12/25/16

Mathras – ein dorlónischer Fantasy-Ritter

Nach den Überlegungen in meinen letzten Blogbeiträgen über meinen Reichsritter Mathras von Orktrutz und meiner Auseinandersetzung über die Alternative zu einer an der Ausstattung am Hochmittelalter orientierten und an dem gängigen Ritterklischee entsprechenden Darstellung habe ich mich – wie gewohnt – nach einigen Überlegungen an erste Skizzen gesetzt. Das ist das Ergebnis:

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Skizze vom 05. November 2016

Auf Grund anderer Projekte hat es dann einige Zeit gedauert, bis ich mich an die nächste Skizze gemacht habe – und trotz vieler Überlegungen ist sie sehr nah an der ersten Skizze. Eigentlich ein gutes Zeichen, denn damit ist klar, auf was es hinaus läuft. Auf das hier:

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Skizze vom 20. Dezember 2016

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Skizze vom 25. Dezember 2016

Das bedeutet für die Reisekleidung:

  • Cotte aus Leinen, schwarz oder dunkelgrau, wadenlang mit Reiterschlitz – schwarzer Stoff mit leichtem Fischgrätmuster vorhanden
  • Surcotte aus Wolle, schwarz oder dunkelgrau, mit grauem Leinen gefüttert, mit Pelzbesatz an den Ärmeln und am Saum, mit Stehkragen (wenn ich auch mit der Form noch nicht zufrieden bin) und auf der Brust das gestickte Wappen der Mark Orktrutz, waden-/knöchellang mit Reiterschlitz
  • Mantel aus schwarzer oder anthrazitfarbener Wolle mit Pelzbesatz an den Ärmeln und dem Saum sowie Pelz an Kragen und auf Schultern, ggf. mit dem Reichslöwen auf der Seite
  • Orktrutzer Gugel mit Pelzbesatz
  • Stulpenhandschuhe, schwarz
  • Langgürtel
  • Kopfbedeckung, wenn ich auch noch nicht sicher bin, wie diese im Endeffekt aussehen soll
  • schwarze Stoffhose
  • Lederstiefel

Für die Reisekampfausstattung ist das hier angedacht:

  • Surcotte aus widerstandsfähigem Stoff (Canvas o.ä.) in Grau
  • Lederbrigantine, wie sie Robb Stark in „Game of Thrones“ trägt
  • Helm – vorhanden, muss noch bemalt werden
  • ggf. Plattenkragen und Plattenschultern
  • Schwert mit Lederscheide und Langgürtel
  • Dolch, später ein Gnadentod mit Lederscheide
  • früher oder später ein neuer Schild
  • Streithammer

Vor allem zwei Fragen sind derzeit für mich noch offen: Die Kopfbedeckung der Reisekleidung (da habe ich bisher noch keine Lösung, die mich wirklich zufrieden stellt) und wie man eine Lederbrigantine in dieser Art hier anfertigt bzw. wo man sowas her bekommt.

Und als Nächstes stände dann eine sommertaugliche Version der Reisekleidung auf dem Plan. Aber bis dahin freue ich mich bezüglich der obigen Überlegungen über Deine Vorschläge, Ideen und Meinungen. 😉

10/27/16

Ritterdarstellung: Was macht Mathras aus?

Wow! Ich freue mich über soviel Feedback auf meinen letzten Blogbeitrag. Sowohl in den Kommentaren auf diesem Blog als auch bei Facebook auf meiner Larp-Seite, (verdammt viele Äußerungen) bei meiner Frau und letztendlich bei mir. Vielen Dank, denn jede Meinung hilft mir weiter. 🙂

Daher werde ich jetzt schon mal einige Punkte heraus greifen, die mir in der Diskussion aufgefallen sind. Punkte, die ich vielleicht etwas gerade rücken muss, indem ich etwas mehr über den Charakter erläutere – aber auch schon darüber hinaus gehende, weiterführende Gedanken und Ansätze. Schließlich soll für mich ja auch am Ende ein Ergebnis über eine schlüssige und gute Darstellung meines Reichsritters Mathras von Orktrutz bei seinem „Comeback“ außerhalb seines Heimatlandes Dorlónien stehen. Daher freue ich mich auch weiterhin über Deine Meinung, Tipps und Ratschläge.

Erstmal musste ich feststellen, dass meine Aussage mit dem gemeinsamen Trinken mit den Soldaten schlecht formuliert war und in der Diskussion öfter darauf Bezug genommen wurde, als der Punkt meines Erachtens eigentlich verdient. Gemeint war, dass er sich nicht zu schade ist auch gemeinsam mit den Soldaten am Tisch (bzw. am Lagerfeuer) zu sitzen und zu reden – aber dem Einwand von Gregor, dass er an der besagten Tafel einen besondern Platz haben sollte oder Anderes, was ihn hervor hebt, stimme ich zu. Wobei der Umgang in dieser Runde und damit der Eindruck über die Stellung des Ritters natürlich auch immer ein entsprechendes Zusammenspiel innerhalb der Gruppe bedingt, denn letztendlich macht auch das Gefolge den Ritter.

Gleichwohl zeigt die Reaktion auf diesen einen, für mich eigentlich eher als nebensächlich bewerteten Satz, dass es ein Bild herauf beschwört, dass offensichtlich nicht so selten ist. Die Larper, die wie gewöhnliche Mietlinge aussehen, sich auch so benehmen und nur kämpfen und saufen – aber einen Ritter darstellen, der als solcher behandelt werden will. Ich kann diesbezüglich Alle beruhigen: So bin ich (und Mathras) nicht, so habe ich den Charakter nie gespielt und habe es auch nicht vor. Da mögen mich die (dorlónischen) Götter vor bewahren.

