Schlagwort: Reichsritter

  • Vor einem Monat bin ich von dem internen dorlónischen Ambientecon „Ceomes Feste“ zurück gekommen – und habe auch einige Fotos mitgebracht, die hier zu finden sind. Abgesehen von den Fotos habe ich auch viel schönes Spiel mit netten Menschen gehabt. Hier die Fotos mit meinem Ritter, die damit auch (bis auf den Mantel) den aktuellen Stand seiner Gewandung dokumentieren:

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    Die Orktrutzer (v.l.n.r.): Soldatin Edda (knieend), Taphanor-Kleriker Kennhold, Reichsritter Mathras von Orktrutz, Knappe Doran von Nebelmoor. Edda fehlt noch die Orktrutzer Gugel, sonst können wir uns aber so langsam sehen lassen.

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    Die dorlónischen Conteilnehmer (v.l.n.r.): Vashanka-Kleriker Skôrn, Soldatin aus Quellstein, Feldschererin Sienna, Arkanist Stig Louskenn, Knappe Doran von Nebelmoor, Taphanor-Kleriker Kennhold, Reichsritter Mathras von Orktrutz, Reichsritter Ansgar von Quellstein, Junker Tarorcragh, Kahina, Arkanist Pheras Helgerfels, Ceome-Klerikerin Maiwenn sowie (knieend) Soldatin Edda und Knecht Dietrich.

    Und jetzt, etwa zwei Monate vor dem Drachenfest, beginnen die dafür noch erforderlichen Vorbereitungen – was natürlich nicht den Ritter, sondern Askir betrifft.

  • Dieses Jahr hat besonders mein Reichsritter von den Weihnachts- und Geburtstagsgeschenken profitiert, die ich von meiner Frau bekommen habe. Und das waren:

      • Im Hochmittelalter bei Adel wie Volk gleichermaßen verbreitet, weil praktisch und einfach herstellbar, war der Strohhut. Und daher wird auch mein Ritter im Sommer bei brennender Sonne (was man als Dorlónier ja eh nicht so gut abkann) diesen formschönen Strohhut tragen. Die Form entspricht den Zeichnungen in der Maciejowski-Bibel aus dem 13. Jahrhundert.
      • Ein Essebesteck (das ich natürlich auch mit Askir verwenden kann). Mein erstes schönes IT-Essbesteck (bisher habe ich dann doch meist unser normales Ikea-Besteck verwendet). Jipieh!
    • Von Anfang des Neukonzeptes für den Reichsritters (Klick) hatte ich mir einen hochmittelalterlichen Helm gewünscht. Und genau diesen habe ich zu meinem Geburtstag bekommen. Ich bin total happy. Auch wenn er schwerer ist, als ich gedacht habe (schließlich hat er Schaukampfqualität), trägt er sich bisher gut und man sieht auch mehr, als ich befürchtet habe. Nur die Sicht nach unten ist eingeschränkt – aber schließlich trägt der Ritter den Helm nicht ständig. Aber wenn, dann sieht das sicher toll aus.

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    Aber auch Askir ist mit dem Phex-Vademecum auch nicht leer ausgegangen. 😉
    Und was lag bei Dir so unter dem Baum?

  • Das Dorlóniencon liegt jetzt schon ein paar Wochen zurück und wenngleich die Dorlónier (ausnahmsweise) nicht siegreich waren, hatte ich verdammt viel Spaß mit vielen netten Menschen und guten Spielern. Meine (und andere) Reviews auf das Con findet man hier, weswegen ich auch hier nicht noch mal alles in epischer Breitet ausrollen muss.

    Damit es aber auch mal schöne Fotos von mir gibt haben meine Frau und ich uns gestern nach Neuwied begeben, wo Michael Fischer so nett war unsere verschiedenen Charaktere zu fotografieren. Es waren zwei schöne, kurzweilige Stunden mit tollen Ergebnissen. Hier ein paar ausgesuchte (und von mir nachbearbeitete) Fotos des Reichsritters Mathras von Orktrutz:

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    Und da sich ja das Gerücht, dass Larper auch Beine und Füße haben, hartnäckig hält, hier noch drei Fotos, auf der (mehr oder weniger) die komplette Gewandung zu sehen ist. Also die Zivilkleidung mit Cotte und Surcotte sowie die „Kriegskleidung“ mit Gambeson und Wappenrock. In der Mitte gemeinsam mit meiner Waffenmeisterin Gilda Rothaar.

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    Fotos: Michael Fischer | Bearbeitung: Hagen Hoppe
    Nutzung der Fotos nur unter Creative Commons BY-NC-ND

  • Vor 11 Monaten habe ich für Askir eine Collage mit der Entwicklung seiner Kleidung erstellt. Auch wenn Mathras Gewandung aktuell noch „work in process“ ist, ist sie schon so weit, dass ich mich auch mal für meinen ältesten Hauptcharakter* an eine solche Collage setze:

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    In Lyros, auf dem „Memente Mortis 2“, ist er unter seinem vollen Namen „Mathras Curak ap Trythar“ im Mai 2002 als Waldläufer-Söldner gestartet (und direkt von einer Händlerin mit etwas düsterem Hintergrund angeheuert worden). Mit allen Fehlern, die man so als Anfänger machen kann: Die Gewandung bestand aus einem schwarzen Schnürhemd und einer braunen (Wild)Lederhose – aber dazu dann zwei Klingenwaffen und einen Langbogen. Letzterer war länger als ich (was zugegebenermaßen nicht sondernlich schwer ist) und ich glaube untern rausstehend aus dem Rückenhalter habe ich mehr Leute von den Beinen geholt, als mit Pfeilden.

    Im September des gleichen Jahres hatte eine Pelzjacke meiner Oma dran glauben müssen, so dass ich etwas mehr nach Waldläufer ausgesehen habe. Auf dem Con in Moriat hatten meine zwei Reisegefährten und ich uns den Zeltplatz am Lagerfeuer gesichert, was dazu führte, dass sich dort dann auch drei Typen in grau-gelben Wappenröcken breit gemacht haben. Nach dem Con (und einer epischen Schlacht am Lagerfeuer später) war Mathras dann Dorlónier und Leutnant des Freien Banners der Reichstruppen.

    Etwa ein Jahr später – in Dargaras – trug Mathras dann schon sein Leutnantwams, das ihn (ob mit oder ohne Schulterstück) länger begleitete, als es eigentlich für ein Wams mit Reissverschluss im Larp gut gewesen ist. Zudem war eine graue Gugel und ein grauer Kilt (der leider auf keinem dieser Fotos zu sehen ist – und ich glaube das ist auch ganz gut so) dazu gekommen. Wie ich auf die Idee gekommen bin, dass ein Kilt für den Kommandanten einer Waldläufertruppe sinnvoll ist, ist mir heute ein richtiges Rätsel.

    Kettenhemd, Schweisserhandschuhe, Wappenlappen und ein Buckler sind dann in Westmynd im April 2004 mit dabei. Westmynd, wo wir direkt wussten, dass der Hofmagier der Böse ist. Wir haben versucht in einen Kerker einzubrechen, haben den ganzen Tag als Wache der Goldminen nur rumgestanden, um dann letztendlich die Enschlacht zu verschlafen. Ergo: Sehr aktiv, wenngleich auch sinnfrei gekleidet (langes Kettenhemd über ein Kilt und den blanken Beinen erschliesst sich mir heute nicht mehr).

    Einen Monat später in Daynon wurde aufgerüstet: Ich bin günstig an einen Schaller und die Panzerhandschuhe gekommen. Macht für einen Waldläufer-Kommandanten zwar im Rückblick wenig Sinn, aber für sich gesehen schöne Teile (die ich vor ein paar Jahren aber wieder verkauft habe). Und damit der Schaller nicht zu sehr auf den Kopf drückt habe ich meine Haarpracht mit einem schwarzen Kopftuch gebändigt. Alles in Allem eine interessante Kombination.

    Nachdem Mathras im Juli 2004 zum Ritter geschlagen wurde sinkt die Anzahl und die Qualität der Fotos bis zum „Firnluchs 2“ im Dezember 2006. Damals hatte ich eine relativ große Gruppe, die mit mir gemeinsam auf Cons gegangen ist. An meiner Kleidung hat sich aber nicht viel geändert. Zu beachten ist aber der Bart, der schon so lang war, dass man den Schnurrbart zwirbeln konnte und der Bart auch als Nahrungsmittelvorratslager für schlechte Zeiten dienen konnte.

    Irgendwann zwischen Ende 2006 und Mitte 2007 haben wir auch angefangen selber zu nähen. Eine der ersten Ergebnisse war die grüne Surcotte, die ich unter dem weißen Mantel trage. Damals aber schon schwand meine Begeisterung mit dem Ritter Larp zu machen, denn während ich 2006 noch 14 Cons gewesen bin, waren es 2007 nur noch 5 Veranstaltungen und 2008 war ich nur noch je einmal in Amonlonde und Lupien.

    Von kurz vor der fast fünfjährigen Pause, in der ich den im Mai 2008 angefangenen Charakter Askir zu meinem Hauptcharakter aufgebaut habe, stammt das Foto vom Amonlonde-Con im September 2008. Mit neuem Wappenlappen (deren Farbe immer noch toll ist!), der auch den von mir neu entworfenen Schneelöwen führt. Die Rüstung unter dem Wappenlappen habe ich von seiner Lordschaft geliehen – also nicht über die breiten Schultern wundern.

    Seit Anfang 2013 spiele ich wieder meinen Reichsritter – und da ich mit den „alten“ Klamotten nicht mehr zufrieden war und sie auch meist nicht mehr existiert musste was Neues her – und da bin ich sozusagen noch im Prozess …

    Es ist aber schön und macht zuweilen nachdenklich, wenn man zurück blickt …

    *kleine Anekdote am Rande: Mathras wurde am 30. Mai 2002 das erste Mal gespielt. Askir am 30. Mai 2008. Meine Frau (die ich 2002 noch gar nicht kannte) hat am 30. Mai Geburtstag. Zufälle gibt es …

  • Ist meine Frau nicht großartig? Sie hat mir nicht nur eine Gugel genäht, während ich den ganzen Tag unterwegs war. Und nicht nur das, sondern auch eine Wollkappe mit Aufschlägen (nach dem Model L von den Kopfbedeckungen hier). Damit sieht der Stand der aktuellen Näharbeiten für die „Kampfklamotten“ so aus:

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    Gambeson, Wappenrock (noch ohne das Wappentier), Gugel, Coife und Wollkappe (auf die noch ein Zinnabzeichen oder so drauf muss). Ich vermute mit den Schichten (unter dem Gambeson wird ja auch noch mindestens eine Leinencotte sein) dürfte es mir in zwei Wochen auf dem Dorlóniencon nicht so schnell kalt werden. 😉

  • Nachdem die Anmeldezahlen für das dorlónieninterne Con übernächstes Wochenenende nicht besonders gut aussahen, haben meine Frau und ich entschieden die Orga mal zu fragen, ob mein jüngster Sohn (da noch minderjährig) mitkommen darf. Er darf und daher wird mein Reichsritter auch seinen Knappen dabei haben. Seine bisherige Kleidung reichte für das eine Yddlandcon im Hochsommer und für die besuchten Tavernen in Dorlónien aus, aber es ist zu erwarten, dass wir beim „Zwielicht 1“ bei kühleren Temperaturen viel draußen sein werden.

    Daher hat sich meine Frau heute an die Nähmaschine gesetzt und (während ich beim THW war) schnell mal für ihn ein paar neue Sachen genäht. Erstmal die Gugel, wie sie jetzt auch in identischer Fassung ebenfalls für meinen Ritter hier liegt und mit der in dieser Form irgendwann alle Orktrutzer rumlaufen sollten. Dann eine hochmittelalterliche Kopfbedeckung: Der „Jagdhut“. Die war aus Stoffresten entstanden, steht ihm aber so gut, dass sie fortan Teil seiner Kleidung sein wird.

    Als oberste Kleidungsschicht eine Garnache, die im Gegensatz zu einem Radmantel die Arme nutzbarer und ihn agiler sein lässt, was auch seinem Alter entspricht. Dieses praktische Kleidungsstück (das ich auch vor langer Zeit mit Mathras mal getragen habe, als er noch kein Ritter war) in ähnlicher Form kann ich mir auch gut für die Truppen und den Tross der Mark vorstellen – als etwa knielange Cappa*. Da wir ja die schöne Gugel haben, wurde die Garnache ohne angenähte Kapuze ausgeführt.

    Und so sieht das Ergebnis aus:

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    Über Kommentare mit Deiner Meinung, Anregungen und Tipps, freue ich mich. Immer auf dem Laufenden über aktuelle Projekte und sonstigem Zeug ist man über meine Facebook-Seite. Einfach draufgehen und liken 😉

    *Dem Link hier folgen, dann runter scrollen und auf „Herrengewandung“ oder auf „Frauengewandung“ gehen – dort findet sich mehr über dieses Kleidungsstück. Generell ist das eine Seite, die ich sehr empfehlen kann, um mal rum zu stöbern und sich inspirieren zu lassen.

