Mit Schwung und neuen Ideen geht es weiter

Beim Drachenfest ist so viel passiert, ich habe so viele neue Leute kennen gelernt und mit bekannten Gesichtern tolles Spiel gehabt, dass ich auch danach sagen kann: Ja, Larp ist ein tolles Hobby, dem ich gerne meine Zeit widme. Sicher hängt es auch damit zusammen, dass gerade in der Zeit meiner Krankheit es vornehmlich die Larper waren, die Anteil genommen und Kontakt gehalten haben – im Gegensatz zu den Leuten meines früheren großen Hobbies, obwohl ich die weitaus öfter gesehen habe als die Larper. Kurz gesagt: Die Zeit beim Larp lohnt sich nicht nur wegen den persönlichen Erlebnissen, sondern auch wegen den Menschen, die man dadurch trifft und kennen lernt.

Beflügelt von diesen Gedanken und Erfahrungen habe ich viele neue Ideen, die ich angehen möchte. In den nächsten Monaten, denn schließlich soll es Spaß machen und nicht in Stress ausarten. 😉

Teil 1: Sachen für bestehende Charaktere

  • Askirs Weste: Der Stoff für Askirs zweite Weste (dieses Mal in Grau mit Phexsymbol am Kragen) ist schon da, muss nur noch gewaschen werden, dann kann ich mit dem Zuschnitt und Nähen anfangen.
  • Askirs Mantel: Er soll einen neuen Mantel erhalten, hier bin ich aber noch dabei Ideen und Inspirationen für einen Entwurf zu sammeln. Ergo wird es bis zur Umsetzung noch einige Zeit dauern.
  • Kartenspiel: Schon länger juckt es mich in den Fingern für Askir ein eigenes Kartenspiel zu entwerfen, zu zeichnen und dann drucken zu lassen. Inspirationen habe ich hier schon mal gesammelt.
  • Askirs Reisebegleiter: Ein Buch mit aventurischen Hintergründen, Gebeten an die Zwölfe, Lieder des Blauen Lagers, Informationen zur Handelskompanie, etc. – halt das, was er an Informationen auf der Reise immer griffbereit haben sollte. Das Buch muss nur noch fertig gestellt und dann gedruckt werden.
  • Buch über die Seemannschaft: Basierend auf der (leider nicht vollendeten) Vorlesung auf der Akademie von Amonlonde werde ich ein Buch über Seemannschaft rausbringen. Das werde ich im Rahmen der Überarbeitung der Vorlesung machen, die ich gedenke Anfang nächstes Jahr auf der Akademie zu halten. Dort soll das Buch dann auch das erste Mal (IT) verkauft werden.
  • Phex-Schrein: Bis zum Drachenfest 2017 möchte ich einen Phex-Schrein bauen, der dann im Blauen Lager stehen soll. Wenn es geht in der Nähe des Rahja-Tempels und in unmittelbarer Nähe zum Aves-Schrein.
  • Anselms Kleidung: Die Robe ist zu kürzen und umzunähen – und dann kann ich mich auf die Handnähte stürzen. Etwas, worauf ich mich jetzt schon freue.
  • Brevier des flammenden Glaubens: Mit der Überarbeitung des Breviers von Anselm, meinen Vashanka-Kleriker, habe ich schon begonnen. Das muss noch zu Ende geführt und das Brevier dann auch gedruckt werden.
  • Hut von Bernulf: Die Zinnabzeichen des aventurischen Gottes Firun und der Schneeflocke als Erinnerung an die Geschehnisse beim letzten Silvestercon muss ich noch an Bernulfs Hut nähen.
  • Umhängetasche von Bernulf: Auch für Bernulf habe ich eine Tasche von Mytholon gekauft, die auch noch mit Handnähten aufgehübscht werden soll.
  • Bernulfs Tunika: Wenn ich gerade dabei bin kann ich auch Bernulfs grüne Canvas-Tunika mit Handnähten versehen.
  • Brasov braucht noch ein Kopftuch (was ich bestellen werde) und wenn ich genug Zeit (und zu wenig Handarbeit) habe, werde ich vielleicht nochmal die Nähte der Weste auftrennen und sauber und schön neu machen.

Ich glaube man merkt, dass mir das Handnähen, wie im letzten Artikel hier beschrieben, wirklich gefällt und in meiner Freizeitgestaltung einen immer größeren Platz einnimmt. Wobei ich (zu meinem eigenen Erschrecken) anfange auch in Richtung Sticken zu schielen, was unter anderem die Schuld von Yseult de Bellamy ist, deren Stickarbeiten mich umgehauen haben. Heute habe ich dann noch gesehen, dass Sjut die Fahne seines Schiffes stickt – und das macht den Reiz selber mal anzufangen nicht geringer. Was sich da noch für Möglichkeiten eröffenen könnten …

Da aber das Alles noch lange nicht ausreicht habe ich natürlich weitere neue Ideen. Zum Einen aus dem altbekannten „Problem“ heraus, dass mich eine Kleidung oder ein Hintergrund einfach reizt, und ich diese Kleidung tragen bzw. diesen Hintergrund einmal darstellen will (wobei ich noch nicht mal genau weiß, ob es primär ums Tragen oder wirklich ums Spielen geht). Zum Anderen, weil ich gerade Lust verspüre mich kreativ erzählerisch neu zu betätigen. Whatever – darum geht es:

