Kategorie: Blog

  • Heute ist der bestellte Wollstoff angekommen. Die Qualität ist wie gewohnt super und auch der Service von Aktivstoffe lässt nicht zu wünschen übrig. Aber wir mussten feststellen, dass es einen Unterschied ausmacht, wenn man eine kleine Stoffprobe hat oder mehrere Meter Stoff. Denn das Grau-Melange wirkte auf der kleinen Probe dunkler, als er tatsächlich ist. Und damit hat er nicht die Graufärbung, die wir uns für einen schönen und starken Kontrast zu dem tollen Wollstoff in „Curcuma“ vorgestellt hatten. Aus diesem Grund denken wir gerade darüber nach, was wir mit dem jetzt bestellten Wollstoff machen und wo wir einen dunkleren grauen Wollstoff herbekommen. Hier aber mal ein Foto von den heute gelieferten Stoffen:

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    Dank meiner Frau sind heute auch schon die ersten Kleidungsstücke für meinen Reichsritter fertig geworden bzw. einen großen Schritt weiter gekommen. Fertig ist die Cotte aus goldfarbenem Leinenstoff. Mein Dreiviertelmantel aus schwerem Wollstoff hat jetzt einen Futterstoff aus Leinen. Einige Bereiche werde ich noch von Hand nähen müssen und der Verschluss mit Tasseln fehlt auch noch. Als Letztes wird das Fuchsfell (das auf dem Foto schon drüber liegt) um den Kragen befestigt.

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    Weitere Fotos werden sicher bald folgen 😉 Und was Meinungen und Vorschläge angeht – Du weißt bescheid: Es gibt hier eine Kommentarfunktion.

  • Die neuen Stoffproben von Aktivstoffe sind angekommen und ich weiß, warum diese schon seit Askirs neuer Kleidung mein bevorzugter Stofflieferant sind. Abgesehen von dem netten Kontakt via Mail und tollen sowie schnellen Service, haben sie einfach schöne Stoffe in vielen Farben. Nachdem das „Ocker“ beim Leinenstoff „Holmar“ schon vielfach für Mathras gebraucht wurde, nehmen sie jetzt noch ein Dunkelgrau in ihr Programm – und das Stoffmuster hat mich davon überzeugt, dass ich mit diesen Leinenstoffen (gefüttert mit weißem Stoff) den neuen Wappenrock des Reichsritters nähen werde.

    Auch die Stoffe der anderen Muster sind direkt auf meiner Bestellliste gelandet: Wollstoff „Gaby“ in Curcuma und Wollstoff „Hannah“ in Grau-Melange. Daraus entsteht erst mal die Gugel für den Ritter, später sicher auch noch andere Mi-Parti-Kleidungsstücke. Mit den Leinenstoffen für den Wappenrock und den Wollstoffen für die Gugel stehen damit auch die Stoffe und Farben für die noch entstehende Truppe aus Orktrutz fest. Wobei die Waffenknechte sich mit ihrem Wappenrock an den des Ritters orientieren werden – nur ohne den Schneelöwen drauf und von der Länge bis Kniehöhe.

    Apropos Wappenrock: Ich habe einen Favoriten. Erst habe ich ja zu den traditionellen Formen tendiert, aber irgendwie war mir das zu überladen. Und es war mir auch einfach zuviel Aufwand. Den Löwen finde ich (auch wenn er auf dem Wappen in die andere Richtung blickt) auf der rechten Seite, damit er nicht vom Schwert verdeckt wird, sinniger. Und da ich den goldenen Löwen auf grauem Grund schöner finde als anders herum, müsste es dann die geviertelte Lösung sein. Ich weiß aber jetzt schon, dass ich mich noch verfluchen werde, wenn ich den Löwen annähen muss …

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    Auch bei der Tunika/Surcotte hat sich – wie man sehen kann – etwas getan. Um micht warm zu halten habe ich einen Garde-Corps und einen Mantel – da brauche ich nicht noch eine Surcotte aus Wolle mit langen Ärmeln und Kapuze (die dann auch irgendwie die Gugel unnötig machen würde). Mit Mathras fehlt mir ja eher was für Abende in einer warmen Taverne oder für den Sommer. Also wird es eine Surcotte aus dünnerem Stoff (aber natürlich gefüttert) ohne Ärmel. Da drunter wird dann die goldfarbene Cotte getragen, um einen schönen Kontrast zu haben.

    Auf der Skizze ergo die Sachen, die jetzt noch bis zum Dorlónien-Jahresabschlusscon entstehen sollen: Cotte aus goldfarbenem Leinen, Cotte aus weißem Leinen, Surcotte ohne Ärmel, Gugel aus Wolle in Mi-Parti und der Wappenrock. Auf dem Foto der „neue“ Gambeson. Ich hoffe das reicht für das Con erstmal …

  • Während sich die Stoffsuche noch hinzieht und auch die Alternative mit der Umarbeitung des alten Wappenrocks nicht mehr opportun ist (denn er hat nicht ausreichend Weite, um über den Gambeson getragen zu werden), denke ich – auch wegen der Stofffarbenauswahl auf dem Markt und der Vereinfachung des Arbeitsprozesses – über Möglichkeiten zur Gestaltung des über Gambeson (und später Kettenhemd) getragenen Wappenrockes nach. Das sind mal sieben Entwürfe, die heute entstanden sind:

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    Der klassische Wappenrock, wie er vor über zehn Jahren getragen wurde, ist (von dem Schneelöwen, den ich wohl das erste Mal in der Art verwenden werde, mal abgesehen) von der Teilung und Farbe die Variante 6 + 7. Irgendwann hat seine Lordschaft überlegt, dass er einen neuen, schönere Wappenrock braucht und daraus entstand dann die neue Einteilung, wie sie bei Nummer 3 + 4 zu sehen ist. Die klassische Teilung findet sich noch bei den Wappenröcken der Herrnheiner Bogenschützen und beim Wappenrock des Quellsteiner Ritters (die alle aus einer Charge an Wappenröcken stammen), wie man hier schön sehen kann. Alle Wappenröcke danach (und zwar bis zu den ganz Neuen aus Quellstein und Finsterthal) folgen der „neueren“ Teilung (wie hier und hier).

    Die Vorgaben der LandesOrga, nach denen die Wappenröcke die Reichsfarben zu tragen haben (die mit dem Reichslöwen, dem Symbol der Mark oder der Einheit bestückt sein können), sind bei allen sieben Versionen erfüllt. Jetzt fängt aber erst mal das Überlegen an, welche dieser Versionen ich optisch den Vorzug gebe und was sich dann noch bis zur nächsten Reise im November umsetzen lässt (das muss ja nicht zwingend identisch sein) …

    Auf Vorschlag meiner Frau denke ich auch wieder über eine Brigantine nach. Sie wurde im Hochmittelalter über dem Gambeson getragen und konnte auch den Wappenrock ersetzen – wie bei Ritter Arwain hier schön zu sehen. Schon bei meinen ersten Überlegungen zur Ausrüstung von Mathras „auf dem Kreuzzug“ hatte ich darüber nachgedacht und an sich ist es ja nicht so schwer zu machen, stellt aber schon eine Rüstung dar. Doch wer sowas schon mal gebaut hat und/oder sogar eine Anleitung dafür hat: Ich bin für jede Hilfe und jeden Tipp dankbar 😉

    Generell freue ich mich wie immer über Deine Meinung. Dafür gibt es hier unter dem Beitrag sogar eine Kommentarfunktion 🙂

     

  • Die Suche von farblich passenden Stoffen ist die Hölle. Und da ich keine Lust habe Geld für Stoff zu bezahlen, der mir nicht gefällt, muss man manchmal etwas improvisieren. Das muss deshalb nicht schlechter sein, zuweilen kommt durch Zufall auch echt geiles Zeug ins Haus. Der Gambeson ist ein gutes Beispiel.

    Schönen, passenden Stoff, haben weder meine Frau noch ich gefunden. Auch die bestellten Stoffproben haben uns nicht überzeugt. Wir haben dann drüber nachgedacht im Internet einen Gambeson zu bestellen. Doch entweder waren die preislich über dem gedachten Budget oder sie waren aus Material, in dem man nicht schwitzen möchte. An sich waren wir soweit, dass wir uns doch wieder auf die Suche nach passendem Stoff machen – da ist meine Frau über einen Verkauf in Facebook gestolpert.

    Heute ist der Gambeson angekommen. Er ist zwar gebraucht, aber gewaschen – und hat wenigstens Patina. Er passt perfekt und ist auch knielang, wie ich es haben wollte. Durch die Schließen vorne muss ich ihn nicht verschwitzt über den Kopf ziehen. Ein separater Kragen ist auch dabei. Und wenn ich ihn so hoch hebe bin ich sicher, dass er Reenactmentqualität hat. Das Teil ist wirklich schwer – hätte ich nicht gedacht. Aber hier erst mal Fotos:

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    Links der Gambeson mit dem separaten Kragen, rechts habe ich mal den alten Wappenlappen von Mathras drüber gezogen. Da ich derzeit auch für einen Wappenrock keine schönen Stoffe finde denke ich darüber nach das Teil etwas zu pimpen. Also den Löwen schöner annähen und ihn seitlich schießen, so dass auch ein richtiger Wappenrock draus wird. Auch an einigen anderen Nähten muss noch was dran gemacht werden. An sich hatte ich ja überlegt mal ein Banner daraus zu machen, aber das läuft ja nicht weg.

    Ich bin zumindest glücklich über diese Anschaffung. Wie findest Du ihn?

  • Nachdem ich meinen letzten Entwurf (Klick) für den zweiten Schritt von Mathras neuer Kleidung ein paar Tage habe sacken lassen, haben meine Frau und ich heute mal unsere Stoffvorräte durchwühlt. Und es ist schon enorm, was sich so auf Dauer ansammelt. Stoffe, die irgendwann gekauft wurden, weil sie so günstig waren – für eine vielleicht später erfolgende Idee. Stoffe, die wir für Charakterprojekte gekauft haben, die aber nie realisiert wurden. Und natürlich die Stoffe, die als Reststücke zurück geblieben sind, aber so groß waren, dass es zu schade gewesen wäre sie weg zu werfen.

    Sowohl das Aufheben der Stoffe als auch die heutige Suche haben sich aber gelohnt. Bis auf den Stoff der zweiten (goldgelben) Cotte, dem Gambesonstoff und dem Futterstoff für die Surcotte haben wir alles beisammen. Ich bin begeistert und die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit meinem Reichsritter am dorlónischen Jahresabschlusscon mitmachen werde, steigen gerade gewaltigt. Und damit auch ein wenig die Chance, dass auf dem nächsten Khumaritenmanöver nach langer Zeit wieder ein dorlónischer Ritter seinen Fuß auf den Boden von Bahr setzen wird.

    Aber einen Schritt nach dem Anderen 😉 So sehen die Kleidungsstücke mit den Stofffarben aus, die wir hier noch gefunden haben:

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    Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass der Wappenrock fehlt. Bisher war unsere Suche nach zwei passenden und farblich schönen Stoffen leider erfolglos. Aber notfalls kann ich auch meinen alten Wappenrock von Mathras (dessen Farben einfach toll sind) nochmal überarbeiten, modifizieren und pimpen. Es geht um den Wappenrock, den ich auf dem Foto zu Beitrag hier rechts unten trage. Nur mal sehen, ob ich da noch einen Keiler drauf bekomme und wenn ja wo.

    Dabei muss ich feststellen, dass Mathras in seiner Kleidungsfarbe immer dunkler wird. Vom ursprünglichen Farbscheme Grau-Gelb-Weiß geht es immer mehr in Richtung Dunkelgrau/Anthrazit/Schwarz mit Farbtupfern in Goldgelb und Weiß. Und es gefällt mir ehrlich gesagt besser, als meine Farbschema-Überlegungen vom Januar 2012 mit den dorlónischen Wappenfarben und Rot, Blau und/oder Grün. Letztendlich hat Derek mit seinen Kommentaren unter besagtem Beitrag doch recht behalten, wie ich zugeben muss. Und wenn Jemand mit der A-Keule kommt, dann verweise ich einfach freundlich auf die Ritter des Hospitaller-Ordens im Hochmittelalter. 😉

  • Da geht man mal wieder bei der „Ritters Ruh“ vorbei, verbringt den Tag als Untoten-NSC und den Abend als Ritter in der Taverne – und plötzlich denkt man doch drüber nach auf das dorlónische Abschlusscon zu gehen. Auch wenn es das einzige noch nicht mit Terminen belegtes Wochenende im November ist und man dann drei Cons in Folge hätte. Zumal man dann vom Lord gesagt bekommt, dass auf Grund des Hintergrundes vom Con in der Nähe von Fornbôr der Reichsritter von Orktrutz eigentlich super passen würde und dahin gehört.

    Ergo denke ich doch darüber nach und werde das in den nächsten Tagen entscheiden müssen. Jedoch gehöre ich zu den Leuten, die einen Charakter nicht entspannt spielen können, wenn sie mit der Ausrüstung nicht zufrieden sind. Ohne richtige Kleidung kann ich mich einfach nicht in einen Charakter hinein fühlen. Und da es sich bei dem Jahresabschlusscon und ein kampflastiges Con handeln wird (zumindest gehe ich vom Hintergrund davon aus) ist die bestehende Reise- und Tavernenkleidung von Mathras definitiv nicht ausreichend.

    Aber bis zu diesem Zeitpunkt die komplette Kleidung und Ausrüstung zu haben, die ich für meinen Reichsritter im Kampf geplant habe (Klick!), ist allein aus finanzieller Sicht unter keinen Umständen realisierbar. Daher habe ich mir heute mal Gedanken gemacht, was es an Ausrüstung und Kleidung bedarf, damit ich damit zufrieden bin und damit leben und spielen kann. Und das ist das Ergebnis der heutigen Überlegungen:

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    Im Einzelnen handelt es sich um:

    • Zwei Cotten aus Leinen, weiß, ungefüttert (oben rechts)
    • Gugel aus Wolle, dunkelgrau/anthrazit, gefüttert mit Leinen, mit Keilerkopf (oben links)
    • Tunika aus Wolle, dunkelgrau/anthrazit, gefüttert mit Leinen, mit Keilerkopf und Schneelöwen (oben mitte)
    • Wappenrock aus Baumwolle, Wappenfarben, gefüttert, mit Keilerkopf und Schneelöwe (unten links)
    • Gambeson (lang), dunkelgrau, mit Keilerkopf
    • Topfhelm – als Möglichkeit, die aber nicht zwingend sein muss (über alternative Kopfbedeckungen denke ich noch nach)

    Primär habe ich auf das ganze Hauwerk bzw. Kettenzeug verzichtet, da das mehrere hundert Euro kosten wird. Und wie immer freue ich mich über konstruktive Kritik und Vorschläge 😉

  • Seit April unterstütze ich Oda bei der Administration meines „Heimat-Forums“ FantasticCulture und habe mich als Erstes dem Design gewidmet. Jetzt gibt es einige neue Styles, unter anderem für die Rittermark Orktrutz, in der ich den Reichsritter Mathras von Orktrutz spiele, und für die Dorlónische Handelskompagnie, in der mein Capitaine Myron d’Auras tätig ist.

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    Heute habe ich dann mal einen blauen Stil gebastelt. Für Askir und die „Handels-Compagnie Havena“. Für den Blauen und für die Freiheit. 🙂

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  • Nach dem Con ist vor dem Con. Alte Larper-Weisheit.

    Wenn die Kleidung eines Charakters fertig ist, hat man mit Sicherheit direkt die nächste tolle Idee. Noch eine alte Larper-Weisheit.

    Auch wenn man schon mehr als eine Kiste mit Klamotten hat: Das nächste Con, für das noch die passende Kleidung fehlt, ist schon gebucht. Ebenfalls alte Larper-Weisheit.

    In den nächsten Monaten werde ich mit Askir an einem Tanzball teilnehmen. Auch wenn die Wollwesten vom Schnitt her gehen würden, gehe ich doch davon aus, dass es in dem Stoff beim Tanzen etwas warm werden könnte. Außerdem kann man sich ja schlecht mit der Reisekleidung bei einem solchen Event blicken lassen. Schließlich will man nicht mit den Bediensteten oder dem Stallburschen verwechselt werden.

    Also habe ich mich mal wieder hingesetzt und den Entwurf für die edlere Kleidung vom September 2013 (Klick) noch mal überarbeitet. Herausgekommen ist ein Hemd mit Spitzen, eine Weste mit knöpfbaren Ärmeln (und kürzer, als die Reisemodelle) und eine weite Hose – alles aus Leinen, wobei die Weste natürlich gefüttert wird. Den Schulterumhang werde ich aus dunkelgrauer Wolle machen (damit er auch zu den bestehenden Westen passt und mit diesen kombinierbar ist).

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    Wie gewohnt habe ich mehrere Farbvarianten gemacht, über die ich nachdenke, und bin auch an Deiner Meinung interessiert. Du kannst Dich in den Kommentaren unter diesem Beitrag oder über meine Facebook-Seite äußern. Ich freue mich über Deine Meinung, Lob und auch konstruktive Kritik. 🙂

  • Nach meinem letzten Besuch auf dem Drachenfest im Jahr 2011 bin ich dieses Jahr mit gemischten Gefühlen hin gefahren. Auch wenn ein Larp dieser Größenordnung (also von mehreren tausend Teilnehmern) für mich seinen ganz eigenen Reiz und eine besondere Atmosphäre hat, war ich doch 2011 mit meinen Spielmöglichkeiten und der Einbindung in das Spiel meines Lagers nicht glücklich gewesen.

    Mit Askir war ich 2011 im Blauen Lager und war in diesen Tagen viel unterwegs, um Informationen zu sammeln, wobei mir vornehmlich meine Bekanntschaft mit dem damaligen Heerführer des Grauen Lagers zugute kam. Doch im Blauen Lager nahm man die Informationen zur Kenntnis, ohne dass sich für mich daraus Spiel entwickelt hätte. Ich hatte das Gefühl, dass die alteingesessenen Gruppen und Charaktere das Revier unter sich aufgeteilt hatten und man als „Einzelspieler“ kaum eine Chance hat in das lagerinterne Spiel rein zu kommen (wenn man nicht mindestens davor stark im Forum aktiv war). Es war etwas frustrierend.

    Entsprechend gespannt war ich, wie es dieses Jahr laufen würde. Als Notnagel hatte ich zumindest einige Bekannte in verschiedenen Lagern, die ich besuchen wollte. Das habe ich letztendlich zwar geschafft – aber nicht so häufig, wie ich es geplant hatte. Denn im Gegensatz zu 2011 habe ich recht schnell ins Spiel des Blauen Lagers gefunden und war ständig auf Achse. Aber Eins nach dem Anderen.

    Organisation, Spielleitung und Regelwerk

    Die Organisation war routiniert und simpel. Sowohl im Vorfeld, als auch auf dem Con selbst. Eine Spielleitung habe ich nie gebraucht und einfach mein Spiel machen können. Nur gut, dass ich meinen Charakter schon vor dem Vorfeld konvertiert hatte – so lief der Check-In für mich schnell und unkompliziert. Auch wenn ich mir wünschen würde, dass auch beim Drachenfest die neuen Regeln des ZdL eingeführt würden. Ob das jedoch (auch im Hinblick auf das internationale Publikum mit unterschiedlichen Larpvorstellungen) realistisch ist, kann ich nicht beurteilen.

    Ein ganz besonders Lob gebührt aber dem BLOT (Blaues Lager Organisations Team) und den Aufbauhelfern. Das ganze Jahr über kümmern sie sich um die Planung und vor Ort koordinieren sie die über 700 Spieler, deren Charaktere dem blauen Weg folgen. Das sichtbarste Zeichen ihres Engagements war der neue Kraftplatz wie auch unsere großartige Barrikade. Eine Leistung, vor der man anerkennend den Hut ziehen muss.

    Plot

    Jeder Drache will siegen. Und herrschen. Außer der blaue Drache natürlich, denn der ist ja nicht so der Herrschertyp. Manche Drachenlager verzichten zuweilen auch darauf. Es werden durch Questen Dracheneier gesammelt. Es gibt Diplomatie und Bündnisse. Und natürlich Kämpfe. Am Ende siegt der Drache, der die meisten Dracheneier hat. Im Normalfall herrscht er dann auch – bis zum nächsten Fest der Drachen im folgenden Jahr. Das wäre die Zusammenfassung des Plots, der natürlich durch mehr oder minder kluge Spieleraktionen noch ergänzt wird, für Nicht-DFler. 😉

    Und was die Diplomatie und die Bündnisse angeht komme ich ins Spiel. Oder besser: Da kam ich ins Spiel. Mit einer kleinen Information kam ich in Kontakt mit dem Chevalier, der zum wiederholten Mal zum Hochdiplomaten des Blauen Lagers ernannt worden war. Da ihm scheinbar ein diplomatisches Korps fehlte habe ich mich einfach mal angeboten – und wurde, wegen meiner Bekannten im Silbernen Lager, zum Diplomaten für besagtes Lager. Und dahin war es mit der (eh nicht gewollten) Ruhe. Wenn ich mir das eine Paar Stiefel so anschaue ist eine neue Sohle fällig (ernsthaft!).

    Fazit: Ich war viel unterwegs. Habe mich nie gelangweilt. Hatte etliche interessante Gespräche. Durfte viele Leute (Charaktere und ihre Spieler) kennen lernen. Diplomat ist echt ein dufter Job.

    Folgendes Foto: Der Diplomat Askir (rechts) vor dem Silbernen Lager im Gespräch mit der Baronin von Moosgrund zu Yddland, im Hintergrund der silberne Lagerkommandant Freiherr Arwain Aradon.