  • Auch wenn das Fell vom Fuchs oder Marder oder wasauchimmer toll ist und ich es für einen Schnäppchenpreis auf dem Flohmarkt bekommen habe, tendiere ich doch dazu meinen Mantel ohne den Pelz zu lassen. Zumal sonst ja auch der Keiler nicht mehr sichtbar wäre. Gestern ist übrigens noch die weiße Cotte (nicht im Bild) und die schwarze Surcotte fertig geworden, wie man sieht:

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    Jetzt fehlen nur noch Tasselscheiben als Verschluss für den Mantel und ein paar Kleinigkeiten, die ich noch in Handarbeit erledigen muss. Und natürlich der Wappenrock und die Gugel – aber da warten wir ja derzeit auf neue Stoffproben. Zumindest haben wir schon eine Idee, was wir mit dem Wollstoff in Grau-Melange machen könnten: Einen Mantel oder eine Garnache für den Knappen.

    Derweil sitze ich – in Absprache mit einigen Anderen – an einem Leitfaden für Spieler in der Rittermark Orktrutz. Damit jeder schon vorher weiß, auf was er sich bei uns einlässt. Mit Erklärungen zu den Hintergründen, den Spezien, den möglichen Rollen, den Einheiten, dem Spielstil, der Kleidung und Ausrüstung, etc. Derzeit aber noch „Work in process“.

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  • Heute ist der bestellte Wollstoff angekommen. Die Qualität ist wie gewohnt super und auch der Service von Aktivstoffe lässt nicht zu wünschen übrig. Aber wir mussten feststellen, dass es einen Unterschied ausmacht, wenn man eine kleine Stoffprobe hat oder mehrere Meter Stoff. Denn das Grau-Melange wirkte auf der kleinen Probe dunkler, als er tatsächlich ist. Und damit hat er nicht die Graufärbung, die wir uns für einen schönen und starken Kontrast zu dem tollen Wollstoff in „Curcuma“ vorgestellt hatten. Aus diesem Grund denken wir gerade darüber nach, was wir mit dem jetzt bestellten Wollstoff machen und wo wir einen dunkleren grauen Wollstoff herbekommen. Hier aber mal ein Foto von den heute gelieferten Stoffen:

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    Dank meiner Frau sind heute auch schon die ersten Kleidungsstücke für meinen Reichsritter fertig geworden bzw. einen großen Schritt weiter gekommen. Fertig ist die Cotte aus goldfarbenem Leinenstoff. Mein Dreiviertelmantel aus schwerem Wollstoff hat jetzt einen Futterstoff aus Leinen. Einige Bereiche werde ich noch von Hand nähen müssen und der Verschluss mit Tasseln fehlt auch noch. Als Letztes wird das Fuchsfell (das auf dem Foto schon drüber liegt) um den Kragen befestigt.

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    Weitere Fotos werden sicher bald folgen 😉 Und was Meinungen und Vorschläge angeht – Du weißt bescheid: Es gibt hier eine Kommentarfunktion.

  • Die neuen Stoffproben von Aktivstoffe sind angekommen und ich weiß, warum diese schon seit Askirs neuer Kleidung mein bevorzugter Stofflieferant sind. Abgesehen von dem netten Kontakt via Mail und tollen sowie schnellen Service, haben sie einfach schöne Stoffe in vielen Farben. Nachdem das „Ocker“ beim Leinenstoff „Holmar“ schon vielfach für Mathras gebraucht wurde, nehmen sie jetzt noch ein Dunkelgrau in ihr Programm – und das Stoffmuster hat mich davon überzeugt, dass ich mit diesen Leinenstoffen (gefüttert mit weißem Stoff) den neuen Wappenrock des Reichsritters nähen werde.

    Auch die Stoffe der anderen Muster sind direkt auf meiner Bestellliste gelandet: Wollstoff „Gaby“ in Curcuma und Wollstoff „Hannah“ in Grau-Melange. Daraus entsteht erst mal die Gugel für den Ritter, später sicher auch noch andere Mi-Parti-Kleidungsstücke. Mit den Leinenstoffen für den Wappenrock und den Wollstoffen für die Gugel stehen damit auch die Stoffe und Farben für die noch entstehende Truppe aus Orktrutz fest. Wobei die Waffenknechte sich mit ihrem Wappenrock an den des Ritters orientieren werden – nur ohne den Schneelöwen drauf und von der Länge bis Kniehöhe.

    Apropos Wappenrock: Ich habe einen Favoriten. Erst habe ich ja zu den traditionellen Formen tendiert, aber irgendwie war mir das zu überladen. Und es war mir auch einfach zuviel Aufwand. Den Löwen finde ich (auch wenn er auf dem Wappen in die andere Richtung blickt) auf der rechten Seite, damit er nicht vom Schwert verdeckt wird, sinniger. Und da ich den goldenen Löwen auf grauem Grund schöner finde als anders herum, müsste es dann die geviertelte Lösung sein. Ich weiß aber jetzt schon, dass ich mich noch verfluchen werde, wenn ich den Löwen annähen muss …

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    Auch bei der Tunika/Surcotte hat sich – wie man sehen kann – etwas getan. Um micht warm zu halten habe ich einen Garde-Corps und einen Mantel – da brauche ich nicht noch eine Surcotte aus Wolle mit langen Ärmeln und Kapuze (die dann auch irgendwie die Gugel unnötig machen würde). Mit Mathras fehlt mir ja eher was für Abende in einer warmen Taverne oder für den Sommer. Also wird es eine Surcotte aus dünnerem Stoff (aber natürlich gefüttert) ohne Ärmel. Da drunter wird dann die goldfarbene Cotte getragen, um einen schönen Kontrast zu haben.

    Auf der Skizze ergo die Sachen, die jetzt noch bis zum Dorlónien-Jahresabschlusscon entstehen sollen: Cotte aus goldfarbenem Leinen, Cotte aus weißem Leinen, Surcotte ohne Ärmel, Gugel aus Wolle in Mi-Parti und der Wappenrock. Auf dem Foto der „neue“ Gambeson. Ich hoffe das reicht für das Con erstmal …

  • Während sich die Stoffsuche noch hinzieht und auch die Alternative mit der Umarbeitung des alten Wappenrocks nicht mehr opportun ist (denn er hat nicht ausreichend Weite, um über den Gambeson getragen zu werden), denke ich – auch wegen der Stofffarbenauswahl auf dem Markt und der Vereinfachung des Arbeitsprozesses – über Möglichkeiten zur Gestaltung des über Gambeson (und später Kettenhemd) getragenen Wappenrockes nach. Das sind mal sieben Entwürfe, die heute entstanden sind:

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    Der klassische Wappenrock, wie er vor über zehn Jahren getragen wurde, ist (von dem Schneelöwen, den ich wohl das erste Mal in der Art verwenden werde, mal abgesehen) von der Teilung und Farbe die Variante 6 + 7. Irgendwann hat seine Lordschaft überlegt, dass er einen neuen, schönere Wappenrock braucht und daraus entstand dann die neue Einteilung, wie sie bei Nummer 3 + 4 zu sehen ist. Die klassische Teilung findet sich noch bei den Wappenröcken der Herrnheiner Bogenschützen und beim Wappenrock des Quellsteiner Ritters (die alle aus einer Charge an Wappenröcken stammen), wie man hier schön sehen kann. Alle Wappenröcke danach (und zwar bis zu den ganz Neuen aus Quellstein und Finsterthal) folgen der „neueren“ Teilung (wie hier und hier).

    Die Vorgaben der LandesOrga, nach denen die Wappenröcke die Reichsfarben zu tragen haben (die mit dem Reichslöwen, dem Symbol der Mark oder der Einheit bestückt sein können), sind bei allen sieben Versionen erfüllt. Jetzt fängt aber erst mal das Überlegen an, welche dieser Versionen ich optisch den Vorzug gebe und was sich dann noch bis zur nächsten Reise im November umsetzen lässt (das muss ja nicht zwingend identisch sein) …

    Auf Vorschlag meiner Frau denke ich auch wieder über eine Brigantine nach. Sie wurde im Hochmittelalter über dem Gambeson getragen und konnte auch den Wappenrock ersetzen – wie bei Ritter Arwain hier schön zu sehen. Schon bei meinen ersten Überlegungen zur Ausrüstung von Mathras „auf dem Kreuzzug“ hatte ich darüber nachgedacht und an sich ist es ja nicht so schwer zu machen, stellt aber schon eine Rüstung dar. Doch wer sowas schon mal gebaut hat und/oder sogar eine Anleitung dafür hat: Ich bin für jede Hilfe und jeden Tipp dankbar 😉

    Generell freue ich mich wie immer über Deine Meinung. Dafür gibt es hier unter dem Beitrag sogar eine Kommentarfunktion 🙂

     

  • Die Suche von farblich passenden Stoffen ist die Hölle. Und da ich keine Lust habe Geld für Stoff zu bezahlen, der mir nicht gefällt, muss man manchmal etwas improvisieren. Das muss deshalb nicht schlechter sein, zuweilen kommt durch Zufall auch echt geiles Zeug ins Haus. Der Gambeson ist ein gutes Beispiel.

    Schönen, passenden Stoff, haben weder meine Frau noch ich gefunden. Auch die bestellten Stoffproben haben uns nicht überzeugt. Wir haben dann drüber nachgedacht im Internet einen Gambeson zu bestellen. Doch entweder waren die preislich über dem gedachten Budget oder sie waren aus Material, in dem man nicht schwitzen möchte. An sich waren wir soweit, dass wir uns doch wieder auf die Suche nach passendem Stoff machen – da ist meine Frau über einen Verkauf in Facebook gestolpert.

    Heute ist der Gambeson angekommen. Er ist zwar gebraucht, aber gewaschen – und hat wenigstens Patina. Er passt perfekt und ist auch knielang, wie ich es haben wollte. Durch die Schließen vorne muss ich ihn nicht verschwitzt über den Kopf ziehen. Ein separater Kragen ist auch dabei. Und wenn ich ihn so hoch hebe bin ich sicher, dass er Reenactmentqualität hat. Das Teil ist wirklich schwer – hätte ich nicht gedacht. Aber hier erst mal Fotos:

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    Links der Gambeson mit dem separaten Kragen, rechts habe ich mal den alten Wappenlappen von Mathras drüber gezogen. Da ich derzeit auch für einen Wappenrock keine schönen Stoffe finde denke ich darüber nach das Teil etwas zu pimpen. Also den Löwen schöner annähen und ihn seitlich schießen, so dass auch ein richtiger Wappenrock draus wird. Auch an einigen anderen Nähten muss noch was dran gemacht werden. An sich hatte ich ja überlegt mal ein Banner daraus zu machen, aber das läuft ja nicht weg.

    Ich bin zumindest glücklich über diese Anschaffung. Wie findest Du ihn?

  • Nachdem ich meinen letzten Entwurf (Klick) für den zweiten Schritt von Mathras neuer Kleidung ein paar Tage habe sacken lassen, haben meine Frau und ich heute mal unsere Stoffvorräte durchwühlt. Und es ist schon enorm, was sich so auf Dauer ansammelt. Stoffe, die irgendwann gekauft wurden, weil sie so günstig waren – für eine vielleicht später erfolgende Idee. Stoffe, die wir für Charakterprojekte gekauft haben, die aber nie realisiert wurden. Und natürlich die Stoffe, die als Reststücke zurück geblieben sind, aber so groß waren, dass es zu schade gewesen wäre sie weg zu werfen.

    Sowohl das Aufheben der Stoffe als auch die heutige Suche haben sich aber gelohnt. Bis auf den Stoff der zweiten (goldgelben) Cotte, dem Gambesonstoff und dem Futterstoff für die Surcotte haben wir alles beisammen. Ich bin begeistert und die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit meinem Reichsritter am dorlónischen Jahresabschlusscon mitmachen werde, steigen gerade gewaltigt. Und damit auch ein wenig die Chance, dass auf dem nächsten Khumaritenmanöver nach langer Zeit wieder ein dorlónischer Ritter seinen Fuß auf den Boden von Bahr setzen wird.

    Aber einen Schritt nach dem Anderen 😉 So sehen die Kleidungsstücke mit den Stofffarben aus, die wir hier noch gefunden haben:

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    Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass der Wappenrock fehlt. Bisher war unsere Suche nach zwei passenden und farblich schönen Stoffen leider erfolglos. Aber notfalls kann ich auch meinen alten Wappenrock von Mathras (dessen Farben einfach toll sind) nochmal überarbeiten, modifizieren und pimpen. Es geht um den Wappenrock, den ich auf dem Foto zu Beitrag hier rechts unten trage. Nur mal sehen, ob ich da noch einen Keiler drauf bekomme und wenn ja wo.