Da aber einige Kommentatoren mich nicht mit dem Charakter (und teilweise auch nicht mit anderen Charakteren bzw. OT) kennen und Niemand in meinen Kopf schauen kann ist klar, dass es dann zu Irritationen kommt. Zumal wenn ich nur Dinge aufzähle, was ich an Ritterklischeespiel nicht leisten will, aber Nichts nenne, was mich als Ritter dann auszeichnet. Das ist mir erst beim Kommentar von Nria richtig klar geworden:

Ich lese im Text nur „Ich möchte diese ritterliche Eigenschaft nicht haben, ich will jene ritterlichen Pflichten nicht erfüllen.“ Begründungen lassen sich für jeden Unfug zusammenzimmern, machen aber ein Charakterkonzept nicht besser. Was genau macht deinen Charakter denn im Spiel (NICHT: Hintergrund!) zum Ritter? Durch welche Spielelemente können deine Mitspieler erkennen, dass du ein Ritter bist und nicht irgendein Soldat?

Eigentlich habe ich selbst früher – also meine Ausstattung weit unter meinen selbst damaligen Ansprüchen lag – nie Probleme gehabt als Ritter wahrgenommen und behandelt zu werden. Selbst auf Cons wie dem Merseberg 1, auf dem ich extra den Ritter (mit dessen Ausstattung ich nicht zufrieden war) nicht an die große Glocke gehangen habe und trotzdem Kraft Titel innerhalb kürzester Zeit plötzlich Lagerkommandant war. Doch Larp ist in einem ständigen Wandel und einem Prozess der Weiterentwickung und was damals en vogue war muss heute nicht mehr akzeptierter und verbreiteter Standard sein.

Die im vorherigen Beitrag aufgeführten Beispiele sind dazu gedacht die Differenzen zwischen dem empfundenen Standard und vermeintlichen Konsens auf der einen Seite und dem auf Hintergrund basierenden Verhalten und der Einstellung meines Charakters heraus zu stellen. Es gibt meiner Ansicht nach durchaus einen Unterschied zwischen „diese ritterliche Eigenschaft will ich nicht haben“ und „diese (ritterlichen) Eigenschaften passen nicht zum Hintergrund“. Doch durch die Kommentare ist mir bewusst geworden, dass ich diesen „Mangel“ in der Ritterdarstellung irgendwie anders ausgleichen muss, damit der Ritter weiterhin im Spiel ersichtlich bleibt.

Oder auch: Warum genau spielst du einen Ritter? Nur, um dich „Ritter“ nennen zu können?

Eine Frage, die einfach zu beantworten ist: Weil Mathras mein ältester und damit auch ein liebgewonnener Hauptcharakter ist. Und der ist nun mal Ritter (geworden). Nicht von Charaktererstellung an, aber es hat sich Intime so entwickelt und – auch für mich OT überraschend – wurde ich dann zum Ritter geschlagen. Seit damals(TM) – 2004 – hat sich aber viel getan, was den Anspruch an die Darstellung angeht. Sowohl im Larp auch auch bei mir selber. Gleichwohl gibt es aber immer wieder Stimmen (sowohl innerhalb als auch außerhalb von Dorlónien), die sich ein verstärktes Auftauchen von Mathras wünschen würden. Das sind die Gründe, warum ich mir derzeit Gedanken um die Darstellung von Reichsritter Mathras von Orktrutz mache.

Entsprechend haben doch irgendwie alle einen Schwerpunkt im Idealbild eines Ritters gewählt. So wie ich deinen Beitrag oben lese hast du das mit Mathras gemacht. Das Militärspiel und der Schutz der Schwachen.

Danke Steffen. So banal die Feststellung war, war es für mich so der erste Fingerzeig um zu definieren, wofür Mathras eigentlich steht. Ein Gedanken, den ich – auch auf Basis von Ulis Worten – weiter verfolgt habt und derzeit weiter verfolge.

Als früherer Soldat hatte sich Mathras schon vor seiner längeren Pause zu Jemandem entwickelt, der Truppen kommandiert und motiviert sowie in den Kampf führt. Wie auf dem „Zwielicht 1“ im Winter 2014. Der Schutz der Schwachen ist – wie auch der stete Kampf gegen das Zwielicht – eine der Aufgaben, denen er sich verschrieben hat. So trägt er in seiner Mark schließlich auch die Verantwortung für den Schutz seines Volkes bzw. der Siedler in den Wehrdörfern vor den Orken.

Mathras ist auch schon oft IT als Koordinator tätig gewesen. Schon vor seinem Ritterschlag hat er als Leutnant auf Cons den „Kriegsrat“ einberufen und Aufgaben verteilt. Das liegt sicher auch daran, dass ich ein Fan von kooperativem Spiel bin und die Verantwortung als Ritterspieler für Andere (auch außerhalb der eigenen Gruppe) Spiel zu generieren durchaus anerkenne. Spielergruppen, die sich abschotten und den Plot für sich horten, entsprechen nicht meinem Spielstil. Darüber hinaus kann Mathras auch als Vermittler agieren und als Diplomat Leute zusammen bringen. Er hat als Dorlónier keine große Erfahrung in höfischen Etiketten, aber auf Grund seiner Reisen wird er wohl nicht mehr in jedes Fettnäpfchen rein rennen.

Ob das reicht, um auch ohne Minnedienst, Tanzbällen, Turnierteilnahmen und formvollendeten höfischen Etiketten einen Ritter darzustellen – das ist die zentrale Frage meiner diesbezüglichen Beiträge. Wobei die Darstellung ja nicht nur das (ritterliche) Benehmen beinhaltet, sondern auch Kleidung und Ausstattung von Charakter und seinem Lager. Was ist ein „Must“, was ein „No-Go“ – und was ist „nice to have“ oder bietet sogar interessante Möglichkeiten mal was außerhalb der gefühlten (!) Norm zu machen? Fragen, die ich gerne weitergebe und mich über Deine Meinung freue …

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10/26/16

Die Ritterdarstellung

Wenn ich mir die Fotos von Rittern und ihrem Gefolge bei den (gefühlt immer mehr werdenden) Turnier- und Hofhaltungscons anschaue, dann bleibt mir oft der Mund offen stehen. Die Ausstattung, die Kleidung – Wow! So zum Beispiel jetzt ganz aktuell auf den Fotos von einem Con am letzten Wochenende, auf dem auch meine Frau unterwegs war. Fotos, die man hier findet. Fotos von Rittergruppen, die zu einem großen Teil schon pornös sind. Und die gerade deshalb einen Standard und einen Anspruch für die aktuelle Darstellung von Rittern und Adel im Larp postulieren.