    Das Blaue Lager

    Die neue Bewegung „Tiefseeblau“ hat innerhalb des Lagers etwas Neues angestoßen. Nicht nur Konfliktspiel, sondern auch die grundlegende Möglichkeit den Weg des Blauen, wie er vom Lager gegangen wird, zu hinterfragen und darüber nachzudenken. Besonders über unseren – also jedes Einzelnen – Umgang mit der Freiheit und der damit einhergehende Verantwortung. Auch „Tiefseeblau“ wird keine Patentantwort liefern können (zumal die Bewegung ja auch noch in der „Kinderschaluppe“ steckt), aber in dem Konzept finden sich gute und interessante Ansätze. Auch wenn „Tiefseeblau“ ihre Ansichten stärker kommunizieren und für diese werben sollte, hoffe ich, dass diese blaue Graswurzel-Wellenkamm-Bewegung auch von den anderen „blauen Spielern“ stärker mit allen daraus erwachsenen Konflikten und Diskussionen als IT-Spielangebot betrachtet und angenommen wird (und nicht wie geschehen mit OT-Anfeindungen zu kämpfen hat). Man kann und sollte darüber reden, heftig diskutieren und (wenn es dann noch sein muss) kann man sich auch – wie es schon der blaue Avatar gesagt hat – um den richtigen blauen Weg prügeln.

    IT habe ich von einigen Kapitänen gehört, die dem „Captain’s Table“ bewusst fern bleiben. Ich habe IT das Gefühl bekommen, dass viele Blaulageristen den „Captain’s Table“ nicht mehr ernst nehmen. Dass man dort lange redet, aber kaum klare Entscheidungen fällt. Eine solche Entscheidung war für meinen Charakter der Mangel an Einigungswillen auf eine verantwortliche Person – statt dessen bestellte man vier Heerführer. Für uns Diplomaten eine schwere Zeit, denn mit wem sollte man jetzt zeitnah Entscheidungen und Verhandlungen absprechen? In anderen Lagern war man sich deshalb auch nicht sicher, ob man sich auf das Blaue und seine Zusagen verlassen konnte, da wir viel zu lange für klare Entscheidungen benötigten (da ja immer erst der „Captain’s Table“ einberufen werden musste). Eine demonstrative Uneinigkeit, die uns nach Ansicht meines Charakters sowohl intern als auch extern mehr geschadet als genutzt hat.

    Eine Uneinigkeit, die es bei „Tiefseeblau“ (TSB) so nicht zu geben schien. So wie die meisten Mannschaften einen Kapitän haben, der letztendlich das Sagen hat, wurde bei TSB am ersten Abend ein „Kompass“ gewählt, der nach Anhörung vieler Meinungen den Kurs bestimmt. Zumindest in der Theorie, denn dafür muss der Kompass auch greifbar sein, woran man noch arbeiten sollte. Aber alleine das hat bei meinem Charakter im Laufe des Cons für Sympathien für „Tiefseeblau“ geführt, denn Freiheit ganz ohne Struktur ist (seiner Meinung nach) Chaos – und dafür gibt es schon ein eigenes Lager. Schade, dass ich am letzten Abend nicht mehr Tiberius über den Weg gelaufen bin, um mehr zu erfahren und der Bewegung beizutreten. Aber vielleicht ergibt sich das ja – spätestens nächstes Jahr – noch.

    Fazit: Auch wenn das Blaue Lager meinen Charakter öfters an den Rand der Verzweiflung getrieben hat, steht für mich außer Frage, dass ich auch beim nächsten Drachenfest dem Weg des Blauen folgen werde (wie immer der auch aussehen mag).

    Meine Kritikpunkte

    Natürlich gibt es immer auch Dinge, die einem nicht gut gefallen. Dieses Jahr waren es aber nur Kleinigkeiten, die letztendlich die Freude über ein tolles Con nicht trüben können. Trotzdem muss ich sie mal los werden.

    Mein Lagerplatz war, da ich alleine unterwegs war, ganz am Rand des Blauen Lagers. Direkt hinter mir begann der Bereich mit den OT-Zelten. Es ist nicht sonderlich schön, wenn man immer, wenn man ins Zelt geht, Iglus sehen muss. Aber mir ist klar, dass Irgendjemand immer in diesen faulen Apfel beissen muss. Ärgerlich ist nur, dass man beim Blick in die andere Richtung auch – zwischen den IT-Zelten – OT-Zelte sehen muss. Auch wenn ich verstehen kann, wenn Crews gemeinsam lagern wollen – aber wenn Jemand ein OT-Zelt hat dann muss er/sie, meiner Ansicht nach, trotzdem in den Bereich für diese Zelte. Fand es auch etwas inkonsequent, dass die Zelte dann dort stehen bleiben durften.

    Ich bin Raucher von Filterzigaretten. Ich habe eine Tasche, in der sich meine Zigaretten befinden. Und in der auch Platz ist, um die ausgerauchten Filter rein zu stecken. Scheinbar gibt es aber etliche Raucher, die in ihrer Tasche nur Platz für die Zigaretten, aber nicht deren Reste haben. Anders kann ich mir die vielen Kippenstummel auf der Wiese nicht erklären. Verdammt, das muss doch nicht sein!

    Im Blauen Lager gibt es einige größere Gruppen – und die „Freien“ (also die Leute, die alleine oder in Kleingruppen reisen). Und damit die „Freien“ nicht Außen vor und involviert sind, wählen sie zwei oder drei Vertreter aus ihren Reihen für den „Captains Table“. Soweit die Theorie. 2011 habe ich davon nach dem DF im Forum erfahren. Hätte ich es nicht schon gewusst, wäre es dieses Mal wieder so passiert. Und die „Freien“, die bei mir lagerten, haben auch erst am letzten Tag durch mich davon erfahren. Ergo: Hier läuft etwas gewaltig schief! Denn ich hörte genug Beschwerden, dass sich Teile des Lagers nicht ausreichend beteiligen (wenn wir ausmarschieren zum Beispiel) – aber gleichzeitig scheinen die „Freien“ nicht wirklich involviert zu werden. Von der fehlenden Kommunikation ganz zu schweigen. Mein Vorschlag für nächstes Jahr: Schon bei der ersten Ansprache des blauen Avatars muss er auf diese Wahl hinweisen und bekannt geben, wann und wo sie stattfindet (sinnvollerweise vor dem ersten „Captains Table“). Außerdem müssen die „Freien“ in einem gemeinsamen Viertel im Blauen Lager untergebracht werden, um die Kommunikation zu erleichtern (sonst sucht man sich ja dumm und dämlich). Vielleicht stehen dann auch zukünftig mehr Leute für Aktionen bereit.

    Meine Highlights

      • Der Stolz, dass unser Banner bis zur Endschlacht nicht einmal unsere Barrikade verlassen hat. Nie erobert wurde. Auch wenn es am ersten Vormittag, als uns drei Lager angriffen, echt eng war.
      • Das Diplomatiespiel für das Blaue Lager, das ich gerne nächstes Jahr fortsetzen möchte – wenn man mich denn lässt.
      • Das Spiel der Crews der „Drunken Bastard“ und der „Patriot“ betrachten zu dürfen hatte schon was von einem Privileg. Großartig ausgestattet, toll gespielt. Da macht alleine das Zuschauen Spaß.
      • Die zwei Gespräche mit dem Chevalier über die Möglichkeiten, die sich uns in den folgenden Jahren auf dem diplomatischen Parkett bieten könnten.
      • und viele weitere Momente, die dieses Drachenfest so besonders haben werden lassen.

    Besondere Grüße

      • Keiv: Möge der Listige Dir eine glückliche Hand schenken und den Geist Deiner Gegner vernebeln. Ich freue mich schon auf unser nächstes Zusammentreffen.
      • Doc: Aves möge Dich an interessante Orte führen und der Fuchs Alverans Dich immer neue Geheimnisse finden lassen. War toll Dich kennen gelernt zu haben. Und nochmal vielen Dank, dass ich von dem vortrefflichen Rum kosten durfte. Jetzt werde ich wohl keinen anderen Rum mehr wirklich genießen können.
      • Harold: Danke für das schöne Spiel und die Einladung für den Samstagabend, als wir noch in netter Runde zusammen gesessen haben. Und ein Lob für Deine Arbeit in und für die Hafenmeisterei.
      • „Drunken Bastard“: Die Zeit mit Euch habe ich genossen und möchte mich noch mal für die immer freundliche Aufnahme in Eurem Lager bedanken. Dass ihr eine stimmige Gruppe mit tollem Spiel abseits von den sonst vielfach anzutreffenden abgerissenen Piraten seid, habt ihr schon beim ZdL bewiesen. Jetzt durfte ich aber auch erleben, dass ihr Euch beim Feiern selber nicht zu ernst nehmt und intern eine vorbildliche (OT-)Gruppendynamik habt. Vor Euch ziehe ich meinen Hut.
      • Silly, der mich als Händler mit etlichen Spielangeboten versorgt hat, die ich aber auf Grund meiner diplomatischen Tätigkeit nicht so wahrnehmen konnte, wie ich das gerne gemacht hätte.
      • Yddland: Vielen Dank für den immer wieder netten Empfang in Eurem Lager. Besonderen Dank natürlich an die Baronin für das schöne Spiel und die netten Gespräche. Bei Euch (so vielen netten Leuten) verweile ich immer wieder gerne.
      • Mishra: Du verrückter Kerl mit noch verrückteren Ideen. Es ist immer wieder eine Freude mit Dir zusammen zu treffen (wenn man Dich mal findet) und zu spielen. Freue mich schon auf das nächste Mal.
      • Frieda Fluchbrecher: Danke für das schöne gemeinsame Spiel und die nette Zeit, die ich mit Dir – unter anderem beim Besuch im Silbernen Lager – verbringen durfte. Man muss Dich einfach gern haben und ich hoffe, dass man sich noch öfter über den Weg läuft.
      • Chevalier: Dir gilt ein ganz besonderer Dank für das schöne und intensive Spiel, das dieses Drachenfest für mich erst zu was Besonderem hat werden lassen. Danke, für das mir entgegen gebrachte Vertrauen. Für die tolle Zusammenarbeit und die vielen tiefen Gespräche. Auch wenn Askir nicht immer mit Dir einer Meinung war, bist Du ein toller Diplomat und ich bin sicher, dass Askir (und ich) noch was von Dir lernen können. Nicht nur deshalb hoffe ich, dass wir auch nächstes Jahr das Spiel fortsetzen können.
      • und an alle Anderen, mit denen ich eine tolle Zeit verbracht habe, wie Heinrich Büttner, Snegla, dem Diplomatenpaar (deren Namen ich nicht kenne), Khemri und seinen Thorwalern, El Gar und seiner Tochter, meinen netten Zeltplatznachbarn, …

    Fazit

    Ich komme wieder. Die Karte habe ich schon. Jetzt muss es nur noch mit dem Urlaub klappen. Drückt die Daumen 😉

  • Ende November geht es nach einigen Jahren wieder auf ein Con in der Akademie von Muntia im Kaiserreich Lupien. Ich freue mich drauf – aber stehe vor der Frage, mit welchem Charakter ich dorthin gehen sollte. Anders als die Akademie in Amonlonde, die für alle Charakterklassen etwas bietet (einschl. einer Taverne), ist die Akademie in Muntia wirklich eine Magierakademie. Also eine Akademie für Magier und andere Gelehrten, viel Theorie, Disput und einer Mensa statt einer Taverne.

    Auch wenn Askir stärker dem klerikalen Weg von Phex folgt ist so eine Akademie für ihn sicher nicht das richtige Pflaster. Mathras ist auch zu sehr praktisch veranlagt, um mit ihm auf so einem Con Spaß zu haben. Als letzte Alternative bleibt Prof. Dr. Dr. Bram van de Watervallen, der als Magietheoretiker schon mal auf einer lupianischen Akademie war. Aber das morgendliche Schminken und abendliche Abschminken für den alten Mann ist etwas nervig und irgendwie fehlt mir auf ihn auch die Lust.

    Aber es gibt ein passendes Konzept, das jetzt seit zweieinhalb Jahren in der Planungsphase stecken geblieben ist. Der aus dem Fürstentum Einzum stammende Doktor Ruben van Tessel. Daher trage ich mich mit dem Gedanken diesen Charakter endlich mal mit einer Grundausstattung zu versehen, seinen Hintergrund genauer auszuarbeiten und mit ihm das Akademiecon zu besuchen. Ergo habe ich mich mal wieder an neue Skizzen gesetzt:

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    Deine Meinung?

  • Nach dem Con ist vor dem Con. Anders gesagt: Wenn man genug Zeug für ein Mehrtagescon wie dem „Zeit der Legenden“ hat, dann stellt man mit hoher Wahrscheinlichkeit fest, dass man doch nicht genug Zeug hat. Irgendwie hat man ja immer zu wenig Zeug – egal wie viel man davon hat. Wenn das mit dem Stauraum daheim auch so einfach wäre …

    Letzterem ungeachtet habe ich in Weltenwacht festgestellt, dass mir doch noch ein paar Sachen fehlen, die ich in den kommenden sieben Wochen – also bis zum Drachenfest* – fertig stellen muss.

    • Ein oder zwei Westen aus Leinen, statt aus Wolle. Denn bei wärmeren Temperaturen, die auf dem Drachenfest herrschen könnten, sind die Wollwesten doch wohl etwas zu warm, wie ich befürchte.
    • Eine Husse bzw. Tasche für eine große PET-Flasche. Da ich mit Askir viel unterwegs bin, um Informationen zu sammeln, habe ich im Rückblick gesehen schon auf dem ZdL zu wenig Wasser zu mir genommen. Bei den viel größeren Strecken, die ich wohl auf dem Drachenfest zurück legen werden, sollte ich immer ausreichend Wasser dabei haben. Dafür braucht es einen Beutel, den ich mir um die Schulter hängen kann, und der die Flasche abtarnt.
    • Ich habe einen schönen Hafersack, aber wenn ich öfter und auf längeren Strecken unterwegs bin, sollte ich wohl über einen etwas größeren Hafersack nachdenken. Möglichst mit ein paar Taschen, so dass ich meinen ganzen Kleinkramm besser verstauen und sortieren kann.
    • Der Hut ist zwar toll (und geht mit seiner Krempe auch weiterhin fast als Helm durch), aber er ist immer noch nackt. Ich werde wohl nicht umhin kommen die hochgeschlagene Krempe vom Kopfteil zu lösen, um die Federn anzunähen. Und dann werde ich wohl mit einem Bohrer einige Löcher in die hochgeschlagene Krempe machen müssen, um endlich die Abzeichen (Phex, blaues Lager, etc.) dran machen zu können.

    PS. Ein paar Anekdoten vom „Zeit der Legenden“, also die „Nebelstädter Geschichten“ findet man übrignes auf meiner Facebook-Seite – und es werden in den nächsten Tagen sicher noch ein paar hinzu kommen. 😉

  • Ich bin zurück vom „Zeit der Legenden“, einem Con in der ersten Drachenwelt – also zur Drachenfest-Kampagne gehörend. Hier das ausführlichere Review:

    Organisation und Spielleitung

    Karte bestellt, Karte geliefert. Soweit so gut. Nette Ansprache am Mittwochabend und los ging es Intime (Check-In war ja wegen der neuen Regeln nicht von Nöten). Vor Ort gab es jedoch leider einige Mängel, die nach mehreren Jahren Erfahrung mit der Veranstaltung eigentlich nicht auftreten sollten.

    Das betraf u.a. die Beleuchtung der Strassen, die zwar aufgebaut wurde, jedoch spätestens ab Freitag Abend nicht mehr angezündet wurde, so dass man im Dunkeln seinen Weg durch den Schlamm suchen musste. Ärgerlich. Auch die Seifenspender auf den Toiletten und das Handabputzpapier wurde nur sporadisch erneuert und meines Eindrucks nach ab Freitag gar nicht mehr. Sicher kann man argumentieren, dass die Spieler ihr eigenes Zeug mitbringen könnten – aber jeder weiß, wie wahrscheinlich es ist, dass z.B. der Krieger unter seiner Platte Seife und Handtuch verstaut hat. Daher gehört das auch aus hygienischen Gründen für mich zum Service dazu.

    Auch wenn ich die Spielleitung selten gebraucht habe, habe ich gerade in unserem Bereich selten eine Spielleitung gesehen. Gerade bei der Einweisung des Geländes (siehe nächsten Punkt) wäre eine SL vor Ort erforderlich gewesen. Die SL, die uns als Ansprechpartner genannt wurde, war jedoch scheinbar in einem anderen Stadtteil unterwegs. Ich bin sicher, dass viele Aktionen in der Nebelstadt eher bekannt und abgesprochen worden wären, wenn wir eine verfügbare SL vor Ort gehabt hätten.

    Location

    Das Gelände war mir ja von meinem ersten (und bisher einzigen) Besuch auf dem ZdL im Jahre 2011 bekannt und an sich ganz schön, wenngleich ich indessen einen Muskelkater habe. Denn in Weltenwacht geht es immer nur bergauf. Ich vermute ja, dass es daran liegt, dass Kupfer irgendwann aus falschverstandenem Ordnungssinn die Topographie erfunden hat.

    Nachdem jetzt schon seit Jahren Weltenwacht auf diesem Gelände dargestellt wird, gibt es unerklärliche Erdbewegungen, auf Grund dessen Nebelstadt immer wieder an einer neuen Stelle liegt. Dieses Mal sogar in einen hinteren Bereich verbannt, der für die im Forum gemeldeten Spieler und Zeltgrößen zu klein war. Ich verstehe nicht, warum vor Kupfer ein so großer Platz frei bleiben musste, und selbst auf unsere beengte Fläche noch Zelte der Kupfernen standen. Wir mussten den Weg enger machen und unsere Zelte standen dicht an dicht. Wo ist der Sinn vorheriger Größenangaben, wenn die Orga diese zu ignorieren scheint – und sogar noch einen Tempel auf der Fläche aufbaut?

    Regelwerk

    Das erste Mal hat sich die Orga des Drachenfestes nach Absprache mit den Spielern im Rahmen des Forums an einem neuen Regelwerk probiert. Anstatt das punktebasierende Regelwerk des Drachenfestes zu nutzen war dieses Mal DKWDDK und die „Zwei Regeln“ angesagt. Zusammen mit der Opferregel wurde damit die Verantwortung verstärkt in die Hände der Spieler gelegt und damit auch eine neue Vertrauensbasis geschaffen. Ganz ohne durch Punkte reglementierte Fähigkeiten, Treffer- und Rüstungspunkten sowie der Entscheidung über einen Charaktertod in der Hand des jeweiligen Spielers sollte mehr Spiel generiert werden. Darüber hinaus hat man neue Kampfregeln [Klick] eingeführt, die auch den Kopf zur Trefferzone erklärt (was im Vorfeld zu vielen Diskussionen und auch Ablehnung) geführt hat.

    Nach dem Con kann man sagen, dass diese Regeländerungen eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre gewesen ist. Ich habe viel tolles Spiel erlebt und schöne Kämpfe gesehen, in denen nicht die Punktestärke, sondern das schöne Spiel und die gute Show im Mittelpunkt standen. Wenn ich an die vielen Toten denke, die wir in den Tage hatten, verleitet die Opferregel nicht zu weniger Konsequenz für die Handlungen – ermöglicht der Orga aber ganz andere Aktionen, um ein Bedrohungsszenario aufzubauen.

    Auch die veränderten Kampfregeln haben meines Eindrucks nach gut funktioniert. Die NSCs haben schön ausgespielt und auch auf Schwarzpulverwaffen toll reagiert. Und die Freigabe des Kopfes als Trefferzone hat auch nicht zu mehr Verletzungen geführt – meines Wissens nach war sogar keine Verletzung darauf zurück zu führen. Bei der Enschlacht hatten scheinbar die Malteser angenehm wenig bis gar nichts zu tun. Für die neuen Regeln auf jeden Fall „Daumen hoch“. Es lohnt sich halt doch, wenn man den Menschen etwas Vertrauen entgegen bringt.

    Plot

    Von den alten Göttern ist scheinbar die Spinnengöttin aktiv geworden, was zu starken Angriffen von Spinnen geführt hat. Also neben den ebenfalls angreifenden Kultisten natürlich. Schön für die Stimmung war übrigens, dass am ersten Spiel-Morgen unsere Zelte mit „Spinnenweben“ eingesponnen waren. Es gab demzufolge genug zu tun für die Kämpfer, Alchemisten, Heiler und Magier. Sonnenblume und Locke aus der Nebelstadt haben ein Gegenmittel gebraut, Milla hat für den blauen Drachen an Ritualen teilgenommen, La Hire war als Gouverneur vielfach unterweges, ich habe mit Askir Informationen beschafft – der Plot hat uns auf jeden Fall auf Trab gehalten.

    Ob wir Spieler überhaupt eine Chance hatten Weltenwacht vor der Eroberung durch die Kultisten und der von uns eingeleiteten Zerstörung der ganzen Stadt mittels Sprengung der Säulen zu retten, weiß ich gar nicht, aber letztendlich ist es auch egal. Denn die Enschlacht war episch. Einschließlich des Todes der Kaiserin und unserer Flucht. Es hat irgendwie gestimmt und ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt.

    Nur war Schade, dass zumindest ein Plotstrang mit tagelanger Vorbereitung durch Spieler nicht abgeschlossen werden konnte, weil sich die entsprechende SL schon für die Enschlacht umgezogen hatte und der festgesetzte Zeitpunkt wichtiger war als Spieleraktionen. Das war etwas schade und da würde ich mir etwas mehr Flexibilität wünschen.