    Dabei muss ich feststellen, dass Mathras in seiner Kleidungsfarbe immer dunkler wird. Vom ursprünglichen Farbscheme Grau-Gelb-Weiß geht es immer mehr in Richtung Dunkelgrau/Anthrazit/Schwarz mit Farbtupfern in Goldgelb und Weiß. Und es gefällt mir ehrlich gesagt besser, als meine Farbschema-Überlegungen vom Januar 2012 mit den dorlónischen Wappenfarben und Rot, Blau und/oder Grün. Letztendlich hat Derek mit seinen Kommentaren unter besagtem Beitrag doch recht behalten, wie ich zugeben muss. Und wenn Jemand mit der A-Keule kommt, dann verweise ich einfach freundlich auf die Ritter des Hospitaller-Ordens im Hochmittelalter. 😉

  • Da geht man mal wieder bei der „Ritters Ruh“ vorbei, verbringt den Tag als Untoten-NSC und den Abend als Ritter in der Taverne – und plötzlich denkt man doch drüber nach auf das dorlónische Abschlusscon zu gehen. Auch wenn es das einzige noch nicht mit Terminen belegtes Wochenende im November ist und man dann drei Cons in Folge hätte. Zumal man dann vom Lord gesagt bekommt, dass auf Grund des Hintergrundes vom Con in der Nähe von Fornbôr der Reichsritter von Orktrutz eigentlich super passen würde und dahin gehört.

    Ergo denke ich doch darüber nach und werde das in den nächsten Tagen entscheiden müssen. Jedoch gehöre ich zu den Leuten, die einen Charakter nicht entspannt spielen können, wenn sie mit der Ausrüstung nicht zufrieden sind. Ohne richtige Kleidung kann ich mich einfach nicht in einen Charakter hinein fühlen. Und da es sich bei dem Jahresabschlusscon und ein kampflastiges Con handeln wird (zumindest gehe ich vom Hintergrund davon aus) ist die bestehende Reise- und Tavernenkleidung von Mathras definitiv nicht ausreichend.

    Aber bis zu diesem Zeitpunkt die komplette Kleidung und Ausrüstung zu haben, die ich für meinen Reichsritter im Kampf geplant habe (Klick!), ist allein aus finanzieller Sicht unter keinen Umständen realisierbar. Daher habe ich mir heute mal Gedanken gemacht, was es an Ausrüstung und Kleidung bedarf, damit ich damit zufrieden bin und damit leben und spielen kann. Und das ist das Ergebnis der heutigen Überlegungen:

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    Im Einzelnen handelt es sich um:

    • Zwei Cotten aus Leinen, weiß, ungefüttert (oben rechts)
    • Gugel aus Wolle, dunkelgrau/anthrazit, gefüttert mit Leinen, mit Keilerkopf (oben links)
    • Tunika aus Wolle, dunkelgrau/anthrazit, gefüttert mit Leinen, mit Keilerkopf und Schneelöwen (oben mitte)
    • Wappenrock aus Baumwolle, Wappenfarben, gefüttert, mit Keilerkopf und Schneelöwe (unten links)
    • Gambeson (lang), dunkelgrau, mit Keilerkopf
    • Topfhelm – als Möglichkeit, die aber nicht zwingend sein muss (über alternative Kopfbedeckungen denke ich noch nach)

    Primär habe ich auf das ganze Hauwerk bzw. Kettenzeug verzichtet, da das mehrere hundert Euro kosten wird. Und wie immer freue ich mich über konstruktive Kritik und Vorschläge 😉

  • Im August 2007 wurden, damals zur Ausbildung des Freien Banners auf dem „Firnluchs 1“, das erste Mal Überlegungen angestellt, wie es mit der förmlich richtigen Anrede in Dorlónien eigentlich bestellt ist. Das Ergebnis war die „Kurze Abhandlung über die rechten und angemessenen Anreden im Reiche Dorlónien gegenüber dem Adel und den Gelehrten sowie Vorgesetzten in den Streitkräften des Reiches und der Marken“. So umständlich der Titel dieses Textes war auch der Inhalt. Es war ergo an der Zeit diesen Text mal sinnvoll umzuschreiben und zu aktualisieren.

    Der neue Text mit dem einfachen Titel „Die rechte Anrede im Reich“ ist eine Vereinfachung der vielen, teilweise umständlichen und nur schwer umsetzbaren Regeln des alten Textes. Gleichzeitig stellt er aber auch eine Anpassung an die gespielte Larp-Realität dar, indem es sich mit einigen Anreden an andere Gruppen und Länder anlehnt, damit ein gemeinsames Spiel auch ohne große Umstellung möglich ist (also auch hier eine Vereinfachung).

    Zudem ist eine förmliche Anrede im Spiel sinnvoll, um auch durch die Sprache zu transportieren, dass wir in Dorlónien nicht in einer Republik leben, in der jeder Bürger gleich ist, sondern ein Lehnssystem mit Menschen unterschiedlichen Standes bespielen. Die göttliche Ordnung, welche vom Gott Taphanor vorgegeben wurde, sich also auch im Umgang miteinander wiederspiegelt. Daher präsentiere ich hiermit (natürlich gemeinsam mit seiner Lordschaft):

    Die rechte Anrede im Reich

    Die göttergefällige Ordnung der Welt, welche von Taphanor, dem Gott der Herrschaft, vor Zeitaltern den freien Völkern gegeben und vorgelebt wurde, bildet die Grundlage unserer in Brüderlichkeit gelebten Gemeinschaft im Reiche Dorlónien. Diese Ordnung bildet sich auch in der Sprache und Anrede ab, welche gegenüber den verschiedenen Ständen nach alter Sitte geboten ist.

    So gebietet es die Höflichkeit und der Respekt gegenüber der göttlichen Ordnung, dass Jene, die im Stande über einen stehen oder sich einem besonderen Dienst gewidmet haben, immerdar geihrzt werden.  Jene, die im Stande gleich oder niedriger sind, können geduzt werden.

    Über das Reich Dorlónien und alles, was auf und in ihm lebt, gebietet unser geliebter und geschätzter Reichsherr Lord Nurbicon ika Rastan. So gebührt ihm, wie allen gekrönten Häuptern der bekannten Welt, die Anrede „Eure Hoheit“. Angedenk seines Geburtstitels sind darüber hinaus die Anreden „Eure Lordschaft“ und „Mein Lord“ angemessen und richtig.

    Ihm treu zur Seite steht der Erzlegat, welcher ob seines besonderen Amtes und der daraus resultierenden Verantwortung eine Stellung innerhalb des Reiches und der göttlichen Ordnung inne hat, die ihn zu der Titulierung als „Eure Durchlaucht“ bestimmt.

    Die Ritterschaft ist der höchste Adelsstand des Reiches und als Reichsritter ist Ein jeder von Ihnen durch den Reichsherrn selbst in diesen Stand erhoben worden. Hoch ist ihre Stellung im Reich, weshalb Ihnen die Anrede „hoher Herr“ oder „hohe Dame“ zusteht. Auch die Anrede „Herr Ritter“ oder „Frau Ritter“ sowie „Mein Ritter“ ist gebräuchlich, wobei darauf zu achten ist, dass es vom Titel „Ritter“ keine weibliche Form gibt.

    Der Junker, der von niederem Adel ist, wird als „werter Herr“ oder als „werte Dame“ tituliert. Auch die Anrede als „Herr Junker“ oder „Frau Junkerin“ ist gebräuchlich. Die ebenfalls zum niederen Adel zählenden Edlen werden als „edler Herr“ oder „edle Dame“ tituliert. Da von adliger Geburt werden die Söhne und Töchter von Rittern und Junkern bis zu ihrer Heirat mit „junger Herr“ oder „junge Dame“ angeredet.

    Da auch der Ehegatte und die Ehegattin eines Adligen dessen Stand annimmt, wenngleich nicht mit demselben Titel und den damit verbundenen Rechten und Pflichten, steht ihnen eine ebenso ehrerbietende Anrede zu. So wird als Beispiele die Gattin eines Ritters als „hohe Dame“ tituliert, jedoch nicht als „Frau Ritter“.

    Geweihte, im Besonderen jene mit höheren Weihen, obliegen durch die Kraft ihres Glaubens und ihrem daraus resultierenden Wirken der besonderen Gnade der Götter. So ist es innerhalb und außerhalb des Reiches Recht und Sitte, dass sie die Anrede „Euer Gnaden“ verdienen. Die höchsten Vertreter der Kirchen werden jedoch mit „Euer Eminenz“ tituliert. Während sich ergänzend zur Anrede „Euer Gnaden“ bei Angehörigen des Klerus mit niedrigem Weihegrad auch ein respektvolles „Bruder“ oder „Schwester“ eingebürgert hat, werden Geweihte mit dem Amt des Tempelvorstehers auch als „Pater“ oder „Mater“ angesprochen.

    Die Gelehrten, die ihr Leben den arkanen Künsten Ceomes gewidmet haben, haben sich durch ihre Studien den Titel des „Magus“ oder der „Maga“ verdient. Jene, die einen hohen Rang innerhalb ihrer Kunst erlangt haben steht die Anrede als „Magister“ oder „Magistra“ zu.

    Da der Adelsstand nach der göttlichen Ordnung vor dem Geweihtenstand und dieser vor Gelehrsamkeit geht, wählt man bei der Anrede für Jemanden, der zwei dieser Stände angehört, jene, welche dem höheren Stand gebührt. Demnach wird der Erzlegat auch mit der seinem Amte zugehörigen Anrede angesprochen und nicht mit jener des Ritters von Dualdon.

  • Basierend auf Grafiken, die schon einige Jahre alt sind, habe ich nach Abstimmung mit seiner Lordschaft diese Grafik erstellt, um zu verdeutlichen, wie die Hierarchie gemäß der göttlichen Ordnung im Reich Dorlónien aussieht:

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    Ich hoffe damit sind alle Klarheiten beseitigt. Wer noch Fragen oder Anmerkungen hat, dann (am Besten hier unter dem Artikel bei den Kommentaren) her damit!

  • Wenn ich auf Cons bin und Gruppen sehe, dann gibt es Einige, die bei mir echt Eindruck schinden und einen „Wow-Effekt“ auslösen. Dabei basiert das fast ausschließlich auf dem visuellen Eindruck, den die Spieler der Gruppe vermitteln. Selbst wenn sie nur in einer Ecke ständen und gar nicht spielen würden, wären sie noch toll anzuschauen.  Kleidung und Ausrüstung ist nicht alles, aber ich bin überzeugt es macht mehr aus, als wir uns selber eingestehen möchten. Man sieht einfach, wie viel Liebe und Gedanken drin stecken.

    Eine schöne Gruppe ist für mich auch immer als Gruppe erkennbar. Es gibt Elemente und Farben, die Grundlage sind für alle Charaktere. Aber jeder Charakter hat trotzdem seine Details, die seine Persönlichkeit auszeichnen und ihr Ausdruck verleihen. Wenn dann noch ein schönes Spiel und eine angenehme Atmosphäre mit einer entsprechenden Gruppendynamik sowie einigen epischen Szenen einher gehen, dann ist der „Wow-Effekt“ fast nicht mehr steigerbar.

    Hinsichtlich unserer Farben brauchen wir uns in Orktrutz wenig Gedanken machen, denn das dorlónische Grau-Gelb ist gesetzt und wird uns auf Bannern und Wappenröcke begleiten. Aber selbst eine Gruppe mit gemeinsamen Farben wirkt irgendwie „falsch“, wenn sie sich aus Römern, Wikingern, Mittelalterritter, Schotten und Piraten zusammen setzen. Anders gesagt: Eine Gruppe, welche die ganze Modegeschichte vom Jahre 0 bis ins 18. Jahrhunderte (mal extrem gesagt) abdecken möchte, wirkt weniger als Gruppe.

    Es geht nicht darum, dass alle absolut identisch gekleidet und ausgerüstet sind, denn die Charaktere sollen ja auch (wie schon erwähnt) ihre Persönlichkeit zeigen. Es geht darum, dass es einen Rahmen gibt, in dem sich dann die Spieler mit ihren Charakteren austoben und ausleben können. Dabei können einzelne Charaktere auch die „Regeln“ brechen – man muss nur wissen wer und wie. Meist betrifft das Charaktere mit besonderer Funktion, die durch einzelne Elemente, die sonst nicht zur Gruppe passen, ihre besondere Funktion unterstreichen können. Wichtig ist nur, dass es Einzelfälle bleiben.*

    Das sind die Gründe, warum meiner Ansicht nach Gruppen den „Wow Effekt“ hervor rufen. Zumindest meiner Beobachtung und Erfahrung nach, was zu den daraus resultierenden subjektiven Schlussfolgerungen führt. Denn es ist wohl klar, dass ich es toll fände, wenn auch die Orktrutzer einen „Wow-Effekt“ auslösen würden.

    Die Kleidung und Ausstattung soll an das Hochmittelalter (1050-1250) orientiert sein. Das bedeutet nicht, dass hier historische Authentizität erwartet wird, sondern dass sich Orktrutz an der historischen Epoche orientiert***. Die Schnitte waren noch recht einfach und simpel gehalten, Knöpfe waren noch nicht groß im Gebrauch und als Rüstung trug man Kette und keine Vollplatte (alles auch finanziell vorteilhaft). Der Unterschied zwischen dem Adel und dem Volk liegt in erster Linie an der Länge der Kleidungsstücke**** und Ausrüstungsdetails, wie es auch in der Zeichnung zu sehen ist.