Unabhängig davon, wie man den daraus resultierenden Anspruch an die Darstellung von Adel im Larp selber bewertet, so ist er doch existent und hat durch die in den vergangenen Jahren immer aufwendigere Ausstattung die Latte immer höher gelegt. Das bedeutet auch, dass man sich an diesem Standard messen lassen muss. Dass man daran gemessen wird – ob man das möchte oder nicht. Wer nicht in der Lage oder Willens ist diesem Anspruch und diesem Standard gerecht zu werden und trotzdem einen Adligen spielen möchte, der muss unweigerlich damit rechnen, dass er nicht als Adliger erkannt und angespielt wird. Sicher kann man auch heute noch einen Ritter in Lederhose und Schnürhemd spielen, doch wird man damit leben müssen, sich gar nicht oder nur schwer gegen andere Adelsspieler durchsetzen zu können.

Man mag es als ungerecht empfinden, doch ich begrüße jede Entwicklung, die den Gesamteindruck des Spielumfeldes verbessert und damit auch die Immersion in die Larp-Welt fördert. Dazu gehört (besonders bei mir als visuellen Menschen) die entsprechende Kulisse, die auch von der Kleidung und der Ausstattung der Charaktere meiner Mitspieler und der NSCs geprägt wird. Dabei ist klar, dass Adlige als besondere Charakter einer doch meist als Lehnswesen organisierten Welt eine besondere Stellung haben, die sich auch in der Darstellung Ausdruck verleihen muss. Das betrifft sowohl die Ausstattung, als auch die besondere Verantwortung gegenüber Mitspielern (im Besonderen der eigenen Gruppe) und die Art der Darstellung.

Nicht nur bei der Kleidung und Lagerausstattung hat sich der Anspruch meinem Empfinden nach geändert, sondern auch in der rollenspielerischen Darstellung. So sind die ritterlichen Tugenden, das höfische Benehmen, die ehrenhaften Turniere mit Tanzbällen und die Minne in der Ritterdarstellung in den letzten zehn Jahren zunehmend wichtiger geworden. Damit eine Ritterlichkeit, die meiner Einschätzung nach in ihrer Ausgestaltung vornehmlich auf dem Spätmittelalter und seiner Verklärung in der Romantik fußt. Der Ritter als strahlende Heldenfigur und Sinnbild einer ganzen Epoche.

Als mein Mathras 2004 seinen Ritterschlag erhielt war der Standard – zumindest in meinem Larpumfeld -, was die Darstellung eines Ritters anging, ohne sonderliche Anforderungen. So habe ich ihn, auch auf Grund von finanziellen Engpässen, einige Jahre gespielt. Erst 2007 erhielt er – zum Portfest in Yddland – eine neue Kleidung, was auch die ersten Selbstnähversuche in unserem Haushalt darstellten. Doch schon damals habe ich auf verschiedenen Cons, die auch außerhalb des eigentlichen Larpumfeldes lagen, und im Internet andere Ritter mit ihrem Gefolge gesehen, deren Standard höher als das war, was ich damals realisieren konnte.

Dass ich Mathras mehrere Jahre nicht mehr gespielt habe, hing auch stark damit zusammen, dass ich nicht in der Lage war (und bin) einen Ritter zu verkörpern, wenn ich mich auf Grund meiner Kleidung und Ausstattung nicht als Ritter fühlen kann. Nie haben mich andere Ritter deswegen geschnitten oder nicht mit mir gespielt, oft haben sich sogar größere Kontingente auf einem Con meinem Befehl unterstellt (nur weil ich Ritter war) – aber meinem eigenen Anspruch an die Darstellung konnte ich nicht mehr genügen. Daher habe ich im Herbst 2008 Mathras eingemottet. Bis er 2013 mit neuer Kleidung seine Auferstehung hatte, wenngleich ich bis auf eine Ausnahme seitdem nur auf dorlónischen Cons war.

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Die ganze Zeit, bis eigentlich vor wenigen Wochen, war die oben beschriebene bzw. angedeutete Darstellung, Kleidung und Ausrüstung der Larp-Ritter bzw. ihr Standard und der damit einhergehende Anspruch das Ziel, das ich erfüllen wollte. Eine Art Idealbild, das ich immer erreichen wollte, aber nie erreicht habe. Dazu zählte auch, dass ich mich nicht nur grob an eine historische Epoche (in meinem Fall das Hochmittelalter) orientierte, sondern bestrebt war diese mit Kleidung und Ausstattung möglichst 1:1 zu übernehmen. Ich fing an über ritterliche Tugenden nachzudenken und habe sogar mal angefangen ein entsprechendes Schriftstück zur Gründung eines entsprechenden Rittersbundes zu schreiben (was man halt so macht, wenn man eine fixe Idee, zuviel Begeisterung und doch irgendwie zuviel Zeit hat).

Ich glaube, dass man bei meinem Beitrag „Ritter auf Reisen“ schon langsam gemerkt hat, dass ich von diesem Idealbild der Ritterdarstellung gerade abrücke. Schritt für Schritt, aber stetig. In besagtem Beitrag habe ich mich gefragt, ob der Standard von Adelsgruppen bei der Lagerausstattung auch mein Standard sein muss. Ob ich den Aufwand OT treiben möchte (als Burnoutler sollte man sich solche Fragen durchaus auch stellen) und ob er wirklich sein muss. Aber auch, ob er Intime wirklich schlüssig ist und zwingend für eine schöne Spielatmosphäre erforderlich ist – oder diese sogar behindern kann (wie gefühlt beim Chaos 8).