    Nebelstadt

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    Einmal Nebelstadt, immer Nebelstadt. Die familiäre Atmosphäre und den Zusammenhalt, den ich schon 2011 erleben durfte, habe ich auch dieses Jahr wieder geniessen dürfen. Es ist toll in einem so kleinen Stadtteil zu sein, wo man sich schon nach kurzer Zeit kennt. Dass wir schon am ersten Tag um Mittag mit unserem Gouverneur La Hire und mit einem Heerführer (des nicht existierenden Heeres der Nebelstadt, aber immerhin!) organisiert waren, spricht meines Erachtens für sich. Dabei geht mein größter Dank für einige schöne Tage an die großartige Milla, den fleissigen Klaas, der immer gutgelaunten Sonnenblume, dem netten Chaoten Locke (auch wenn es nicht immer sein Tag war) sowie Allen, die bei und mit dem „Fliegenden Krug“ gelagert, gegessen und gefeiert haben. Und dazu zählt natürlich auch ganz besonders mein eineiiger Zwillingsbruder Mattjes. 😀 Ich bin jetzt erst seit einigen Stunden daheim und beginne schon Euch zu vermissen.

    Mitspieler

    Vornehmlich möchte ich mich über die Grenzen der Nebelstadt hinaus noch für das schöne Spiel mit und bei dem Lazarett der Eisenstadt bedanken. Ich freue mich schon darauf einige Spieler bald in Renascân wieder zu sehen. Ein großes Lob geht aber auch an die Spieler der Schattenstadt. Die Orks von Weltenwacht, die einfach ein grandioses Spiel liefern und bei denen selbst die verrücktesten Ideen wahr werden können. Ein „Zeit der Legenden“ ohne den großen Alten und seinen Orks ist für mich nur schwer vorstellbar.

    Ich könnte jetzt sicher noch viel mehr schreiben, aber erstmal dürfen noch andere ran – und ich kann ja bei Bedarf immer noch ergänzen 😉

    Fazit

    Ich komme wieder, keine Frage. Gerne (wenn es klappt) schon nächstes Jahr – auch wenn es dann an einem anderen Ort (IT wie OT) sein sollte. Aber auf jeden Fall werde ich dort zu finden sein, wo auch die Nebelstädter sind (auch wenn es keine Nebelstadt mehr geben sollte).

  • Im August 2007 wurden, damals zur Ausbildung des Freien Banners auf dem „Firnluchs 1“, das erste Mal Überlegungen angestellt, wie es mit der förmlich richtigen Anrede in Dorlónien eigentlich bestellt ist. Das Ergebnis war die „Kurze Abhandlung über die rechten und angemessenen Anreden im Reiche Dorlónien gegenüber dem Adel und den Gelehrten sowie Vorgesetzten in den Streitkräften des Reiches und der Marken“. So umständlich der Titel dieses Textes war auch der Inhalt. Es war ergo an der Zeit diesen Text mal sinnvoll umzuschreiben und zu aktualisieren.

    Der neue Text mit dem einfachen Titel „Die rechte Anrede im Reich“ ist eine Vereinfachung der vielen, teilweise umständlichen und nur schwer umsetzbaren Regeln des alten Textes. Gleichzeitig stellt er aber auch eine Anpassung an die gespielte Larp-Realität dar, indem es sich mit einigen Anreden an andere Gruppen und Länder anlehnt, damit ein gemeinsames Spiel auch ohne große Umstellung möglich ist (also auch hier eine Vereinfachung).

    Zudem ist eine förmliche Anrede im Spiel sinnvoll, um auch durch die Sprache zu transportieren, dass wir in Dorlónien nicht in einer Republik leben, in der jeder Bürger gleich ist, sondern ein Lehnssystem mit Menschen unterschiedlichen Standes bespielen. Die göttliche Ordnung, welche vom Gott Taphanor vorgegeben wurde, sich also auch im Umgang miteinander wiederspiegelt. Daher präsentiere ich hiermit (natürlich gemeinsam mit seiner Lordschaft):

    Die rechte Anrede im Reich

    Die göttergefällige Ordnung der Welt, welche von Taphanor, dem Gott der Herrschaft, vor Zeitaltern den freien Völkern gegeben und vorgelebt wurde, bildet die Grundlage unserer in Brüderlichkeit gelebten Gemeinschaft im Reiche Dorlónien. Diese Ordnung bildet sich auch in der Sprache und Anrede ab, welche gegenüber den verschiedenen Ständen nach alter Sitte geboten ist.

    So gebietet es die Höflichkeit und der Respekt gegenüber der göttlichen Ordnung, dass Jene, die im Stande über einen stehen oder sich einem besonderen Dienst gewidmet haben, immerdar geihrzt werden.  Jene, die im Stande gleich oder niedriger sind, können geduzt werden.

    Über das Reich Dorlónien und alles, was auf und in ihm lebt, gebietet unser geliebter und geschätzter Reichsherr Lord Nurbicon ika Rastan. So gebührt ihm, wie allen gekrönten Häuptern der bekannten Welt, die Anrede „Eure Hoheit“. Angedenk seines Geburtstitels sind darüber hinaus die Anreden „Eure Lordschaft“ und „Mein Lord“ angemessen und richtig.

    Ihm treu zur Seite steht der Erzlegat, welcher ob seines besonderen Amtes und der daraus resultierenden Verantwortung eine Stellung innerhalb des Reiches und der göttlichen Ordnung inne hat, die ihn zu der Titulierung als „Eure Durchlaucht“ bestimmt.

    Die Ritterschaft ist der höchste Adelsstand des Reiches und als Reichsritter ist Ein jeder von Ihnen durch den Reichsherrn selbst in diesen Stand erhoben worden. Hoch ist ihre Stellung im Reich, weshalb Ihnen die Anrede „hoher Herr“ oder „hohe Dame“ zusteht. Auch die Anrede „Herr Ritter“ oder „Frau Ritter“ sowie „Mein Ritter“ ist gebräuchlich, wobei darauf zu achten ist, dass es vom Titel „Ritter“ keine weibliche Form gibt.

    Der Junker, der von niederem Adel ist, wird als „werter Herr“ oder als „werte Dame“ tituliert. Auch die Anrede als „Herr Junker“ oder „Frau Junkerin“ ist gebräuchlich. Die ebenfalls zum niederen Adel zählenden Edlen werden als „edler Herr“ oder „edle Dame“ tituliert. Da von adliger Geburt werden die Söhne und Töchter von Rittern und Junkern bis zu ihrer Heirat mit „junger Herr“ oder „junge Dame“ angeredet.

    Da auch der Ehegatte und die Ehegattin eines Adligen dessen Stand annimmt, wenngleich nicht mit demselben Titel und den damit verbundenen Rechten und Pflichten, steht ihnen eine ebenso ehrerbietende Anrede zu. So wird als Beispiele die Gattin eines Ritters als „hohe Dame“ tituliert, jedoch nicht als „Frau Ritter“.

    Geweihte, im Besonderen jene mit höheren Weihen, obliegen durch die Kraft ihres Glaubens und ihrem daraus resultierenden Wirken der besonderen Gnade der Götter. So ist es innerhalb und außerhalb des Reiches Recht und Sitte, dass sie die Anrede „Euer Gnaden“ verdienen. Die höchsten Vertreter der Kirchen werden jedoch mit „Euer Eminenz“ tituliert. Während sich ergänzend zur Anrede „Euer Gnaden“ bei Angehörigen des Klerus mit niedrigem Weihegrad auch ein respektvolles „Bruder“ oder „Schwester“ eingebürgert hat, werden Geweihte mit dem Amt des Tempelvorstehers auch als „Pater“ oder „Mater“ angesprochen.

    Die Gelehrten, die ihr Leben den arkanen Künsten Ceomes gewidmet haben, haben sich durch ihre Studien den Titel des „Magus“ oder der „Maga“ verdient. Jene, die einen hohen Rang innerhalb ihrer Kunst erlangt haben steht die Anrede als „Magister“ oder „Magistra“ zu.

    Da der Adelsstand nach der göttlichen Ordnung vor dem Geweihtenstand und dieser vor Gelehrsamkeit geht, wählt man bei der Anrede für Jemanden, der zwei dieser Stände angehört, jene, welche dem höheren Stand gebührt. Demnach wird der Erzlegat auch mit der seinem Amte zugehörigen Anrede angesprochen und nicht mit jener des Ritters von Dualdon.

  • Basierend auf Grafiken, die schon einige Jahre alt sind, habe ich nach Abstimmung mit seiner Lordschaft diese Grafik erstellt, um zu verdeutlichen, wie die Hierarchie gemäß der göttlichen Ordnung im Reich Dorlónien aussieht:

    2014-04-07_larp_dorlonien_hierarchie

    Ich hoffe damit sind alle Klarheiten beseitigt. Wer noch Fragen oder Anmerkungen hat, dann (am Besten hier unter dem Artikel bei den Kommentaren) her damit!

  • Wenn ich auf Cons bin und Gruppen sehe, dann gibt es Einige, die bei mir echt Eindruck schinden und einen „Wow-Effekt“ auslösen. Dabei basiert das fast ausschließlich auf dem visuellen Eindruck, den die Spieler der Gruppe vermitteln. Selbst wenn sie nur in einer Ecke ständen und gar nicht spielen würden, wären sie noch toll anzuschauen.  Kleidung und Ausrüstung ist nicht alles, aber ich bin überzeugt es macht mehr aus, als wir uns selber eingestehen möchten. Man sieht einfach, wie viel Liebe und Gedanken drin stecken.

    Eine schöne Gruppe ist für mich auch immer als Gruppe erkennbar. Es gibt Elemente und Farben, die Grundlage sind für alle Charaktere. Aber jeder Charakter hat trotzdem seine Details, die seine Persönlichkeit auszeichnen und ihr Ausdruck verleihen. Wenn dann noch ein schönes Spiel und eine angenehme Atmosphäre mit einer entsprechenden Gruppendynamik sowie einigen epischen Szenen einher gehen, dann ist der „Wow-Effekt“ fast nicht mehr steigerbar.

    Hinsichtlich unserer Farben brauchen wir uns in Orktrutz wenig Gedanken machen, denn das dorlónische Grau-Gelb ist gesetzt und wird uns auf Bannern und Wappenröcke begleiten. Aber selbst eine Gruppe mit gemeinsamen Farben wirkt irgendwie „falsch“, wenn sie sich aus Römern, Wikingern, Mittelalterritter, Schotten und Piraten zusammen setzen. Anders gesagt: Eine Gruppe, welche die ganze Modegeschichte vom Jahre 0 bis ins 18. Jahrhunderte (mal extrem gesagt) abdecken möchte, wirkt weniger als Gruppe.

    Es geht nicht darum, dass alle absolut identisch gekleidet und ausgerüstet sind, denn die Charaktere sollen ja auch (wie schon erwähnt) ihre Persönlichkeit zeigen. Es geht darum, dass es einen Rahmen gibt, in dem sich dann die Spieler mit ihren Charakteren austoben und ausleben können. Dabei können einzelne Charaktere auch die „Regeln“ brechen – man muss nur wissen wer und wie. Meist betrifft das Charaktere mit besonderer Funktion, die durch einzelne Elemente, die sonst nicht zur Gruppe passen, ihre besondere Funktion unterstreichen können. Wichtig ist nur, dass es Einzelfälle bleiben.*

    Das sind die Gründe, warum meiner Ansicht nach Gruppen den „Wow Effekt“ hervor rufen. Zumindest meiner Beobachtung und Erfahrung nach, was zu den daraus resultierenden subjektiven Schlussfolgerungen führt. Denn es ist wohl klar, dass ich es toll fände, wenn auch die Orktrutzer einen „Wow-Effekt“ auslösen würden.

    Die Kleidung und Ausstattung soll an das Hochmittelalter (1050-1250) orientiert sein. Das bedeutet nicht, dass hier historische Authentizität erwartet wird, sondern dass sich Orktrutz an der historischen Epoche orientiert***. Die Schnitte waren noch recht einfach und simpel gehalten, Knöpfe waren noch nicht groß im Gebrauch und als Rüstung trug man Kette und keine Vollplatte (alles auch finanziell vorteilhaft). Der Unterschied zwischen dem Adel und dem Volk liegt in erster Linie an der Länge der Kleidungsstücke**** und Ausrüstungsdetails, wie es auch in der Zeichnung zu sehen ist.

    Wovon ich auf jeden Fall weg möchte sind „Wappenlappen“ und Gürtelbanner. Wappenröcke waren seitlich immer geschlossen und sitzen damit auch besser als die sonst im Larp verbreiteten „Wappenlappen“, die sich irgendwie immer verziehen. Gürtelbanner sind, wenn ich das richtig deute, eine Erfindung des LARP und sehen für mich immer so aus, als wäre es eine peinliche Notlösung, weil man keine bessere Idee hatte, um ein Wappen unterzubringen, wenn man keinen Wappenrock trägt. Schöner finde ich statt einem Gürtelbanner, wenn der Keiler als Orktrutzer Wappentier auf der Tunika prangen würde, wie man es in der Zeichnung beim „Firnluchs“ sieht. Als Anhänger des „Blöden-Hut-Credos“ würde ich mir zudem auch wünschen, dass jeder Charakter mindestens eine Bundhaube, wenn nicht auch eine andere (hochmittelalterliche) Kopfbedeckung besitzt.

    Ein paar weitere Inspirationen, wie ich mir (in etwa) die Orktrutzer vorstellen könnte, sieht man hier: Schildwall | Kleidungsbeispiele | Bogenschütze | Kreuzfahrer | FrontschweineAttacke | Hastings | Kreuzritter | Normanne – und wer noch andere Inspirationsfotos kennt: Immer her damit.

    Was denkst Du über meine Überlegungen und Ideen?
    In den Kommentaren ist die Diskussion hiermit eröffnet 😉

    * In Orktrutz würde das z.B. Gilda Rothaar, deren zwergisches Erbe in ihrer Kleidung und Ausrüstung sichtbar ist, und Bronn Feuerhand, der als Taphanor-Kleriker z.B. Plattenschultern trägt, betreffen.
    ** Die „Keiler“ würde man heute als schwere Infanterie bezeichnen (im Mittelalter gab es den Begriff nicht, sondern eher „Waffenknechte“, „Fußvolk“ oder „Kriegsvolk zu Fuß“). Mehr zu dieser Einheit aber in einer meiner nächsten Blogbeiträge.
    *** „Orientiert“ heißt z.B. dass niemand Handnähte erwartet oder Schnitte, die mit Fundstücken belegt sind, oder man Beinlinge tragen muss anstatt einer Hose (obwohl man das unter der Tunika eh nicht sieht) und sowas. Es heißt, dass man sich für die Optik der Kleidung bzw. Gewandung die Mode dieser Epoche – hier das Hochmittelalter – zum Vorbild nimmt.
    **** Der Adel trug seine Kleidung knöchellang, das Volk bis an Kniehöhe – bei viel erforderlicher Bewegungsfreiheit (wie beim „Firnluchs“ ersichtlich) sogar noch etwas kürzer.

  • Wir schreiben den Mond des Fuchses (Mai) im Jahre 17 nach Neuer Ordnung (2014). Nebel liegt über dem Land rund um Burg Orktrutz, während die Dämmerung dem anbrechenden Tag weicht. Die Sonne erkämpft sich langsam ihren Weg durch den Dunst, der auch die Wehrdörfer der Mark Orktrutz umwabert. Doch in einem Wehrdorf ist es kein Hahn, der den neuen Tag begrüsst. Schrille Schreie gellen durch die feuchte Luft. Die Glocke im Turme über dem Tor läutet Sturm: Die Orks kommen!

    Wenngleich immer wieder einzelne Orks und kleine Familienverbände dieser Kreaturen an den Grenzen der Marks gesichtet und abgewehrt wurden ist es schon einige Götterläufe her, dass sich mehrere Sippen unter dem Banner des Zwielichts zusammen gefunden haben, um gemeinsam und relativ geordnet gegen die Menschen vorzugehen. Die letzten großen Schlachten wider dem Orkgezücht waren im Jahr 10 nach Neuer Ordnung im Mond des Greifen und im Mond der Schlange geschlagen worden. Die Orks in der Mark waren besiegt, doch die Orks in der Ebene nicht vernichtet worden.

    Hell beginnt das Feuer zu lodern, dass durch den Nebel zu dringen sucht. Hoch über dem Dunst, auf dem Bergfried der Burg Orktrutz, wird das Warnfeuer bemerkt: Neu-Wosna ruft um Hilfe und Orktrutz wird antworten. Bald schon reiten sie gen Süden: Die Markstruppen mit ihren Schlachtenreitern und ihren Waffenknechten, unterstützt durch die in der Mark stationierten Reichstruppen, unter ihnen dem Freien Banner, den sogenannten „Firnluchsen“. An ihrer Spitze Reichsritter Mathras von Orktrutz auf seinem weißen Hattusiler, begleitet von Waffenmeisterin Gilda Rothaar.

    Das werde ich für den im Mai erfolgenden IT-Beitrag im Forum natürlich noch etwas ausschmücken, aber dies wird der Auftakt sein zu einer Schlacht um das Wehrdorf, die wir im Namen der Götter natürlich siegreich für uns entscheiden werden. Aber wir werden starke Verluste zu beklagen haben. Besonders in den Reihen der „Firnluchse“ wird der Feind, der ihnen und uns in der Schlacht in den Rücken fällt, blutige Ernte halten. Gut die Hälfte der treuen Soldaten werden auf dem Feld der Ehre bleiben.

    Das Ereignis wird jedoch gerade für diese Einheit und damit auch für die Mark Orktrutz weitere Folgen haben:

    Das Freie Banner der Reichstruppen wurde im Jahre 5 nach Neuer Ordnung (2002) in Moriat geschaffen, um neben der schwergerüsteten Löwengarde eine Truppe zu haben, die (vornehmlich auf Reisen außerhalb Dorlóniens) als Kundschafter und Plänkler eingesetzt werden kann. Seit dem Jahre 7 nach Neuer Ordnung (2004) ist sie fast nur noch in der Mark Orktrutz eingesetzt und außerhalb des Dorlóniens wurde sie gerade in den letzten Götterläufen gar nicht mehr gesehen. Zeitgleich sind in anderen Marken Einheiten entstanden, die ihren Platz und ihre Aufgaben auf Reisen eingenommen haben.

    2014-03-29_larp_firnluchse_Fotos von den Ausbildungscons der Firnluchs-Reihe aus dem Sommer 2006 (obere Reihe) und dem Sommer 2007 (untere Bildreihe)

    Damit sind die „Firnluchse“ im Laufe der Zeit für die Reichstruppen selber entbehrlich geworden. Aus diesem Grund wird das „Freie Banner“ der Reichstruppen im Sommer dieses Jahres aufgelöst. Die noch verbliebenen Soldaten des Freien Banners werden in die Truppen der Mark Orktrutz eingegliedert. Damit verfügt die Mark zukünftig über drei Standarten eigener Truppen: Der Standarte der Schlachtenreiter, der Standarte der „Keiler“ und der Standarte der „Firnluchse“.

    Für die „Firnluchse“ ändert sich (IT wie OT) an sich nicht viel. Da der Reichsritter Mathras von Orktrutz eh Kommandant der Einheit und die Truppe auf der Burg Orktrutz stationiert war bleibt die Befehlsstruktur ebenso identisch wie die Zugehörigkeit nach Orktrutz. Da sie keine Reichstruppen mehr sind wird diese Bindung sogar zukünftig noch enger. Da seiner Lordschaft eh alle unterstehen (auch die Ritter) ändert sich auch nichts daran, dass man ihm und seinen Weisungen Folge leistet. Ihr Aufgabengebiet als Kundschafter und Plänkler bleibt ebenso erhalten. Was sich ändert ist, dass das bisherige Wappen der Einheit wegfällt und auch sie fortan das Wappen der Mark Orktrutz trägt.

    Und: Orktrutz soll spätestens ab Ende des Jahres wiederbelebt werden. Wieder stärker bespielt werden. Der Keilerkopf öfter auf den Schlachtfeldern der Larpwelt zu sehen sein. Und der orktrutzer Trinkspruch „Auf alle abwesenden Freunde“ wieder mehr in den Tavernen der bekannten Welt ertönen. Gefolgt von einem: „Dorlóniz da viken viken!“ . 🙂

  • Was der an die Mode des Hochmittelalters angelehnte Reichsritter Mathras von Orktrutz (wenn alles gut geht) in Zukunft tragen wird:

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    01 Die neue, große Gugel aus dem anthrazitfarbenen Stoff, aus dem ich schon meinen Rundmantel gemacht habe. Ich hoffe, dass der Rest, den ich noch habe, auch dafür ausreicht. Gefüttert mit goldfarbenem Leinenstoff. Da die Gugel von ihrer Größe her den Keiler auf der Surcotte verdecken würde, werde ich wohl auch auf die Gugel einen Keilerkopf nähen.

    02 Ergänzend zu meiner bisherigen Kopfbedeckung eine zweite Variante mit einer weißen, ungefütterten Bundhaube und einem Zinnenhut. Natürlich brauche ich auf für diesen Hut das Zinnabzeichen des Keilers und/oder des Löwen.

    03 Ein Banner, das man sowohl am Lager aufstellen als auch auf der Anreise und in der Schlacht mitführen kann. Alternativ zu oder ergänzt durch einen Wimpel.