    Wovon ich auf jeden Fall weg möchte sind „Wappenlappen“ und Gürtelbanner. Wappenröcke waren seitlich immer geschlossen und sitzen damit auch besser als die sonst im Larp verbreiteten „Wappenlappen“, die sich irgendwie immer verziehen. Gürtelbanner sind, wenn ich das richtig deute, eine Erfindung des LARP und sehen für mich immer so aus, als wäre es eine peinliche Notlösung, weil man keine bessere Idee hatte, um ein Wappen unterzubringen, wenn man keinen Wappenrock trägt. Schöner finde ich statt einem Gürtelbanner, wenn der Keiler als Orktrutzer Wappentier auf der Tunika prangen würde, wie man es in der Zeichnung beim „Firnluchs“ sieht. Als Anhänger des „Blöden-Hut-Credos“ würde ich mir zudem auch wünschen, dass jeder Charakter mindestens eine Bundhaube, wenn nicht auch eine andere (hochmittelalterliche) Kopfbedeckung besitzt.

    Ein paar weitere Inspirationen, wie ich mir (in etwa) die Orktrutzer vorstellen könnte, sieht man hier: Schildwall | Kleidungsbeispiele | Bogenschütze | Kreuzfahrer | FrontschweineAttacke | Hastings | Kreuzritter | Normanne – und wer noch andere Inspirationsfotos kennt: Immer her damit.

    Was denkst Du über meine Überlegungen und Ideen?
    In den Kommentaren ist die Diskussion hiermit eröffnet 😉

    * In Orktrutz würde das z.B. Gilda Rothaar, deren zwergisches Erbe in ihrer Kleidung und Ausrüstung sichtbar ist, und Bronn Feuerhand, der als Taphanor-Kleriker z.B. Plattenschultern trägt, betreffen.
    ** Die „Keiler“ würde man heute als schwere Infanterie bezeichnen (im Mittelalter gab es den Begriff nicht, sondern eher „Waffenknechte“, „Fußvolk“ oder „Kriegsvolk zu Fuß“). Mehr zu dieser Einheit aber in einer meiner nächsten Blogbeiträge.
    *** „Orientiert“ heißt z.B. dass niemand Handnähte erwartet oder Schnitte, die mit Fundstücken belegt sind, oder man Beinlinge tragen muss anstatt einer Hose (obwohl man das unter der Tunika eh nicht sieht) und sowas. Es heißt, dass man sich für die Optik der Kleidung bzw. Gewandung die Mode dieser Epoche – hier das Hochmittelalter – zum Vorbild nimmt.
    **** Der Adel trug seine Kleidung knöchellang, das Volk bis an Kniehöhe – bei viel erforderlicher Bewegungsfreiheit (wie beim „Firnluchs“ ersichtlich) sogar noch etwas kürzer.

  • Wir schreiben den Mond des Fuchses (Mai) im Jahre 17 nach Neuer Ordnung (2014). Nebel liegt über dem Land rund um Burg Orktrutz, während die Dämmerung dem anbrechenden Tag weicht. Die Sonne erkämpft sich langsam ihren Weg durch den Dunst, der auch die Wehrdörfer der Mark Orktrutz umwabert. Doch in einem Wehrdorf ist es kein Hahn, der den neuen Tag begrüsst. Schrille Schreie gellen durch die feuchte Luft. Die Glocke im Turme über dem Tor läutet Sturm: Die Orks kommen!

    Wenngleich immer wieder einzelne Orks und kleine Familienverbände dieser Kreaturen an den Grenzen der Marks gesichtet und abgewehrt wurden ist es schon einige Götterläufe her, dass sich mehrere Sippen unter dem Banner des Zwielichts zusammen gefunden haben, um gemeinsam und relativ geordnet gegen die Menschen vorzugehen. Die letzten großen Schlachten wider dem Orkgezücht waren im Jahr 10 nach Neuer Ordnung im Mond des Greifen und im Mond der Schlange geschlagen worden. Die Orks in der Mark waren besiegt, doch die Orks in der Ebene nicht vernichtet worden.

    Hell beginnt das Feuer zu lodern, dass durch den Nebel zu dringen sucht. Hoch über dem Dunst, auf dem Bergfried der Burg Orktrutz, wird das Warnfeuer bemerkt: Neu-Wosna ruft um Hilfe und Orktrutz wird antworten. Bald schon reiten sie gen Süden: Die Markstruppen mit ihren Schlachtenreitern und ihren Waffenknechten, unterstützt durch die in der Mark stationierten Reichstruppen, unter ihnen dem Freien Banner, den sogenannten „Firnluchsen“. An ihrer Spitze Reichsritter Mathras von Orktrutz auf seinem weißen Hattusiler, begleitet von Waffenmeisterin Gilda Rothaar.

    Das werde ich für den im Mai erfolgenden IT-Beitrag im Forum natürlich noch etwas ausschmücken, aber dies wird der Auftakt sein zu einer Schlacht um das Wehrdorf, die wir im Namen der Götter natürlich siegreich für uns entscheiden werden. Aber wir werden starke Verluste zu beklagen haben. Besonders in den Reihen der „Firnluchse“ wird der Feind, der ihnen und uns in der Schlacht in den Rücken fällt, blutige Ernte halten. Gut die Hälfte der treuen Soldaten werden auf dem Feld der Ehre bleiben.

    Das Ereignis wird jedoch gerade für diese Einheit und damit auch für die Mark Orktrutz weitere Folgen haben:

    Das Freie Banner der Reichstruppen wurde im Jahre 5 nach Neuer Ordnung (2002) in Moriat geschaffen, um neben der schwergerüsteten Löwengarde eine Truppe zu haben, die (vornehmlich auf Reisen außerhalb Dorlóniens) als Kundschafter und Plänkler eingesetzt werden kann. Seit dem Jahre 7 nach Neuer Ordnung (2004) ist sie fast nur noch in der Mark Orktrutz eingesetzt und außerhalb des Dorlóniens wurde sie gerade in den letzten Götterläufen gar nicht mehr gesehen. Zeitgleich sind in anderen Marken Einheiten entstanden, die ihren Platz und ihre Aufgaben auf Reisen eingenommen haben.

    2014-03-29_larp_firnluchse_Fotos von den Ausbildungscons der Firnluchs-Reihe aus dem Sommer 2006 (obere Reihe) und dem Sommer 2007 (untere Bildreihe)

    Damit sind die „Firnluchse“ im Laufe der Zeit für die Reichstruppen selber entbehrlich geworden. Aus diesem Grund wird das „Freie Banner“ der Reichstruppen im Sommer dieses Jahres aufgelöst. Die noch verbliebenen Soldaten des Freien Banners werden in die Truppen der Mark Orktrutz eingegliedert. Damit verfügt die Mark zukünftig über drei Standarten eigener Truppen: Der Standarte der Schlachtenreiter, der Standarte der „Keiler“ und der Standarte der „Firnluchse“.

    Für die „Firnluchse“ ändert sich (IT wie OT) an sich nicht viel. Da der Reichsritter Mathras von Orktrutz eh Kommandant der Einheit und die Truppe auf der Burg Orktrutz stationiert war bleibt die Befehlsstruktur ebenso identisch wie die Zugehörigkeit nach Orktrutz. Da sie keine Reichstruppen mehr sind wird diese Bindung sogar zukünftig noch enger. Da seiner Lordschaft eh alle unterstehen (auch die Ritter) ändert sich auch nichts daran, dass man ihm und seinen Weisungen Folge leistet. Ihr Aufgabengebiet als Kundschafter und Plänkler bleibt ebenso erhalten. Was sich ändert ist, dass das bisherige Wappen der Einheit wegfällt und auch sie fortan das Wappen der Mark Orktrutz trägt.

    Und: Orktrutz soll spätestens ab Ende des Jahres wiederbelebt werden. Wieder stärker bespielt werden. Der Keilerkopf öfter auf den Schlachtfeldern der Larpwelt zu sehen sein. Und der orktrutzer Trinkspruch „Auf alle abwesenden Freunde“ wieder mehr in den Tavernen der bekannten Welt ertönen. Gefolgt von einem: „Dorlóniz da viken viken!“ . 🙂

  • Was der an die Mode des Hochmittelalters angelehnte Reichsritter Mathras von Orktrutz (wenn alles gut geht) in Zukunft tragen wird:

    2014-03-29_larp_mathras_1

    01 Die neue, große Gugel aus dem anthrazitfarbenen Stoff, aus dem ich schon meinen Rundmantel gemacht habe. Ich hoffe, dass der Rest, den ich noch habe, auch dafür ausreicht. Gefüttert mit goldfarbenem Leinenstoff. Da die Gugel von ihrer Größe her den Keiler auf der Surcotte verdecken würde, werde ich wohl auch auf die Gugel einen Keilerkopf nähen.

    02 Ergänzend zu meiner bisherigen Kopfbedeckung eine zweite Variante mit einer weißen, ungefütterten Bundhaube und einem Zinnenhut. Natürlich brauche ich auf für diesen Hut das Zinnabzeichen des Keilers und/oder des Löwen.

    03 Ein Banner, das man sowohl am Lager aufstellen als auch auf der Anreise und in der Schlacht mitführen kann. Alternativ zu oder ergänzt durch einen Wimpel.

    04 Ein „Jagdhut“, der die einfache Hutform ergänzt – wobei ich derzeit noch weitere Hutvarianten aus dem Hochmittelalter suche. Verrückt ist, dass ich diesen Hut früher total dämlich fand und alles Andere eher aufgezogen hätte als ihn. Jetzt kann ich es kaum erwarten, dass ich diesen Hut fertig habe. Schon interessant, wie sich die eigenen Sehgewohnheiten ändern, wenn man sich stärker für historische Mode interessiert.

    05 Eine lange Tunika, die in einer knielangen Version auch als ritterliche Jagdgewandung oder Kleidung für den Knappen denkbar ist. Mathras als Reichsritter trägt neben seinem Keiler auch den Schneelöwen als dorlónisches Wappentier auf der Kleidung. Gedacht als einfache, praktische Reisekleidung mit Kapuze.

    06 Die höfische Kleidung für Hofhaltungs- und Diplomatiecons sowie Tanzbälle, voraussichtlich aus Seide. Sicher nicht auf Platz 1 meiner Prioritätenliste, aber irgendwann werde ich die sicher mal brauchen.

    07 Nach meinen Erfahrungen vom Portfest in Yddland weiß ich, dass es außerhalb Dorlóniens auch mal Temperaturen über 30° C geben kann – und auch ein dorlónischer Ritter dafür ausgestattet sein sollte. Daher diese „Sommerkleidung“ aus einer ungefütterten Leinencotte und einer ärmellosen Surcotte aus dünner, mit Leinen gefütterter Wolle.

    Darüber hinaus wird der am Hochmittelalter orientierte Ritter auch irgendwann (und sei es zu Probezwecken) Bruche und Beinlinge sein Eigen nennen sowie normale (Halb-)Schuhe. Außerdem fehlen noch einige Ausrüstungsteile wie Gürtel und Schwertscheide, deren Beschaffung in den nächsten Monaten auch noch anstehen wird.

    Jetzt geht es an die Entwicklung der Schnittmuster, die Ermittlung der erforderlichen Stoffmaße, das Aussuchen der Stoffe – und dann deren Bestellung und Bearbeitung. Anders gesagt: Der schwierige und langwierige Teil kommt jetzt erst noch 😉

    Du weißt aber bescheid: Ich freue mich über Anregungen, Tipps und Tricks. Gerne hier über die Kommentarfunktion 🙂

  • Es gibt Leute, die Spaß daran haben einen dorlónischen Charakter zu spielen. Und es gibt (soweit mir zu Ohren gekommen ist) Leute, die Interesse haben einen dorlónischen Charakter zu spielen. Das Beste daran: Es scheint sogar Leute zu geben, die sich dafür interessieren einen Orktrutzer zu spielen. Hängt mit Mundpropaganda und so zusammen.

    Woher auch immer dieser Ausbund von dorlónischem Imperialismus kommt (ich wasche dieses Mal nämlich meine Hände in Unschuld) kam die Frage nach mehr Informationen über Dorlónien und die Mark Orktrutz. Und damit wurde es etwas kompliziert, da sich unsere Webseite in einer Überarbeitungsphase befindet und derzeit keine Daten, Fakten und Texte enthält. Also wie bisher einfach auf die HP verweisen fällt aus.

    Ich habe mich dann daran erinnert, dass ich damals, als ich Dorlónier wurde, ein Handout bekommen habe. Ein doppelseitiges DIN A4-Blatt mit den wichtigsten Fakten über das Land. Da damals auch nicht viel mehr ausgearbeitet war, wie sich auf diesem Blatt befand, war ich vollumfassend informiert. Heute haben wir zwar ein klein wenig mehr an Texten, aber die wichtigsten Fakten sollten trotzdem auf DIN A4-Blatt passen.

    Also habe ich mal rangesetzt und ein Handout gemacht, das meiner Meinung nach die wichtigsten Grundlagen des Reiches Dorlónien vermittelt. Da ist es:

    2014-03-02_larp_dorlonien_1

    Da ja explizit nach Orktrutz gefragt wurde (und das ja auch die von mir verwaltete, beherrschte, wasauchimmer Mark ist), habe ich mir mit einigen alten und aktuellen und zukünftigen Spieler von Orktrutzer Charakteren einige Gedanken gemacht, wie wir uns den „normalen“ Orktrutzer so vorstellen. Herausgekommen ist ein Handout, das sich mit der Mark Orktrutz beschäftigt.