Indessen hat sich meine Fragestellung zur Lagerausstattung ausgeweitet auf die gesamte Darstellung als Ritter. Auch auf seine Kleidung, seine Ideale und Tugenden. Dabei treibt mich die Frage um, wie weit ich von den oben beschriebenen und zumindest gefühlt postulierten Ansprüchen und Standards der Adligen- bzw. Ritterdarstellung im Larp abweichen kann, ohne im schlimmsten Fall nicht mehr als Ritter wahrgenommen zu werden.

Der Grund liegt dabei in dem Charakter und seiner Geschichte, aber auch in seiner Herkunft – von Geburt als auch vom Reich Dorlónien. Denn viele Sachen in der Darstellung, die ich oben noch im Bereich des (zumindest gefühlten) Standards genannt habe, passen einfach nicht zur Person als auch nicht zu seinem Hintergrund.

Er ist nicht von adliger Geburt. Sein Vater war Rüstungsschmied. Er hat als Waldläufer in einem Krieg gekämpft, bevor er auf Reisen ging. Dann war er Söldner, bevor er die Dorlónier traf und Leutnant in der Armee wurde. Auch nach seinem Ritterschlag ist er in vielen Dingen in erster Linie ein Soldat geblieben. Dazu kommt, dass Dorlónien ein raues Land ist, dessen Menschen im ständigen Kampf wider das Zwielicht gar keine Zeit haben sich mit höfischen Etiketten aufzuhalten. Auch die meisten Ritter nicht. Besonders nicht der Ritter, dessen Mark Kriegsgebiet ist.

Warum sollte Mathras einer Frau Honig um den Mund schmieren, wenn man sie eh nie bekommen kann. Damit fällt der Minnedienst weg. In seiner Mark im ständigen Kampf gegen Orks – warum sollte man dann noch zum „Vergnügen“ mit der Waffe in den Ring steigen, anstatt die freie Zeit zu genießen. Auch wenn er weiß, dass er als Ritter einen besonderen Stand hat, kann er bis tief in die Nacht mit den einfachen Soldaten trinken. Aus Erfahrung vertritt er die Ansicht, dass man Kämpfe durch Siege gewinnt und nicht durch Ehre (Ehre ist eine tolle Sache, aber im Kampf selbst zählt der Sieg). Anders gesagt: Mathras ist ein Ritter, der mit den im Larp oft anzutreffenden ritterlichen Tugenden eigentlich wenig im Sinn hat.

Sicherlich gibt es Ritter, die den derzeitigen Standards nicht entsprechen. Dazu zählen sicher auch Einige, die diese Standards gar nicht wahrnehmen und/oder denen es egal ist, ob sie (von Dritten als auch von den eigenen Leuten) als Ritter wahr oder ernst genommen werden. Es wird aber sicher auch gute Ausnahmen geben. Und das ist auf dem Weg, den ich gerade in der Überlegung meiner Ritterdarstellung, mein Ziel. Eine gute Ausnahme zu sein.

Aber es bleibt die Skepsis, was geht und was gar nicht geht. Was ist die Kür und was ist die Pflicht in der Ritterdarstellung? Und dazu würde ich mich über Deine Meinung (gerne hier unter dem Beitrag in den Kommentaren) freuen. 😉


Weiterführende Links:

08/22/16

Ritter auf Reisen

Ein Ritter geht auf Reisen und packt ein …

Früher hatte ich ein paar Dorlónier dabei, ein Zelt, meinen Stuhl und Kleidung sowie Ausrüstung. Und damit zog man in fremde Länder, um dort für das Gute zu streiten. Aber geht das heute noch?

Die Zeiten, in denen man als Ritter noch alleine gereist ist, sind sicher vorbei, aber wie groß muss das mitreisende „Gefolge“ sein? Was für ein Aufwand muss getrieben werden? Reicht bei einem Ritter auf Reisen leichtes Gepäck oder muss es (übertrieben gesagt) ein Zweimastzelt mit herrschaftlicher Tafel auf einem Abenteurer-Zeltcon sein?

Was denkst Du, was die Minimalausstattung eines Ritters auf einem Abenteurer-Zeltcon sein sollte? Und wie viel „Gefolge“ sollte er mindestens dabei haben?

Diese Frage habe ich gestern auf meiner Facebookseite gestellt, denn wenn ich wieder öfter Mathras spiele muss ich mir auch Gedanken machen, wie ich seinen Rang als Ritter darstellen möchte. Auch durch meine vielen Besuche im Silbernen Lager auf dem Drachenfest mit seinen großen und eindrucksvollen Rittergruppen habe ich ein Bild vom derzeitigen Standard bekommen. Ich denke da zum Beispiel an die Eichentempler (mit denen meine Frau reist) und die Yddländer.

Da die Kommentatoren auf Facebook sich recht einig waren versuche ich das Resultat kurz zusammen zu fassen (und korrigiert mich ruhig, wenn ich etwas falsch verstanden habe): Abhängig vom Hintergrund ist ein fahrender Ritter bzw. „Heckenritter“ auch mit geringer Ausstattung und lediglich ein oder zwei Personen Gefolge spielbar (läuft aber Gefahr nicht ernst genommen zu werden), während ein Ritter mit Lehen (und damit Land und mehr Geld) nicht nur ein größeres Gefolge haben sollte, sondern auch mindestens eine Möglichkeit Gäste zu bewirten. Im kleinsten Fall ein Zelt, in dem neben einem Bett auch Tisch und Stühle stehen. Optimalerweise aber eine Tafel mit Sitzgelegenheiten unter Sonnensegel und Pavillion für die eigenen Leute und für Gäste.

Das ist auch das, an das ich erstmal denke, wenn ich dem heutigen Anspruch an Ritterlager gerecht werden will. Und da ich mit Mathras ja ernst genommen werden möchte, ist das der erste Impuls.