    04 Ein „Jagdhut“, der die einfache Hutform ergänzt – wobei ich derzeit noch weitere Hutvarianten aus dem Hochmittelalter suche. Verrückt ist, dass ich diesen Hut früher total dämlich fand und alles Andere eher aufgezogen hätte als ihn. Jetzt kann ich es kaum erwarten, dass ich diesen Hut fertig habe. Schon interessant, wie sich die eigenen Sehgewohnheiten ändern, wenn man sich stärker für historische Mode interessiert.

    05 Eine lange Tunika, die in einer knielangen Version auch als ritterliche Jagdgewandung oder Kleidung für den Knappen denkbar ist. Mathras als Reichsritter trägt neben seinem Keiler auch den Schneelöwen als dorlónisches Wappentier auf der Kleidung. Gedacht als einfache, praktische Reisekleidung mit Kapuze.

    06 Die höfische Kleidung für Hofhaltungs- und Diplomatiecons sowie Tanzbälle, voraussichtlich aus Seide. Sicher nicht auf Platz 1 meiner Prioritätenliste, aber irgendwann werde ich die sicher mal brauchen.

    07 Nach meinen Erfahrungen vom Portfest in Yddland weiß ich, dass es außerhalb Dorlóniens auch mal Temperaturen über 30° C geben kann – und auch ein dorlónischer Ritter dafür ausgestattet sein sollte. Daher diese „Sommerkleidung“ aus einer ungefütterten Leinencotte und einer ärmellosen Surcotte aus dünner, mit Leinen gefütterter Wolle.

    Darüber hinaus wird der am Hochmittelalter orientierte Ritter auch irgendwann (und sei es zu Probezwecken) Bruche und Beinlinge sein Eigen nennen sowie normale (Halb-)Schuhe. Außerdem fehlen noch einige Ausrüstungsteile wie Gürtel und Schwertscheide, deren Beschaffung in den nächsten Monaten auch noch anstehen wird.

    Jetzt geht es an die Entwicklung der Schnittmuster, die Ermittlung der erforderlichen Stoffmaße, das Aussuchen der Stoffe – und dann deren Bestellung und Bearbeitung. Anders gesagt: Der schwierige und langwierige Teil kommt jetzt erst noch 😉

    Du weißt aber bescheid: Ich freue mich über Anregungen, Tipps und Tricks. Gerne hier über die Kommentarfunktion 🙂

  • Es gibt Leute, die Spaß daran haben einen dorlónischen Charakter zu spielen. Und es gibt (soweit mir zu Ohren gekommen ist) Leute, die Interesse haben einen dorlónischen Charakter zu spielen. Das Beste daran: Es scheint sogar Leute zu geben, die sich dafür interessieren einen Orktrutzer zu spielen. Hängt mit Mundpropaganda und so zusammen.

    Woher auch immer dieser Ausbund von dorlónischem Imperialismus kommt (ich wasche dieses Mal nämlich meine Hände in Unschuld) kam die Frage nach mehr Informationen über Dorlónien und die Mark Orktrutz. Und damit wurde es etwas kompliziert, da sich unsere Webseite in einer Überarbeitungsphase befindet und derzeit keine Daten, Fakten und Texte enthält. Also wie bisher einfach auf die HP verweisen fällt aus.

    Ich habe mich dann daran erinnert, dass ich damals, als ich Dorlónier wurde, ein Handout bekommen habe. Ein doppelseitiges DIN A4-Blatt mit den wichtigsten Fakten über das Land. Da damals auch nicht viel mehr ausgearbeitet war, wie sich auf diesem Blatt befand, war ich vollumfassend informiert. Heute haben wir zwar ein klein wenig mehr an Texten, aber die wichtigsten Fakten sollten trotzdem auf DIN A4-Blatt passen.

    Also habe ich mal rangesetzt und ein Handout gemacht, das meiner Meinung nach die wichtigsten Grundlagen des Reiches Dorlónien vermittelt. Da ist es:

    2014-03-02_larp_dorlonien_1

    Da ja explizit nach Orktrutz gefragt wurde (und das ja auch die von mir verwaltete, beherrschte, wasauchimmer Mark ist), habe ich mir mit einigen alten und aktuellen und zukünftigen Spieler von Orktrutzer Charakteren einige Gedanken gemacht, wie wir uns den „normalen“ Orktrutzer so vorstellen. Herausgekommen ist ein Handout, das sich mit der Mark Orktrutz beschäftigt.

    2014-03-02_larp_dorlonien_2

    Übrigens: Die Tugenden, die in Orktrutz hoch gehalten werden, werden natürlich auch in anderen Marken geschätzt. Aber die Sicht eines Orktrutzers ist durch die Frontlage ein wenig Anders als in Marken, die mitten im Zentralreich liegen. Durch diese Lage und der ständigen Bedrohung der Mark wollen wir ein bestimmtes Spiel ermöglichen. Wer lieber anders spielen will, der findet in Dorlónien viele verschiedene Konzepte und Möglichkeiten für die Götter und das Reich zu wirken.

    Also: Wenn Du etwas Lust bekommen hast in Dorlónien mit zu machen, dann melde Dich einfach 😉

  • Auch wenn ich immer wieder auf Plattenteile schiele habe ich mich entschlossen mich mit Kleidung, Ausrüstung und Rüstung möglichst und etwa an der Zeit von 1050 bis 1250, dem Hochmittelalter, zu orientieren. In dieser Epoche eroberte Wilhelm II. England (1066), Heinrich IV. ging nach Canossa (1077), Papst Urban II. rief zum Kreuzzug auf (1095) und 1099 eroberte der erste Kreuzzug Jerusalem. Das Königreich Jerusalem wurde (als einer von vier Kreuzfahrerstaaten) gegründet, es bestand bis 1291.

    Anfang des 12. Jahrhunderts wurden in Deutschland erstmals den Vornamen Familiennamen beigefügt, während auf Grundlage von Handel und Handwerk das Bürgertum und die Zünfte entstanden. Im Heiligen Land gründete sich 1118 der Templerorden und nach dem Verlust der Grafschaft Edessa im Jahr 1144 begann 1147 der zweite Kreuzzug, der 1149 mit einer Niederlage endete. Nach der Niederlage in der Schlacht bei Hattin 1187, nach der selbst Jerusalem wieder in muslimische Hand fiel, begann 1189 unter der Führung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa (+1190) der dritte Kreuzzug, der 1192 mit einem Friedensvertrag zwischen Richard Löwenherz und Sultan Saladin beendet wurde.

    Der vierte Kreuzzug eroberte und plünderte 1204 Konstantinopel, die damals mit über einer halben Millionen Einwohner größte christliche Stadt der Welt. Wenig später (1209 bis 1229) zog ein Heer in Südfrankreich gegen die als Ketzer verurteilten Katharer. Doch nicht nur Ritter nahmen das Kreuz, wie der Kinderkreuzzug 1212 beweist. Im selben Jahr fand bei Las Navas de Tolosa die entscheidende Schlacht zwischen den Christen und Muslimen in Spanien statt. Mit den Franziskanern und Dominikanern gründen sich die ersten Bettelorden. Im ausgehenden Hochmittelalter hielt der Mongolensturm Osteuropa in Atem und konnte auch bei der Schlacht bei Liegnitz (1241) nicht aufgehalten werden.

    Eine bewegte Zeit (und dabei habe ich sogar Sachen wie z.B. die Anarchie in England gar nicht aufgeführt), die aber in ihrer Kleidung gegenüber den späteren Zeiten noch recht simpel und einfach war. Was mir, der ja (fast) alles selber näht, entgegen kommt. Auch wenn ich befürchte, dass das auch nur auf den ersten Blick einfach aussieht und für einen Ritter dadurch gerade in den Details aufwendiger wird. Aber daran möchte ich jetzt noch nicht denken.

    Ein großer (und wohl teuerer) Punkt auf meiner Liste ist die Rüstung, was in der damaligen Zeit auf Kette hinaus lief. Aus Platte ist eigentlich nur der Helm. Das wird wohl einer von diesen Beiden werden: : Kreuzritterhelm | Kreuzritterhelm. Ich muss nur noch überlegen, ob eine normale Bundhaube unter der Kettenhaube und dem Helm ausreicht, oder ob es eine gefütterte Haube wie diese hier sein sollte.

    Weil ich nicht jünger werde und nicht schon auf dem Weg zum Schlachtfeld zusammen brechen möchte, habe ich mich soweit machbar für eine Kette aus Aluminium entschieden (und werde daher auch mein altes Kettenhemd verkaufen). Da ich ebenfall ein bequemer Mensch bin und nicht nach jedem Con die Kette flicken möchte ist es mir auch die Mehrkosten wert für Kettenzeug aus vernieteten Flachringen. Ergo habe ich mal im Netz gestöbert – mit diesen Ergebnissen: Kettenhemd | Kettenhaube | Kettenfäustlinge (wobei es mir lieber wäre, wenn auch diese aus Flachringen bestehen würden). Auf Kettenbeinlinge werde ich erst mal verzichten.

    Über Meinungen und konstruktive Kritik freue ich mich übrigens 😉

  • Jedes Jahr in den Wintermonaten kribbelt es bei mir und Mathras erhebt sein Haupt. Würde es ja jetzt gerne an dem Schnee als Sinnbild Dorlóniens, des Reiches im hohen Norden, festmachen, aber bei dem zurückliegenden milden Winter fällt das wohl flach.

    Vielleicht liegt es aber daran, dass ich (mit Askir) nach Jahren wieder einmal auf einem Khumaritenmanöver gewesen bin, zu dem ich früher immer als Dorlónier gereist bin. Ein Hauch Nostalgie, die aus dem Hauch der Erinnerung vergangener, heroischer Zeiten entspringt. Oder es rührt daher, dass einige Menschen, mit denen ich gerne spiele, ihren Wunsch nach einer Truppe aus Orktrutz bekräftigt haben. Die Chance, dass der Ritter von Orktrutz (wie in alten Zeiten) mit einer Einheit die Welt bereist, um sich dem Zwielicht entgegen zu stellen.

    Auch mit der neuen Entwicklung meines Charakters Askir, der sich vom „Tavernenplotaussitzer“ zu einer aktiveren Person wandelt, wird dieser nie ein „Held“ im eigentlichen Sinne werden. Vielleicht hat Mathras eine zeitlang meinen Wunsch nach einem Charakter entsprochen, einen echten Helden zu spielen. Der im Namen der (dorlónischen) Götter mutig voran schreitet, wo Andere verzagen. Der die Initiative ergreift, wo andere noch zögern. Der handelt, wenn Andere noch disskutieren. Der sein Leben in den Dienst für das Licht stellt. Und vielleicht ist ein Funke dieses Wunsches noch immer tief in mir drin.

    Was es auch sein mag: Nachdem Askir genug neuer Kleidung hat, um ein sechstägiges Con ohne Notstand zu überstehen, widme ich mich mit meinen Gedanken wieder meinem Reichsritter. Und wenn ich Jemandem die Schuld daran geben wollen würde, dann wären das Andreas und Dirk.

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    Als Erstes muss ich mich fragen, was mich aktuell daran hindert, den Reichsritter aus Dorlónien öfters zu spielen. Denn das sind die Punkte, die ich zuerst angehen und lösen muss, wenn Mathras eine Chance haben soll wieder zu einem meiner Hauptcharaktere zu werden.

    Sicher hängt es stark damit zusammen, welche Ansprüche ich an mich und mein gemeinsames Spiel mit Anderen stelle. Die Ansprüche an mich (und damit meine ich das Spiel, nicht die Kleidung) muss ich noch mal etwas überdenken, denn das dorlónische Con „Tag der Helden“ war für mich ein anstrengendes Wochenende. Die Rolle ist mir nicht so leicht gefallen wie noch zu früheren Zeiten. Es liegt sicher daran, dass ich mich verändert habe. Aber ich hatte auch das Gefühl, dass sich das Spielumfeld geändert hat.

    Um wieder an den alten Zeiten anknüpfen zu können (die Zeit der „Firnluchse“) braucht der Ritter wohl eine Einheit, die loyal hinter ihm steht und nicht alle Entscheidungen des Ritters und damit seine Authorität in der göttergefälligen Ordnung in Frage stellt. Auch, weil ein Ritter meiner Meinung nach nie alleine unterwegs ist. Spieler, die Spaß daran haben altgediente Frontsoldaten in einer militärischen Einheit zu spielen. Veteranen, die gemeinsam mit ihrem Ritter überall auf der Welt dem Zwielicht entgegen und seinen Kreaturen in den Arsch treten. Ich bin froh, dass es schon einige Spieler gibt, die von sich aus auf mich zugekommen sind, um eine solche Truppe aufzubauen.

    Darüber hinaus reicht die Reisekleidung, die Mathras besitzt, nicht aus, um den Ritter auf allen Conarten und in allen Lebenssituationen darzustellen und mit Leben zu wecken. Was nur mittelfristig zu lösen sein wird, da dies zum einen eine Frage von Zeit (zum Basteln und Nähen) und eine Frage der finanziellen Mittel (Vieles kann ich einfach nicht selber machen) ist.

    Eine Reisegewandung ist für innerhalb Dorlóniens sicher ausreichend und auch, wenn es zu einem „friedlichen“ Con geht. Aber spätestens, wenn man in einen Landstrich reist, um dem Zwielicht im Kampfe engegen zu treten, braucht ein Ritter (und möglichst nicht nur er) eine Rüstung. In meinem Fall ein Kettenhemd (aus Alu und vernietet) und eine Kettenhaube sowie Kettenhandschuhe und einen Helm (siehe Zeichnung).

    Dazu natürlich noch passend ein Gambeson und ein Wappenrock. Eine Brigantine in der Art der Zeit des ersten Kreuzzugs ist optional. Ein Ritter braucht zudem ein Schild (es wird wohl, passend zur historischen Vorbild-Epoche, ein Drachenschild werden), während die Mordaxt erst später kommen kann. Dann wäre der Reichsritter zumindest für den Kampf gerüstet.

    Das Con in Yddland hat mir ebenfalls gezeigt, dass Mathras unbedingt auch eine Sommergewandung benötigt. Die langen Cotten, teilweise aus Wolle, sehen zwar gut aus und passen zum dorlónischen Wetter, aber für einen normalen Sommer sind sie nicht geeignet. Außer man will den Ritter schwitzend an die schattige Taverne binden. Aber da gehört er ja eigentlich nicht hin. Was ich als Sommergewandung nähen werde, muss ich mir aber noch überlegen.

    In gewisser Weise ist es gut, dass ich noch kein Con mit Mathras geplant habe (außer eine dorlónische Taverne, in der die Reisekleidung ausreichen wird) und meine bisherigen Contermine auch frühestens im Herbst wieder zeitlich eine weitere Liverollenspielveranstaltung erlauben. Ich hoffe, dass das genug Zeit ist, um die Zeit und das Geld zu finden bzw. aufzutreiben, um die Kleidung und Ausrüstung von Mathras zu ergänzen. Und dass es auch genug Zeit ist, dass sich meine Truppe bilden kann.

    Letztendlich hoffe ich, dass wir dann gemeinsam viel Spaß haben werden.

  • Wie geschrieben, so getan. Die Kleidung von Askir ist fertig – also zumindest soweit eine Larp-Kleidung jemals fertig ist. 😉 Es reicht auf jeden Fall für das Hesindefest, dass am 27.12. beginnt, und auf dem ich sowohl meinen Geburtstag als auch Silvester feiern werde. Aber hier schon mal vorab das Ergebnis (oder eher: ein Ergebnis) der Näharbeit der letzten Wochen:

    2013-12_larp_askir_01

    Jetzt warte ich nur noch auf meine bestellten 3 weißen Hemden, auch wenn ich Zweifel habe, ob sie noch pünktlich ankommen. Und selbst wenn werde ich sie nicht mehr vor dem Con waschen können. Auch mit meinem Hut muss ich noch fertig werden, denn die Federn auf dem Foto sind nur reingesteckt und müssen noch befestigt werden. Leider weiss ich immer noch nicht wie ich das schaffen soll. Naja, es wird sich schon was finden.  Auf jeden Fall war es, unter anderem auf Askirs Facebook-Seite, Zeit für ein neues Avatarbild – natürlich mit der Schivone „Knurrhahn von Havena“ im Hintergrund:

    2013-12-24_askir_avatar_01

    Und wo ich gerade dabei war habe ich, ergänzend bzw. ersetzend von dieser Collage hier, eine Übersicht über die Kleidung von Askir im Wandel der Zeit erstellt. Ich denke man kann auch an der Gewandung die Entwicklung vom Streuner zum Händler ablesen:

    2013-12_larp_askir_00

  • Die Liste der geplanten Cons für das Jahr 2014 wird immer länger und umfasst indessen schon zehn Cons mit ingesamt 42 Tagen. Das dürfte an sich reichen, bietet aber immer noch Platz, um ein Larpi, eine Taverne oder einen Tanzball dazwischen zu quetschen. Neben der Kleidung, die ja vom Stil her feststeht und teilweise schon in der Fertigung ist, denke ich indessen natürlich auch über die Ausstattung nach. Sowohl über das Kleinzeug als auch über größere Projekte.

    Seit seinem ersten Auftreten 2008 hat sich Askir vom einfachen Herumtreiber und Streuner zum eher wohlhabenden Händler und Kaufmann gewandelt. Darüber hinaus möchte ich ihn ja in seinem Glauben (aventurische Zwölfgötter, primär Phex) bestärken und irgendwann in den nächsten Monaten darf er auch gerne ein Mondschatten der Phex-Kirche werden. Dabei wird er wohl eher den Händler-Aspekt vertreten, der nicht ständig im Geheimen vertreten werden muss (auch wenn Askir sich sicher nicht überall als Geweihter vorstellen wird). So gibt es ja auch in Aventurien einige öffentliche Tempel des Herren Phex – nämlich die Händlertempel.

    Nun denke ich darüber nach, ob es eine Idee wäre einen mobilen Händler-Tempel aufzubauen, den man mit auf Con nehmen kann. Natürlich nicht auf jedes Drei-Tages-Con (da lohnt sich der Aufwand nur selten), aber für längere und größere Cons. Im Besonderen denke ich darüber nach auf dem Drachenfest im Hafenviertel einen solchen Tempel aufzubauen und zu betreiben.

    Warum im Hafenviertel? Weil der Händlertempel auch als Tempel der Zwölfgötter dient und damit auch eine Anlaufstelle von anderen Zwölfgöttergläubigen bzw. Aventuriern dienen kann und daher nicht in einem Lager abgeschirmt sein sollte. Das Hafenviertel in direkter Nachbarschaft zur Stadt bietet sicher auch genug Händler, die Phexens Segen gut gebrauchen könnten. Zudem ist meine Tendenz derzeit wieder eher eine Ansiedelung von Askir im Hafenviertel.

    In dem Tempel, den ich gerne mit ein oder zwei weiteren Leuten betreiben würde, sollte der Raum sein, um Geschäfte zu tätigen sowie den Zwölfgöttern nahe zu sein. Da der Hauptaugenmerk auf Phex liegt wird jeden Abend um 20 Uhr (also der Stunde des Phex) eine Andacht gehalten. Wenn andere Geweihte der Zwölfe eine Andacht halten wollen steht ihnen der Tempel ebenfalls zur Verfügung.

    Der Tempel würde aus einem Tarp bestehen – und ich hoffe das reicht und ist groß genug. Sonst müssten es zwei Tarps sein, die aneinander gebaut würden. Dann einen Altar und ggf. Schreine für Aves und Nandus. Banner mit dem Symbol von Phex natürlich auch, um den Tempel besser kenntlich zu machen. An der Eingangsseite sollte eine Holzkonstruktion mit einem Brett für Aushänge (erbauliche Schriften, Gebete, Ankündigung der Zeiten für die Andacht, etc.) und einem Opferstock für Spenden (mit Schloss) stehen. Als Händlertempel wäre es natürlich schön, wenn auch Sitzgelegenheiten vorhanden wären, aber das halte ich (leider) für schwierig.

    Hier mal eine grobe Skizze, wie der Tempel aussehen könnte. Was die Farbe der Banner angeht gibt es drei Farbvarianten.

    2013-12-02_larp_phextempel_

    Wenn ich nicht mit dem Tempel des Phex unterwegs bin (was wohl meistens der Fall sein wird) kann meine Frau einen Teil der Ausstattung sicher auch für einen Tempel der fünf Elemente von Alanis nutzen oder als kleines Lazarett. Oder wir nutzen das Tarp einfach als Schutz vor Sonne oder Regen.

    Natürlich sind noch einige Fragen offen. Lohnt sich der Aufwand und kann und will ich ihn stemmen? Passt das Zeug (neben unserem normalen Larpzeug) ins Auto? Wieviel kostet es? Das ist noch zu klären, aber reizvoll finde ich die Idee auf jeden Fall …

  • Nachdem die Kleidung für meinen Burschen Branwin fertig ist geht es mit den Klamotten von Askir weiter. Indessen habe ich die meisten Stoffe gemäß der Schnittmuster ausgeschnitten und auch schon angefangen die Teile der Westen zusammen zu nähen. Natürlich gibt es schon ein paar Änderungen, die sich während der Arbeitsphase ergeben haben.

    Zum Einen werde ich den Mantel nicht mit dem roten Stoff füttern, weil ich Angst habe es könnte sich mit dem Weinrot beissen. Und mit einem weißen Innenfutter ist der Mantel auch vielfältiger zu verschiedenen Farben einsetzbar. Den schon vorhandenen roten Futterstoff des Mantels werde ich in den nächsten Monaten bei einer schwarzen Weste ohne Ärmel (für den Sommer) verarbeiten, so dass ich diesen nicht umsonst gekauft habe.

