht verschwanden und der Blutvogt wurde vom Rechtsgelehrten und Scharfrichter zu einem Mystiker (vornehmlich des Blutes).

    Das bedeutet auch, dass Anselm – sollte ich ihn nochmal reaktivieren – anders agieren würde als bisher. Er würde in den ganzen Jahren im Kloster den Wandel zum Mystiker vollzogen haben – was eine neue Herausforderung bedeuten würde …


    Weiterführende Texte im DorlónienWiki:

  • Gibt es einen Charakter, der wirklich fertig ausgestattet ist? Ich befürchte nicht. Es gibt sicherlich einen Status einer Gewandung, bei der man so zufrieden ist, dass man den Charakter eine ganze Weile spielen kann (wie es bei mir aktuell bei Askir und Myron der Fall ist), aber so wirklich fertig bin ich zumindest nie. Das gilt natürlich auch für Bruder Anselm, für den kurz vor Weihnachten (bevor mich die Idee mit einem Comeback von Mathras überfiel) eine Skizze für eine neue Kleidung entstanden ist.

    Auch wenn die jetzt erst mal nicht so schnell umgesetzt wird, da Mathras für 2012 Priorität hat, kann man schon mal gut erahnen, wohin der Weg des Blutvogtes der Vashanka-Kirche in Bezug auf seine Kleidung irgendwann gehen soll:

    Dabei orientiere ich mich, wie bei den Skizzen vor einem Jahr,  in den Grundzügen an den Habit der Mönche im Mittelalter, damit jedem Mitspieler direkt klar ist, dass er es hier mit einem Ordensbruder und Kleriker zu tun hat. Vielleicht kommt es ja hier zu einer Umsetzung in 2013, denn einen Schritt nach dem Anderen …

  • Nachdem ich seit über einem Jahr beim „Eislaurer 2“ wieder meinen Larp-Charakter Bruder Anselm gespielt habe bin ich für 2011 auch schon mit diesem Char auf den ersten Cons angemeldet. So schnell kann es gehen 😉

    Aber wie das so ist: Man ist ja nie mit seiner Gewandung bzw. seinem Kostüm zufrieden und immer hat man neue Ideen bzw. bekommt neue Anregungen die Klamotten zu verbessern und zu verschönern. Die aktuelle Ausgabe der „Miroque“ mit Zeichnungen von den Mönchshabit im Mittelalter hat dieses Bestreben hinsichtlich Anselms Kleidung noch verstärkt. Schließlich ist er ein Geistlicher des (natürlich fiktiven) Gottes Vashanka und hat fast sein ganzes Leben im Kloster (der „Blutabtei“) verbracht – was passt da besser, als ein Habit!?

    Also habe ich mich, nachdem ich schon mehrere Tage im Geiste die Kleidung hin und her gewandt und auch schon eine erste Inspirationscollage erstellt habe, heute an die ersten Skizzen gesetzt, die hier zu sehen sind. Aber bis ich an die Realisierung gehe wird es sicher noch einige weitere Skizzen geben – und dann kommt das Entwickeln von Schnittmustern, das Maßnehmen und das Aussuchen der Stoffe …

    Wie man sehen kann wird Bruder Anselms Habit aus der Kutte, einer Kukulle mit Kapuze und einer Skalpulier bestehen. Die Farben ergeben sich aus den dem Gott zugeordneten Farben, ebenso wie das althergebrachte Symbol auf der Skalpulier und ggf. auf der Kukulle (ein stilisierter Galgen übrigens). Hinzu kommen noch Handschuhe und nicht eingezeichneter Krimskrams sowie das Richtschwert als Waffe.

    Was ich natürlich trotz aller Recherche nicht 100%ig herausfinden konnte war, was Mönche im Mittelalter so unter der Kutte trugen. Wie zu erwarten gibt es auch nicht viele zeithistorische Abbildungen, in denen sich ein Mönch unter den Habit schauen lässt. So ein Foto würde ich an deren Stelle ja auch nicht unbedingt wollen 😉 Was sicher sein kann ist, dass sie wie alle Leute in der Zeit eine Bruche und ein Leibhemd (Unterhemd) aus Leinen getragen haben.

    Auch wenn ich nicht der Ansicht bin, dass historische Authentizität im Fantasy-Larp erforderlich ist, so bin ich doch der Meinung, dass man sich an historischen Vorbildern orientieren sollte und dass die Kleidung der Charaktere auch logisch und sinnvoll sein sollte. Doch obwohl ich mich nicht der fanatischen A-Fraktion (wenn es das überhaupt geben sollte) zurechne werde ich es wohl dieses Mal mit Bruche und Leibhemd versuchen. Doch wie es dann weitergeht überlege ich noch …

    Würde mich über Ratschläge und Meinungen freuen – das kann mich schließlich nur weiter bringen 🙂