    2014-03-02_larp_dorlonien_2

    Übrigens: Die Tugenden, die in Orktrutz hoch gehalten werden, werden natürlich auch in anderen Marken geschätzt. Aber die Sicht eines Orktrutzers ist durch die Frontlage ein wenig Anders als in Marken, die mitten im Zentralreich liegen. Durch diese Lage und der ständigen Bedrohung der Mark wollen wir ein bestimmtes Spiel ermöglichen. Wer lieber anders spielen will, der findet in Dorlónien viele verschiedene Konzepte und Möglichkeiten für die Götter und das Reich zu wirken.

    Also: Wenn Du etwas Lust bekommen hast in Dorlónien mit zu machen, dann melde Dich einfach 😉

  • Auch wenn ich immer wieder auf Plattenteile schiele habe ich mich entschlossen mich mit Kleidung, Ausrüstung und Rüstung möglichst und etwa an der Zeit von 1050 bis 1250, dem Hochmittelalter, zu orientieren. In dieser Epoche eroberte Wilhelm II. England (1066), Heinrich IV. ging nach Canossa (1077), Papst Urban II. rief zum Kreuzzug auf (1095) und 1099 eroberte der erste Kreuzzug Jerusalem. Das Königreich Jerusalem wurde (als einer von vier Kreuzfahrerstaaten) gegründet, es bestand bis 1291.

    Anfang des 12. Jahrhunderts wurden in Deutschland erstmals den Vornamen Familiennamen beigefügt, während auf Grundlage von Handel und Handwerk das Bürgertum und die Zünfte entstanden. Im Heiligen Land gründete sich 1118 der Templerorden und nach dem Verlust der Grafschaft Edessa im Jahr 1144 begann 1147 der zweite Kreuzzug, der 1149 mit einer Niederlage endete. Nach der Niederlage in der Schlacht bei Hattin 1187, nach der selbst Jerusalem wieder in muslimische Hand fiel, begann 1189 unter der Führung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa (+1190) der dritte Kreuzzug, der 1192 mit einem Friedensvertrag zwischen Richard Löwenherz und Sultan Saladin beendet wurde.

    Der vierte Kreuzzug eroberte und plünderte 1204 Konstantinopel, die damals mit über einer halben Millionen Einwohner größte christliche Stadt der Welt. Wenig später (1209 bis 1229) zog ein Heer in Südfrankreich gegen die als Ketzer verurteilten Katharer. Doch nicht nur Ritter nahmen das Kreuz, wie der Kinderkreuzzug 1212 beweist. Im selben Jahr fand bei Las Navas de Tolosa die entscheidende Schlacht zwischen den Christen und Muslimen in Spanien statt. Mit den Franziskanern und Dominikanern gründen sich die ersten Bettelorden. Im ausgehenden Hochmittelalter hielt der Mongolensturm Osteuropa in Atem und konnte auch bei der Schlacht bei Liegnitz (1241) nicht aufgehalten werden.

    Eine bewegte Zeit (und dabei habe ich sogar Sachen wie z.B. die Anarchie in England gar nicht aufgeführt), die aber in ihrer Kleidung gegenüber den späteren Zeiten noch recht simpel und einfach war. Was mir, der ja (fast) alles selber näht, entgegen kommt. Auch wenn ich befürchte, dass das auch nur auf den ersten Blick einfach aussieht und für einen Ritter dadurch gerade in den Details aufwendiger wird. Aber daran möchte ich jetzt noch nicht denken.

    Ein großer (und wohl teuerer) Punkt auf meiner Liste ist die Rüstung, was in der damaligen Zeit auf Kette hinaus lief. Aus Platte ist eigentlich nur der Helm. Das wird wohl einer von diesen Beiden werden: : Kreuzritterhelm | Kreuzritterhelm. Ich muss nur noch überlegen, ob eine normale Bundhaube unter der Kettenhaube und dem Helm ausreicht, oder ob es eine gefütterte Haube wie diese hier sein sollte.

    Weil ich nicht jünger werde und nicht schon auf dem Weg zum Schlachtfeld zusammen brechen möchte, habe ich mich soweit machbar für eine Kette aus Aluminium entschieden (und werde daher auch mein altes Kettenhemd verkaufen). Da ich ebenfall ein bequemer Mensch bin und nicht nach jedem Con die Kette flicken möchte ist es mir auch die Mehrkosten wert für Kettenzeug aus vernieteten Flachringen. Ergo habe ich mal im Netz gestöbert – mit diesen Ergebnissen: Kettenhemd | Kettenhaube | Kettenfäustlinge (wobei es mir lieber wäre, wenn auch diese aus Flachringen bestehen würden). Auf Kettenbeinlinge werde ich erst mal verzichten.

    Über Meinungen und konstruktive Kritik freue ich mich übrigens 😉

  • Jedes Jahr in den Wintermonaten kribbelt es bei mir und Mathras erhebt sein Haupt. Würde es ja jetzt gerne an dem Schnee als Sinnbild Dorlóniens, des Reiches im hohen Norden, festmachen, aber bei dem zurückliegenden milden Winter fällt das wohl flach.

    Vielleicht liegt es aber daran, dass ich (mit Askir) nach Jahren wieder einmal auf einem Khumaritenmanöver gewesen bin, zu dem ich früher immer als Dorlónier gereist bin. Ein Hauch Nostalgie, die aus dem Hauch der Erinnerung vergangener, heroischer Zeiten entspringt. Oder es rührt daher, dass einige Menschen, mit denen ich gerne spiele, ihren Wunsch nach einer Truppe aus Orktrutz bekräftigt haben. Die Chance, dass der Ritter von Orktrutz (wie in alten Zeiten) mit einer Einheit die Welt bereist, um sich dem Zwielicht entgegen zu stellen.

    Auch mit der neuen Entwicklung meines Charakters Askir, der sich vom „Tavernenplotaussitzer“ zu einer aktiveren Person wandelt, wird dieser nie ein „Held“ im eigentlichen Sinne werden. Vielleicht hat Mathras eine zeitlang meinen Wunsch nach einem Charakter entsprochen, einen echten Helden zu spielen. Der im Namen der (dorlónischen) Götter mutig voran schreitet, wo Andere verzagen. Der die Initiative ergreift, wo andere noch zögern. Der handelt, wenn Andere noch disskutieren. Der sein Leben in den Dienst für das Licht stellt. Und vielleicht ist ein Funke dieses Wunsches noch immer tief in mir drin.

    Was es auch sein mag: Nachdem Askir genug neuer Kleidung hat, um ein sechstägiges Con ohne Notstand zu überstehen, widme ich mich mit meinen Gedanken wieder meinem Reichsritter. Und wenn ich Jemandem die Schuld daran geben wollen würde, dann wären das Andreas und Dirk.

    2014-02-24_larp_mathras_ski

    Als Erstes muss ich mich fragen, was mich aktuell daran hindert, den Reichsritter aus Dorlónien öfters zu spielen. Denn das sind die Punkte, die ich zuerst angehen und lösen muss, wenn Mathras eine Chance haben soll wieder zu einem meiner Hauptcharaktere zu werden.

    Sicher hängt es stark damit zusammen, welche Ansprüche ich an mich und mein gemeinsames Spiel mit Anderen stelle. Die Ansprüche an mich (und damit meine ich das Spiel, nicht die Kleidung) muss ich noch mal etwas überdenken, denn das dorlónische Con „Tag der Helden“ war für mich ein anstrengendes Wochenende. Die Rolle ist mir nicht so leicht gefallen wie noch zu früheren Zeiten. Es liegt sicher daran, dass ich mich verändert habe. Aber ich hatte auch das Gefühl, dass sich das Spielumfeld geändert hat.

    Um wieder an den alten Zeiten anknüpfen zu können (die Zeit der „Firnluchse“) braucht der Ritter wohl eine Einheit, die loyal hinter ihm steht und nicht alle Entscheidungen des Ritters und damit seine Authorität in der göttergefälligen Ordnung in Frage stellt. Auch, weil ein Ritter meiner Meinung nach nie alleine unterwegs ist. Spieler, die Spaß daran haben altgediente Frontsoldaten in einer militärischen Einheit zu spielen. Veteranen, die gemeinsam mit ihrem Ritter überall auf der Welt dem Zwielicht entgegen und seinen Kreaturen in den Arsch treten. Ich bin froh, dass es schon einige Spieler gibt, die von sich aus auf mich zugekommen sind, um eine solche Truppe aufzubauen.

    Darüber hinaus reicht die Reisekleidung, die Mathras besitzt, nicht aus, um den Ritter auf allen Conarten und in allen Lebenssituationen darzustellen und mit Leben zu wecken. Was nur mittelfristig zu lösen sein wird, da dies zum einen eine Frage von Zeit (zum Basteln und Nähen) und eine Frage der finanziellen Mittel (Vieles kann ich einfach nicht selber machen) ist.

    Eine Reisegewandung ist für innerhalb Dorlóniens sicher ausreichend und auch, wenn es zu einem „friedlichen“ Con geht. Aber spätestens, wenn man in einen Landstrich reist, um dem Zwielicht im Kampfe engegen zu treten, braucht ein Ritter (und möglichst nicht nur er) eine Rüstung. In meinem Fall ein Kettenhemd (aus Alu und vernietet) und eine Kettenhaube sowie Kettenhandschuhe und einen Helm (siehe Zeichnung).

    Dazu natürlich noch passend ein Gambeson und ein Wappenrock. Eine Brigantine in der Art der Zeit des ersten Kreuzzugs ist optional. Ein Ritter braucht zudem ein Schild (es wird wohl, passend zur historischen Vorbild-Epoche, ein Drachenschild werden), während die Mordaxt erst später kommen kann. Dann wäre der Reichsritter zumindest für den Kampf gerüstet.

    Das Con in Yddland hat mir ebenfalls gezeigt, dass Mathras unbedingt auch eine Sommergewandung benötigt. Die langen Cotten, teilweise aus Wolle, sehen zwar gut aus und passen zum dorlónischen Wetter, aber für einen normalen Sommer sind sie nicht geeignet. Außer man will den Ritter schwitzend an die schattige Taverne binden. Aber da gehört er ja eigentlich nicht hin. Was ich als Sommergewandung nähen werde, muss ich mir aber noch überlegen.

    In gewisser Weise ist es gut, dass ich noch kein Con mit Mathras geplant habe (außer eine dorlónische Taverne, in der die Reisekleidung ausreichen wird) und meine bisherigen Contermine auch frühestens im Herbst wieder zeitlich eine weitere Liverollenspielveranstaltung erlauben. Ich hoffe, dass das genug Zeit ist, um die Zeit und das Geld zu finden bzw. aufzutreiben, um die Kleidung und Ausrüstung von Mathras zu ergänzen. Und dass es auch genug Zeit ist, dass sich meine Truppe bilden kann.

    Letztendlich hoffe ich, dass wir dann gemeinsam viel Spaß haben werden.

  • _DSC4510Wenn man einige Zeit einen Ritter spielt und dieser schon auf ein gewisses Maß an Erfahrung mit dem Charakter zurück blicken kann, kommt irgendwann der Augenblick, an dem man gerne sein (IT-) Wissen weitergeben möchte. Natürlich an einen Knappen. Nur ist es meist gar nicht so einfach einen Knappen (oder bei einem Magier auch einen Lehrling) zu finden. Irgendwie macht es zum einen Sinn, wenn der Knappe nicht älter ist als der Ritter, aber eine grundlegende Voraussetzung ist auch, dass man sich menschlich versteht und vielleicht sogar nahesteht.

    Für mich ist es da ein Glücksfall, dass meine Söhne auch Lust auf Larp haben und mein Jüngster (der dieses Jahr 14 Jahre alt wird) Lust und Laune hat meinen Knappen zu spielen. Sein erster Auftritt in dieser Rolle wird nach aktueller Planung im Juli auf dem Yddland „Portfest“ sein und auch das gemeinsame Silvestercon ist schon geplant. Zum einen kann ich so OT die Aufsicht führen, die auch IT begründet und darstellbar ist. Außerdem haben wir so auch auf Ambientecons genug Spiel – also sowohl für ihn, als auch Beschäftigung für mich. Sei es die Ausbildung in Gesetzeskunde, Landeskunde und höfische Bräuche, als auch die Unterweisungen in die göttlichen Lehren und die Ausbildung für den Kampf.

    Da der Knappe, Doran, der Sohn des Junkers von Nebelmoor aus dem Reich Dorlónien, im Juli seinen ersten Auftritt hat und natürlich nicht nackt rum laufen soll, steht auch für ihn noch Näharbeit an. Ein Leibhemd, das meine Frau für ihn genäht hat, hängt hier schon rum. Wie aus der Skizze ersichtlich soll er noch eine langärmelige Cotte, eine kurzärmlige Surcotte aus Wolle (beide nur knielang für mehr Bewegungsfreiheit) mit dem Wappen des Ritters, eine Gugel und einen Tasselmantel bekommen. Außerdem eine Hose, eine Bundhaube und einen Hut. IT-Schuhe werden wir uns, weil er ja noch wächst, wohl erst mal sparen, aber zur Abtarnung der Schuhe erhält er Stiefelstulpen, die wir noch im Keller liegen haben. Dann einen Langgürtel mit Gürteltaschen und ein Schwerthalter für das Schwert, das er schon hat.