    Die vorhandenen Reste des roten Stoffes werde ich noch zu einer „Bauchbinde“ machen und bei der Bestellung des weißen Futterstoffes darauf achten, dass genug weißer Stoff übrig bleibt, um auch davon eine „Bauchbinde“ zu machen. Zudem denke ich noch über eine Weste (ob mit oder ohne Ärmel sei mal dahin gestellt) in einem dunklen Blau nach, zumal das auch eine phexgefällige Farbe ist. Was denkst Du?

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    Und falls Du es noch nicht gesehen hast: Askir hat auch eine eigene Seite auf Facebook. Also einfach KLICKEN und LIKEN! 😉

  • Der unvergleichliche Askir hat einen Burschen – und der war gestern Abend das erste Mal mit auf Con. Also der Bursche, nicht der Spieler 😉 Seine Klamotte ist jetzt auch komplett fertig und das auch für das sechstägige Silvestercon. Und gestern auf der Taverne in Amonlonde hat er von einer Händlerin auch direkt noch ein paar Sachen erstanden, die seine Kleidung und seinen Hut aufpeppen werden. I proudly presents den Burschen Bran, ehemals Strassenjunge in den Gassen von Havena:

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    Die Konzeptskizzen, die der Klamotte zugrunde lagen, findet man übrigens hier. Und ich freue mich schon darauf mit meinem (OT-)Sohn auf das Silvestercon zu fahren 🙂

  • Jipieh, der Stoff ist da! Wie immer in toller Qualität und schneller Lieferung durch den Stoffhandel von Axel Suijker. Den Laden kann ich nur Jedem ans Herz legen 🙂

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    Der Stoff auf dem linken Foto ist für Askir. Das Weinrot und das Schwarz für die Weste, der dicke Stoff in Anthrazit für den Mantel, das Rot rechts (das nicht so grell ist, wie auf dem Foto) ist der Futterstoff für die dunklen Sachen. Für Branwin sind die Stoffe auf dem rechten Foto: Das Grün und das Braun rechts für die Westen, das Braun links für die Jacke. Jetzt noch die Stoffe waschen und trocknen, dann geht es ans Nähen.

    Der unvergleichliche Askir hat übrigens auch eine eigene Internetseite. Und zwar hier: https://www.facebook.com/DerUnvergleichlicheAskir 🙂

  • 2013-10-27_larp_askir_00

    Für die Westen wird es wohl von diesem Stoff hier die Farben Weinrot und Schwarz (für Branwins Westen Tabakbraun und Dunkle Tanne). Für den Mantel vom Stoff hier die Farbe Anthrazit-Melange (für Branwins Jacke Schokobraun) und als Futterstoff hier das Dunkelrot. Das müsste dann etwa so aussehen, wie in der obigen Grafik. Hoffe der Stoff kommt noch vor nächstem Wochenende an, damit ich anfangen kann zu nähen. 🙂

  • Noch neun Wochen und zwei Tage bis zum Beginn des Hesindefestes. Für die neue Kleidung von Askir und die Ausstattung meines Jüngsten als Branwin wird es langsam Zeit. Also Ärmel hochgekrempelt und die nächsten Wochen für diese Aufgabe geblockt. Die ersten Abschnitte für den Futterstoff sind vorgeschnitten und gehen morgen in die Wäsche, damit am Wochenende die ersten Sachen genäht werden können. Die Stoffe sind auch schon ausgesucht und werden morgen (wenn die genauen erforderlichen Meter errechnet wurden) bestellt, ebenso wie die Knöpfe. Natürlich kommt nicht direkt die komplette angedachte Ausstattung, aber ein komplett neues Set für das sechstägige Hesindefest soll schon dabei heraus kommen. Das bedeutet:

    Für Askir:

    • Eine rote Weste mit knöpfbaren Ärmeln aus diesem roten Stoff hier und weißem Innenfutter aus Ditte. Als Knöpfe diese hier.
    • Eine schwarze Weste mit knöpfbaren Ärmeln aus diesem schwarzen Stoff hier und rotem Innenfutter aus diesem Stoff. Diese Knöpfe hier.
    • Ein Mantel aus dem dunkelgrauen Stoff hier und mit diesem roten Innenfutter sowie den Knöpfen hier.
    • Drei Hemden mit Kragen aus weißem Stoff (Ditte).
    • Zwei Halstücher aus rotem Stoff.
    • Eine schwarze Hose.
    • Ein schwarzer Musketierhut (z.B. von hier), der dann natürlich noch gepimpt werden muss.
    • Ein breiter Gürtel.
    • Zwei Stiefelpaare sind vorhanden (einer braucht aber noch eine Gummisohle).
    • Schwertgurt mit Säbel ist vorhanden.
    • Braune Stulpenhandschuhe aus Wildleder sind vorhanden.

    Für Branwin:

    • Zwei Westen ohne Ärmel aus dem braunen Stoff hier und Innenfutter aus Bomull und den Knöpfen hier.
    • Eine Jacke aus dem braunen Stoff hier, Innenfutter aus Bomull und diesen Knebelverschlüssen hier.
    • Drei Hemden mit Kragen aus naturfarbenem Stoff (Bomull).
    • Zwei Halstücher in Braun oder Grün.
    • Zwei braune Hosen.
    • Brauner Schlapphut ist vorhanden, muss aber noch gepimpt werden.
    • Gürtel ist vorhanden (sagt meine Frau).
    • Stiefelstulpen sind vorhanden.
    • Dolch mit Scheide ist vorhanden.
    • Braune Fingerhandschuhe sind vorhanden.

    Einzig die Frage der Taschen und dem Kleinkram (Schreibzeug, Glücksspielzeug, etc.) ist noch ungeklärt. Darüber werde ich mir wohl noch mal Gedanken machen müssen.

  • Zurück in Nalleshof. Zurück im Hotel „Zum gelben Mond“. Zurück in seinem Zimmer. In weiser Voraussicht war es für einen längeren Aufenthalt im Voraus bezahlt worden, so dass auch der Hauptteil von Askirs Vermögen in Münzen noch in der Kiste war, in der er es zurück gelassen hatte. Er warf seine dreckige und wiederwärtig riechende Kleidung auf den Boden und wusch sich mit dem kalten Wasser der Waschschüssel. Er wusch den Dreck und den Gestank Orkendorfs von sich ab, bevor er sich neue Kleidung anzog. Ein zweites Mal in seinem Leben ließ er damit Orkendorf hinter sich – und hoffte es sei nun endgültig das letzte Mal.

    Nach einem kräftigen Mahl im Schankraum führten ihn seine Schritte zum Seehafen. Am Kai blieb er stehen und blickte auf das Wasser, auf dem etliche Schiffe lagen und ihre Waren löschten. Hinter ihnen die Boroninsel, die selten ein Havener Bürger lebend betrat, noch dahinter das Stadtviertel Fischerort. Tief atmete Askir die salzige Seeluft ein. Es roch nach Heimat. Es war Zeit wieder an einen Aufbruch zu denken. Er hatte sich nun länger in Havena gut gehen lassen, doch hinter der Kimm warteten einige Tavernen, die er mal wieder besuchen sollte. Doch besonders warteten dort Freunde auf ihn. Freunde? Ja, er war selbst etwas über sich verwundert, dass er diesen Begriff genutzt hatte.

    Mit dem Anflug eines Lächelns auf den Lippen steuerte er am Kai entlang einen mehr oder weniger geraden Kurs zur Hafenmeisterei – das Pergament in seiner Tasche im festen Griff. Seine Schritte waren beschwingt und der Wind wehte von achtern.

    Nach einiger Zeit des Wartens kam auch er in der Hafenmeisterei an die Reihe und zeigte sein Pergament, welches er an Bord der Rhetis gewonnen hatte, vor. Das Rascheln der Pergamente in den Büchern der Hafenmeisterei war die Folge seines Begehrens. Es dauerte etwas, bis man die Eintragung über die bornländische Schivone „Pelikan von Festum“ gefunden hatte. Noch etwas (und einige der größeren Münzen von Askir) später waren die Papiere geändert, die Namen in den Büchern geändert. Auch wenn sich Askir wieder einmal seines fehlenden Nachnamens bewusst geworden ist, da er sich während des Verwaltungsvorgangs seltsamer und zweifelnder Blicke des Hafenmeisters ausgesetzt sah, wurde er freundlich verabschiedet und mit guten Ratschlägen überhäuft verließ er das Haus.

    Um einige Pergamente reicher blickte er sich unter den im Hafen liegenden Schiffen um, vermochte aber die Schivone, die als Geleit- und Konvoischiff aus dem Bornland kommend hier Anker geworfen hatte, nicht zu auszumachen. Kein Wunder, lagen doch etliche Schiffe – unter ihnen auch einige Schivonen – in dem Hafenbecken. So winkte Askir einen Fährmann mit seinem Boot heran. Schnell war man sich einig und mit kräftigen Ruderstößen pullte der alte Mann sein Boot durch das Wasser. In der Heckducht sitzend blickte Askir sich um und schon bald sah eine Schivone, auf die das Fährboot direkt zuhielt. Auf ihrem Heck prangte in gelben Lettern der Name des Schiffes: „Pelikan von Festum“.

    Fest drückte Askir die Unterlagen, die vor dem Wasser geschützt unter seinem Mantel verborgen waren, an sich. Auch wenn er lange von einer Thalukke geträumt hatte, hatte er doch nie geglaubt, dass sein Traum sich zumindest in diesem Teil bewahrheiten würde. Er war sich bewusst, dass dies nicht umsonst gewesen ist und ihn in Zukunft wohl neue Aufgaben erwarten werden. Doch Nichts, worüber er sich weiter Gedanken machte, als er die Leiter an der Längsseite erklomm und seinen Fuß auf das Deck des Schiffes stellte. Das Schiff, das zumindest in den Büchern der Hafenmeisterei und in seinen Papieren schon seinen neuen Namen trug: „Knurrhahn von Havena“.

  • Alle guten Dinge sind Zwölf, wie man in Aventurien sagt 😉 Mit dem zwölften Beitrag über die neue Kleidung von Askir steht das Konzept jetzt auch – nach einer letzten, kleinen Änderung.

    Nachdem ich mit dem Kassack schon etwas gehadert habe, da die Anzahl der anzunähenden Knöpfe hinsichtlich Aufwand und Kosten doch erschreckend hoch ist, und ich am letzten Wochenende in der Taverne „Zum Waldkrug“ die Horasierin Frederica getroffen habe, die einen Mantel nach dem Schnitt von Askirs bisherigen Mantel genäht hat, werde ich doch auf die altbewährte Form zurück greifen.

    Damit steht jetzt das Konzept und harrt seiner Realisierung, was in den nächsten Monaten erfolgen soll. Als Ziel habe ich mir gesetzt das Meiste bis zum „Zeit der Legenden“ Ende Mai 2014, komplett spätestens zum Drachenfest Ende Juli fertig zu haben. Wobei natürlich das Motto „Je früher, desto besser“ gilt 😉

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    Dann hier mal die Liste, was zu den Klamotten dazu gehört und ggf. noch gebraucht wird:

    • Schwarzer Musketierhut (z.B. diesen hier) mit Zinnabzeichen von Phex, Aves, Efferd und dem blauen Lager. Und vielleicht lasse ich mir (wenn noch Platz ist) noch etwas von Calia zeichnen, was als Zettel an den Hut dran passt.
    • mind. zwei weiße Hemden mit Kragen [pro Hemd ca. 1,50 m Stoff]
    • ein weißes Hemd mit Spitzen an Kragen und Ärmel (keine Rüschen!)
    • eine braune Hose ist vorhanden, eine schwarze Hose muss noch gekauft werden (diese hier)
    • Die Stiefel sind vorhanden und müssen nur noch imprägniert und die Schnallen eingestellt werden
    • Zwei Westen aus rotem Wollstoff mit weißem Innenfutter, davon eine Weste mit den knöpfbaren Ärmeln (wie auf der Skizze ersichtlich) [Weste mit Ärmel je ca. 1,50 m Woll- und Futterstoff, ohne Ärmel je ca. 1,00 m]
    • Rotes Taillentuch
    • Zwei rote Halstücher
    • Mantel aus dunkelgrauem bzw. anthrazitfarbenem Wollstoff mit rotem Futterstoff
    • Frock-Coat aus dunkelgrauem bzw. anthrazitfarbenem Wollstoff mit rotem Futterstoff
    • Schulterhumhang aus dunkelgrauem bzw. anthrazitfarbenem Wollstoff mit rotem Futterstoff
    • Buff-Coat aus leichtem, braunen Leder
    • „Lobster Pot“ aus der Epoche des englischen Bürgerkriegs (wie den hier)
    • Plattenkragen
    • Brauner Gürtel
    • Braune Wildlederhandschuhe (vorhanden)
    • Brauner Crossbelt (vorhanden)
    • Säbel (vorhanden)

    Worüber ich mir noch Gedanken machen muss ist, wie ich zukünftig Kleinzeug transportiere. Bisher hatte Askir einen kleinen Seesack dabei, den ich etwas aufpeppen könnte. Da können dann Trinkbecher, Flaschen und Spiele rein. Doch wenn ich mehr Bewegungsfreiheit brauche wäre zumindest eine kleinere Tasche am Gürtel sinnvoll, aber bisher habe ich noch keine (zur zugrunde liegenden Epoche) passende Tasche gefunden. Wäre diesbezüglich für Ideen dankbar.

    Irgendwann im Laufe des nächsten Jahres soll dann noch der Säbel durch ein Rapier (wie diesen hier von Sander) ersetzt und durch eine Linkhand (Klick) ergänzt werden. Dann würde auch der bisherige Crossbelt ausrangiert und ein neuer Crossebelt müsste her (sowas in dieser Art) und natürlich auch was für die Linkhand am Gürtel. Wobei ich mich auch immer Frage, ob ein oder zwei Entermesser nicht auch eine Alternative für eine Schlacht oder für Kampf in engeren Räumen (Dungeons!) wäre – also sowas hier.

    Übrigens: Der unvergleichliche Askir hat auch eine eigene Facebook-Seite. Schau doch einfach mal hier vorbei und werde ein „Groupie“ 😉 😀

  • Das Schiff
    Die „Knurrhahn von Havena“ ist ein aus dem Bornland stammende dreimastige Schivone (Galeone), die realhistorisch auf der „Golden Hinde“ aus dem Jahr 1577 basiert. Das Schiff ist vom Bornland aus als Konvoi- und Geleitschiff bis nach Havena gesegelt, wo der Eigentümer sie beim Boltanspiel im Spielcasino des Vergnügungsschiffes Rhetis verlor. Das Schiff – als Spieleinsatz – ging an den Gewinner der Runde: Askir. Dieser rüstet das Schiff nun aus, gründet eine Gesellschaft bzw. Compagnie und sucht sich eine Mannschaft, um dann auf Aves Spuren zu wandeln (oder segeln).
    Die technischen Daten des Schiffes (basierend auf der historischen „Golden Hinde“) findet man hier und mehr Fotos des Schiffes kann man unter diesem Link betrachten.

    Die „Gesellschaft“

    Achtung: Das sind aktuelle Überlegungen, keine „Fakten“. Askir wird eine Handelsgesellschaft bzw. Compagnie gründen. Diese wird sich dem Handel und der Erforschung widmen (siehe auch unter „Die Aufgaben“).
    Alle Mitglieder der Mannschaft sind damit Gesellschafter und prozentual am Gewinn beteiligt. Zudem kann jeder bei den Fahrten noch privat mit Gütern handeln, sofern diese in seine Seemannskiste passen. Nach Abzug der laufenden Kosten und einer „Rücklage“ für besondere Ausgaben würde aus dem verbliebenen Rest nach einem festgelegten (fiktiven) Schlüssel je nach Aufgabe an Bord der Gewinn ausgegeben. Diese Aufteilung der Gewinne hat gewisse Parallelen zu dem, wie es auch von Seeräubern bekannt ist.
    Wie diese Gesellschaft letztendlich heißt und wie das Symbol aussehen wird, bin ich noch am überlegen. Wobei ich ein einfaches Zeichen, wie es früher die VOC hatte, bevorzugen würde, da man das auch als Zinnzeichen gießen (lassen) könnte. Das könnte dann auch – an Hut oder Kleidung getragen – das gemeinsame Zeichen der Gruppe sein (denn so Sachen wie Wappenröcke verbieten sich ja von selbst).

    Die Aufgaben
    Die Compagnie wird sich (auch offiziell) dem Handel und der Entdeckung widmen. Dabei ist auch die Schmugglerei unter dem Begriff „Handel“ zu sehen als auch die Schatzsuche als Bestandteil von Entdeckungen. Letzteres je nach Erfordernis als eine Mischung aus „Indiana Jones“, Kolumbus und Cortez. Dabei kommt aber – phexgefällig – eher List zum Einsatz, als reine Gewalt. Sonst werden auch (im begrenzten Umfang und mit wenig Komfort) Passagiere befördert und Wissen gesammelt (sowohl aus avesgefälligen Gründen als auch um ggf. die Informationen zu Geld zu machen). Diese Aufgaben bieten meiner Ansicht nach eine breite Palette an Möglichkeiten, um auf Cons zu agieren.
    Piraterie und Kaperkrieg gegen andere Handelsschiffe zählt aber nicht zu den Zielen und mit Piraten wird man sich auch (vom Selbstverständnis her) nicht in einen Topf werfen lassen. Ebenso wird (im Hinblick auf die südlichen Stadtstaaten Aventuriens) Sklaverei und der Sklavenhandel nicht geduldet und sicher auch (unter dem Aspekt der avesgefälligen Freiheit) bekämpft.

    Die Mannschaft
    Die Crew des Schiffes sollte aus Aventuriern bestehen, wobei dafür fast alle Kulturkreise Aventuriens (und damit Kleidungsstile) denkbar sind – mit Ausnahme von Leuten aus den Schwarzen Landen natürlich. Da auch die Gesellschaft in gewisser Weise an einige Göttertugenden angelehnt ist und darauf gründet sollen alle Mitglieder der Mannschaft dem aventurischen Zwölfgötterglauben angehören.
    Dabei liegt der Fokus primär Efferd, Phex, Rahja und Aves, während sich gerechtigkeitsliebende Praiosanhänger, ehrenvolle Rondragläubige und schweigsame Boronleute eher weniger wohl fühlen dürften (oder sich arg verbiegen müssten). Thorwalische Swafnirgläubige und Al’Anfaner mit der Nähe zu Boron wären meiner Ansicht nach jedoch integrierbar.
    Warum eigentlich Aventurier? Weil Askir aus Aventurien kommt, weil es einen gut ausgearbeitet Hintergrund für die Charaktere bietet, weil man in Aventurien fast alle Kulturkreise mit den entsprechenden Kleidungsstilen als große Auswahl an Möglichkeiten für die Charaktererstellung und -ausstattung findet, weil ein zumindest grundsätzlich gemeinsamer Hintergrund in einer Gruppe (z.B. der Zwölfgötterglauben Aventuriens) für das gemeinsame Spiel als auch die Wirkung nach Außen vorteilhafter und schöner ist, …
    Bei den Funktionen gibt es zum einen die Funktion, die ein Charakter an Bord übernimmt. Zum Anderen aber auch die Funktion in der Gruppe auf Cons, wobei das in erster Linie davon abhängig ist, was zu der Funktion an Bord passt und worauf der Spieler Lust hat. Ein Spieler, der keine Lust hat auf Cons zu heilen, wäre als Schiffsarzt ebenso fehl am Platz wie der Seesöldner an Bord, dessen Spieler auf Cons keine Lust zu kämpfen hat. Schließlich geht es in erster Linie darum, dass die Spieler Spaß haben. Beispiel: Ich zeichne gerne (und auch nicht schlecht) und habe Spaß daran Schriften zu entziffern, daher wird Askir sowohl an Bord (wo er logischerweise auch Kapitän im Sinne eines „Master und Commander“ sein wird) als auch auf Con ebenfalls Kartograph machen und sich mit solchen Schriften beschäftigen.
    Sicher wird die Mehrzahl der Leute an Bord aus Seefahrern bestehen (wäre auch schlecht, wenn Niemand das Schiff bedienen könnte bzw. würde), darüber hinaus werden aber auch einige Händlercharaktere für die Abwicklung des Handels an Bord sein. Ebenso „Spezialisten“ wie Schiffsarzt, Schiffszimmermann, etc., aber auch hesinde- und avesgefällige Forscher wie Archäologen, Völkerkundler, … die Bandbreite an Möglichkeiten ist relativ hoch. Auch die Gründe, warum es Jemanden an Bord bzw. auf See verschlägt können sehr verschieden sein.

    Soweit zu meinen aktuellen Überlegungen 😉

  • Leise ließ Rhys die Tür des Hauses hinter sich ins Schloss fallen. Der enge Flur lag voller Unrat und auch hier waren die Wände feucht und von Schimmel bedeckt. Selbst ohne sein Wissen in der Heilkunde hätte Askir gewusst, dass das nicht gesund sein kann. Vorsichtig, ohne unnützes Knarzen zu vermeiden, setzte er auf den Stufen der Stiege einen Fuß vor den Anderen. Aufmerksam lauschte er, in der Hoffnung etwas zu hören, dass ihn zu seinem Ziel führt. Immer höher führte ihn sein Weg über die Stiege. Vorbei an Türen, hinter denen es still war. Vorbei an einer Tür, hinter denen das Schnarchen eines Mannes zu vernehmen war. Vorbei an einer Tür, hinter denen Kinder plärrten und die Stimmen der entnervten Eltern zu hören waren. Vorbei an einer Tür, hinter der ein Paar sich gerade seiner Lust hingab.