Aber fangen wir mit dem ersten Punkt an: Einen allein reisenden Ritter würde ich nicht mehr spielen und ich glaube, dass ich das auch seit dem Ritterschlag von Mathras nicht mehr gemacht habe. Je nach Zusammensetzung und Hintergrund reichen mir aber 4-5 Personen (inkl. Ritter), wobei das weniger dienende als unterstützende Gefolgsleute wären. Ein dorlónischer Ritter bricht sich keinen Zacken aus der Krone, wenn er sich selber eine neue Flasche Orktrutzer Beerenwein holt – vor allem nicht, wenn er dafür einen fähigen Waffenarm mehr in der Schlacht neben sich weiß.

Wie die Zusammensetzung und Größe einer Lanze eines zum Krieg gerufenen Ritters im frühen und hohen Mittelalter ausgesehen hat habe ich mal auf eine gute Grafik gesehen (das ich natürlich jetzt gerade nicht finde): Es war der Ritter, ein Knappe, zwei Schützen (Armbrust oder Bogen), zwei Waffenknechte (die zu Fuß stritten) und ein Knecht. Alle waren beritten, während der Knappe das Streitross des Ritters am Zügel hinter sich her führte (damit es im Kampf ausgeruht war trug es weder Reiter noch Gepäck) und der Knecht ein Packpferd zusätzlich dabei hatte. Eine kleine, schlagkräftige Einheit, die auf Effizienz im Krieg und Kampf ausgelegt war.

Die Dorlónier sind ein hartes und zuweilen derbes Volk aus dem Norden der bekannten Welt, deren Land fast die Hälfte des Jahres von Eis bedeckt ist. Ständig stehen sie im Kampf gegen die Mächte des Zwielichts, besonders in der Rittermark Orktrutz, die abgeschnitten vom Reich von Feinden umgeben ist. Klar, dass man von dort nicht mit einer großen Streitmacht auf eine Reise geht, sondern mit einer kleinen, aber schlagkräftigen Einheit. Berufe wie ein Mundschenk oder Page sind hier nicht so gefragt wie ein Frontsoldat. Nicht nur an der Front und den Burgen an den Grenzen des Reiches, sondern besonders auf Reisen. Da ist ein fähiger Waffenarm mehr wert als ein dienender Höfling.

Die oben schon beschriebene Grafik hat bei mir die Frage aufkommen lassen, wie realistisch es eigentlich ist, dass auf dem besagten Packpferd für alle Mitglieder der Lanze ein feudales Zelt mit kompletter Möblierung und Tafel mit Stühlen sowie Geschirr (inkl. das Geschirr für Gäste), etc. transportiert wurde. Mit Sicherheit wäre das Pferd vom Büttel angehalten und wegen Überschreitung des zulässigen Zuladegewichts aus dem Verkehr gezogen worden. Wenn es überhaupt so lange durchgehalten hätte. Demnach ist der genannte Standard an Ausstattung für Rittergruppen für eine reisende Kampfeinheit an sich logisch nur erklärbar, wenn sich diese Kampfeinheit mit einem Wagen belastet.

Sicher hatte man Wechselwäsche dabei (die aber sicher nicht die Reinlichkeit und Sauberkeit, die wir heute haben, aufwies) und ganz sicher seine Kampfausstattung (was auch Rüstungsteile einschließt). Verpflegung und Zeug für ein provisorisches Lager. Wappen und Banner, um sich in einem großen Heerlager und in der Schlacht kenntlich zu machen. Aber viel mehr wird es realistisch betrachtet nicht gewesen sein. In diesem Zusammenhang fiel mir dann auch die Darstellung des Lagers eines kreuzfahrenden und damit kämpfenden Ritters auf Reisen im Film „Königreich der Himmel“ ein:

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Man saß auf dem Boden oder auf Baumstämmen und größeren Ästen – was mich an das erste Treffen von Mathras mit seiner Lordschaft erinnerte, als wir auf Baumstämmen um ein Lagerfeuer in Moriat herum saßen. Früher war sicher nicht Alles besser, aber auch nicht Alles schlechter, glaube ich. Ich bin weiterhin ein Fan davon, dass man den Ritter als Ritter erkennt und er nicht aussieht wie ein einfacher Soldat oder gar Heckenpenner – aber er muss nicht immer geschniegelt sein, denn sowohl auf der Reise als auch im Kampf macht man sich halt dreckig und man kann nicht in jedem Dorf halt machen, um sich deshalb neue Kleidung nähen zu lassen.

Das heutige Standardlager von Rittergruppen, aber auch von den meisten anderen größeren Gruppen, ist meiner Erfahrung und subjektiven Meinung nach indessen auch zu einer Festung geworden, in der man sich zurück zieht und unter sich bleibt. Früher war ein Zeltlager ein Lager aus Zelten und man traf sich an den wenigen Feuerstellen oder in der Taverne (wäre das anders gewesen hätte ich die Dorlónier wohl nie kennen gelernt). Indessen haben viele Gruppen (man wird schließlich größer und die Leute werden älter, wobei sie meist auch mehr Geld haben und sich bessere Ausrüstung leisten können) neben ihren Schlafzelten noch Pavillions, eigene Sitzgelegenheiten und feudale Feuerstellen. Aus einem großen Lager werden so viele kleine Lager.

Eine Entwicklung, die mir besonders auf dem Chaos 8 (Bericht hier) aufgefallen ist, wo diese „Dekadenz“ dazu geführt hat, dass viele Spieler auf einem Abenteurercon mit Aktion um 11 Uhr noch beim Frühstück saßen. Schließlich muss es sich ja lohnen das ganze Zeug zu transportieren und aufzubauen – außerdem ist das Rührei mit Speck noch nicht fertig. Auch ich esse gerne Rührei mit Speck, aber ich fahre auf Con, um was zu erleben und mit anderen Spielern (auch außerhalb meiner eigenen Gruppe) zu agieren – und dafür finde ich die derzeitige Entwicklung mit den vielen Lagern (am Besten noch mit Fähnchen abgetrennt vom Rest) kontraproduktiv.

