Hut ist ein wichtiger Teil eines Larp-Kostüms. War eine Kopfbedeckung in den vorigen Jahrhunderten, auf denen die Darstellung auch am Fantasy-Bereich letztendlich immer grundlegend basiert, ein normaler und fester Bestandteil der Bekleidung, so sollte dies auch im Liverollenspiel gelten. Ein Grundsatz, den immer mehr Spieler mit ihren Charakteren befolgen, während sie das Blöde-Hut-Credo propagieren.

Dabei fällt mir aber zusehends auf, dass der Dreispitz einen Trend setzt. Schon immer war er bei Seefahrern, die das goldene Zeitalter der Piraterie zum Vorbild nehmen, und bei Charakteren aus Ländern, die die Epoche des Barock als Hintergrund haben, bevorzugte Kopfbedeckung. Verständlich und richtig, kam der Dreispitz doch um 1690 zum ersten Mal auf und wurde im 18. Jahrhundert zum bestimmenden Hut der aktuellen Mode. Im Bürgertum wurde er noch bis in das 19. Jahrhundert hinein getragen. [Q]

Vermehrt jedoch finden sich in letzter Zeit Charaktere, die einen eher mittelalterlichen oder an die Optik von „Herr der Ringe“ angelehnten Hintergrund und Kleidungsstil haben und einen Dreispitz auf dem Kopf tragen. Sicher besser als gar nicht behütet, doch es gibt auch in den Epochen vor dem Auftauchen des Dreispitzes eine große Auswahl schöner Kopfbedeckungen. Warum also muss es ein Dreispitz sein?

Richtig geschockt überrascht war ich jedoch, als ich dieses Jahr selbst auf Mittelaltermärkten den Trend ausmachen konnte. Man sollte meinen bzw. ist gewohnt, dass es zumindest auf den Anspruchsvolleren der Mittelaltermärkte die Händler und vor allem die Darsteller (aus dem Bereich Reenactment stammend) eine relativ genaue Orientierung an das Mittelalter haben. Da die besagten Veranstaltungen sich auch explizit nur auf das Mittelalter beziehen ist ein Dreispitz eindeutig fehl am Platz.

Jetzt hoffe ich nur, dass sich dieser Trend nicht weiter fortsetzt und man wieder zu den Hutformen zurück kehrt, die zum Rest der Kleidung bzw. des Kostüms passen, denn „Anything goes“ im Larp hin oder her – mich stört es.

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