    Erst, als er fast das letzte, unter dem Dach gelegene Treppenpodest erreicht hatte, hörte er den gröhlenden Gesang eines betrunkenen Mannes: „Wer mit Niall will auf große Fahrt gehen, das müssen Männer ohne Skrupel sein.“ Während Rhys näher an die Tür heran schlich verstummten die Mißtöne. Kurze Zeit war es still, bevor ein lautes Rülpsen ertönte. „Diener. Er schließe die Tür.“ Ein Ton, wie bei einem Schluckauf war zu vernehmen. „Verdammich, hab‘ ja noch gar keinen Diener.“ Es blieb eine Weile still und Rhys schob seinen Kopf in die Türöffnung, um einen Blick in den Raum zu werfen. Es war – wie nicht anders zu erwarten – eine heruntergekommene Absteige. Niall stand schwankend in der Mitte des Raumes vor seiner Lagerstatt. Den Hut, Mantel, Weste und das Hemd hatte er schon ausgezogen und auf sein Bett geworden.

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    Rhys hatte die Situation noch gar nicht zur Gänze erfasst, als der Mann kurz verharrte, bevor er sich mit schnellem Schritt zu einer Ecke des Raumes bewegte. Dort kniete er vor einem Eimer nieder und erbracht sich in denselbigen. Noch während Niall würgte betrat Rhys – die Situation ausnutzend – das Zimmer auf möglichst leisen Schritten. Er nahm einen Holzschemel zur Hand und stellte sich hinter den Knieenden. Als dieser zu Ende gewürgt hatte und nur noch Galle nach Außen brachte, begann sich der Betrunkene zu erheben. Dies war der Augenblick, in dem Rhys weit ausholte und mit seiner ganzen Kraft den Schemel auf den Schädel des Räubers niederschmettern ließ. Dieser sackte ohne ein weiteres Wort neben dem Eimer zu Boden.

    Zufrieden lächelnd schritt Rhys zur Tür und schloß sie. Zufrieden streichelte er über seinen Säbel, der auf der Innenseite der Tür in seinem Gehänge gehangen hatte. Dann entkleidete er Niall und warf die Sachen zu den Anderen aufs Bett. Ein lose herum liegendes Tuch riss er in Streifen und mit geübten Handgriffen fesselte er den Mann, wobei etliche Seefahrerknoten zum Einsatz kamen. Der so Verschnürte und Geknebelte saß bald an einer Wand gelehnt in einer Zimmerecke. Rhys ließ sich nun Zeit das Zimmer nach Wertvollem und Brauchbarem zu durchsuchen. Es wunderte ihn nicht, dass sein Beutel mit Münzen lange nicht mehr so schwer war, als zum Zeitpunkt des Raubes. Doch wichtiger war das Pergament, welches er wohlbehalten in seiner Manteltasche fand.

    Nachdem er sich der Lumpen, die er in Orkendorf beschafft und getragen hatte, entledigt hatte, setzte er sich – nur in Bruche – auf das Bett. Er griff zu der Flasche auf dem Boden, die noch zu gut der Hälfte gefüllt war, und nahm einen Schluck. Es war der gute Selbstgebrannte aus dem „Krähennest“. Ein zufriedenes Lächeln lag auf seinen Lippen und er schloss für einen kurzen Moment die Augen. Dann legte er sich zurück und wenig später war er erschöpft eingeschlafen – und er das Getrampel von Niall weckte ihn einige Stunden später.

    Schlaftrunken setzte sich Rhys auf und blickt zu dem Mann hinüber, der ihn hasserfüllt anstarrte. Rhys hob eine Braue hoch. „Sei froh, dass Du noch am Leben bist. Viele Andere hier wären nicht so nett gewesen und hätten mit Dir kurzen Prozess gemacht, wenn du sie niedergeschlagen und beraubst hättest.“ Dies schien den Räuber jedoch nicht zu besänftigen und es ist nur zu vermuten, dass seine unter dem Knebel nur undeutlichen Worte wüste Beschimpfungen waren. Rhys zuckte mit den Schultern. In früheren Jahren – und auch noch nach seiner Flucht aus Havena – hätte er diese Skrupel nicht gehabt und Niall läge jetzt in seinem eigenen Blut. Doch die Zeiten ändern sich. Langsam zog Rhys sich seine Sachen an. Den Hut in der Hand nickte er dem Räuber noch einmal kurz zu, bevor er sich sein Säbelgehänge über den Kopf streifte und das Zimmer verließ.

    Er eilte die Treppe hinunter und trat im frühen Licht des Morgens auf die Strasse. Rhys blickte sich noch einmal um und prägte sich das Elend und den Schmutz seiner Herkunft ein. Er sog die stinkende Luft von Orkendorf ein. Ja, die Zeiten hatten sich geändert. Rhys betrachtete kurz den Dreispitz in seiner Hand und setze ihn schwungvoll auf sein Haupt. Dann verließ Askir Orkendorf ohne noch einmal zurück zu blicken.

  • Vor dem Eingang der Taverne verharrte Rhys nur kurz, bevor er sich auf die Mitte der Kreuzung stellte, um in alle Richtungen zu blicken. Ein gutes Stück weiter die Strasse in Richtung Praios hinunter konnte er noch einen kurzen Blick auf den Mann erhaschen, der seinen Mantel und Hut trug. Er bog nach Links in eine andere Straße ein. Rhys eilte die Strasse hinunter, wobei er sich bemühte schnell zu sein, sich im Schatten der Häuser zu halten und nicht in jedes mit Müll und Ausscheidungen gefülltes Rinnsaal zu treten. Dabei gelang ihm die Schnelligkeit gut, das im Schatten halten mäßig und das Ausweichen selten. Kurz vor der abbiegenden Gasse hielt er kurz an, atmete tief durch und griff das Messer in seiner Tasche fester. Auch wenn es sich dabei nur um ein kleines Alltagsmesser handelte, war es doch besser als Nichts.

    Er spähte um die Ecke, doch war die Gasse augenscheinlich leer. Rhys suchte seinen Atem zu beruhigen und zu lauschen. Doch es war kein Geräusch zu hören, das er direkt mit dem Verfolgten, dem Räuber mit Namen Niall, in Verbindung hätte bringen können. Doch er konnte auch nicht ausschließen, dass sein lautes Atmen während des Spurts oder die klatschenden Schritte seiner nackten Füße die Aufmerksamkeit dieses Nialls erregt hat. Abermals suchte er die Straße, im Besonderen die Schatten ab. Doch jeder Schatten hatte den Umriss, den er haben sollte und nichts Verräterisches konnte er entdecken. Langsam und vorsichtig, das Messer weiterhin in der rechten Hand, betrat Rhys die Gasse, nach allen Seiten spähend. Er hielt sich im Schatten der Häuser, während das Rad des Madamals seine Suche begünstigte. Doch er hatte Niemanden entdecken können, bis er am Ausgang der Gasse, wo sie auf einem großen Platz endete, anlangte.

    Er zog sich wieder etwas in den Schatten der Gasse zurück. Erschöpfung und Frustration lag schwer auf seinen Schultern, so dass er sich mit dem Rücken an eine Wand anlehnte. Er war so nah daran gewesen. An dem Dieb, der ihn so feige von Hinten niedergeschlagen hatte, als er in Nalleshof eine Schlägerei umgehen wollte. Dem Dieb, der ihn nur mit Bruche und Leibhemd bekleidet in einem stinkenden Rinnsaal in Orkendorf niedergelegt hatte. Ihm seine Kleidung, einige seiner Münzen und vor allem die Besitzurkunde, die er im Spielsalon der „Rhetis“ gewonnen hatte, genommen hatte. So kurz davor.

    Rhys rutschte an der Wand entlang zu Boden. Kurz hatte Phexens Glück ihm gewunken, als er in der Taverne war. Jetzt hatte ihn ebendieses Glück ihn wieder verlassen. Er hatte fünf gute, glückliche Jahre gehabt, in denen er sich immer weniger Sorgen machen musste. Das Geld ist ihm förmlich zugeflogen und es hatte ihn nur wenig Schweiß gekostet. Rhys presste die Lippen aufeinander, als er sich fragte, was er jedoch als Dank dem Gott des Glücks dafür zurück gegeben hatte. Dem Gott, der all die Jahre den Glücksscheffel mehr als reichlich über ihn ausgeschüttet hatte. Dem Gott, der ihn damals in Galladoorn davor bewahrt hatte zu einem Untoten zu werden, wie es den Ungläubigen erging. Der Gott, der ihn auch mit Lilium zusammen geführt hatte, bevor ein Vogtvikar ihn sogar gefragt hatte, ob er sich in die Kirche einführen lassen wolle. Ein Angebot, auf das Rhys nie eingegangen war, weil es immer noch so viel Leben gab, das es zu genießen galt. So viel Zeit, die mit Genüßen gefüllt werden konnte.

    Rhys erhob sich langsam und blickte zum Himmel empor. So ohne viel Lichter und dunkel war Orkendorf, dass er trotz des Madamals die Sterne gut erkennen konnte. Fast unwillkürlich suchte er die Sternenbilder, die er – auch durch seine Jahre auf See – kannte. Er betrachtete die hell funkelnden, gleißenden Sterne, die für besondere Kostbarkeiten Phexens stehen. Er fragte sich, wie viele der Sterne Menschen waren, die Phex als Händler oder Dieb so gut gedient haben, dass er sie Boron gestohlen und als Stern leuchten ließ. Und ob er vielleicht auch eines Tages …

    Mit leiser Stimme began Rhys zu sprechen. „Phex, himmlicher Fuchs, Händler der Götter, einen Handel schlage ich Dir vor. Schenke mir nochmal etwas Glück und lichte den Nebel in dieser Nacht, so will ich mit meinen Mitteln die Schätze, die Sterne deines nächtlichen Firmaments mehren. Ich brauche Deine Hilfe, um das zurück zu gewinnen, was ich durch Dich erlangt habe. Gib‘ Du mir, was ich begehre – dann gebe ich Dir den entsprechenden Preis und meine Anbetung. Gib‘ mir einen Fingerzeig und lüfte das Geheimnis, wo er hin entschwunden, und ich will Dir ewig dienen.“

    Noch einige Zeit blickte er zu den Sternen empor, bevor er seinen Blick wieder gen Boden wandte. In den Augenwinkeln wurde er einem Zettel gewahr, der auf einer Haustreppe lag. Langsam erhob sich Rhys und beugte sich zu dem Stück Pergament hinunter. Es war eine Kriegsanleihe des Blauen Lagers, welche bis vor kurzem noch an seinem Hut geprangt hatte. Ein Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen, er blickte wieder zu den Sternen empor. Ein kurzes, dankbares Nicken, dann stieg er die Treppen empor und verschwand im Haus.

  • Als die Nacht langsam herein brach saß Rhys noch immer auf dem Kai und blickte zu den Schiffen hinüber. Seine Beine baumelten über der Kaimauer und sein Brot hatte er zur Gänze aufgegessen. Es war ruhiger geworden am Hafen, denn die Schauerleute hatten ihr Tagwerk verrichtet. Die Seefahrer, so sie nicht an Bord Dienst taten, waren in Richtung der Schenken von Nalleshof verschwunden. Das Madamal stand als volles Rad über den Dächern der Stadt und tauchte die Nacht in ein silbriges Licht. Diese Stunde nutzte Rhys und glitt erst aus seiner Kleidung, dann an einer in der Mauer eingelassenen Stiege hinunter ins Wasser.

    Das Wasser war kalt und stach wie spitze Dolche in seine Haut. Doch wusch es ihn von all dem Dreck und Schmutz, welches ihn bedeckte, ab. Der Mann holte tief Luft und wappnete sich innerlich, bevor er gänzlich untertauchte. Unter Wasser strich er mehrfach über seinen Kopf, um auch alle Reste der frühmorgendlichen Dusche zu beseitigen. Prustend tauchte er wieder auf. Machte einige Schwimmbewegungen ins Hafenbecken, bevor er merkte, dass selbst diese Bewegungen nicht für ein warmes Badevergnügen ausreichten. Schnell stieg er die Leiter wieder auf den Kai hinauf und schlüpfte mit gerümpfter Nase in die weiterhin stinkenden Lumpen.

    Schnellen Schrittes ließ er den Seehafen hinter sich und strebte den schiefen Häusern und engen Gassen von Orkendorf zu. Nein, er war hier noch nicht fertig. Er wusste selber nicht warum, aber ein Gefühl sagte ihm, dass er noch einen Handel zu begleichen hätte. Schließlich hatte er eine Verabredung. Mit dem alten Jast in der Taverne „Krähennest“. Wie so viele Orte, die er in den letzten Stunden besucht hatte, war er schon seit über zwanzig Götterläufen nicht mehr hier gewesen. Doch immer bewusster wurde es ihm, wie wohlgesonnen ihm das Schicksal gewesen ist, dass er dieses Stadtviertel verlassen hatte. Das ihn auf Aves Spuren hat wandeln lassen. Das ihn mit Phexens Glück gesegnet hatte. Den Göttern sei Dank dafür.

    Direkt an einer Straßenkreuzung liegt die Taverne „Krähennest“, durch deren kleiner Tür Rhys den Schankraum betrat. Einige Stufen führten vom Eingang hinunter in den Raum, in dem schon viele Zecher das Wenige, was sie im Laufe des Tages durch ihre Arbeit als Tagelöhner, Bettler oder Dieb erworben hatten, vertranken und verspielten. Doch es gab auch hier Leute, die arbeiteten: Der Wirt, der Fiddler und die Metzen. In der nur von wenigen Talgkerzen mehr schlecht als recht beleuchteten Raum brauchte Rhys einige Zeit, bis er den alten Jast an einem Tisch ausmachen konnte. Wenig später saß er bei ihm und wurde dessen Zechkumpanen vorgestellt. „Das ist mein Kumpel Rhys. Er ist der Sohn von der Metze Igraine und war früher bei den Knurrhähnen. Ihr erinnert Euch doch sicher noch an die Bande.“

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    Ja, sie erinnerten sich noch daran. Oder zumindest taten sie so. Mit Sicherheit war seitdem nicht nur viel Wasser den großen Fluss hinunter ins Meer geflossen, sondern auch viele Banden gekommen und gegangen. Doch beim Bier und immer wieder kreisenden Selbstgebrannten des Wirtes verging die Zeit. Viel wurde erzählt von der guten alten Zeit, die in Rhys Erinnerung auch nicht besser war die Erlebnisse der letzten Stunden. Geschichten wurden zum Besten gegeben, Tratsch und Klatsch kam auf den Tisch, zuweilen erzählte man sich auch von dem einen oder anderen Orkdorfer, von dem man über mehrere Ecken hörte, dass er sein Glück gemacht hätte. Doch Rhys fragte Niemand, was er in den ganzen Jahren gemacht hat, denn hier fragte man nach sowas nicht – schließlich erzählten die Wenigsten gerne und freimütig von ihren Verbrechen oder der Zeit im Kerker.

    Als das Gespräch sich um einen Bekannten eines Sohnes der Tochter von dem Schwager des Mannes, der mal beim Fleischer gearbeitet hat, drehte, der vor einigen Jahren Orkendorf verlassen hatte und jetzt ein reicher Händler in Drôl sein soll, schlug der Mann, der sich als Cet vorgestellt hatte, auf den Tisch. „Ha! Da habe ich doch fast vergessen Euch von Niall zu erzählen. Der wird sicher bald auch ein reicher Händler sein, wie ich gehört habe.“ Ungläubig schüttelte Jast sein Haupt. „Der Tunichtgut? Du hast sicher zuviel vom Schnaps getrunken, Kumpel. Der ist doch dumm wie Stroh. Und damit habe ich schon das Stroh beleidigt.“ Cet nickte mit Kopf. „Jaja, hast ja recht. Aber so wie er erzählt hat er einen Pfeffersack ausgenommen. Bis auf die Bruche – und das kannst Du wörtlich erzählen.“ Jast winkte ab. „Also ein paar Klamotten und vielleicht ein paar Münzen, das wird ihn aber noch lange nicht zum reichen Händler machen, Kumpel.“ Cet lächelte ihn mit seinen Zahnstümpfen an. „Das vielleicht nicht, aber er hat auch ein Stück Pergament, das ein ganzes Schiff wert ist.“

    Hatte Rhys soeben noch in seinen bedenklich leeren Krug geschaut, ruckte nun sein Kopf empor. „Was?“, fragte Jast ungläubig. „Ja, wie ich es sage. Aber der Pfeffersack hat wohl gemeint beim Boltan ein so gute Blatt zu haben, dass er sogar sein Schiff in den Pott geworfen hat.“ Jetzt schaltete sich Rhys ein. „Und wo findet man diesen … Glücklichen?“ Cet, etwas irritiert über diese Frage, deutete mit dem Kopf in Richtung Ausgang. „Das ist der, der gerade geht.“ Rhys drehte sich auf seinem Hocker um und blickte in die angegebene Richtung. Er sah wie ein Mann gerade das Krähennest verließ. Ein Mann, der seinen Mantel und seinen Hut trug. Rhys sprang auf und wollte mit den Worten „Entschuldigt mich, aber ich muss los“ in Richtung Eingang stürmen. Doch Jast hielt ihn am Ärmel fest. „Wieso denn so plötzlich. Wir haben doch noch viel zu erzählen.“ Rhys blickte ihm tief in die Augen. „Es gab kein Boltan-Spiel – nur einen Knüppel aus dem Hinterhalt.“

    Kurz verharrte Jarl, dann zeigte sich ein Lächeln, als er verstand. Er nahm die Hand vom Arm und nickte Rhys zu. „Phex mit Dir.“ Dankbar nickte Rhys dem alten Mann zu, bevor er zur Tür eilte. Er riss sie auf und stürmte hinaus die Straße.

  • Ruckartig stand Rhys auf, um sich selber aus den Gedanken zu reißen. Doch diese ließen ihn nicht los und ihr Nachklang schien ihn auf etwas aufmerksam machen zu wollen, was er aber nicht verstand oder nicht zu sehen vermochte. Ärgerlich presste er die Lippen aufeinander. Es schien ihm, als sei in allem eine Botschaft versteckt. Als hätte es einen Sinn, den er einfach nicht begriff. Doch was für ein Sinn soll darin liegen seiner Habe beraubt in stinkenden und dreckigen Lumpen im erbärmlichsten Stadtviertel Havenas rumzustehen?

    Erst das vernehmliche Knurren seines Magens vermochte Rhys aus seinen Gedanken heraus zu reißen. Zu lange schon hatte er Nichts mehr gegessen. Das gute Mahl auf der Rhetis schien eine Ewigkeit her zu sein. Als wäre das in einer anderen Welt oder seinen Träumen geschehen. Doch nur drei Kupfer nannte er sein Eigen. Schon lange war er nicht mehr so arm gewesen. Auch wenn er oft abgebrannt war, wenn er nach einer langen Seereise im Hafen seine Heuer bei den Wirten und Huren gelassen hatte – so war er doch dann wieder aufs Schiff zurück gekehrt, wo er Essen und Trinken bekam. Aber Trübsal blasen machte ihn auch nicht satt und er erinnerte sich an eine Bäckerei, an der in der Nacht vorbei gekommen war.

    Mit dem – wenn auch bescheidenen – Plan im Rücken eilte er die Strassen entlang und suchte dabei den größeren Dreckhaufen auszuweichen. Bald schon erreichte er den kleinen Laden und trat ein. Der Ruß aus dem Ofen hatte die Wände und Decke und alle Flächen dunkel gefärbt. Der Geruch von frischem Brot stieg Rhys in die Nase und für ein Kupfer erstand er einen Laib. Bewusst machte er sich keine Gedanken über die schwarzen Einschlüsse im Brot und wie das Mehl seinen Weg hierhin gefunden hatte. Doch angesichts seines Hungers schmeckte das Brot, das er aß, während er die Straße weiter hinunter ging, köstlich.

    Plötzlich weitete sich sein Blick. Ein großer Platz öffnete sich vor ihm und ging in den Uferanlagen auf. Dahinter waren die Masten etlicher Schiffe zu sehen. Der Gestank von Orkendorf wurde vom Wind, der den Geruch der See mitbrachte, hinfort geweht. Langsam und andächtigen Schrittes überquerte Rhys den Platz, bis er an der Uferkante stand und über das Wasser hinweg sah. Er betrachtete die vielen Schiffe, die Handelsgüter entluden oder einlagerten. Er blickte hinüber auf die Boroninsel (und ein leichtes Schauern lief über seinen Rücken). Rechts sah er den Zipfel von Krakeninsel, während zu seiner Linken Nalleshof lag. Sein Blick folgte einem Schiff, das mit geblähten Segeln der Ausfahrt des Seehafens zustrebte, um seine große Fahrt anzutreten.

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    Rhys blickte an seinen Füßen vorbei in das nasse Element, welches sich an der Kaimauer brach. Er atmete tief durch und füllte seine Lungen mit dem Geruch des Meeres, fühlte den Wind, der von der Ferne kündete. Ohne groß darüber nachzudenken griff er in seine Tasche und nahm einen der zwei verbliebenen Kupferstücke hinaus. Kurz wog er ihn in seiner Hand, bevor er die Münze in die kalten Fluten warf. Das Stück Metall verschwand unter der nächsten anrollenden Welle. Leise begann Rhys zu sprechen.

    „EFFerd, Herrscher über Wind und Wogen, auf Deine Gunst bauen wir Menschen an der Küste und auf der See, besonders hier in Havena. Lass mich nicht umherirren auf der stürmischen See des Lebens, zeige mir den rechten Kurs und lass mich nicht auf den kantigen Riffen zerschellen. Gebe guten Wind auf meinen Fahrten, bewahre mich vor schlimmen Unwetter und behüte meine Seele. Du wühlst auf und glättest das Meer. Du machst das Unschiffbare schiffbar. Du löst die Gefesselten. Will darum fortan nicht vergessen zu danken und zu beten.“

    Rhys stand und saß noch am Kai, als die Dämmerung herein brach.