Mein erster Impuls war den Standard, den ich bei vielen Rittergruppen sehe, auch machen zu müssen, um anerkannt und ernst genommen zu werden. Ein Grund, warum ich Mathras jetzt über viele Jahre nicht gespielt habe. Auch, weil ich mich immer gefragt habe, ob sich der finanzielle und logistische Aufwand gegenüber dem Spielspaß wirklich lohnt. In den letzten Tagen habe ich jedoch angefangen über diesen Punkt nochmal nachzudenken, woraus meine oben geäußerten Überlegungen mit dem Hang zur Minimierung resultieren.

Als Anregung und Grundlage für eine Diskussion. Hier unter dem Beitrag in den Kommentaren oder auf Facebook. Ich freue mich darauf Deine Meinung zu hören.

08/20/16

Die dorlónischen Drei: Überlegungen

Im Mai 2015 war Reichsritter Mathras von Orktrutz das letzte Mal unterwegs (Beitrag hier). Seitdem hat sich bei ihm auch Nichts mehr getan – auch, weil ich das Gefühl hatte keine Gruppe zusammen zu bekommen, um mit ihm auf Reisen zu gehen (was keinen Anspruch auf Richtigkeit erhebt). Auch mein Beitrag über Anselms Rückkehr ist jetzt schon drei Monate her, ohne dass Anselm zurück gekehrt werde. Dass ich das letzte Mal Bernulf vom Werhag gespielt habe, liegt jetzt auch schon über acht Monate zurück. Anders gesagt: Bisher sind meine dorlónischen Charaktere nicht sonderlich aktiv gewesen.

Im Spiel war Bruder Anselm jetzt ein ganzes Jahr an der Front im Nordosten des Reiches und hat sich dem Orkensturm in den Weg gestellt. Im Osten, umzingelt von Orks, liegt die Rittermark Orktrutz, wo Mathras seine wenigen Truppen so gut wie möglich einsetzt, um seine Grenzen und die ihm anvertrauten Menschen und Draschim zu schützen. Einer der Soldaten, die er einsetzt, ist Bernulf vom Werhag. Aber auf Reisen waren sie schon lange nicht mehr. Aber im September steht endlich wieder ein Dorlóniencon an und Anselm, Mathras und Bernulf sind die drei Optionen, die ich auf dem Con spielen könnte.

Bernulfs Ausstattung ist komplett, nur seine Umhängetasche und seine Tunika könnten mit Handnähten noch aufgepimpt werden, weshalb sie schon den Weg in unser Wohnzimmer gefunden haben. Zudem muss ich noch das Zeichen von Firun und eine Schneeflocke in Erinnerung an die Ereignisse beim letzten Silvestercon an seinen Hut nähen.

Auch die neue Kleidung von Bruder Anselm ist fast fertig. Eine schwarze Kutte, eine schwarze Gugel mit rotem Futter und eine rote Skapulier, an denen auch fast alle Handnähte fertig sind. Dann muss nur noch das alte Vashanka-Symbol auf die Gugel und eine Gebetskette gebastelt sowie eine Bundhaube genäht werden. Sowohl der rote Gürtel als auch eine schwarze Umhängetasche und die Axt liegen hier bereit. Einzig schwarze Stulpenhandschuhe wären noch schön für seine Rückkehr. Klar, dass es schon weitere Gedanken gibt: Brünierte Armschienen und Plattenkragen mit Schultern, die dann mit roten Segenssprüchen und Bildern verziert werden. Und das Brevier muss fertiggestellt und gedruckt werden.

Erst letzte Woche habe ich (wegen einem Telefonat mit seiner Lordschaft und einem Beitrag im Forum von Maiwenn) den ersten Gedanken gehabt, dass auch Mathras eine Option wäre. Zwar sind mit dem Quellsteiner und dem Herrnheiner schon zwei Ritter anwesend – und es möglich ist, dass ich zwischen beiden der Prellbock bin (denn sie schauen auf eine lange und gepflegte Feindschaft zurück, die nur vom Reichsgedanken im Zaum gehalten wird) -, aber mit meines Wissens nach 5 Orktrutzern Gefolge sollte das machbar sein. Besonders bei einem internen Con.

Also habe ich die Tage mal seine Sachen rausgesucht. Über den Plotter Vorlagen des Reichslöwen und des Keilers ausgedruckt. Mir auch mal angefangen Gedanken zu machen, was der Ritter für seinen nächsten Auftritt noch braucht. Erst war die Überlegung seine bestehende Tunika mit Handnähten zu versehen – und irgendwie ist es mal wieder eskaliert. Ich habe unsere Stoffe gesichtet und auch den grauen Stoff, der an sich für Askirs neue Weste vorgesehe war, mit in den Pott geworfen. Mit dem Ergebnis, dass ich hoffe die Sachen in der Skizze noch nähen zu können.

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Das wäre eine langärmelige Tunika in einem helleren Grauton, die etwa knielang ist. Dann einen leichten Gambeson, heißt eine wattierte Leinentunika in dunklerem Grau mit naturfarbenem Innenfutter. Der Kragen soll wie auf dem Bild hochgeführt sein und sie wird mit Lederbändern geschlossen. Ebenfalls mit Lederbändern ist das Armschild oben befestigt. Und spätestens erkennt man sicher, dass ich mich von der Basis des Hochmittelalters entferne. Vor einige Wochen habe ich mich schon proklamiert „Askir goes Fäntäsy“ – und jetzt erhält auch Mathras die ersten Fantasy-Elemeten in seiner Kleidung. Denn ich fühle mich indessen sicher genug die an die historischen Vorlagen orientierten Kleidungen weiter zu entwickeln.

Whatever: Die wattierte Tunika wird dann noch (u.a. mit Handnähten) abgesteppt. Auch alle freien Säume werden mit einer Handnaht versehen, wobei ich bei diesem Kleidungsstück nicht wie bisher (z.B. bei Askir hier) mit einer Kontrastfarbe rangehen werde, sondern mit einem nur leicht anderen Grauton. Generell wird Askir stärker in Grau- und Anthrazittönen gehen (mit Natur- und Goldfarben als Kontrasttöne für z.B. das Futter) – zumindest das ist derzeit meine Tendenz.