Teil 2: Der Schotte

Schon letztes Jahr habe ich ja darüber nachgedacht einen Border Reiver (1513-1603) als Reenactmentprojekt zu machen (Artikel hier). Während ich hier weiter Inspirationen sammle, habe ich ich mich nach meinem diesjährigen Aufenthalt in Edinburgh auch mal bei den Jakobiten (um 1745) umgeschaut und hier gesammelt. Während die Zweiten meist einen Kilt tragen, auf den ich eigentlich weniger Lust habe, sind die Ersteren nicht als Schotten erkennbar. Denn das Bild der Schotten ist (auch wenn historisch nur bedingt korrekt) mit dem Tartan verbunden.

Dann habe ich vor einigen Wochen eine Folge der Serie „Outlander“ gesehen und bin auch im Netz über den Charakter Dougal MacKenzie (gespielt von Graham McTavish) gestolpert. Hier habe ich ein paar Bilder gesammelt. Wie man sieht würde es hinsichtlich der Frisur und des Bartes schon mal passen. Mir stellt sich noch die Frage, ob es einfach nur gut aussieht, oder ob es auch authentisch ist. Zumindest werde ich in die Richtung mal weiter nachdenken. Auch, weil das dann meine Kleidung für die Klischee-Mittelaltermärkte werden soll – inklusive eines Scottish Broad Sword, von dem ich schon seit meines ersten Besuches in Schottland Anfang der 1990er schwärme.

Die Entwürfe, das Entwickeln der Schnitte und erst recht das Suchen des richtigen Stoffes (und damit das Aussuchen des Tartans) wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so dass ich diese Sache derzeit als mein Winterprojekt bezeichne.

2016-08-12_swashbuckler_01

Teil 3: Ein neues Land

Ich bin kein großer Freund von realhistorischen Hintergründen im Larp. Weder als Religion, noch als Land. Daher wäre der beschriebene Schotte als Larp-Charakter ein Schotte, der kein Schotte ist. Also ein Nicht-Schotte-Schotte. Klar soweit? Wenn ich die Kleidung also über den Spaß-an-der-Freude und für Mittelaltermärkte hinaus auch im Larp nutzen möchte, braucht es einen neuen Charakter mit einem entsprechenden Hintergrund.

Von 2001 bis 2003 habe ich meine diesbezügliche Kreativität im Königreich Daynon ausgetobt und von 2003 bis heute habe ich das Reich Dorlónien (Wiki hier) mitgestalten dürfen. Letzteres mache ich auch heute noch gerne und habe nicht vor das aufzugeben. Aber es gibt auch einige Ideen und Vorstellungen, die sich dort nicht realisieren lassen, wie auch der neue Charakter dort vom Stil und vom grob angedachten Hintergrund nicht hin passt. Daher denke ich gerade darüber nach ein kleines, eigenes Land aus der Taufe zu heben, das meine Ideen und Geschichten aufnehmen kann.

Die ersten, noch total unausgereiften Gedanken, gehen in Richtung einer Inselgruppe, ähnlich der Farörer – nur mit mehr Wald und Wild. Vielleicht das Inselarchipel, zu dem auch die vor einigen Jahren von uns auf einem Con schon bespielte Insel „Donnerholm“ zählt. Ein Volk mit einer Hauptgottheit, die weiblich sein wird, und von einigen wenigen (!) Naturgöttern flankiert wird. Anklänge von keltischen und normannischen Vorstellungen könnten ebenso einfließen wie ein weit verbreiteter Aberglaube, der auch mit Feen und Kobolden in Zusammenhang steht. Wer 2008 auf Donnerholm dabei war wird wissen, was ich meine.

Ein Konzept, das ich jetzt erst mal in meinem Kopf wachsen lassen und dann zu Papier bringen werde. Nach und nach werden hier sicher Geschichten und Hintergründe auftauchen – und wenn sich dann irgendwann auch Leute finden, die das Konzept mögen und als Spieler auch mit Leben füllen mögen, dann um so besser. 😉

Und darüber hinaus gibt es dann noch meinen Tweet auf Twitter, in der ich andachte, dass auch eine klassische Abenteurergruppe (also grob Krieger, Waldläufer, Kleriker, Magier, Streuner und Heiler), wie man sie auch aus dem Pen & Paper kennt, für mich eine Idee fürs Larp wäre. Eine Art „Back to the roots“ (zumindest für mich). Überrascht hat mich die Reaktion und die daraus resultierende Eigendynamik. Zumindest habe ich das Gefühl, dass wir die Gruppe alleine via Twitter schnell voll hätten. Bin gespannt, wozu das noch führt.

Whatever: Ich habe viel vor und langweilig wird mir so schnell nicht werden. Aber ich werde mir damit Zeit lassen und das so verwirklichen, wie ich Zeit und vor allem Lust und Muse habe. Bei dem ganzen Prozess freue ich mich aber wie gewohnt auf Deine Unterstützung und Deine Meinung, Deinen Rat und Deine Tipps. 🙂

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