  • Der Tag war schon angebrochen, als Rhys auf nackten Füßen durch den stinkenden Morast der Gassen von Orkendorf stolperte. Es war als würden die Erinnerungen aus den ersten etwa fünfzehn Götterläufen seines Lebens, die er versucht hatte zu vergessen, innerhalb weniger Stunden zurück kehren und auf ihn einschlagen. Wie ein Hammer, welcher ein Schmied auf einen Amboss hämmert. Auf einer Treppe ließ er sich nieder und sein Blick schweifte über die sich zusehendes belebende Straße.

    Er sah die Alten, die im Müll nach Verwertbaren, vielleicht sogar Essbarem suchten. Er sah die ärmlichen Handwerker, wie Schuhputzer und Tagelöhner, die auf dem Weg waren, um eine erbärmliche Arbeit für den Tag zu suchen. Er sah die Frauen, die am Brunnen veralgtes Wasser schöpften, um damit den gröbsten Dreck aus ihrer Wäsche zu waschen. Er sah die Bettler, die in Richtung Oberflur schlurften, um dort den einen oder anderen Heller der Barmherzigkeit zu erbitten. Er sah die (meist) unfähigen Bader und Scharlachtane, die den Kranken ihre Dienste anboten. Er sah die Kinder, die im Schmutz der Straße und den Fäkalien im Rinnsaal nach verlorenen Münzen und ähnlichem suchten. Er sah die stolzierenden Jugendlichen, denen eine Bandenmitgliedschaft eine vermeintliche und trügerische Sicherheit versprach.

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    Er sah Menschen, die sich in ihrem Leid und Elend suhlten, bis sie nach einem unglücklichen und hoffnungslosen Leben an Krankheit, Alter oder durch einen Dolch im Rücken verstarben. Dabei gibt es doch Nichts, was sie hier hält. Niemand hindert sie daran die Stadt zu verlassen und auf dem Land Albernias ihr Glück zu suchen. Niemand verbietet ihnen zum Hafen zu gehen und beim erstbesten Schiff anzuheuern, um an fernen Gestaden ein neues Leben zu beginnen. Niemand steht ihnen im Wege, wenn sie sich die Freiheit nehmen und einfach aufbrechen würden. Woanders hin. Denn überall ist es besser als hier. Doch sie bleiben.

    Ob soviel Dummheit und Feigheit schüttelte Rhys sein Haupt. Nur zu gut wusste er, dass außerhalb von Orkendorf eine Welt darauf wartet erobert zu werden. Dass man woanders besser leben kann als hier. Er ist aufgebrochen. Doch nur durch die Not getrieben, wie ihm einfiel. Er hatte Orkendorf nicht verlassen, weil er sich woanders ein besseres Leben erhofft hatte. Er war geflohen, weil ihm hier der Tod gedroht hatte. Davor war auch er nie auf den Gedanken gekommen dieses Stadtviertel zu verlassen, dass er woanders hin konnte. Dummheit? Unwissenheit? Faulheit? Was auch immer es gewesen war, er konnte es nicht genau benennen. Doch jetzt wusste er um die Welt, die hinter den Grenzen von Orkendorf und hinter den Stadtgrenzen von Havena lag.

    Man musste nur aufbrechen. Einen Schritt vor den Anderen machen. Die große Reise wagen. Neugierig sein auf das, was hinter der nächsten Wegbiegung liegt. Erforschen, was sich unter der Kimm befindet. Sich an der Freiheit erfreuen, wenn das Schiff unter vollen Segeln neuen Zielen entgegen strebt. Frei zu sein an einer Weggabelung selbst zu entscheiden, welcher Straße man folgen möchte. Auf seinen Bauch hören und seinem Herzen folgen. Denn irgendwo da draußen vermag man das Glück zu finden. Das Glück frei zu sein. Und natürlich auch die eine oder andere Münze.

    Ein seltsames Lächeln lag auf Rhys‘ Lippen, während er zu den Kindern hinüber blickte, die in den Abfällen und dem Schlamm nach ihrem Glück suchten. Und natürlich nach der einen oder anderen Münze.

  • Das Haus aus Backstein war heruntergekommen und baufällig, wie er es in Erinnerung hatte. Schon vor dem Großen Beben aus Backsteinen erbaut lehnte es sich träge an das Nachbargebäude und wäre ohne dieses wohl eingestürzt. Die Fensterläden hingen, wenn sie überhaupt noch existierten, schief in ihren Aufhängungen. Aus den Fenstern hing die Wäsche aus Lumpen, die Fensteröffnungen selbst waren mit Tüchern abgehangen, um die Kälte draußen zu halten. Einige Stellen ließen noch erahnen, dass das Gebäude zu längst vergangenen Zeiten verputzt gewesen war. Das dunkle Loch des Eingangs zog Rhys fast magisch an.

    Er presste die Lippen zusammen. Just in dem Augenblick entleerte ein Orkendorfer aus dem Haus über ihm die nächtliche Notdurft auf die Straße – und auf Rhys, der genau in der übelriechenden und ekligen Dusche stand. Angewiedert schüttelte er sich und verfluchte seine aktuelle Situation. Er streifte die letzten Reste menschlicher Ausscheidungen von seiner Schulter und rieb sich seine Hände an der nassen Hose ab. Sein Blick fiel ein weiteres Mal auf den Eingang des Hauses gegenüber. Und bevor noch Jemand seinen Nachttopf auf der Straßen entleeren konnte überquerte er schnellen Schrittes die Straße und trat – durch eine nur noch notdürftig mit Brettern zusammen gehaltene Türe – in das Haus ein.

    Die Wände starrten vor Schmutz und Schimmel. Überall war die klamme Feuchtigkeit sichtbar, während er die Treppe hinauf stieg. Auf jedem Treppenabsatz mehrere Türen, die in kleine Räume führten, in denen oft sogar eine ganze Familie mit mehreren Kindern auf engstem Raum lebt. Den Stiegen folgte er bis zum Treppenabsatz unter dem Dach. Auf dem Podest hatte sich eine Pfütze gebildet und durch die Dachschindeln konnte man den immer heller werdenden Himmel erkennen. Es war eines der üblichen Wohnhäuser in Orkendorf. Löcher, in denen Menschen hausten, die das Glück hatten die Nächte nicht in Hauseingängen, unter Torbögen oder unter einem notdürftigen Dach aus einem Stück Stoff verbringen zu müssen.

    Rhys blickte auf eine der Türen, die vom höchsten Podest der Treppe abgingen. Die Spuren der Zeit waren auch an ihr nicht vorüber gegangen und an den Rändern begann das Holz unter einer dünnen Schicht von Schimmel zu verfaulen. Kurz zögerte er, bevor er sich ein Herz nahm und auf die Tür zutrat. Nach einem kurzen Druck auf den Knauf sprang sie auf, denn das Schloß war schon längst ein Raub des Rostes geworden. Modriger, abgestandener Geruch wehte Rhys entgegenen, während die Flamme einer Kerze neben dem Bett zu flackern begann. Eine alte Frau setzte sich langsam im Bett auf und ihr Kopf ruckte zur Tür hinüber.

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    Sie kniff ihre Augen zusammen und ihre keifende Stimme fuhr durch den Raum. „Kannste nich‘ anklopfen?“ Die Alte zuckte mit den Schultern. „Was solls, bin eh‘ noch wach.“ Sie trampelte ihre wollene Decke zum Fußende des Bettes. „Kannst schon mal das Kupfer auf den Tisch legen.“ Die Metze schwang ihre Beine aus dem Bett und stelle sich hin. „Mach‘ schon, ich hab‘ nicht den ganzen Tag Zeit.“ Während Rhys noch in der Tür verharrte und entgeistert die Alte anstarrte, zog sie ihren dreckigen Rock bis zur Hüfte hinauf. „Zieh schon Deine Hose aus und komm‘.“ Sie legte sich mit dem Oberkörper zurück aufs Bett und zeigte dem Mann ihre entblößte Scham. „Hier, sie gehört jetzt nur Dir.“

    Angewiedert verzog Rhys das Gesicht und drehte sich auf der Ferse um. Wortlos stürmte er die Treppe hinunter, während die keifende, verärgerte Stimme der alten Metze ihn verfolgte. Erst als er aus dem Haus auf die Straße getreten war hielt er inne. Mit dem Rücken lehnte er sich gegen die Wand und atmete tief durch. Er weiß selbst nicht, wieso er dieses Dachzimmer aufgesucht hatte. Was ihn geritten hatten zu dieser Frau zu gehen. Zur Metze Igraine, die ihn einst geboren hatte.

  • Rhys. Mein Name ist Rhys.“ Der alte Jast legte die Stirn in Falten und man vermochte zu sehen, dass er angestrengt in seinen Erinnerungen kramte. Dann entblößte ein Grinsen ein weiteres Mal seine Zahnstümpfe. „Doch nicht der Balg von der Metze Igraine, oder?“ Rhys, der kurz nach seinem überstürzten Aufbruch aus Havena den Namen „Askir“ angenommen hatte, lächelte. „Du scheinst Dich also an mich zu erinnern, Jast. Dann bin ich wohl doch noch nicht ganz vergessen.“ Der Alte zwinkerte ihm zu. „Wie könnte ich. Habe Keinen der Bande vergessen, die jede Woche im Krähennest den Selbstgebrannten abgeholt habt, damit der Taverne nix passiert. Das efferdseitige Orkendorf war Euer Gebiet.“ Rhys nickte langsam.

    Alte Erinnerungen an die Bande von Straßenjungen, denen er einst angehört hatte, kehrten zurück, nachdem sie lange begraben waren. Als Kind überlebte man in der Gosse von Orkendorf nur, wenn man sich einer der vielen Banden anschloss, die sich bemühten durch Diebstahl, Raub und Schutzgelderpressung zu überleben. So hatte sich auch Rhys einer solchen Bande angeschlossen. Was ihm an Kraft gefehlt hat, hat er durch Köpfchen ausgeglichen und war schon bald ein wichtiges Mitglied der Bande geworden. Einer erfolgreichen Bande, die sich nach einem Fisch aus dem Meer der Sieben Winde, der als nutzlos und merkwürdig gilt, die „Knurrhähne“ genannt hatte.  Schon nach einigen Jahren hatten sie einen Teil von Orkendorf unter ihre Kontrolle gebracht und es damit besser gehabt, als viele Andere, die in der Gosse leben mussten.

    Doch bei der Anzahl der Straßenjungen und der Banden war (und ist) der Kampf ums Überleben auch immer ein Kampf gegeneinander. Lange konnten sich die „Knurrhähne“ gegen die anderen Banden behaupten. Doch irgendwann bildete sich in einem Teil der Fürstenstraße eine neue Bande, welche dort aber keinen Fuß fassen konnte und in das „Reich“ der „Knurrhähne“ eindrang. Diese konnten ihren Teil „Orkendorfs“ lange verteidigen, doch im Winter des Jahres 1012 oder 1013 BF stöberten die Feinde, welche sich „Fürstensöhne“ nannten, etliche Anführer von Rhys‘ Bande auf und stachen sie ab. Schon wenig später zerfielen die „Knurrhähne“ und es begann eine regelrechte Hetzjagd auf die Überlebenden.

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    Damals hatte Rhys sich entschlossen, dass es gesünder wäre die Stadt zu verlassen und war entlang des großen Flusses geflohen. Irgendwo an dessen Ufer war es auch, dass er ein einzelnes Grab entdeckte, auf dem auch der Name des (vermeintlich heldenhaften, aber) toten Inhabers zu lesen war: Askir. Er hatte diesen Namen angenommen und war seitdem nicht mehr nach Havena zurück gekehrt. Bis er vor einigen Wochen entschieden hatte hier „Urlaub“ zu machen – im Rückblick betrachtet eine seiner weniger glorreichen Ideen, wie er zugeben musste.

    „Ich glaube ich brauche etwas zum Anziehen“, stellte Rhys lakonisch fest. Die Nacht wurde nicht wärmer und es fröstelte ihn. Der alte Jast nickte grinsend. „Dann mal viel Erfolg bei der Suche, Kumpel. Kennste ja: Hier hat Keiner was zu verschenken. Aber wenn Du was findest komm‘ doch morgen mal im Krähennest vorbei, bin da immer noch jeden Abend.“ Er blickte sich um und wurde der aufziehenden Morgendämmerung gewahr. „Ich mach‘ mich jetzt aber mal, sonst muss ich mir wieder das Geschrei meiner Alten antun.“ Langsam wandte Jast sich zum gehen. „Und vergiss nicht, Kumpel: Am Abend im Krähennest.“ Rhys blickte ihm hinterher, ohne was zu sagen. Der Alte verschwand hinter der nächsten Häuserecke und noch länger war das „TackTack“ seiner Krücke und seines Holzbeins zu vernehmen.

    Im Schatten der Häuser, am Straßenrand haltend verließt auch Rhys den Ort, an dem er aus seiner Ohnmacht erwacht war. Es waren noch einige wenige Leute unterwegs, die aus den schlechten Kneipen oder schäbigen Bordellen des Viertels nach Hause zurück kehrten. Bald dürften aber auch schon Jene aufbrechen, die irgendwo einem mehr oder weniger ehrbaren Tagwerk nachgingen. Rhys musste sich beeilen, wenn er noch im Zwielicht der Dämmerung Kleidung organisieren wollte. Er wurde schon langsam nervös, als ihm ein betrunker Jüngling ins Auge fiel, der hinter einer Tonne seinen Rausch ausschlief und in etwa seine Größe hatte. Ein Besen, der an einem Hauseinang lehnte, diente Rhys als Waffe. Zur Sicherheit zog er ihn dem Betrunkenen über den Schädel.

    Not kennt kein Gebot, dachte sich Rhys, als er den nunmehr Ohnmächtigen entkleidete. Die Klamotten stanken erbärmlich und waren sicher schon lange (wenn überhaupt jemals) gereinigt worden. Er wollte gar nicht darüber nachdenken, wie viele Untermieter in den Stoffen aus Leinen und Wolle wohl wohnhaft sind. Schuhe hatte der Mann am Boden keine, doch zumindest trug Rhys nun eine Hose, ein Wams und eine kurze Jacke sowie eine Mütze. In Lumpen gekleidet, die vor Schmutz und Dreck eine ganz eigene Steifigkeit aufwiesen und nach Schweiss, Alkohol und Fäkalien stanken, setzte er seinen Weg fort. Zeitgleich durchwühlte er die Taschen und fand drei Kupfermünzen sowie ein kleines Messer. Nichts Besonderes und als Waffe nur sehr improvisiert zu benutzen, aber besser als Nichts.

    Mit einem bitteren Lächeln auf den Lippen dachte er an die letzte Nacht zurück, die er in den Armen einer Kurtisane auf dem Vergnügungsschiff Rhetis verbracht hatte. Nachdem ihm Phex, wie die letzten fünf Götterläufe, wieder einmal Glück gebracht hatte. Doch genau dieses Glück hatte ihn jetzt verlassen. Plötzlich. Wortwörtlich auf einen Schlag. Auch wenn er als „Humpen-Baron“ noch immer Anteile an mehreren Tavernen hielt, half ihm das hier in Orkendorf wenig. Was nutzte es ihm, wenn er nicht mal genug Geld hatte, um eine Passage nach Dargaras oder nach Daynon oder in eines der anderen Länder mit einer seiner Tavernen zu bezahlen? Nein, er war wieder ganz unten angelangt. Phex hatte ihn wohl verlassen. Seine Stirn legte sich ob dieses Gedankens in Furchen. Er blieb mit diesem Gedanken an einer Straßenecke stehen und blickte auf das Haus gegenüber, das ihm seltsam bekannt vorkam.

  • Sein Schädel brummte, als er aus der Ohnmacht erwachte. Kaum fähig einen klaren Gedanken zu fassen drückte er seine Hände an die Schläfen. Rhys. Ja, das war sein Name. Oder Askir. Es fiel ihm schwer sich zu konzentrieren. So schloss er trotz der nächtlichen Dunkelheit wieder die Augen und suchte erstmal zur Ruhe zu kommen und seine Gedanken zu ordnen. Beginnend mit einer Bestandsaufnahme und einer eigentlich einfachen Frage: Wo bin ich? Es roch nach Unrat und Fäkalien. Der Untergrund, auf dem er saß fühlte sich nach Schlamm an, durch den sich ein Rinnsaal fraß. Eine Erinnerung tief in seiner Erinnerung begann sich zu regen. Orkendorf!

    Orkendorf. Das Stadtviertel Havenas, in dem er geboren wurde. In dessen schmutzigen Gassen er aufwuchs und bis zum heutigen Tag nicht mehr zurück gekehrt ist. Nicht an diesen Ort dunkler Erinnerungen an Hunger, Dreck und Leid. Nirgendwo in Havena sieht man solches Elend und solche Armseligkeit wie hier. Jeder kippt seinen Unrat gleich vor seine Tür und der üble Geruch steigt einen sofort in Nase und Kleider. Wie Bettler sehen die in Lumpen gekleideten Menschen aus.

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    Jetzt, im Jahr 1036 BF, war er nach über zwanzig Jahren wieder an den Ort seiner Geburt zurück gekehrt. Aber nicht freiwillig. Denn freiwillig hätte er nie wieder Orkendorf aufgesucht. Das Stadtviertel, in dem seine Mutter als billige Hure für jede noch so wertlose Münze die Beine breit gemacht hatte. Hier hatte er als Kleinkind in der verschmutzen Kammer unter einem Dach gelebt, wenn sie ihn nicht mit zum Betteln nahm. Als er zu alt war, um noch Mitleid zu erregen, hatte sie sich wieder der Hurerei hingegeben und ihn hinaus geworfen.

    In den Gassen hatte er sich mit Hunden, Katzen, den anderen vor Schmutz starrenden, hungernden Kindern und den allgegenwärtigen Ratten um jede fortgeworfene, verschimmelte Brotkante gestritten. Klein und schmächtig, wie er damals war, hatte er öfters den Kürzeren gezogen. Nur mit List und Tücke und ein wenig Glück hat er diese Jahre überlebt. Hatte sich einer Bande angeschlossen, hatte gestohlen und geraubt – und wenn es nur ein paar Schuhe waren, deren Leder man kauen konnte. Es waren bittere Erinnerungen an eine Zeit des Leids, der Entbehrungen und der Gewalt, die über ihn hinein brachen.

    Er war wieder dort, wo alles begonnen hatte. Er saß in einem von menschlichen und tierischen Ausscheidungen belegten Rinnsaal in einer Gosse in Orkendorf. Seiner Kleidung, die er sich vor wenigen Wochen erst hatte neu schneidern lassen, war er beraubt. Nur noch mit einer Bruche und einem Leibhemd bekleidet fröstelte es ihn in der kühlen Nachtluft. Er tastete an seinen Hals und merkte, dass man ihm nur seine zwei Amulette gelassen hatte: Die Mondsichel, der er vor Jahren beim Sturmfest in Amonlonde von Lilium erhalten hatte, und das Zeichen des Blauen Lagers der Drachenlande. Langsam erhob er sich und taumelte – noch etwas benommen – gegen eine Wand. Unter den nackten Füßen fühlte er, dass er in einen klebrigen und stinkenden Haufen hinein trat.

    Er blickte zu den über ihn aufragenden Hausfassaden hinauf. Zu den Gebäuden, die noch aus der Zeit vor dem Großen Beben stammen. Einige von ihnen eigentlich stark einsturzgefährdet, andere nur notdürftig abgestützt. Sie sind alt und eng, manchmal drei oder mehr Stockwerke hoch. Von seinen Betrachtungen wurde er durch eine Gestalt gerissen, die sich nur wenige Schritte von ihm entfernt um die Häuserecke drückte. Eine Gestalt in Lumpen, die ebenso überrascht zu sein schien, als sie fast mit ihm zusammen stieß. Aus zusammengekniffenen Augen in einem Gesicht, das vom Leben gezeichnet ist, blickte der alte Mann ihn an. Dabei stützte er sich schwer auf eine Krücke, da ihm der rechte Unterschenkel fehlt. Ein krächzendes Lachen war zu vernehmen.

    Jacques_Callot_Beggar„Ha, Kumpel, wolltest wohl ein Abenteuer erleben hier in Orkendorf. Hat Dir das Abenteuer gefallen?“ Das Grinsen des Mannes entblößte eine Reihe von Zahnstümpfen. Askir blickte ihn angewiedert an. „Es war knorke.“ Worte, die von Ironie trieften und ein weiteres krächzendes Lachen zur Folge hatte. „Was springt für mich raus, wenn ich Dir den schnellsten Weg ins nächste Stadtviertel zeige? Dem alten Jast kannst Du vertrauen, Kumpel.“ Er tippte mit seiner Krücke an Askirs Bauch, während er auf seinem verbliebenen Bein balancierte. „Denn mit Deinem wohlgenährten Bäuchlein wirst Du hier sonst ganz schnell ein Festmahl für die Ratten.“ Askir blickte dem Alten tief in die Augen und irgendwo in seinem Inneren regte sich eine Erinnerung. „Du bist der Jast vom Krähennest, nicht wahr?“

    Jetzt war es an dem Alten die Augen zusammen zu kneifen. „Bin da früher oft gewesen und hab‘ für Ordnung gesorgt, bis so ein Verrückter meinte mich mit seiner Axt fällen zu müssen. Aber das ist schon lange her, Kumpel.“ Die Vorsicht in den Augen des alten Jast war selbst in der Dunkelheit nicht zu übersehen. „Wer bist Du, Kumpel?“ Das Gesicht des Alten rückte etwas näher an Askir heran, so dass dieser den fauligen Atem riechen konnte. „Ich bin A…“ Er zog tief die stinkende Luft von Orkendorf ein. „Rhys. Mein Name ist Rhys.“

  • Nach einem Frühstück auf der „Rhetis“ hatte sich Askir von der Kurtisane, dessen Name er schon längst wieder vergessen und keine Bedeutung für ihn hatte, verabschiedet, bevor er sich auf den Weg in die Stadt gemacht hatte. Dafür überquerte die Prinzessin-Emer-Brücke, die mit zwanzig Schritt Höhe und einer Länge von zweihundert Schritt die größte Brücke Aventuriens ist, zum Stadtteil Unterfluren. Mit beschwingtem Schritt, eine Hand am Pergament in seiner Tasche, schlenderte er durch die Straßen in Richtung Efferd.