    Fertig ist der Knappe 😉 Für Vorschläge, Ideen und Anregungen sind wir – wie immer – offen und freuen uns über jeden Kommentar.

  • Gestern habe ich mir (hier) ja noch mal Gedanken über die Kleidung und Ausrüstung meines Reichsritters gemacht. Und im Zuge der Überlegungen zur Rüstung bin ich grundsätzlich wieder zu den ersten Ideen (und diesen Inspirationen) und damit ins Hochmittelalter zurück gekehrt.

    Ich spiele Fantasy, aber zumindest für menschliche Charaktere braucht man das Rad nicht neu erfinden, da man in der Modehistorie genug praktische und gut aussehende Kleidungsstücke findet, die als Grundlage sehr gute Dienste leisten. Entweder 1:1 übernommen oder „aufgepimpt“ mit Fantasy-Versatzstücken. Auch, um einen Wiedererkennungswert eines Charakters zu gewährleisten, ist es sinnvoll (und für die eigene Umsetzung einfacher), wenn man eine historische Epoche als Vorlage verwendet. Für Mathras wird es die Epoche sein, die sich von Mitte des 11. Jahrhunderts (also etwa der Eroberung Britanniens durch Wilhelm 1066) bis Mitte des 13. Jahrhunderts (als die Zeit der meisten Kreuzzüge) erstreckt.

    Im Grunde eine Epoche, mit der ich es echt gut getroffen habe, da die Kleidungststücke nicht so schwer selbst zu nähen sind, wie beispielsweise in der Renaissance (Beispiel), aber auch wie schon im Spätmittelalter (Beispiel + Beispiel). Nachteil der relativ einfachen Schnitte (Klick!) ist aber, dass man zur Darstellung eines Adligen eher ein Augenmerk auf die Stoffe und vor allem auf die Details, wie die Verzierungen, zu legen ist. Wobei ich schon versprechen kann: So toll eine Tunika wie diese hier auch aussehen mögen – ich habe noch ein Leben, auch ohne jahrelange Stickarbeiten nicht langweilig wird 😉

    _DSC4504Bei den meisten Cons (zumindest wenn es nicht bekanntlich in eine Schlacht bzw. in den Krieg geht) wird der Ritter in Reisekleidung auflaufen. Ich halte es nämlich für unrealistisch, wenn ein Ritter stundenlang in Ketten- oder Plattenrüstung unterwegs ist. Wenn nach einer siebenstündigen Reise einige Räuber aus dem Busch hüpfen dürfte er auch nicht mehr sonderlich fit sein, um diese abzuwehren. Außerdem erscheint es mir etwas unfreundlich in voller Rüstung als Gast einzukehren. Also liegt das Hauptaugenmerk derzeit auf der Reisekleidung, zumal die in diesem Jahr bisher noch gebuchten Cons keine großen Schlachten erwarten lassen.

    Also habe ich mich heute noch mal hingesetzt und als Alternative zu der Reisekleidung, die ich schon habe, zwei Alternativen zu zeichnen. Links eine einfache und schlichte Reisekleidung mit Cotte aus weißem Leinen und einer Surcotte aus grauer Wolle, die am Halsausschnitt und am Saum mit goldgelbem Stoff abgesetzt ist. Die rechte Variante ist etwas edler und fast schon zu etwas höfischeren Anlässen tragbar: Cotte aus weißem oder schwarzem Leinen mit leichtem Stehkragen sowie Surcotte aus dunkelgrauem Wollstoff mit Borten oder Applikationen. Wie genau man ohne Stickereien ähnliche Effekte wie hier hinbekommt muss ich noch überlegen (für Vorschläge wäre ich übrigens dankbar).

  • 2012-01-02_larp_mathras_grafik_01_200x200px…, die urplötzlich Motivationen ändern können. Dieses Mal war es ein einzelne Anfrage eines Dorlóniers, wie es 2013 mit Mathras stehen würde, da er immer noch Interesse hat einen Soldaten aus Orktrutz zu spielen. Ein Gedanke, der vor gut zwölf Monaten geboren worden zu sein, um das Soldatenspiel alter Haudegen und Veteranen am Rande der dorlónischen Interessensphäre, an den schwer umkämpften Grenzen der Mark Orktrutz östlich des eigentlichen Reichsgebietes, in der Tradition des Freien Banners der dorlónischen Reichstruppen neu aufleben zu lassen.

    Nach dem doch in Bezug auf Larp recht inaktiven Jahr meinerseits war diese Anfrage überraschend. Das Ergebnis war, dass ich das vor wenigen Tagen gelieferte Ritterschwert mit anderen Augen betrachte, dass ich gestern anhand alter Fotos in Erinnerungen geschwelgt und neue Ideen und Inspirationen gesammelt habe (Klick!) …

    Die Ikea-Tüte mit den Stoffen und begonnen Kleidungsstücken von Mathras befinden sich seit heute nicht mehr im Keller. Mal sehen, was ich über die Tage noch schaffe, bis ich Anfang nächsten Jahres für etwa sechs Wochen erst mal eine Nähpause einlegen werden muss.  Jetzt werde ich aber erst mal sichten, was ich schon fertig habe, was noch zu tun ist – und ob ich den verdammten Mantel wieder auftrennen muss, damit er nicht diese verflixte Falte wirft *grummel*

    Edit: Ja, ich muss den Mantel wieder auftrennen. *hmpf*

  • Viel im Büro zu tun, es geht mit meiner Selbstständigkeit in der Fotografie voran – und ergo bleibt wenig Zeit fürs Larp und damit auch fürs Nähen. Auf Grund der vielen Arbeit habe ich leider schon ein Con absagen müssen, aber auf das Dargaras-Con am übernächsten Wochenende werde ich gehen, selbst wenn die Welt untergeht. Also heißt es jetzt noch mal frisch ans Werk, damit zumindest die Grund-Reise-Kleidung bis dahin fertig wird.

    Wie ist denn der aktuelle Stand?

    • Bundhaube? Wollte ich sie mir erst bestellen werde ich mich wohl doch erst mal selber dran versuchen. Grauer Wollstoff außen und goldgelber Futterstoff sind vorgesehen und auf der Seite ein kleiner, weißer Keilerkopf. Zumindest werde ich das mal versuchen und hoffe, dass ich die Zeit dafür habe.
    • Gugel? Wie schon hier gezeigt ist sie fertig – auch wenn sie um die Schultern herum etwas spack sitzt. Aber ob das so schlimm ist wird sich erst im Praxistest zeigen müssen.
    • Cotte? Bis auf das Abnähen am unteren Saum ist sie fertig.
    • Surcotte? Da der bestellte graue und gelbe Stoff doch als Oberstoff nicht meinen Ansprüchen genügen und daher nur als Futterstoff Verwendung finden werden, war meine Frau so nett mich noch auf einige Meter grauen, dünnen Wollstoffs aufmerksam zu machen, der noch bei uns im Regal lag. Da wird ergo noch eine Surcotte draus gezaubert werden müssen. Wenn ich weiß, wie genau die aussehen soll …
    • Garde-Corps? Der ist so weit wie schon vor ein paar Wochen. Also alles ist zurecht geschnitten und liegt hier bereit weiterbearbeitet zu werden.
    • Schuhe? Die IT-Stiefel sind schon vor Wochen bestellt worden, aber auf die Auslieferung warte ich noch. Hoffentlich kommen die noch rechtzeitig vor dem Con.
    • 3/4-Mantel? Nachdem ich lange überlegt habe, ob ich den erst später realisiere, habe ich das Geld einfach investiert und den Wollstoff gekauft. Bis auf das Umnähen des unteren Saumes ist er fertig und auf dem dunklen Wollstoff prangt auch schon ein schön großer Keilerkopf. Aber das kann man ja auch auf dem Foto sehen. Er ist mit goldgelbem Stoff gefüttert und am gesamten Rand werde ich auch noch eine Handnaht anbringen. Am Halsausschnitt soll dann noch Pelz dran.

    • Schwert? Das ist noch in Arbeit, wurde mir aber pünktlich zum Con versprochen (wo der Schwertbauer auch NSC ist).
    • Gürtel? Ich werde erst mal den Langgürtel von Askir nehmen und als Schwertgurt den Gürtel von Anselm. Also ganz einfach gelöst.
    • Gürteltasche? Werde ich wohl morgen noch bestellen. Die Nierentasche, die ich schon länger im Blick habe.
    • Schwertscheide? Das wird aus finanziellen Gründen bis zum Herbst warten müssen. Da werde ich wohl erst mal den Waffenhalter nehmen, den ich sonst mit Anselm genutzt habe.
    • Almosenbeutel? Ist ja schon fertig, wie hier zu sehen ist. Der bestickte Beutel folgt irgendwann, wenn ich fürs Weitersticken die Zeit und die Muße habe.

    Ich glaube das war es erstmal an aktuellem Zwischenstand. Es gibt noch Einiges zu tun, aber ich sehe Licht am Ende des Tunnels.

  • Das erste Kleidungsstück für Mathras von Orktrutz ist, wie hier zu sehen, fertig: Die Gugel. Dabei habe ich mich entschieden die sichtbaren Nähte als Handnähte auszuführen, was besser geklappt und weitaus einfacher war, als ich gedacht habe. Die Stiche sind sicher noch nicht so gleichmäßig, wie sie sein könnten, aber für das erste Mal kann es sich meiner Meinung nach sehen lassen:

    Der richtige Sitz auf meine Person wird heute Abend überprüft, wenn meine Frau wieder da ist – und vielleicht gibt es dann in den nächsten Tagen auch Fotos, wie sie an mir aussieht. Und jetzt beschäftige ich mich mal weiter mit dem Gardecorps, bei dem ich noch über die beste Lösung für das Ansetzen der Ärmel nachdenke …

  • Auch wenn wir es heute haben gemütlich angehen lassen, kann ich den Tag doch als produktiv werten, was das Projekt „Neuausstattung Reichsritter“ angeht. Nur das Bestellen der Stoffe habe ich heute noch nicht erledigt, da ich erst nochmal neu berechnen möchte, was ich wirklich an Stoff benötige, um den Rest zu nähen. Aber was habe ich heute gemacht?

    • Stoff für den Gardecorps zugeschnitten und Korpus für den Außenstoff und das Innenfutter zusammen genäht. Morgen wird Wollfilz besorgt, um das orktrutzer Wappen auf den Außenstoff zu nähen – dann kann ich mit dem zusammennähen weiter machen. Nur muss ich noch überlegen, wie ich die Ärmel sinnvoll einsetze.
    • Stoff für die Kappe zugeschnitten – und dabei festgestellt, dass das mit dem kontrastfarbenen Innenfutter doof aussieht. Ergo ist das Projekt erst mal zurück gestellt, bis ich mir was fürs Innenfutter überlegt habe. Da ich Wolle nicht lange auf dem Kopf tragen kann, da das nach einiger Zeit zu jucken anfängt, kann ich auf ein Innenfutter auch nicht verzichten.

    Natürlich habe ich mal wieder großzügig berechnet und viel zu viel Stoff bestellt. Aber lieber zuviel, als zu wenig. Daher wird aus dem Woll- und dem Futterstoff des Gardecorps noch eine Gugel entstehen.

    Außerdem habe ich mich heute dazu entschieden, dass sie Zaddeln in Form von „Zinnen“ erhalten wird, um die Gugel noch etwas aufzuwerten. Wenn die Sachen etwas weiter gediehen sind, wird es wohl auch ein paar Fotos geben.

    Da auch noch genug von dem gelben Stoff ist (unabhängig von den 4,50 Metern, die noch zum Füttern des Mantels benötigt werden), werde ich daraus wohl den Almosenbeutel machen, der dann vielleicht noch eine Stickerei oder etwas Anderes zur Verzierung erhält.

    Zudem bin ich am überlegen, ob ich die Surcotte nicht mit Knöpfen, sondern mit Nestelschnüren schließe – wenn ich herausbekommen habe, wie das System des Verschlusses hier funktioniert. Die passenden Nestelspitzen liegen schon hier rum.

    Mal sehen, ob ich morgen zum weiternähen komme …

  • Ausstattungsstand Reichsritter

    Der graue Wollstoff und der goldfarbene Stoff für den Gardecorps sind indessen angekommen und ich bin von beiden Stoffen begeistert. Schöne Qualität und schöne Farbe. Heute sind sie schon in der Wäsche gelandet und ich hoffe mich morgen Abend endlich an den Zuschnitt geben zu können. Wenn alles gut geht bleibt davon noch genug Stoff übrig, um daraus noch die Gugel zu nähen. Und wenn es ganz perfekt läuft noch die Kappe, wobei ich da etwas skeptisch bin.

    Ebenso sind die Stoffproben vom Baumwollköper von Kurzwarenland angekommen und das Gelb und das Grau werden sich sicher auch in der zukünftigen Kleidung wiederfinden – sie sind fast identisch mit unseren alten Gürtelbannern des Freien Banners. Jetzt muss ich also nur noch den Stoffbedarf für diese Stoffe errechnen und sie bestellen. Ebenso brauche ich noch den Wollstoff für den Mantel als auch schönen Pelz dafür. Dann wäre die Reisekleidung zumindest von der Anschaffung her (fast) komplett.

