Reichsritter: Der Einohrritter?

Von Askir von der See|2. Januar 2012|

Nachdem der Charakter im Land Tamar ein Ohr verloren hat, das ihm durch Anhänger des Bösen abgeschnitten wurde, habe ich mich dazu entschieden, dass er sich das Ohr nicht, wie im Larp möglich und üblich, nachwachsen lässt. Auch aus dem Grund, weil dieses Ereignis in der Entwicklung des Charakters eine Zäsur darstellte, da er erst durch diese Ereignisse ein wahrhafter Streiter für die Götter und das Licht wurde. An Stelle des Ohres trat ergo IT eine Metall- bzw. Silberprothese.

Im Laufe der Zeit hat sich das dann zu einer Art „Markenzeichen“ entwickelt. Es wurde vom „Silberohrritter“ gesprochen und gemunkelt, dass im Falle eines Werwolfsangriffs das silberne Ohr eben diesem Probleme bereiten würde. Man hörte vom Einohrritter und es wurde gefrotzelt, dass die Mark Orktrutz in Ohrtrutz oder Einohrtrutz umbenannt würde. Ein sicher weiterer Grund, warum Mathras auch zukünftig ein Nachwachsen des Ohres auf magischem Wege verweigern sollte und weiterhin mit der Prothese rumläuft.

Dann schaue ich die alten Fotos an, wo Mathras mit diesem Silberohr rumlief. Wie die beiden Fotos, die mich als den Reichsritter auf dem Con „Dargaras 3“ aus dem Jahr 2006 zeigen. Ich weiß ja nicht, wie Ihr das beurteilt, aber ich sehe von meinem heutigen Standpunkt und meinem heutigen Anspruch aus einen Mann mit einem silber geschminkten Ohr. Nein, für mich reicht das heute nicht mehr aus, um eine Metallprothese darzustellen.

Ich möchte natürlich auch nicht verhehlen, dass es noch etwas an diesem Ohr gab, das mich unheimlich genervt hat: Man muss sich morgens schminken und abends abschminken und bei einem nächtlichen Alarm wird man schnell hektisch. Das abendliche Abschminken nicht zu machen oder nicht gründlich genug hat zudem einen silbrigen Schleier auf dem Kopfkissen zur Folge. Auch nicht schön. Ebenfalls nicht schön, sondern ärgerlich war es, wenn man das Schminken des Ohres vergessen hatte und irgendwann von Irgendjemand drauf hingewiesen wurde, weil man so selten im Spiel in einen Spiegel schaut. Einfach ist anders.

Fazit: So wie bisher kann es nicht bleiben!

Lösungsansatz 1: Die Ohrprothese aus Latex
Ich könnte hingehen und einen Abdruck von meinem Ohr machen und dann eine Ohrprothese aus Latex gieße, silbrig färbe und dann über mein echtes Ohr stülpe. Diese Prothese würde etwas über das Ohr hinaus ragen auf die angrenzenden Bereiche, wie eine Metallplatte, wo sie mit sichtbaren Bolzenköpfen befestigt wird. Natürlich OT mit Kleber und nicht mit Bolzen. Dabei wäre die Prothese äußerlich nur grob dem Ohr nachgeformt, damit sie wie ein Schmiedestück aussieht. Der Ritter von Orktrutz bliebe damit der „Einohrritter“, aber das nervige Schminken wird natürlich durch etwas nicht weniger Nerviges ersetzt.

Lösungsansatz 2: Das Nachwachsen des Ohres
Wenn es im Larp IT möglich ist auf arkanem und/oder klerikalem Wege ein beliebiges Körperteil nachwachsen zu lassen, dürfte ein Ohr kein großes Problem werden. Zumal Mathras das Angebot für diesen „Eingriff“ schon mehrfach erhalten hat, unter anderem von Julian Vincent Daros und von Dijarion Patharis. Also sollte es auch kein Problem sein, wenn Mathras in den vergangenen Jahren, in denen er nicht live gespielt wurde, bei der Magierakademie in Amhas oder einem Leylindatempel vorbei und rein geritten ist, um das Ohr nachwachsen zu lassen. Vielleicht, weil ihm das ständige Putzen auf den Keks ging oder das Teil doch anfing zu rosten. Damit würde er nicht jetzt wieder mit seinem neuen alten Ohr reisen und ich hätte das Darstellungsproblem nicht – aber eben auch nicht mehr eines seiner „Markenzeichen“.

Für mich eine echt schwierige Entscheidung und ich daher würde mich Eure Meinung brennend interessieren. Vor allem von den Leuten, die Mathras schon kennen und daher vielleicht einschätzen können, wie wichtig dieses verfluchte Ohr überhaupt ist … Vielen Dank schonmal.

12 Kommentare

  1. Ich flnde Latexohridee einfach klasse! Mal was anderes, und Markenzeichen darf man nicht so einfach aufgeben, wenn es sich vermeiden lässt.

    Bis bald im Sorgenbrecher oder sonst wo,
    Calla

  2. Ich würde Dir die Latex-Variante empfehlen. Ein Abdruck von Deinem Ohr müsste sich leicht machen lassen. Und von dem Abdruck dann ein Negativ und da Latex drauf pinseln, bis die Schicht dick genug ist. Könnte mir vorstellen, dass das ganz gut aussehen könnte.
    Die Problematik mit dem Schminken hatte ich bei meinem Chara ja auch: ich hatte mir anfangs Blätter ins Gesicht gemalt. Das war schon nervig. Heute hab ich Latex-Blätter, die ich mir ins Gesicht klebe. Das ist viel leichter zu handhaben, gibt keine Farbflecken auf der Kleidung, verläuft nicht im Sommer und sieht besser aus. Man sieht halt, dass da wirklich Material drauf ist und nicht nur angemalt.
    Dir das Ohr nachwachsen lassen, würde ich nicht machen, da das mit dem Markenzeichen schon ein Argument ist.