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    Es dauerte seine Zeit, bis er an der Brückstraße anlangte – die wohl seltsamste Straße der ganzen Stadt. Auf der einen Seite liegen die wunderschönen Villen von Unterflur, auf der anderen Seite die kleinen, verwinkelten Gassen von Nalleshof. In einer dieser Tweten führten seine Schritte und mit jedem Schritt roch es mehr nach Salz und Meer. Denn diesen Stadtteil durchweht der ihm so bekannte Hauch von Seefahrt und Abenteuer. Schon jetzt, am Tage, dringt der Lärm der fröhlichen Zechern, zumeist Seefahrer, die ihre Heuer auf den Kopf hauen, hinaus in die Gassen. Selten dringt ein Sonnenstrahl auf den Weg, denn die Giebelhäuser stehen hier dicht aneinander gedrängt.

    Plötzlich wurde vor ihm eine Tür aufgestoßen und ein Mann flog vor seine Füße. Noch während dieser sich sich aufrappelte drangen weitere Männer und Frauen aus der Taverne hinaus. Einige stürzten sich auf den Mann, andere suchten diese davon abzuhalten. Kurzentschlossen machte Askir einen Satz zurück – als ehemaliger Matrose wusste er nur zu gut, wie schnell man selbst als eigentlich Unbeteiligter in eine solche Tavernenschlägere (auch oder gerade wenn sie auf der Strasse ausgefochten wurde) hineingezogen werden konnte. Anhand von Wortfetzen, in Wut und Zorn geschrieen, konnte er schnell herausfinden, dass sich einige Matrosen wohl abfällig über die „Havena-Bullen“ geäußert hatten. Und sowas konnte ein Imman-Anhänger aus Havena natürlich nicht auf sich sitzen lassen.

    In gebührendem Abstand betrachtete Askir die Schlacht, die mit Fäusten, Tonkrügen, Flaschen und Holzknüppeln (Belegnägel wie Stuhl- und Tischbeine) ausgetragen wurde. Doch natürlich war er nicht allein, denn ein solches Spektakel zieht immer viele Schaulustige an. Schaulustige, welche den Kampf bewerteten und kommentierten. Aber auch Schaulustige, die freudestrahlend (und oft schon etwas angeheitert) der einen oder anderen Seite beistehend in den Kampf eingriffen. Einige Wenige sogar, die sich einfach ins Getümmel stürzten und auf jeden eindroschen, der in die Reichweite ihrer Fäuste gelangte, ohne sich um den Grund des Streites oder irgendwelcher Parteien zu sorgen. Kein Wunder, dass bald die Anzahl der Streiter erheblich gewachsen war.

    Ohne Interesse in die Prügelei hinein gezogen zu werden – vor allem nicht mit dem Pergament in seiner Tasche – entfernte sich Askir unauffällig und zog sich in eine Seitengasse zurück. Sicher eine der engsten Gassen des Viertels, wie es Askir schien. Nicht mehr als ein Trampelpfad im Zwielicht zwischen zwei Häusern. Wäre er in Orkendorf gewesen hätte es ihn sicher besorgt, doch er war in Nalleshof. So setzte er seinen Weg in Richtung Hafen fort – als ihn ein kräftiger Schlag auf den Kopf in die Dunkelheit sandte …

  • Es war einmal, vor einigen Monaten, in Havena, der größten und wichtigsten Hafenstadt des Mittelreiches an der Westküste des Kontinents Aventuriens und stolzen Hauptstadt Albernias. Dennoch in heutigen Tagen nur noch ein trauriger Schatten seiner einstigen Größe und Macht, nachdem ein großes Seebeben vor über dreihundert Jahren die Stadt verwüstete. Nur sieben Stadtviertel – der Fischerort, die Krakeninsel, die Marschen, Nalleshof, das Orkendorf, der Südhafen und die Boroninsel – überdauerten diese Katastrophe und bilden die heutige Altstadt Havenas. Nach dem Beben erst entstanden die drei neuen Viertel OberflurenUnterfluren und Feldmark, welche die Neustadt bilden.

    In Feldmark erwachte Askir. Seine Zunge fühlte sich belegt an und ihm war etwas schummrig zumute. Wohlweislich ließ er die Augen noch geschlossen und versuchte sich zu erinnern, wo er war. Er spürte die sanften Bewegungen der Wellen tief unter sich. Doch nicht in solcher Intensität, wie es auf hoher See der Fall gewesen wäre. Als sich neben ihm etwas regte spürte er nackte Haut auf seiner Haut. Langsam hob er die Augenlider und wandte den Kopf der Person zu, die mit ihm das Bett teilte. Es war eine Frau, deren regelmäßigen Atemzüge darauf hindeuteten, dass sie noch schlief.

    Das Licht des anbrechenden Tages fiel zwischen den Vorhängen in die Kabine. Langsam kehrten die ersten Erinnerungen zurück. Er war auf der Rhetis, einem Vergnügungsschiff mit Speisesaal und Spielsalon, das auch wegen seiner hübschen Bedienungen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt war. Askir konnte sich noch erinnern, wie er als Junge in den verwinkelten, engen Gassen von Orkendorf davon geträumt hatte auf der Thetis, dem Vorgängerschiff der Rhetis, seine Zeit zu verbringen. Wie viele andere junge Leute, die im schäbigsten Stadtviertel Havenas aufwuchsen mussten, malte er sich die Freuden lebhaft aus. Doch gering nur war die Chance, dass einer von Ihnen jemals das Geld hat, um überhaupt an Bord gelassen zu werden.

    Aber er hatte es geschafft! Von seiner schnellen und überstürzten Abreise aus Havena (und dem Ändern seines Namens), dem Herumziehen mit Zahoris, der Begegnung mit einer Pressgang an der Küste des Horasreiches und etlicher Götterläufe auf See war ihm Phex die vergangenen fünf Götterläufe sehr gnädig gewesen. Anteile an etlichen Tavernen nannte er indessen sein Eigen und sein Glück hatte ihn zu einem wohlhabenden Mann gemacht. Nach seiner letzten Rundreise durch die Tavernen der „Humpen-Barone“ hatte er ausreichend Münzen, um eine Reise mit längerem Aufenthalt in seiner Geburtsstadt anzugehen. So war er nach vielen Götterläufen nach Havena zurück gekehrt – und hatte sich gestern seinen Traum erfüllt. Er hatte auf der Rhetis gespeist und gespielt. Der hübschen Frau an seiner Seite nach zu urteilen auch noch etwas mehr.

    Für den Sohn einer Hure aus Orkendorf hatte er es weit gebracht. Weiter gebracht, als er es ohne richtige Arbeit, ohne Schweiß für möglich gehalten hätte. Auch wenn sein Geld langsam zur Neige ging und es an der Zeit war wieder in seinen Tavernen vorbei zu schauen. Doch er wusste, wie schnell das Leben vorbei sein konnte. Viele hatte er schon gesehen, die mit einem Dolch zwischen den Rippen in der stinkenden Gosse verendeten, während die Taschen auf Links gedreht wurden. Auf die Boroninsel oder zu Efferd konnte man all sein Geld nicht mitnehmen. So spricht Nichts dagegen das Leben zu genießen, so lange man es kann. Wie auf das Stichwort regte sich die Frau neben ihm und drehte sich zu ihm um. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen und mit einem neckischen Augenaufschlag fuhr ihre Hand zwischen seine Beine.

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    Einige Zeit später lehnte sich Askir zurück und seufzte, während die Frau ihren Kopf an seine Schulter bettete. Sie begann mit seinem Brusthaar zu spielen. „Ich hoffe der Besuch auf der Rhetis war ganz nach Deinem Geschmack, Kapitän.“ Askir legte die Stirn in Falten, als er nach einem Funken Ironie in ihrer Stimme suchte. Doch die Worte schienen ernst gemeint. Langsam begann eine weitere Erinnerung an den vergangenen Abend in seinem Geist Gestalt anzunehmen. Der Mann blickte neben sich und neben seinen Sachen, die neben dem Bett lagen, entdeckte er das Pergament. Die Überschreibung an Eigentum, die ein Kaufmann ihm gestern für seine Spielschulden ausgestellt hatte. Phex war ihm auch gestern im Spielsalon wieder zugetan gewesen. Ein Lächeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab.

  • Wenn Menschen nur Schwarz-Weiß sehen könnten wäre Vieles einfacher 😉 Um die Überlegung zum Farbkonzept mal zu Ende zu bringen muss ich sagen: Braun ist zu gewöhnlich, Rot ist zu dominant, Grautöne sind echt düster. Manchmal ist eine Mischung aus Allem der beste Weg. Zumal man bei Photoshop zwar schöne Abstufungen in einer Farbe schön hinbekommt, aber auch Stoffe in diesen Abstufungen zu finden ist leider sehr schwierig. Und alles im gleichen Ton wirkt schnell zweidimensional, dabei will man doch den Schichtenlook sichtbar haben.

    Aus diesem Grund habe ich (nachdem ich heute Nacht nochmal drüber geschlafen habe) mich ein weiteres Mal an die Kleidungsdatei gesetzt. Zum einen haben ich mal ein rotes „Tuch“ am Hut hinzugefügt und ein paar der Zinnzeichen, die dran sollen (Phex-Symbol, Aves-Zeichen und Logo des Blauen Lagers – es fehlt noch das Symbol von Efferd). Dann habe ich ein neues Farbkonzept ausgearbeitet, das in gewisser Weise Teile aller bisherigen Überlegungen beinhaltet, wie man hier sehen kann:

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    Aus was bestehen diese Sachen? Zwei Hemden für die Reisekleidung, ein Hemd mit Spitzenkragen für die edle Kleidung. Zwei rote Westen bzw. Doublets (davon eine ohne die abgebildeten Ärmel). Eine schwarze Hose (für die edle Kleidung) und eine braune Hose (Alternativ zum Kaufen könnte ich mir auch eine Alatriste-Hose nähen). Die Stiefel sind schon vorhanden.

    Der Kassack bildet die nächste Schicht bzw. für die edle Gewandung einen Schultermantel. Dann das rote Tuch für die Taille und einen Gürtel sowie zwei oder drei Tücher für den Hals. Letztendlich noch der schwarze Hut, den ich dann noch etwas individualisiere.

    Für die Kampf-Kleidung benötige ich (neben den schon vorhandenen braunen Stulpenhandschuhen) den Buff-Coat aus braunem Leder und Schnallenverschlüssen, ein Roundhead-Helm und einen Plattenkragen. Als Bewaffnung habe ich aktuell einen Säbel, der aber auf Dauer einem Rapier oder Schiavona (Sowas, Sowas oder Sowas) und einer Linkhand weichen soll. Und dafür benötige ich dann auch einen neuen Crossbelt und Gürtel.

    Wie sieht das Farbkonzept Deiner Meinung nach aus und was denkst Du über die geplanten Anschaffungen bzw. Näharbeiten? Habe ich was vergessen und übersehen? Gibt es noch Ideen, die ich noch nicht hatte? Vorschläge, was das Ganze noch aufpeppen kann?

  • Indessen habe ich die Farbfrage auch mal bei Facebook, im Larp-Ahr-Forum und im Chaos-Larp-Forum gestellt. Dabei scheint es eine Tendenz zur roten Variante zu geben, während ich mich frage, ob das Rot in dem geballten Auftreten mir überhaupt steht und nicht extremst auffällig ist – bis dazu, dass es zu dominant wird.

    Habe daher einfach noch etwas mit den Farben rumgespielt und eine weitere Möglichkeit der Farbkombination ausgearbeitet. Da ich eh zwei Westen machen wollte (man weiß ja nie, ob man sich nicht mal einsaut) gibt es auch die Variante zur Kleidung in Grautönen eine rote Weste zu tragen. Zudem sollte der „Buffcoat“ (zumindest an diesen angelehnt) aus Leder sein und Leder sieht in Braun immer noch am Besten aus.

    Kuckst Du?

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    Was hälst Du davon?

  • Auch wenn ich mich – wie gestern schon hier geschrieben – noch nicht zwischen drei Farbvarianten entscheiden kann, nähere ich mich doch immer näher dem neuen Kleidungsstil von Askir an. Und das nicht nur in einer Version, sondern in verschiedenen Kombinationen, damit er auch für alle Abenteuer, die noch auf ihn warten mögen, gewappnet ist.

    Das bedeutet natürlich für die meisten Reisen, dass er eine entsprechende Kleidung hat, womit er überall unterwegs sein kann (Version A). Wobei dazu auch in gewisser Weise die Version C mit dem Kassack als Mantel zählt (auch wenn ich jetzt schon zwischen Respekt und Angst vor der großen Anzahl von Knöpfen, die ich benötige und annähen muss, schwanke).

    Auch wenn Askir keinen Adelstitel hat (auch wenn er nicht abgeneigt wäre einen solchen zu erhalten – wenn auch bitte ohne Lehen, denn das macht ja viel zu viel Arbeit ;)) kann es durchaus mal sein, dass er auf höfischem Parkett rumläuft oder vielleicht sogar mal das Tanzbein schwingt – dafür die edlere Variante B.

    Es ist zwar schön in der Taverne zu sitzen, aber auf Dauer doch etwas unbefriedigend. Da Askir (wie schon in Beiträgen vorher erläutert) aktiver werden soll und daher die Möglichkeit steigt, dass er in Kämpfe hinein gerät, sollte er zumindest etwas geschützt sein. Vor allem für den Fall, dass ich beim Drachenfest ins Blaue Lager gehen sollte, um dort für den Sieg des Blauen Drachen zu kämpfen. Für diese Gelegenheiten habe ich auch eine mögliche Kampf-Kleidung entworfen, die sich an den „Roundheads“ des englischen Bürgerkriegs (1642 bis 1649) orientiert ist und in Variante D zu sehen ist.

    Also hier die vier Versionen – und da ich mich wegen der Farbkombination noch nicht entschieden habe in der Alternative 1 Braun, Alternative 2 Rot und Alternative 3 Grautöne:

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    Wie immer freue ich mich über Deine Meinung, weitere Ideen und Vorschläge. Ich möchte auch die Gelegenheit nutzen, um nochmal darauf aufmerksam zu machen, dass ich mit meinem zweiten Ego Askir indessen auch eine Facebook-Seite habe 😉

  • Während ich mit meinem Kleidungsentwurf für Askirs „Burschen“ Bran (hier) schon sehr zufrieden bin, probiere ich bei Askir immer noch rum. Heute habe ich mal am Computer eine Skizze auf Basis eines aktuellen Fotos von mir gemacht und mit mehreren Farbkombinationen rumprobiert, wobei letzendlich diese drei Varianten übrig geblieben sind:

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    Variante 1 ist die Farbkombination, wie sie Askir aktuell und seit Januar 2010 trägt (Foto). Braun mit roten Farbkleksen. Es wirkt stimmig, aber was mich daran etwas stört ist, dass es „gewöhnlich“ aussieht und man damit ggf. in der Masse untergeht. Andererseits gibt es auch in Filmen, die in der Epoche, an der Askirs Kleidung angelehnt (!) ist, ist die Kleidung bei „Helden“, so bei Alatriste, „Die drei Musketiere„, „The Devils Whore„, „Der Sohn von d’Artagnan“ und natürlich der Kultfigur Inigo Montoya, in Brauntönen gehalten.

    Variante 2 wäre „Askir der Rote“ oder so 😉 Rot war schon immer Bestandteil von Askirs Kleidung, wie man bei diesem Foto aus dem Juli 2009 erkennen kann. Inspiriert hat mich auch der Rochefort (gespielt von Christopher Lee) in dem Film „Die drei Musketiere“, wie hier zu sehen. Damit würde man auf jeden Fall nicht (mehr) in der Masse untergehen 😉

    Variante 3 ist in Schwarz bzw. Anthrazit gehalten. Auch wenn diese Farbe im Larp ja großenteils verpönt ist, ist sie doch in der Renaissance – vor allem in Spanien – gängig gewesen. Und Schwarz hat einfach was, vor allem in der Kombination mit Rot. Es wirkt edler als das Braun und man kann sich damit sicher auch besser in den Schatten verstecken, wenn es erforderlich sein sollte. Zeitgleich wirkt es aber auch düster … Aber auch fürs Schwarz gibt es Beispiele, wie dieses Doublet sowie Athos, Porthos und Aramis.

    Ich bin echt unentschlossen … 🙁

  • Der Sidekick das Mündel der Schiffsjunge der Tavernen-Tisch-Putzer der Bursche von Askir hat jetzt auch einen Namen: Branwin Fingorn, genannt Bran. Er kommt – wie auch Askir – aus Havena und hat die meiste Zeit seines Lebens in der Gosse verbracht. Wo auch sonst. 😉

    Nachdem ich jetzt länger mit Ideen schwanger gegangen bin, was die Kleidung für meinen Jüngsten (14 Jahre) angeht, habe ich heute Nacht noch diesen Entwurf gezeichnet, der mir sehr gut gefällt und auch in die richtige Richtung geht. Dabei orientiere ich mich (da er ja von Askir eingekleidet wird) nicht an der aktuellen Mode in Havena, sondern eher die Mode der Renaissance bzw. des Früh-Barocks im Horasreich, so dass es in der zeitlichen und optischen Einordnung zur Kleidung von Askir passt.

    Da er zukünftig auch viel zu See fahren wird (mit Askir natürlich und wahrscheinlich auf dessem Schiff) entspricht der Entwurf auch in etwa dem, was Matrosen zu den Zeit trugen. Außerdem muss sie schlicht und praktisch sein. Naja, lange Rede, kurzer Sinn – hier die Entwurfsskizze:

    2013-09-01_larp_bran_00

    Das Grün als Farbe (so wie Askir das Rot hat) war übrigens der Wunsch meines Sohnes. Wer noch Ideen hat (zum Beispiel für Kleinigkeiten, um die Kleidung noch etwas zu pimpen) oder einfach nur was sagen möchte, der kann das gerne in den Kommenaren tun. Ich würde mich freuen 😉

    PS. Ignoriert die Datumsangabe auf der Skizze – heute nach Mitternacht war ich scheinbar nicht mehr in der Lage den Kalender richtig zu lesen 😉

  • Nach langer Zeit habe ich mal wieder im Forum vom Drachenfest vorbei geschaut und bin dort natürlich auch in Nebelstadt gelandet. Nachdem ich mich 2011 in der Nebelstadt so richtig wohl gefühlt habe, habe ich es ja leider 2012 (Firmung meines Ältesten) und 2013 (wegen Krankheit) nicht geschafft teilzunehmen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf es irgendwann wieder dahin zu schaffen – auch wenn der Termin mal wieder über den Geburtstag meiner Frau liegt. Naja, wir werden sehen, ob es 2014 klappt.

    Whatever: Ich bin im Forum auch über den Bereich der Nebelstadt gestolpert und dort wurde über ein Zeichen für das Stadtviertel von Weltenwacht diskutiert. Da ich gerade nix zu tun hatte habe ich mich dann auch mal ran gesetzt und eine Entwurfsskizze in den Rechner geworfen. Die Skizze ist jetzt auch im Forum veröffentlicht und ich bin dann mal gespannt, wie die Reaktion auf meine Idee ist.

    2013-08-08_larp_zdl_nebelst

    Unabhängig ob ich es 2014 wieder nach Nebelstadt schaffe – indessen ist die Entscheidung gefallen, dass es (nach 2010 und 2011) im nächsten Jahr wieder aufs Drachenfest geht. Meine Frau geht (wie dieses Jahr) in das silberne Lager, was ja so gar nix für Askir ist. Daher werde ich mich (nachdem das Blaue Lager jetzt ein eigenes, von der Stadt losgelöstes Lager wird) wahrscheinlich im (neuen) Hafenviertel niederlassen. Ich freue mich schon jetzt drauf. 🙂

  • Auch wenn Askir ein Seefahrer ist und es bei Cons wie dem Drachenfest im blauen Lager durchaus angebracht ist einen Frock Coat zu tragen, wird das wohl bei den meisten Cons eher dazu führen, dass man direkt als Pirat abgestempelt wird. Auch wenn man kein Pirat ist. Doch in den Köpfen ist dieser Art des Mantels im Larp irgendwie direkt mit Piraten verknüpft. Und da ich wenig Lust verspüre überall als etwas angesehen zu werden, was ich bzw. der Charakter nicht bin, als auch aus dem Grund, das Askirs Herkunft aus Aventurien sich auch gewisser Weise in seiner Kleidung bzw. der Mode wiederspiegeln sollte, habe ich mich an eine Modifikation der Gewandungsentwürfe gesetzt. Lange Rede, kurzer Sinn – hier ist sie:

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    Meinungen und so sind gerne gesehen und hier findet man Askirs Facebook-Seite 😉