Ergänzt wird die Kleidung mit dem schon länger geplanten Jagdhut. Den Helm habe ich ja (meiner Frau sei Dank) schon, der muss ergo nur noch seine Bemalung erhalten. Den Mantel mit dem Fell werde ich auch beibehalten. Nur muss ich die Befestigung des Fells noch mal prüfen und ggf. an einigen Stellen noch mal nacharbeiten. Der Verschluß macht mir weiterhin am meisten Sorgen, denn eine optimale Lösung habe ich immer noch nicht. Die aktuelle Situation sieht zu klein aus und ich traue ihr auch nicht, aber schöne Tasselscheiben (wie in der Skizze daneben) habe ich auch noch nicht gefunden. Bin ergo für Ideen offen 😉

Morgen werde ich mich wohl mit Bomull an den Vorschnitt des leichten Gambesons machen. Drückt mir dann nur die Daumen, dass ich den Kragen so hinbekomme und vor allem, dass der ausgesuchte Stoff ausreicht.


PS. Die Entspannung mit Handnähten Abends vor dem Fernseher führe ich übrigens weiterhin fort. Heute kam ich endlich dazu mal meine liebste Robin-Hood-Serie reinzuwerfen. Großartig auch wegen ihrer Musik von Clannad.

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05/25/15

Der Ritter und seine Orktrutzer auf Ceomes Feste

Vor einem Monat bin ich von dem internen dorlónischen Ambientecon „Ceomes Feste“ zurück gekommen – und habe auch einige Fotos mitgebracht, die hier zu finden sind. Abgesehen von den Fotos habe ich auch viel schönes Spiel mit netten Menschen gehabt. Hier die Fotos mit meinem Ritter, die damit auch (bis auf den Mantel) den aktuellen Stand seiner Gewandung dokumentieren:

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Die Orktrutzer (v.l.n.r.): Soldatin Edda (knieend), Taphanor-Kleriker Kennhold, Reichsritter Mathras von Orktrutz, Knappe Doran von Nebelmoor. Edda fehlt noch die Orktrutzer Gugel, sonst können wir uns aber so langsam sehen lassen.

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Die dorlónischen Conteilnehmer (v.l.n.r.): Vashanka-Kleriker Skôrn, Soldatin aus Quellstein, Feldschererin Sienna, Arkanist Stig Louskenn, Knappe Doran von Nebelmoor, Taphanor-Kleriker Kennhold, Reichsritter Mathras von Orktrutz, Reichsritter Ansgar von Quellstein, Junker Tarorcragh, Kahina, Arkanist Pheras Helgerfels, Ceome-Klerikerin Maiwenn sowie (knieend) Soldatin Edda und Knecht Dietrich.

Und jetzt, etwa zwei Monate vor dem Drachenfest, beginnen die dafür noch erforderlichen Vorbereitungen – was natürlich nicht den Ritter, sondern Askir betrifft.

04/11/15

Das DorlónienWiki + des Ritters neuer Keiler

Von meinen Vorhaben für 2015, die ich hier mal aufgelistet habe, ist bisher nicht viel geworden. Irgendwie ist das reale Leben etwas dazwischen gekommen. Aber deshalb lasse ich mich nicht unter Stress setzen. Denn die Auswahl an geeigneten und in Frage kommenden Cons ist nicht besonders hoch und in der zweiten Jahreshälfte stehen mehrere Einladungscon auf dem Plan, bei denen ich aber mit Askir eingeladen bin. Bis auf ein Dorlónien-Con in zwei Wochen ist mit dem Reichsritter für dieses Jahr (leider) noch Nichts fest eingeplant. Trotzdem war ich natürlich nicht ganz untätig:

1. Ich sollte mal wieder mehr Freihand-Zeichnen. Unter dem Vorsatz ist bisher zwar nur dieses eine Bild entstanden, aber ich hoffe das wird in Zukunft noch mehr mehr. Denn auch für Dorlónien kann man sicher einige Illustrationen gebrauchen.

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2. So viele Informationen und Texte über Dorlónien – und keiner kennt sie. Irgendwie schade. Daher habe ich mich entschieden jetzt das DorlónienWiki einzurichten, auf dem jetzt alle Informationen über das Reich Dorlónien eingepflegt werden. Es ist schon eine Menge drauf, wir  – besonders Stefan, der Lord und ich – arbeiten aber auch weiterhin dran. Und es macht richtig Spaß.

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3. Natürlich mussten auch endlich die neuen Keiler auf die Gugeln, den Wappenrock und den Garde-Corps. Ebenfalls erledigt:

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4. Schon länger habe ich darüber nachgedacht, die an das Hochmittelalter orientierte Kleidung durch passende Fantasy-Elemente (in diesem Fall: Fell) auf zu pimpen. Es war eher Zufall, dass wir heute in Neuwied (beim OT-Shoppen) über ein tolles Heidschnuckenfell in genau der richtigen Farbe gestolpert sind, das auch zu einem fairen Preis zu haben war.  Die Auswahl war auch toll und ich werde mir die Anbieterin mal merken. Und so sieht es über den Mantel gelegt jetzt aus (hat etwas von „Game of Thrones“) – muss es jetzt nur noch schön drannähen und endlich eine schöne Lösung für den Mantelverschluss finden.