    Morgen werde ich noch sehen, dass ich den Keilerkopf bzw. das Orktrutzer Wappen in der richtigen Größe ausdrucke, damit ich auch dafür mit dem Zuschneiden und Vornähen anfangen kann. Da meine Frau indessen die verrückte Idee geäußert hat, mir auf ein Kleidungsstück den Keilerkopf aufzusticken, könnte das natürlich noch ein kleines Highlight werden – auch wenn ich bisher nicht weiß, ob ich das eher auf der Surcotte oder auf dem Gardecorps hätte, tendiere aber zu Ersterem.

    Mein Ritterschwert, das ich beim Handelshaus Rabenbanner bestellt habe, ist wohl schon nächste Woche fertig. Bin ja gespannt wie es aussieht, wenn ich es das erste Mal in den Händen halte. Und dann muss ich mal Enrico fragen, wie es zeitlich bei ihm aussieht, um die passende Schwertscheide zu machen. Da er derzeit stark mit dem Studium beschäftigt ist vermute ich, dass das bis zur Zeitmeistertaverne nicht mehr klappt, aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

    Zeit der Legenden

    Vor etwas über einen Monat habe ich mir hier schon Gedanken über meine Teilnahme am „Zeit der Legenden“ gemacht und bin seitdem an sich keinen Schritt weiter gekommen. Nachdem ich das Con aber in die dorlónische Expeditionsplanung auf unserem Forum reingestellt habe kann ich zumindest sagen, dass es mit Gefolge ganz mies aussieht. Sowohl für Mathras als auch Crew für Myron. Die Frage, mit welchem Charakter ich hin fahre und in welchen Stadtteil ist damit also nicht einfacher geworden.

    Diese Woche haben Freunde von uns angekündigt gerne mit uns zum ZdL zu fahren. Das freut mich, denn die Beiden sieht man eh viel zu wenig (auch kein Wunder, wenn die fast in der Schweiz wohnen). Ihn (Söldner) und eine Freundin von den Beiden (Sarwürkerin) kann man mit ihren feststehenden Charakteren fast überall unterbringen. Doch Sie würde gerne ihre Elbe spielen, die in Nebelstadt auf jeden Fall nicht richtig aufgehoben wäre. Alternativ gäbe es noch ihre Händlerin (Zahlmeisterin), die sie aber noch ausstatten müsste. Das macht die ausstehenden Fragen natürlich nicht einfacher – zumal ich mich echt auf sie freue und gerne mit ihnen gemeinsam lagern würde.

    Die Möglichkeiten sind ergo:

    • Le Capitaine Myron Louis Armand du Paix d’Auras wäre natürlich ein Charakter, der nur in der Nebelstadt passen würde. Ohne Crew etwas schwierig, wenn noch andere Kapitäne da sind (was der Fall sein wird), aber wenn die Zahlmeisterin (s.o.) der „Morgenstern“ mitkommen würde, wäre das theoretisch denkbarer als bisher.
    • Askir war letztes Jahr in der Nebelstadt, folgt auf dem Fest der Drachen dem Weg des Blauen und wäre daher nur in der Nebelstadt denkbar. Ist also immer möglich, zumal ich mich in der Nebelstadt mit den netten Leuten wirklich gut aufgehoben gefühlt habe. Auch der IT-Kontakt mit den Magoniern in der Eisenstadt (wo meine Frau auf jeden Fall lagern wird) wäre gesichert. Doch habe ich, wie schon erwähnt, derzeit keine Lust auf  den Charakter Askir. Auch wenn es mit ihm sicher ein echt gemütliches ZdL werden würde.
    • Reichsritter Mathras von Orktrutz würde nur in der Sturm- oder der Eisenstadt passen, wobei er keinen Magonier kennt (aber er kennt Alanis, die wiederrum …). Und er kennt da generell fast Niemanden auf dem ZdL. Was aber viel schwerer wiegt: Er hat keine Gefährten, die ihn begleiten und damit seinen Rang bezeugen können. Auch wenn der Hintergrund des Cons einen alleine auftauchenden Ritter IT logisch erscheinen lassen, frage ich mich, wie weit ein allein rumstehender Ritter überhaupt ernst genommen wird.

    Irgendwie drehe ich mich im Kreis, oder!? Und je öfter ich mir die Argumente vorsage, drüber nachdenke oder – wie hier – niederschreibe: Es wird nicht besser bzw. ich komme einer Lösung nicht näher. Was denkst Du? Mache ich mir über gewisse Sachen zu sehr einen Kopf?

  • Ich bin einen Schritt weiter. Auch wenn hier wieder eine Skizze zu sehen ist, befindet sich der Wollstoff für den Gardecorps schon neben mir und der Futterstoff für den Gardecorps und den Mantel ist bestellt und auf dem Weg. Ebenso habe ich noch Stoffmuster angefordert, die hoffentlich ebenfalls bald ankommen werden. Morgen werde ich dann noch den Stoff für den Mantel bestellen. Zudem versuche ich aktuell einen preiswerten, aber schönen Kragen aus dem Pelz eines Silberfuchses auf Ebay zu ersteigern. Drückt mir die Daumen.

    Das Ziel ist am kommenden Wochenende mit dem Zuschnitt und dem Nähen des Gardecorps zu beginnen. Und wenn dabei noch was Stoff übrig bleibt, wird das dann direkt zu einer Gugel verarbeitet. Mein Ziel ist ja immer noch Ende März den Charakter auf der Zeitmeister-Taverne zu spielen. Spätestens aber auf dem Dargaras-Con im April.

    Wie auf der Skizze zu sehen hat sich die Kleidung in bestimmten Bereichen wieder etwas verändert. Daher die Kleidung nach jetzigem Stand wie folgt:

    • Die Cotte ist immer noch weiß und an den (engen) Ärmeln geknöpft, aber nicht mehr vorne über die gesamte Länge, sondern nur noch am Kragen. Bin trotzdem am überlegen es aus vier Teilen (Ärmel ausgenommen) herzustellen, um einen schönen Abschluss am Kragen und einen besseren Schnitt am Reiterschlitz zu haben, da das sonst dort mit dem Futter da zu unschönen Falten kommen kann.
    • Als Surcotte wird in der Art einer langen Weste so etwas Ähnliches wie ein „Wappenrock“ über der Cotte getragen. Natürlich Miparti in den dorlónischen Reichsfarben und vorne geknöpft. Als Wappentier von Orktrutz wird  der Keilerkopf auf der linken Brust getragen.
    • Der Gardecorps aus grauer Wolle und mit goldgelbem Innenfutter. Hier entweder nur mit dem Wappentier von Orktrutz auf der linken Brust (wie auf der Skizze) oder das ganze Wappen (also grau-gold gespaltenes Schild mit dem Keilerkopf) an selbem Ort.
    • Ein 3/4-Mantel aus dunkelgrauem oder anthrazitfarbenem Wollstoff, der ebenfalls mit goldgelbem Stoff gefüttert wird – mit Pelzbesatz und orktrutzer Wappen.

    Darüber hinaus wird es für die Reisekleidung noch folgende Sachen geben, die zur Erstausstattung zählen:

    • Die Gugel aus grauem Wollstoff mit goldgelbem Innenfutter.
    • Eine Bundhaube in Grau mit gelbem Innenfutter, wobei ich noch überlege, ob ich sie selber nähe oder ob ich sie bei Löwenstore kaufe.
    • Eine Kappe, ebenfalls aus grauer Wolle und mit goldgelbem Futter. Dafür brauche ich noch (mindestens) ein schönes Zinnabzeichen. Möglichst mit einem Taphanorheiligen. Habe da sogar schon eine Idee, zu der ich aber dann wohl noch eine Heiligengeschichte schreiben müsste.
    • Eine Pilgertasche, für das ganze Geraffels, was man zeitweilig mit sich rum schleppt.
    • Ein Almosenbeutel für die Münzen und um auch mal ritterlich den Armen und Bettlern ein Kupfer zuwerfen zu können.
    • Der Langgürtel und eine Nierentasche.
    • Schon vorhanden sind die braunen Leder-Stulpen-Handschuhe und die weiße Hose. Wenigstens etwas.

    Für weitere Vorschläge und auch Ideen, was noch fehlen könnte, bin ich – wie immer – offen. 🙂

  • Ergänzend zu der Aufzählung der geplanten Reisekleidung des dorlónischen Reichsritters Mathras von Orktrutz von gestern (Klick!) hier jetzt die passenden Skizzen, die zu einem großen Teil parallel zum Schreiben entstanden sind. Ich denke damit dürfte der lange Text zumindest in Teilbereichen verständlicher sein.

    2. Oberkörperbekleidung

    b. Cotte

    c. Sarrock

    3. Gardecorps und Mantel

    a. Gardecorps

    8. Wimpel und Banner

    a. Gürtelbanner

    Ich freue mich weiterhin über Meinungen und Vorschläge zu Verbesserungen – möglichst mittels der Kommentarfunktion des Blogs.

  • Erst war Mathras, den ich am 30.05.2002 das erste Mal gespielt habe, Söldner, dann wurde er Leutnant in der dorlónischen Reichsarmee (September 2002), bevor er dann im Juli 2004 zum Ritter geschlagen wurde. Im September 2008 habe ich ihn das bisher letzte Mal gespielt. Wie er in der Zeit ausgesehen hat und wie sich seine Kleidung entwickelt hat (oder auch nicht) habe ich mal anhand der folgenden Foto-Collage zusammengestellt. Auch als Erinnerung für mich selbst, wobei das „Leutnantwams“ von 2003 auf dem Foto vom Oktober 2007 die Chronologie etwas durcheinander bringt. Ich glaube man kann aber gut erkennen, warum ich mit der Kleidung nicht zufrieden war und etwas grundlegend Neues her muss, oder!?

    Natürlich lässt sich das Bild mit einem Klick darauf vergrößern.

  • Nachdem ich in einem anderen Beitrag schon die geplante Kleidung des Ritters beschrieben habe (und zwar genau hier) folgen jetzt die Skizzen, damit man sich auch in etwa vorstellen kann, was vor meinem geistigen Auge schon Gestalt angenommen hat.

    Die Kriegs-Kleidung

    Die erste Skizze, die am Heiligen Abend entstand, basiert – irgendwie passend – auf Vorlagen aus der Zeit der Kreuzzüge und zeigt die Rüstung und Kleidung, die der Ritter von Orktrutz tragen soll, wenn er in den Kampf bzw. in die Schlacht zieht. Das wird natürlich nicht überall sein, wo er hinreist, sondern an den Orten, an denen schon vorher bekannt ist, dass dort Unheil droht – und/oder er IT genug Leute hat, die sein Zeug durch die Gegend schleppen. …

    Die Reise-Kleidung

    Wie beschrieben wird Mathras vornehmlich in Reisekleidung unterwegs sein, daher hat sie auch Priorität. Anhand der folgenden Skizzen kann man schon sehr gut sehen, wie es letztendlich aussehen soll:

    Diese Mantelform ist übrigens der besagte Gardecorps.

    Was die Farbe des Mantels angeht bin ich wirklich noch mehr als unschlüssig. Vielleicht ist es etwas zuviel Grau und ich machen den Mantel lieber Schwarz? Aber passt das zum Farbschema (siehe unten)? Auf jeden Fall soll auf den Mantel noch ein kleines Wappen von Orktrutz drauf.

    Das Farbschema

    Jeder meiner Charaktere hat ein Farbschema, damit meine Persönlichkeiten im Larp nicht nur durch den Kleidungsstil, sondern auch durch die Farben differenzierbar sind. Askir ist zum Beispiel Braun-Rot, Myron Blau-Weiß und Anselm Schwarz-Rot. Durch die dorlónischen Landesfarben Grau und Gelb sind zwei Farben schon festgelegt, die sich zumindest auf dem Wappenrock wiederfinden müssten. Und da ich einfach keine Farbe gefunden habe, die sich zu diesen schön kombinieren lässt, werden diese auch die Hauptfarben.

    Aufgelockert werden die zwei Farben dann noch durch das Weiß, das damit die Verbindung zu Taphanor schafft – dem Gott, dem Mathras in erster Linie anhängt. Die Ledersachen werden natürlich in möglichst natürlichem, aber schönem Braun gehalten sein.

    Soweit die aktuellen Überlegungen mal visualisiert. Jetzt bin ich immer noch oder wieder auf Eure Meinungen, Vorschläge und Tipps gespannt. Würde mich daher freuen, wenn Du hier unter dem Beitrag ein Kommentar hinterlassen würdest 🙂

  • Neue Pläne, da im Larpbereich einige Dinge eingetroffen bzw. passiert sind, die eine Änderung meiner Pläne und Prioritäten nach sich ziehen:

    1. Mein aktueller Hauptcharakter ist irgendwie an einem toten Punkt angekommen. Askir war konzipiert als Streuner, der vielleicht einen Anteil an einer Taverne hält, aber weiter versucht sein großes Glück (primär in klingender Münze) zu machen. An sich sollte es lange dauern, bis er das schafft. Jetzt sind nicht mal zwei Jahre vergangen und er hat mit den „Humpen-Baronen“ Anteile an 3 Tavernen, ist mit Enrico als stillen Teilhaber noch Eigentümer weiterer Tavernen, die sich im Jahr 2012 wahrscheinlich noch vermehren werden. Und soeben hat er das Angebot bekommen ein Schiff gestellt zu bekommen, womit er nicht nur Kapitän würde, sondern auch noch einen großen Schritt zu einem wohlhabenden Händler weitergekommen ist. Anders gesagt: Er ist jetzt schon weiter von dem verlotterten Herumtreiber und Glücksritter entfernt, als er jemals sein sollte. Ergo weiß ich gerade gar nicht mehr, warum Askir überhaupt noch rumreisen soll und nicht einfach in einer seiner Tavernen (vorzugsweise in Dargaras) bleibt.