  3. Ich schließe mich an: auf jeden Fall das Latexohr!

    . . . Du spielst Mathras wieder? O.o

  4. Nachwachsen.

    So Plastikohr-Sachen sehen meist auch nicht toll aus, finde ich.

    Eher noch ´ne Nicki-Lauda-Ohrprothese.

  5. Weitere Stimmen:

    Kassandra im Larp-Ahr-Forum:
    Ich glaub ich würde zur Latexprothese tendieren. Immerhin ist das Ohr, wie du sagtest, das Markenzeichen des Charakters. Das jetzt wegzulassen wäre irgendwie schade. Andererseits kann ich verstehen daß schminken nervt.
    Den Latexaufsatz kann man drei Tage dranlassen, kann man ja mit Elfenohren auch. Und mit so einem Aufsatz läßt sich auch schöner als mit schminken darstellen, daß so eine Prothese halt nicht perfekt ein Ohr nachbilden kann.

    Thalion im Chaos-Larp-Forum:
    Also außer Schminken fällt mir nichts ein. Ich fand, das war immer okay.
    Aber da das ja keine Lösung mehr für dich ist, finde ich das nachwachsen lassen in einer Position als Ritter durchaus IT vertretbar. Ich würde mir auch jederzeit Arme, Beine oder Nase nachwachsen lassen, wenn ich sie verloren hätte. Warum? Weil man Freunde kennt, die es können und weil (gerade ohne Arme und Beine) der Charakter ohne ziemlich Arbeitsunfähig wäre.

    Cassandra DeBarross auf Facebook:
    ich würd gefärbtes latex nehmen… abdruck vom Ohr machen, positiv mit gips gießen und diesen mit versiegelung überziehen. ggf vaseline auftragen und dann metallpigmente in latexmilch lösen und dünn auftragen… mindestens 8 schichten aber sehr dünn und immer gut trocknen lassen. Vorteil: wirkt metallischer, man kann die kante darstellen, wo die prothese auf die haut trifft, wiederverwendbar 😀

    Ritter Algonkin auf Facebook:
    Also Silberschminke ist ungefähr in der Liga von „grüne Farbe macht den Ork“. Ich würde eine eckige Latexapplikation gießen.

  6. Im Endeffekt musst Du wissen, ob Mathras sich das Ohr nachwachsen lassen würde oder ob er es als „Mahnung“ bewahren möchte. Finde beides ok, aber wenn nicht Nachwachsen, dann sollte es tatsächlich eine coole Applikation sein und nicht nur Schminke.

  7. Es stellt eine Mahnung an Dich und die Deinen dar.
    Es ist ein „Markenzeichen“ (stell Dir mal Taro ohne Haare vor, nur weil er gelernt hat, das lange Haare in wärmeren Gefilden unpraktisch sind 😉
    Und die Latexideen sind schön und auch darstellbar.
    Nachwachsen wäre zwar eine Alternative, aber irgendwie unpassend.

  8. @Lord
    Ohne Haare sähe Taro ja noch hässlicher aus 😉 😛

    Zitat: „Es stellt eine Mahnung an Dich und die Deinen dar.“
    Was kann man auf so ein Argument mit einer Prise Pathos schon erwidern …

  9. Talis Lodjur auf Facebook:
    Wenns keine Haut sein soll würde ich auch kein Latex nehmen. Meine Vorgehensweise wäre das was du mit dem Latex vorhast, also etwas bauen, was man über das Ohr ziehen kann aus Worblas oder Wonderflex zu machen. Das sind Niedrigtemperaturkuststoffe, die sich bei ca 70 °C verformen lassen und wenn sie abkühlen die gewünschte Form erhalten. Das Zeug klebt an sich selber und kann mit Acrylfabre bemalt werden, oder auch mit Metalllack besprüht werden, womit man sicherlich besser einen Metallenenen Look herstellen kann.

  10. Elin im Fantastic-Culture-Forum:
    Die Frage ist ja auch, wer würde freiwillig mit einer Prothese oder gar ohne Körperteil rumlaufen, wenn es so einfach ist, es nachwachsen zu lassen?! Nur, weils ein Markenzeichen ist oder Erinnerungen daran haften? Ich finde das, realistisch betrachtet, unrealistisch.
    Wenn du selber nicht davon überzeugt bist, mach’s weg. Dran. Wie auch immer. 😉

  11. Willow schrieb im Chaos-Larp-Forum:
    Mir würde nur Einfallen, einen Abdruck des Ohrs zu machen (z.B. durch Gips oder so) und dann diesen Abdruck zu bearbeiten, so dass man ihn sich über das Ohr stülpen oder ziehen kann. Und dann halt silber machen.
    Ansonsten sollte das Nachwachsen eine gute Lösung sein.
    Dural hat sich ja auch seine Narbe wegheilen lassen.

  12. Im Prinzip hast du dir die Antwort schon selbst gegeben:
    Nachwachsen lassen.

    Oder alternativ wirklich was aus Metall machen lassen, das sieht dann auch echt aus (ist aber sicherlich ordentlich Aufwand).

    Und von der Logik her hat Thalion auch ein entscheidendes Argument gebracht: Es gibt letztlich (inTime) keinen Grund, das Ohr nicht nachwachsen zu lassen, im Gegenteil.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du verwendest diese HTML Tags und Attribute: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*
*