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12/31/14

Reichsritter : Kleidung- und Ausstattungspläne 2015

Anstatt zum Jahresende zu überlegen, welche Vorsätze man sich für das kommende Jahr geben kann, um sie dann doch nicht einzuhalten und dann letztendlich nur mit einem schlechten Gewissen rumzulaufen, habe ich mir lieber Gedanken gemacht, was im kommenden Jahr für die Kleidung und Ausstattung von Reichsritter Mathras von Orktrutz anstehen könnte. Und das sind meine derzeitigen diesbezüglichen Pläne für das kommende Jahr: 2014-12-31_larp_mathras_skizzen_02

  • 1 ~ Meinen Mantel mit Tasseln ausstatten, damit er ein richtiger Tasselmantel wird. Auch wenn ich mich noch frage, wo ich schöne Tasseln herbekomme, denn meine bisherigen käuflichen Funde im Netz gefallen mir mit ihrer Blumenornamentik gar nicht.
  • 2 ~ Eine Surcotte in dieser Form mit Kapuze für die Übergangszeit. Außen dünne, dunkelgraue/anthrazitfarbene Wolle, Innen goldfarbenes Leinen – und den neuen Keilerkopf auf der Brust.
  • 3 ~ Als Zivilkleidung für den Sommer diese Kombination, wobei diese Form auch genau so, vielleicht aus Seide, für Hofhaltungen gehen würde. Aber ich glaube erst mal als Sommerkleidung, denn das macht nach meinen Erfahrungen vom Yddland-Con vor zwei Jahren am meisten Sinn.
  • 4 ~ Einen Plattenrock. Auch wenn ich noch keine Ahnung habe, wie ich den hinbekommen soll. Erstmal über den Gambeson getragen und wenn ich mal genug Geld für das neue Hauwerk haben sollte, dann über das.
  • 5 ~ Den Helm, den ich zum Geburstag bekommen habe, werde ich wohl noch mit den dorlónischen Farben und dem Orktrutzer Keiler bemalen. Eine Helmbemalung ist auch aus dem Hochmittelalter überliefert, denn das wurde durch die Helmformen erforderlich, nachdem man ja das Gesicht nicht mehr sehen konnte. Durch die Bemalung wusste man zumindest, ob man gegen Freund oder Feind kämpfte (was auch mit der Grund war, warum sich im Hochmittelalter die Wappenröcke entwickelten). Auch eine gefütterte Coif für unter den Helm muss noch her.
  • 6 ~ Die Stiefel, die ich habe, sind zwar bequem und schick, aber es ist immer gut auch mal ein Paar Schuhe zum Wechseln zu haben. Daher ein Paar weiterer IT-Schuhe – und wenn ich gerade dabei bin werden es dann auch hochmittelalterliche Schuhe.
  • 7 ~ Ein Jagdhut als weitere Kopfbedeckung neben dem existenten Hut und meinem neuen Sommerhut.
  • 8 ~ Ein oder zwei schöne Langgürtel, die auch der hochmittelalterlichen Orientierung entsprechen und für meinen Bauch lang genug sind.
  • 9 ~ Ein Leib- bzw. Unterhemd aus weichem Leinen für unter die Cotten.
  • 10 ~ Bruche und Beinlinge. Nächstes Jahr ist es dann soweit und ich werde mich (unterstützt durch meine Frau natürlich) mal ran wagen. Von einem anderen Dorlónier habe ich mir schon ein paar Tipps geholt. Angedacht sind zwei Varianten aus dünner Wolle – eine Mi-Parti in den dorlónischen Farben und eine in einem Dunkelgrau.
  • 11 ~ Ein Schild in der Form des 12. Jahrhunderts, wenn Andreas und ich es schaffen mal zum Bau von Schilden zu kommen. Bis dahin bleibt es beim Mytholon-Schild, aber Ziel ist schon ein solches Drachen- bzw. Mandelschild.
  • 12 ~ Neben dem Ritterschwert möchte ich noch gerne eine weitere Waffe, möglichst eine Wuchtwaffe haben. Derzeit ganz oben auf der Liste ist diese Form eines Streithammers, wenngleich das dann eine Sonderanfertigung würde. Alternativ wäre auch eine Streitaxt in der Form der Kreuzfahrerbibel denkbar.
  • 13 ~ Für mein Ritterschwert habe ich derzeit eine Lino-Torax-Scheide, aber auf Dauer soll der Ritter eine schöne Lederscheide mit Schwertgehänge bekommen.
  • Was auf dem Bild noch fehlt ist ein schöner Dolch, wahrscheinlich in der Form eines Gnadegott.

Ich glaube das ist er mal genug auf meiner Liste. Jetzt brauche ich noch Zeit und vor allem Geld, um das auch zu realisieren. Aber das wird schon irgendwie. Jetzt erst mal mit Freunden ins neue Jahr rein feiern und dann wird man weitersehen. 😉

12/30/14

Geschenke für den Reichsritter

Dieses Jahr hat besonders mein Reichsritter von den Weihnachts- und Geburtstagsgeschenken profitiert, die ich von meiner Frau bekommen habe. Und das waren:

  • Im Hochmittelalter bei Adel wie Volk gleichermaßen verbreitet, weil praktisch und einfach herstellbar, war der Strohhut. Und daher wird auch mein Ritter im Sommer bei brennender Sonne (was man als Dorlónier ja eh nicht so gut abkann) diesen formschönen Strohhut tragen. Die Form entspricht den Zeichnungen in der Maciejowski-Bibel aus dem 13. Jahrhundert.
  • Ein Essebesteck (das ich natürlich auch mit Askir verwenden kann). Mein erstes schönes IT-Essbesteck (bisher habe ich dann doch meist unser normales Ikea-Besteck verwendet). Jipieh!
  • Von Anfang des Neukonzeptes für den Reichsritters (Klick) hatte ich mir einen hochmittelalterlichen Helm gewünscht. Und genau diesen habe ich zu meinem Geburtstag bekommen. Ich bin total happy. Auch wenn er schwerer ist, als ich gedacht habe (schließlich hat er Schaukampfqualität), trägt er sich bisher gut und man sieht auch mehr, als ich befürchtet habe. Nur die Sicht nach unten ist eingeschränkt – aber schließlich trägt der Ritter den Helm nicht ständig. Aber wenn, dann sieht das sicher toll aus.

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Aber auch Askir ist mit dem Phex-Vademecum auch nicht leer ausgegangen. 😉
Und was lag bei Dir so unter dem Baum?