    2. Ich bin nicht mehr so jung, wie früher. Ebenfalls körperlich nicht mehr so fit und agil. Ob ich noch stundenlang im Wald hinter dem Plot herhüpfen und ihn jagen könnte bezweifle ich etwas. Das schöne Ambientespiel mit der Möglichkeit tagesformabhängig entscheiden zu können, ob man den Plot jagt, war auch ein Grund dafür im Mai 2008 den Charakter Askir zu beginnen. Letzendlich führt es aber meist dazu, dass ich den Plot nicht jage, weil ich einfach zu bequem dazu bin. Das Ambientespiel ist zwar schön, aber auf Dauer auch nicht erfüllend, wie ich langsam erkennen muss. Eine Erkenntnis, die ja schon zu den Überlegungen zu Dr. Ruben van Tessel geführt hat, der mehr plot- und actionorientiert ausgerichtet wäre. Aber als Gelehrter noch moderat. Nur: Wenn nicht was ändern, warum dann nicht konsequent?

    3.  Wer mich kennt weiß, dass ich schon seit ein paar Jahren ein Freund von schöner Larp-Kleidung bin und soweit möglich auch alles selber mache. Ein neuer Charakter bedeutet nicht nur ein neuer Hintergrund, sondern auch eine passende Kleidung. Es ist sicher übertrieben, dass mir das Einkleiden eines Charakters mehr Freude macht als ihn zu spielen, aber es gehört für mich indessen mit dazu, denn es hilft auch in den Charakter hinein zu finden. Nachdem ich neulich einige Fotos von einem Con gesehen habe, hat es mich in den Fingern gekribbelt einen Charakter auszustatten. Ich sehe ihn jetzt, nach den ersten (noch nicht digitalisierten) Skizzen schon vor mir. Und es gefällt mir, was ich sehe.

    4. Über Silvester war ich auf Con mit vielen Freunden und Bekannten. Darunter viele Charaktere, mit denen ich schon seit Jahren – lange vor Askir – zusammen spiele. Einige, mit denen ich seit Jahren nur wenig gespielt hatte. Auch, weil mit Askir einfach der Anknüpfpunkt fehlt. Einer dieser Charaktere, Magister Dijarion Patharis, stellt dann schon am Freitag beim Ausladen die entscheidende Frage: „Wann trifft man eigentlich Mathras mal wieder?“ In der Silvesternacht erzählte dann Thalion, Freiritter zu Mittenwald, dass Mathras sein Schwertpate gewesen ist, und bewies damit, dass er sich daran erinnert und es für ihn einen gewissen Wert hat. An beiden Abenden war es Jaridaê Vela, die ihre Gitarre nahm und Lieder spielte, die ich teilweise seit Jahren nicht mehr vernommen hatte. Lieder, die ich mit Mathras das letzte Mal gehört hatte, zu meinen Lieblingsliedern zählen und mich in die Vergangenheit zurückversetzten.

    5. Es hat seine Vorzüge als Charakter, der ein ungebundener Einzelgänger ist, zu reisen. Es bieten sich viele Möglichkeiten, aber das Gefühl zu einer Gemeinschaft zu gehören, die füreinander einsteht und gemeinsam nach Außen auftritt; einer Gemeinschaft, die trotz aller etwaiger Differenzen im Inneren, die zuweilen auftreten können, für die selben Ziele und Ideale und Tugenden einstehteht fehlt auf Dauer irgendwie. Ein Gemeinschaftsgefühl, dass ich IT wie OT in meinem bisherigen Larp-Leben nur bei einer Gruppe verspürt habe: Dem Reich Dorlónien, bei dem ich auch in der Landes-Orga aktiv bin und viele Hintergrundtexte geschrieben habe und schreibe. Meine Heimat. Und wenn ich bedenke, wie mich andere Spieler immer anschauen, wenn sie von Dorlónien reden, auch wenn mein aktueller Charakter mit dem Land gar nichts zu tun hat (wie Askir), weiß ich, dass man mich immer als Dorlónier sieht und sehen wird. Der dorlónische Wappenrock scheint nichts zu sein, was man einfach ablegen kann – er bleibt, auch wenn man ihn gar nicht trägt.

    Ich glaube ich werde gerade sentimental und bin überzeugt, dass auch alles nicht so rosarot (oder eher grau-gelb) ist, wie ich es hier schreibe. Doch ich vermute man kann klar herauslesen, was seit dem Heiligen Abend 2011 in meinem Kopf vorgeht und in den letzten Tagen nur verstärkt worden ist: Es ist an der Zeit, dass der dorlónische Reichsritter Mathras von Orktrutz wieder in die Welt hinaus zieht, um alte Freunde zu treffen, neue Leute kennen zu lernen, wider das Zwielicht zu kämpfen und zu tun, was man als dorlónischer Ritter halt sonst so macht.

    Um es mit weniger Worten zu sagen: „Dorlóniz da viken viken!“

    Also: Charkaterbogen wurde an den Weihnachtstagen überarbeitet, die ersten Skizzen für die Kleidung und eine Liste mit allem Zeug, was ich auf Dauer so brauche, ist zwischen den Tagen erstellt worden. Ich bin schon auf der Suche nach den richtigen Stoffen (wobei mir der goldgelbe Wollstoff arge Probleme bereitet und ich befürchte, dass ich selber färben muss) und im Januar werde ich wohl schon die ersten Bestellungen für Sachen wie Stiefel, Gürtel und Gürteltasche rausjagen. Dabei werde ich im Endeffekt zwei Ausstattungen für Mathras benötigen: Eine Reise- und eine Kriegskleidung, wobei zweitere natürlich auch aus Rüstungsteilen (keine Platte übrigens, da ich mich an der Zeit der Kreuzzüge im 13. Jhd. orientieren werde) bestehen wird. Aber da ein Ritter ja nicht überall erst mal in Rüstung hinläuft werde ich erstmal nur die Reisekleidung machen, der Rest folgt dann nach Möglichkeit bald darauf.

    Dann gibt es bei Rittern ja noch eine kleine Vorbehaltsklausel: Alleine geht ein Ritter nicht auf Reisen, sofern er ein Lehen und eine Truppe hat. Und das hat Mathras ja bekannterweise. Also mindestens zwei weitere dorlónische Charaktere (egal welcher Einheit, nur halt keine Ritter natürlich) bräuchte es schon, wenn es auf Con geht. Aber damit werde ich mich beschäftigen, wenn es soweit ist oder es ergibt sich einfach oder ich muss mir was einfallen lassen. Denn was bringt es auch in einer Gemeinschaft zu spielen, wenn von der Gemeinschaft niemand da ist, oder!?

    Letztendlich geht es jetzt zur Conwahl. Und da beginne ich darüber nachzudenken einige Cons, die ich mit Askir geplant hatte, jetzt mit Mathras zu besuchen. Eine Entscheidung, die in den nächsten Wochen fallen wird …

  • Ein neuer Charakter ist in Planung. Aber warum eigentlich?

    An einer bisher zu geringen Anzahl kann es nicht liegen. Schließlich habe ich den götterfürchtigen Reichsritter Mathras von Orktrutz, den glaubensfesten Bruder Anselm, den selbstsüchtigen Kapitän Myron d’Auras, den alten Magie(theoretike)r Professor Dr. Dr. Bram van de Watervallen und den aventurische Herumtreiber Askir.

    Ein wenig habe ich manchmal die Befürchtung, dass ich die Tendenz entwickle einen neuen Charakter nur deshalb zu kreieren, um den mit neuen Klamotten austatten zu können. Schließlich hat man so viele Ideen, was man nähen könnte und was gut aussehen würde, dass man nur noch den passenden Charakter dafür benötigt. Ich bin bemüht diese Tendenz im Griff zu behalten, wobei mir die doch begrenzten finanziellen Mittel helfen. Aber es juckt doch manchmal in den Fingern. Ich frage mich, ob es nur mir so geht …

    Der Grund liegt aber derzeit woanders. Auch wenn ich verschiedene Charaktere habe decken sie doch nicht alle Spielmöglichkeiten ab:

      • Mathras ist ein Reichsritter und würde nie ohne Gefolge reisen. Und das muss man erst mal haben. Abgesehen davon, dass er standesgemäß ausgestattet werden müsste, was entsprechend aufwendig ist. Er übernimmt die Führungsrolle, geht auf Grund seiner Gesinnung und seinen Glauben gegen das Böse vor und kann sich nie gemütlich zurück lehnen. Ritter zu sein ist ein Fulltime-Job.
      • Anselm kann zwar alleine reisen, ist aber auf Grund seines „Berufes“ als Kleriker auch Jemand, der einfach aufstehen und kämpfen muss, wenn die Widersacher der Götter tätig sind (was bei den meisten Abenteurercons der Fall ist). Er ist ein ernster Charakter, der sich dem Kampf wider dem Zwielicht verschrieben hat – und dieser Kampf ruht nie.
      • Myron ist als Kapitän darauf angewiesen, dass zumindest einige Leuter seiner Crew mitreisen, was nur selten gegeben ist. Auch wenn er als Händler theoretisch überall agieren kann, ist er doch als Seefahrer an Cons gebunden, die in der Nähe der See stattfinden.
      • Bram ist ein Magietheoretiker und ein alter Mann – also ein Charakter, den man an sich nur auf Akademiecons spielen kann.
      • Askir ist ein Herumtreiber. Jemand, dem nur die Wenigsten (wenn überhaupt) vertrauen und der immer eher in der Taverne bleibt, während andere sich aufmachen und die Welt oder sonstwas zu retten. In gewisser Weise ein Anti-Held. Er kann von allem etwas, aber an sich Nichts richtig. Ein sehr freiheitsliebender Charakter, der sich Niemandem und Nichts verpflichtet fühlt und sich daher auch nie einer Gruppe anschließen würde.

    Keinen dieser Charaktere möchte ich missen, denn mir stehen mit ihnen viele Möglichkeiten offen. Mein erster Hauptcharakter war Mathras, weil ich zu der Zeit ein „Plotjäger“ war. Tavernen fand ich langweilig und war ständig Vorne mit dabei – mit der Zeit auch immer öfter als Anführer. Mit der Zeit wurde ich nicht nur älter und breiter, sondern auch bequemer, woraus letztendlich mein jetziger Hauptcharakter, der Herumtreiber Askir, resultierte. Primär in der Taverne zu finden und mit der Tendenz zu Ambientecons ist er fast der Letzte, der sich an irgendeinem Plot beteiligt (auch wenn er es theoretisch könnte). Zwei grundverschiedene Charaktere, zwei Extreme – aber dazwischen muss es doch auch was geben.

    Da gibt es noch Anselm (Bram und Myron sind so speziell, dass man sie eigentlich gar nicht zählen kann). Er reist alleine. Er kann in der Taverne feiern. Er beteiligt sich am Plot. Er ist ergo nicht so ernst wie Mathras, aber auch nicht so „bequem“ wie Askir. Doch er hat nicht die Wahl. Mathras muss am Plot teilnehmen. Askir kann (macht es aber meist nicht, weil es ja genug andere machen). Anselm muss aber auch am Plot teilnehmen, wenn es mit seinem göttlichen Auftrag zusammen hängt – und das macht ein Plot meistens. Es bleibt die Lücke eines Charakters, der stärker interessiert ist als Askir und sich auch Gruppen anschließen würde, aber nicht durch seine Gesinnung und seinen Glauben gezwungen ist jederzeit aufzuspringen – egal wie es mir in dem Augenblick OT geht.

    Ich möchte einen aktiveren Charakter, der aber nicht überall mit muss. Ich möchte einen vertrauenswürdigen Charakter, der sich auch einer Gruppe (auf Zeit) anschließen kann. Ich möchte einen Charakter, der den Plot jagt und auch gerne mal in einer Taverne einkehrt. Ich möchte einen Charakter, der sowohl auf ein Abenteuercon passt, als auch auf ein Ambientecon.

    Auch wenn es etwas nach der eierlegenden Wollmilchsau klingt soll es ein bodenständiger Charakter werden, der mehr mit DKWDDK (Du kannst, was Du darstellen kannst) agiert, als er irgendwelche Kämpfer- oder Magierfähigkeiten sein Eigen nennt. Es geht nicht um die Fertigkeiten des Charakters, sondern um die Möglichkeiten im Spiel. Das ich nach meinem OT-Empfinden entscheiden kann, wie aktiv ich auf dem Con bin – aber ebenso möchte ich „gezwungen“ sein aktiver zu werden, als ich es mit Askir bin. Ein interessierter Charakter sozusagen.

    Also ran an die Buletten!